• Hallo,
    ich habe im Schwäbischen Imkerkalender von 1942, eine Verkaufsnzeige gelesen. Da sind " n Nigra 4 " Reinzuchtköniginnen zu erhalten. Kann jemand etwas mit der Typisierung was anfangen?
    Grüsse Michael

  • HAllo,


    danke für die Anfrage. Ich habe noch ganz alte Imkerzeitschriften und auch Bücher mit ähnlichen Angeboten.


    Was meinst Du mit "Typisierung"?


    Zur damaligen Zeit wurde die Nigra in Deutschland von Prof. Enoch Zander (* 19. Juni 1873 in Zirzow; † 15. Juni 1957 in Erlangen) in Erlangen geführt, wo er auch promovierte, nachdem er u.a. an der Universität Kiel sein Studium für Zoologie abgelegt hat.
    Als "Nigra" werden heute verschiedene Schweizer Linien bezeichnet, die in der Schweiz selber "Schweizer Landrassebiene" genannt werden, mit Hinblick auf ihren Hybridcharakter insbesondere aufgrund von Bastardisierung mit der Carnica, die teils schon aus dem 20. Jahrhundert stammen dürften.


    Gruß
    KME


    Foto: Braunelle, eine weitere Alpen-Mellifera


  • Hallo, mit Typisierung dachte ich an die Ziffer 4 und das kleine n. Die Nigras heute haben ja alle Zusatznamen aus der Ecke wo sie noch vorkommen. Salzburger Alpenland, Braunelle etc. Nur die Ziffern und Buchstabenkürzel sind eher mir nichts sagend, was sicher eine Bedeutung hat.

  • Gern , das Heftchen ist 1952 erschienen. also schon reichlich alt, damals legte der Fachausschuß diese Parameter fest. Ich schreib nur ab,ansonten sind das sogenannte böhmische Dörfer!?
    Für Arbeitsbienen:
    Panzerfarbe:D lackschwarz, dd dunkelbraun, d hellbraun, h hell, hh hellst, es genügt die Einteilung nach D,dd,d und hell


    Flankenzeichen
    o ohne Aufhellung, v verdeckt gelb, e kleine Ecken, E große Ecken (auf der Mitte zusammenstoßend)
    R ein Segmentring gelb, RR 2 Segmenr. gelb, RRR 3 x gelb


    Haarlänge auf 5 Segment
    ll sehr lang, l lang m mittel, k Kurz, kk sehr k.


    Filzbinden der mittleren Filzbinde auf dem 4 Segmentring im Fergleich zum dahinterliegendenschwarzen Segmentrand
    f 20%, f1 30, ff 40 , F 50, ff 60, FF! 70 in %


    Flügelindex
    - = klein unter1,5, x = mittel=1,5-2,0, += groß über 2


    Rüssellänge 5,6-7,2 Durchschnitt


    Drohnen:
    Panzerfarbe wie bei den Arbeitsbienen


    Flankenzeichen
    O ohne Inseln, i kleine, I große, R ein Ring, RR 2 Ringe, RRR 3 Ringe


    Sattelstreifen
    s geschwärzt, ss deutlich kupferfarben, S messingfarben, SS extrem breit und hell messingfarben


    Brusthaar
    sch schwarz, br braun, gr grau, ge gelb


    Flügelindex wie bei Bienen


    Duftschuppen
    A=Rechteck, steiles Duftmakel
    B= Trapez, steiles Duftmakel
    C= Dreieck , fast senkrechtes Dm
    D= Dreieck, runde vorderkante, sehr schräges Dm
    E= fünfeckig, Makelschräg, Vorderkante konv.


    Mit dieser Liste könnt Ihr alle Stämme bemerkmalen, frohes Schaffen, der NIGRA Typ siehe oben. Gruß Peter

  • @ MichaelR, die Typisierung von Enoch Zander, der sich sehr um die Subspezies A.m.m.bemühte, schwarze (n) Nigra, Zuchtlinie 4. Dies in einer Zeit des Arischen! Diese Bienen gibt es leider nicht mehr, sind durch nichtarische Rassen! ausgemertzt.
    :u_idea_bulb02: Avis
    P.S.: Peter deine Information ist interressant nach 1945 ! Versuch der Rechtfertigung der Rassenlehre auch in der SBZ!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast016 () aus folgendem Grund: Nachsatz

  • hallo Avis,
    ja jetzt kommt Licht ins Dunkel. Der Württemberger der damals (1942) in Bayern züchtete, wollte seine Landleute nur ,ich zitiere " ...wird bestrebt sein,seine Landleute mit ihrer Zufriedenheit zu bedienen. Für mich einfach ein Hinweis auf die hiesigen Rasse damals. Was es nicht mehr gibt wissen wir, was es damals gab weis ich jetzt nur durch Eure Infos. Vielen Dank. Michael

  • Hallo Michael, was kann die schwarze Biene dafür, in diesen Rassenwahn eines böhmischen mit jüdischen Wurzeln verhafteten,bezogen zu werden. Ich werde davon unabhänig alles dafür tun, unserer indigene Biene, die für diesen Rassenwahn nur Opfer ist, wieder einen Lebensraum zu schaffen. Auch wenn andere glauben die "Eierlegende Wollmilchsau"
    zu haben.
    :p_flower01:Avis

  • Avis
    Du siehst das zu heftig. Zucht wird auch heute noch betrieben, dazu gibt es zB. bei den Kühen Herdbücher und ...und , Auslese, Nichtweiterzucht, Milchleistung mit eindeutiger Merkmalsbeurteilung
    Versuch der Rechtfertigung der Rassenlehre auch in der SBZ! nein das sehe ich nicht so. Wir züchten heute seltene Kühe , Hühner Kaninchen alle nach den alten Rassestandarts oder besser Merkmalen
    Ich kann mir nicht vorstellen, das es diese Bienen(rassen)merkmale in der BRD nicht gegeben hat. Und trennen wir doch endlich die Tiermerkmale von dem Rassenwahn der Nazis.
    Peter

  • @ Peter, Du hast Recht, es geht nicht um Ost gegen West.Im 12. Jahrhundert hat eine Luitgard von Stubersheim-Elchingen
    einen sächsischen Grafen geheiratet, aus dem die Wettiner hervorgingen. Was die Zucht angeht???
    Nicht Ost gegen West!
    Liebe Grüsse Avis

  • Hallo Leute,
    vielen Dank für die Infos, meine Frage wurde beantwortet. Eine Rassediskussion wollte ich nicht hervortreten. Die Zeit für sachlichen Austausch ohne politische Aspekte ist scheinbar noch nicht reif. Viele Grüsse Michael