Met selbst herstellen - zu niedrige Temperatur - was tun?

  • Hallo zusammen,


    eigentlich bin ich noch ein Neuling, sollte daher eher im Anfängerforum schreiben, aber dieses Thema gehört wohl gerade hierhin. Leider habe ich lange auch im Forum nach einer ähnlichen Fragestellung gesucht, aber nichts gefunden, deswegen eröffne ich hier ein neue Thema dazu.


    Ich habe das erste mal Met angesetzt. Am 08.11. mit einem einfachen Rezept im Internet. Die Gärung setzte am nächsten Tag auch ein, alles sah super aus. Das Problem kam danach durch mich: am nächsten Tag habe ich den Behälter in den Keller gebracht, ohne daran zu denken, dass es zu kalt sein könnte. In dem mir vorliegendem Rezept stand das leider nicht drin. Heute, wo ich nach dem Glasballon geguckt habe (10 Tage später) bemerkte ich, dass die Temperatur viel zu niedrig war. 14°C am Abend. Tja... die Kenner unter euch wissen wohl, dass das sehr schlecht ist und unter 15°C die Hefe nicht mehr arbeitet.


    Meine Frage nun: was tun? Ich habe den Glasballon wieder in der Küche gestellt (Temperatur über 20°C). Die Gärung ist nur noch wenig vorhanden. Startet die Gärung erneut, wenn es wieder wärmer ist? Oder kann ich da noch was tun?


    Über Tipps und Hinweise wäre ich sehr dankbar.


    Elisei

  • Viel kann man nicht tun außer nochmals eine Ladung Hefe hinzu zu geben und hoffen das alles gut geht!


    Vielen Dank für die Rasche Antwort Bert. Soll ich das sofort tun? Oder lieber abwarten bis die Gärung komplett aufhört / erst auskosten?

  • Hallo,


    mach Dir keine Sorgen. Das wird wieder. Bei 14 °C stirbt Dir die Hefe nicht. Probier mal wie es nach den 10 Tagen schon schmeckt. Noch so süß wie zu Beginn? Schon alkoholisch? Versuch den Hefegeschmack auszublenden. Kontrolliere die Gärung (CO2-Entstehung, Blubbern) ab jetzt täglich, dann wirst Du feststellen, ab wann sich nichts mehr tut und der Ansatz durchgegoren ist.


    Elias

  • Hallo Elisei,


    also im Grunde genommen entsorgen, am kann eine Zweitstart versuchen, dann aber gleich und schnell, zuvor aber abziehen und abgesetzte Stoffe ausfiltern, aber wohl wäre mir nicht dabei,
    absterbende Hefen und wilde neue Hefen beim Neustart können Gifte produzieren


    Gruß Frank

    Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine war gestern, der andere ist morgen. - Dalai Lama

  • Hallo !



    Immer erst hinterher fragen ...


    Die Gärung sollte von alleine wieder starten (sonst Gärstockung),
    die Hefe ist durch die Kälte nur in Ruhe nicht Tod.


    Es gibt sehr wenige brauchbare Rezepte im Internet,
    nach meiner Erfahrung sind die einzig guten deutschsprachigen Infos zum Thema
    auf der Seite HONIGWEINKELLER* und dem angeschlossenen Forum zu bekommen
    oder von dort kopiert worden.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht


    *) wurde so auch schon Mehrfach hier im Forum kommuniziert

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Vielen Dank für Eure Antworten. Ich merke es sind hier zwei Tendenzen... entweder warten oder aber neue Hefe hinzufügen/entsorgen. Da es mein erster Met ist, werde ich einfach abwarten was passiert. Ich Grunde lernt man durch Fehler. Ich werde mich nun nicht darüber ärgern.


    Bienenknecht : Nun, hätte ich das mit der Temperatur vorher gewusst hätte ich den Ballon nicht in den Keller gestellt. Leider stand nichts von der Temperatur auf mein Rezept. Erst wo ich selber stutzig wurde und ich gezielt das hier recherchiert habe, merkte ich meinen Fehler...


    Bin trotzdem gespannt ob was draus wird.


    Grüße aus Dortmund,
    Elisei

  • Also ich habe schon öfter Met angesetzt und bei 14/15° C in den Keller gestellt. Die Gärung beginnt dadurch verzögert, verläuft nicht so stark und sie dauert länger. Aber es kommt auch zu so zu positiven Ergebnissen. Wieviel Liter sind es denn? Ich denke, beim ersten Mal kann man es noch verschmerzen, wenn es nicht gleich so klappt. Also schau erstmal, was nachher (mind. in 4 Wochen) da rauskommt. Die Nachgärung steht ja dann auch noch an, da ist ist noch nichts verloren.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Ich würde wie schon mehrfach gesagt einfach wieder wärmer (18-20°) stellen und warten. Wenn das morgen nicht schon wieder blubbert, würde mich das schwer wundern.
    Auf mehr als 22° würde ich aber nicht ansetzen, zu warm soll ein Weinansatz nicht sein. Frage mich aber nicht wieso, weiß ich nicht (mehr).


    Chris, der vor gut 25 Jahren seinen ersten selbstgemachten Wein angesetzt hat.

  • Als Hobbybauer benutze ich nur Reinhefekulturen, auch für Met. Es gibt Hefen die sich grad bei niedrigen Temperaturen (8-10 ˚) sehr wohl fühlen zB. Pilsenerhefe. Ab 20-22˚ fangen die meisten Hefen an Ester zu entwickeln die oft ein starkes Aroma geben zB. Weizenhefe ist da der Max, bei einer Vergärung bei 24 +˚ entwickeln sich da sehr starke Nelken und Bananenaromen, manche Hefen machen das überhaupt nicht zB. US-05 von Fermentis. Andere Aromen die sich bei mehr als 20 ˚grad bilden können sind die von Granie Smith-Äpfel oder die von Uhu-Leim, …, die sind oft nicht gewünscht.
    Gestockte Gärung kann man oft wieder ans gären bringen durch das man den Met von den Hefesatz abzieht (durch den lufteischlag) und bei 20 ˚ stellt. Vergiss nicht sowieso rechtzeitig den Met von den Hefesatz ab zu ziehen, Lysepruduckte von Hefe sind nicht lecker.




    Groeten, Wiwi.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Ist genug Hefenährsalz im Ansatz gewesen, und hast du genug naturtrüben Apfelsaft zugefügt?
    Und Wein- und Bier-Hefen bitte nicht verwechseln - die Bierhefen können auch bei 9° noch mächtig arbeiten, die Weinsorten eher weniger.
    Met hat oft Probleme mit zuwenig Trubstoffen.
    Und der Geruch ist eh sehr gewöhnungsbedürftig...:lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Als Hobbybauer benutze ich nur Reinhefekulturen, auch für Met. Es gibt Hefen die sich grad bei niedrigen Temperaturen (8-10 ˚) sehr wohl fühlen zB. Pilsenerhefe. Ab 20-22˚ fangen die meisten Hefen an Ester zu entwickeln die oft ein starkes Aroma geben zB. Weizenhefe ist da der Max, bei einer Vergärung bei 24 +˚ entwickeln sich da sehr starke Nelken und Bananenaromen, manche Hefen machen das überhaupt nicht zB. US-05 von Fermentis. Andere Aromen die sich bei mehr als 20 ˚grad bilden können sind die von Granie Smith-Äpfel oder die von Uhu-Leim, …, die sind oft nicht gewünscht.
    Gestockte Gärung kann man oft wieder ans gären bringen durch das man den Met von den Hefesatz abzieht (durch den lufteischlag) und bei 20 ˚ stellt. Vergiss nicht sowieso rechtzeitig den Met von den Hefesatz ab zu ziehen, Lysepruduckte von Hefe sind nicht lecker.


    Ich habe Port-Hefe genutzt.


    Ist genug Hefenährsalz im Ansatz gewesen, und hast du genug naturtrüben Apfelsaft zugefügt?
    Und Wein- und Bier-Hefen bitte nicht verwechseln - die Bierhefen können auch bei 9° noch mächtig arbeiten, die Weinsorten eher weniger.
    Met hat oft Probleme mit zuwenig Trubstoffen.
    Und der Geruch ist eh sehr gewöhnungsbedürftig...:lol:


    Ich würde sagen, ja. Habe 20 l angesetzt und genug Hefe und auch naturtrüber Apfelsaft genutzt. An die 9 l Apfelsaft und sogar ein wenig Apfelmuß. Das sollte an sich mehr als genug sein (wenn nicht gar zu viel).

  • Hallo !


    Ich habe Port-Hefe genutzt.


    Ich würde sagen, ja. Habe 20 l angesetzt und genug Hefe und auch naturtrüber Apfelsaft genutzt. An die 9 l Apfelsaft und sogar ein wenig Apfelmuß. Das sollte an sich mehr als genug sein (wenn nicht gar zu viel).


    Okay, die HighAlk Hefe ist für >16% gut,
    gibt meist recht schwere Weine ist aber wenig zickig,
    hast Du Flüssighefe (aus gekühlter Lager) oder Trockenhefe verwendet ?


    Ein "Zuviel" an Trubstoffen gibt es nicht,
    ich Fruchtweinsektor gibt es auch Maischegärung,
    da ist eigentlich nur Trub.


    So ab 15°C sollte die Temperatur eigentlich ausreichen,
    mein Apfelwein gärt auch nicht wärmer, allerdings muß man bei den von mir verwendeten LowAlk Hefen (Assmanshausen / Steinberg) ein wenig aufpassen .


    Schau Dir mal die oben von mir verlinkte Seite an,
    da steht viele zum Gärvorgang und in dem Forum wieß man bescheid !


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.