Honigraum im nächsten Jahr.

  • Hallo zusammen, melde mich auch mal wieder.
    Habe meine beiden Völker gut durch den Sommer gebracht. Beide Erfolgreich gegen Varroa behandelt und mit Apinvert aufgefüttert.


    Denke mal, Sie werden den Winter gut überstehen.


    Was ich mich nur frage: Wenn ich nächstes Jahr das erste mal den Honigraum aufsetze, reicht die Zeit überhaupt aus um bis zur ersten Tracht die Mittelwände auszubauen oder wird da zweite Jahr nach einem Ableger magerer?


    Würde ich Ableger machen, wäre das volk ja auch wieder "schwächer" als wenn es mit voller Kraft an den Ausbau gehen könnte oder?

  • Hallo Namensvetter!


    Deine Frage ist eine gute Welche, die ich mir anfangs auch immer wieder gestellt habe.
    Unabhängig davon ob die aufgesetzte Zarge ein HR ist, ist es generell so, dass starke und aufsatzreife Völker Zargen voller MW`s in aus meiner Sicht rekordverdächitgen Zeiträumen ausbauen können. Nötig sind hierzu Tracht und ausreichende Mengen Jungbienen im baufähigen und -willigen Alter und Zustand.
    Und: Frühes Aufsetzen. Hier gilt lieber früh als zu spät (nein, nicht "zu" früh).
    Daher kann man meiner Erfahrung zufolge auch ruhig schon im März aufsetzen, falls Vegetation und aktuelles wie auch zu erwartendes Wetter dafür sprechen, obwohl es in der Literatur meist anders propagiert wird.
    Im Zweifel auch lieber einen Raum mehr aufsetzen als "eigentlich" erforderlich. Du wirst erstaunt sein, was die Bienen im Frühjahr zu leisten im Stande sind.


    Und Ableger sollte man meines Erachtens nicht in der Zeit machen in der die Völker sich derart explosionsartig entwickeln, ansonsten können die sehr gut einen Knick in der Entwicklung kriegen, den sie nicht mehr aufholen und auch der frühe Ableger siecht dann mehr dahn als erforderlich.


    Zitat

    wird da zweite Jahr nach einem Ableger magerer?


    Diese Frage bzw. diesen Teil derselben verstehe ich nicht, hier wäre eine Erläuterung für mich ganz hilfreich.


    Regnerische Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Mit dem mageren zweiten Jahr meine ich:


    Im Jahr in dem ein Ableger gebildet wird (wenn man keine Waben hinzugeben kann sondern wirklich nur auf Mittelwände zurückgreift) ist nicht großartig an Honig zu denken. die Bienen haben genug damit zu tun Ihre Behausung auszubauen.
    Dachte daher, dass das zweite Jahr vielleicht (daher auch die Frage zum Honigraum) ebenfalls noch einige Zeit für den Bau von Waben vereinnahtm und daher hier nicht ab der ersten Tracht mit "produktivität" zu rechnen ist.

  • Hi!


    Wenn ich dich richtig verstehe beziehst du dich auf den Ableger hinsichtlich der Honigproduktion im Jahr der Erstellung?!
    Hier würde ich nix erwarten, es kann allerdings sein, je nach Erstellungsstärke des Ablegers und ob er mit bereits legender Königin gebildet wurde, dessen Entwicklung und natürlich dem Witterungs- und Trachtverlauf, dass er im ersten Jahr schon noch eine Ernte aus einer späteren Tracht einbringt. Sicherlich keine riesige, aber immerhin.
    Hierdrauf zu setzen halte ich allerdings für keinen guten Ansatz, da Ableger in meiner Betriebsweise einen möglichen, punktuellen Bienenüberschuß sinnvoll binden sollen, sie Ersatz für eventuelle Ausfälle bereitstellen bzw. sie generell im kommendne Jahr als Wirtschaftsvölker dienen sollen.
    Daher KANN ein im Bildungsjahr vorgenommenes "Verheizen" der Jungvölker diese auch mal das Leben kosten, wenn sie statt Masse aufzubauen, massivst sammeln und sie dabei ggfs. an Masse abbauen.
    Soll heissen, stetige und mäßige TRacht ist meines Erachtens für die Entwicklung junger Völker wichtig, insbesondere eine ausreichende und abwechslungsreiche Pollenversorgung.


    Im Jahr nach der Erstellung sollte der ehemalige Ableger, jetzt Volk, Wirtschaftsvolk, Vollvolk oder wie man es sonst nennen mag, eine äußerst zügige Frühjahrsentwicklung absolvieren und auch uneingeschränkt in der Lage sein, nach "nur" MW-Gabe 1, 2 Zargen / HR auszubauen und zu füllen, ohne signifikante Einbußen bei der Honigausbeute.
    Dies kann natürlich wiederum durch diverse unvorhersehbare und vorhersehbare Faktoren unterbunden oder aufgeschoben werden, idealerweise aber sieht es aus wie oben genannt.



    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich mußte seinerzeit auch nur mit Mittelwänden erweitern. Wenn man noch keine Waben hat, gibt es natürlich keine Wahl. Das Problem besteht darin, dass schon ordentlich Nektar eingetragen wird bevor der Bautrieb einsetzt. Dann verhonigen die Bienen den oder die Bruträume und der Schwarm ist vorprogrammiert. Ich habe die nächsten Jahre dann geizhaft Honigwaben nach der ersten Schleuderung gesammelt und nicht zurückgegeben. Dadurch konnte ich dann 4 und später wenigstens 6 ausgebaute Waben in den Honigraum geben. Jetzt gebe ich 9 von 11 waben in den Honigraum und erweitere dann nur noch mit Mittelwänden. Zu dem Zeitpunkt also zur Gabe des zweiten Honigraums ist der Bautrieb dann voll da und eine Zarge mit 11 Waben DNM im Nu ausgebaut. Die Ablegerentnahme zu diesem Zeitpunkt also Ende April / Anfang Mai verkraftet so ein Volk lächelnd.


    Herzlicht


    Karli

  • Hallo Patrik


    kann meinen Vorrednern nur zustimmen, wenn du nichts anderes hast, hänge die MW ein und die können bei Volltracht in einer Woche ausgebaut und gefüllt sein.
    Beste Wünsche für volle HR.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Patrick . Da ich nicht weiß wie groß deine Ableger sind.... Stehen die Ableger auf einer Zarge wird grundsätzlich zur Weidenblüte
    egal wie das Wetter ist, erweitert mit kompletter Zarge (Brutraum 2 ! )Ausstattung : je eine Mittelwand seitlich oder vorne/ hinten dann je 1 Baurahmen (Drohnenrahmen ) Den Rest mit Mittelwänden auffüllen .Bei Zweizarger wird das überschüssige Futter entnommen und für die spätere Ablegerbildung Bienendicht beiseite gestellt und bestückt wie Brutraum 2 . Das Brutnest wird wenn nötig , mittig gesetzt damit das Volk nach allen Seiten wachsen kann . Dann zur Kirschblüte Absperrgitter rein und nächste Zarge komplett drauf . ( Honigraum ) Bedenke : Zu spätes erweitern fördert auch jetzt schon den Schwarmtrieb , der die Bienen von der optimalen Leistung abhält .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von derbocholter () aus folgendem Grund: wenn nötig ................ kann .

  • Eine schnellere Annahme des Honigraums und ein geringeres Verhonigen des Brutraums erhältst du, wenn du das Absperrgitter erst gibt, wenn die Bienen die Waben ausbauen. Einen geringen Anteil bebrüteter Waben wirst du dann inkauf nehmen müssen. Die kannst du nach der ersten Schleuderung entfernen.


    Gruß Ralph

  • Ralph . Die Bienen gehen alleine nach oben wenn es nötig ist , auch mit Absperrgitter , aber frühes aufsetzen ist hier unbedingt nötig . Dazu ist es nicht erforderlich das Absperrgitter weg zu lassen . Mach ich bei meinen Volkern schon Jahrelang so . Bebrütete Honigwaben bääääääääää .


    Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Danke für die ausführlichen Antworten!


    z.Z sitzen die Ableger auf 2 Zargen. Ich würde aber gerne den momentan unteren Brutraum im nächsten Jahr erneuern, da es sich hier um die Waben handelt auf denen ich die Völker bekommen habe. Diese sind schon sehr dunkel, weshalb ich diese gerne komplett erneuern möchte.

  • Moin Patrick!


    Wenn du es tun willst, tu` es ( im frühen Frühjahr)! Falls die Bienen den unteren Raum aber dann noch besetzen, lass` sie und mach` die Wabenerneuerung nach dem Abschleudern. Oder nimm` die Waben der unteren Zarge zur Ablegerbildung und sonder` sie dann dort aus.
    Soweit in Kürze von mir.


    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Danke für die ausführlichen Antworten!


    z.Z sitzen die Ableger auf 2 Zargen. Ich würde aber gerne den momentan unteren Brutraum im nächsten Jahr erneuern, da es sich hier um die Waben handelt auf denen ich die Völker bekommen habe. Diese sind schon sehr dunkel, weshalb ich diese gerne komplett erneuern möchte.



    Hallo patrick . Im zeitigen Frühjahr (bei Reinigungsflug oder Weidenblüte) Bienen gehen dann in obere Zarge , untere Zarge entfernen und bisherige obere Zarge auf Boden stellen . Dann sofort Zarge mit je eine ausgebaute Deckwabe links/rechts und mittig mit 3-4 ausgebaute Waben und den Rest mit Mittelwänden und Drohnenrahmen gefüllt als oberen Brutraum aufsetzen .
    Zur Kirschblüte darauf dann den Honigraum vorbereitet wie Brutraum aber ohne Drohnenrahmen aufsetzen . Sollten keine ausgebauten Waben vorhanden sein , nimm nur Mittelwände.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.