Eigene Völker im ersten Jahr

  • Guten Morgen liebe Forengemeinde,


    ersteinmal möchte ich euch für das tolle Forum hier loben. Ich habe gestern Abend Stunden lang gestöbert und habe immer noch nicht mal einen Bruchteil aller interessanten Themen angelesen :wink:


    Da dies mein erster Post ist, möchte ich mich auch in dem Sinne kurz vorstellen und was ich hier überhaupt zu suchen habe.
    Mein Name ist Torsten und ich bin 28 Jahre jung/alt.
    Vor ca. 2 Jahren kam die Mutter meines besten Freundes (sie besitzen eine grössere Obstplantage) mit der Idee auf uns zu, wir könnten doch ein paar "Bienenkästen" in der Nähe aufstellen, da sie gelesen hatte, das dies den Ernteertrag steigern würde.


    Am Anfang hatten wir uns gedacht, was das schon wieder eine verrückte Idee von ihr sei :roll:, aber wir haben uns dann doch ein wenig informiert und waren auch recht schnell begeistert von der Imkerei (nur im theoretischen Sinne) und hatten uns fest vorgenommen, damit anzufangen.
    Nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern eher aus Interesse für dieses Hobby (Ich sehe es z.B.: als Ruhepool zu meiner stressigen Arbeit im Büro). Auch konnten wir einen weiteren Freund und meine damalige Freundin (jetzt Verlobte) für dieses Thema begeistern und hatten und schnell Literatur zugelegt und Kontakt mit örtlichen Imkern aufgenommen.
    Durch beruflichen Gründen hat sich das "Projekt" leider verlaufen und wir kamen erst jetzt wieder dazu, es auf zu nehmen.


    SO, und jetzt zu meiner eigentlichen Frage (Entschuldigung, das ich jetzt wieder einen halben Roman geschrieben habe...).


    Wir werden im Januar (Theoriekurs) und im April (Praxiskurs) an einen Anfängerkurs beim Badischen Imkerbund teil nehmen.


    1. Frage: Wir hätten wahrscheinlich die Möglichkeit, einige Beuten von einem bekannten Imker zu übernehmen, da er die Imkerei altersbedingt ein wenig reduzieren muss. Ist es vernünftig, im ersten Jahr schon eigene Völker zu halten, obwohl man in diesem Jahr erst den Kurs gemacht hat?


    2. Frage: Ein Freund von mir kann die Theoriekurse leider nicht wahr nehmen. Ist es Sinnvoll, wenn er trotzdem den Praxiskurs mit belegt?


    So, für das Erste wäre es das gewesen und ich würde mich über nette Antworten freuen :daumen:


    Viele Grüsse vom Bodensee


    Torsten

  • Hallo Torsten,


    ich habe damals im Januar mit den Theoriekursen angefangen, die dauerten über 2 Jahre. Zwischendurch gab es dann immer wieder ein paar Praxiseinlagen.
    Ende Mai hatte ich das Glück eine Schwarm einzufangen. Mein Imkerpate hatte mir dann empfohlen, diesen in den Lehrbienenstand zu bringen.
    Aus irgendwelchen nicht bekannten Gründen war der Schwarm bei der Nachschau eine Woche später nicht mehr da, die Beute war leer.
    An diesem Tag hatten wir Praxistag zur Königzucht und entnahmen einem weisellosen Bienenvolk die Weiselzellen und bestückten das Volk mit belarvten Näpfchen zur Königinzucht. Zufällig schlüpte aus den entnommenen Weiselzellen eine Königin.
    Nachdem ich etwas enttäuscht über den entflogenen Schwarm war, spendierte mir mein Imkerpate auslaufende Brut (Wabe mit Bienen) und einen Ablegerkasten. Brut, Königin, leere Waben, Wabe mit Mittelwand und eine Futterwabe kamen in den Ablegerkasten. Ich war glücklich, brachte diesen nach Hause und fuhr dann in die Pfingstferien. Die Königin hatte scheinbar in dieser Zeit einen erfolgreichen Hochzeitsflug. Als ich zurückkam und nachsah, trugen die Bienen Pollen ein und es war Brut und viele Bienen vorhanden. Leider hatten wir die Königin nicht markiert und ich habe sie auch den ganzen Sommer nicht gefunden. Es war so ein Gewusel. Zwischendurch musste ich das Volk in eine große Beute umsiedeln, dann sogar auf zwei Zargen erweitern. Machte dann Varroakontrolle und -behandlung und schaute möglichst wenig ins Volk. Meine Begeisterung war groß, wenn ich den Bienen am Flugloch zuschauen konnte.
    Wenn ich das Ohr an die Beute hielt, dann summte es so schön.


    Alles in allem hatte ich ein spannendes Bienenjahr, ich möchte es nicht missen, obwohl ich da erst Amfänger war. Wichtig für mich war: Es muß ein Imkerpate da sein, den man fragen kann. Ich hatte im Verein mehrere, die ich fragen konnte. Aber wie die Imker sagen: Du bekommst immer mehr Meinungen als Imker da sind. Am Schluss musst Du selbst entscheiden. Am besten ist, beobachte die Bienen, denke Dich in Ihr Wesen ein, dann wirst Du erfolgreich sein. - und lies alles was Du finden kannst.
    Die Beutenentscheidung war für mich die schwierigste. Ich habe mich dann dem Verein angeschlossen. Inzwischen denke ich da anders. Schau' Dir auch Imkern nach Warre an und denke auch immer an Deinen Rücken, wenn Du Dich für eine Beute entscheidest.


    Also, hol' Dir die Bienen sobald es geht. Wenn Du die Bienen machen lässt und nicht zu viel hineinschaust, dann wird's schon was.


    Gruss, Christian

  • Hallo Christian ,schon mal was von Bannwabe gehört ? Bannwabe ist eine Wabe mit junger offener Brut die man zwischen die Mittelwände hängt und man verhindert so das ausziehen des Schwarms .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Torsten .Willkommen im Forum .
    Frage 1 : Ja , fange mit drei Völkern an ,aber lass dir keine Uraltbeuten andrehen .Imker die reduzieren trennen sich gerne erstmal von alten Sachen .
    Frage 2 : Ja .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Torsten .Willkommen im Forum .
    Frage 1 : Ja , fange mit drei Völkern an ,aber lass dir keine Uraltbeuten andrehen .Imker die reduzieren trennen sich gerne erstmal von alten Sachen .
    Frage 2 : Ja .


    Gruß Josef


    Also es wären ca. 10 Beuten, wo wir evtl. erhalten könnten, aber wir sind ja auch 4 Personen, das müsste gut machbar sein, oder sollte man sich erstmal wirklich auf 3 Beuten konzentrieren?

  • Hallo Torsten!


    Nicht jeder, der theoretisch sich für Imkerei begeistert, liebt auch die Praxis. Ich habe mit meiner geliebten Ehefrau einige praktische Erfahrungen in diesem Thema gewonnen. Insbesondere nach ihrem ersten Stich wollte meine Frau mit den "Drecksviechern" nichts mehr zu tun haben.


    Wenn du gebrauchte Beuten in gutem Zustand preisgünstig bekommen kannst, spricht nichts gegen einen Kauf, selbst wenn nicht alle 10 Beuten gleich im ersten Jahr mit Bienen besetzt werden. Meine Empfehlung für den Beutenkauf ist darauf zu achten, dass es Magazinbeuten sind und die Zargen untereinander austauschbar sind. Das Innenvolumen ist bei Magazinen variabel. Sie gelten deshalb als "modern" und haben heute eine weite Verbreitung. Für euren praktischen Einstieg in die Imkerei ist der wichtigste Tip die Unterstützung durch einen Imkerpaten, z.B. über einen örtliche Imkerverein.


    Viele Grüße und ein "herzliches Willkommen" vom Sammler

  • Also es wären ca. 10 Beuten, wo wir evtl. erhalten könnten, aber wir sind ja auch 4 Personen, das müsste gut machbar sein, oder sollte man sich erstmal wirklich auf 3 Beuten konzentrieren?


    Hallo Torsten ,es geht nicht um die Beuten sondern um die darin wohnenden Bienen . Mit 10 Völker als Anfänger (alle 0 Ahnung ) wächst einen die Sache doch schnell über den Kopf und man verliert schnell die Lust und damit ist keinem geholfen . Also 3 Völker ist für den Anfänger ausreichend egal ob mit 4 oder 10 Personen . Ihr könnt ja im Mai Ableger machen und so die Völkerzahl erhöhen . Außerdem muß auch der Honigabsatz erst mal anlaufen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo und willkommen Torsten 84,


    was sind´s denn für Beuten?
    Sind es Magazinbeuten oder Hinterbehandler?
    Welches Rähmchenmaß wird verwendet (Deutsch Normal, Zander, Freudenstein, Dadant .......)?
    Frag mal den Imker.


    Ich sag immer "learning by doing!" ist das beste und das möglichst bald. Doch, wie von den Vorschreibern schon betont, ein ordendlicher Imkerpate wäre sehhhhhhhhhr zu empfehlen.


    Wenn Ihr Anderen den Theoriekurs macht, würde ich sagen, es spricht nix dagegen, wenn einer von Euch erst bei der Praxis einsteigt. Ihr redet doch miteinander - oder?:u_idea_bulb02:


    Lasst Euch bei der Wahl der Beuten und des Rähmchenmaßes nicht irre machen. Die Bienen sehen das nicht so eng.:Biene: Ein guter Hinweis ist immer, sich zunächst am regional üblichen Rähmchenmaß zu orientieren. Doch auch das dürft Ihr frei entscheiden.


    Allerdings würde ich für den Anfang die Finger von alternativen Sachen wie Warré lassen, es sei denn Euer Pate hat mit einem solchen System viel Erfahrung und Erfolg.


    MfG und viel Spaß mit dem neuen Hobby:daumen:


    André

  • Hallo Christian ,schon mal was von Bannwabe gehört ? Bannwabe ist eine Wabe mit junger offener Brut die man zwischen die Mittelwände hängt und man verhindert so das ausziehen des Schwarms .


    Gruß Josef


    Hallo Josef,
    ja danach. Danach ist man immer schlauer. Zu dem Zeitpunkt hatte ich ja noch keine Bienen, also auch keine Bannwaben.
    Aber auch beim Schwarmfang fragt man drei Imker und bekommt sechs Meinungen :). Nächstes Mal mache ich es nach meinem Gusto.
    Ein anderer Imker sagte mir: Sperr' die Bienen 3 Tage in den Keller/Garage ohne Futter, evtl. etwas Wasser dazu. So quasi aushungern, damit Ihnen die Lust an der Flucht vergeht, danach stelle Sie an den Dir genehmen Ort.
    Würde Dir das auch reichen?
    Gruss, Christian

  • Hallo Josef,
    ja danach. Danach ist man immer schlauer. Zu dem Zeitpunkt hatte ich ja noch keine Bienen, also auch keine Bannwaben.
    Würde Dir das auch reichen?
    Gruss, Christian


    Hallo Christian . Bienenschwärme gehören NICHT in den Keller . Einfach kühl stellen und Abends nach Beendigung des Bienenflugs in Beute einschlagen . Notfalls Absperrgitter vors Flugloch machen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Torsten


    erst mal willkommen im Forum, beste Grüße aus Sachsen.


    Dein Vorhaben mit dem theoretischen Lehrgang ist sehr gut und wie schon geschrieben ein paar gute Bücher für den Winter sind auch empfehlendswert.
    Die praktische Ausbildung am Bienenvolk ist Gold wert.
    Zu den 10 Beuten kann ich nur sagen, wenn sie noch gut erhalten sind und preiswert, dann schlage zu, denn bei Neuanschaffung mußt du 120-150 Euro pro Beute rechnen. wenn du den alten Imkerkollegen noch bei der Hand hast ist das auch vorteilhaft. Mehr wie 5 Völker würde ich erst mal auch nicht vorschlagen, denn wenn jedes Volk schwärmt hast du schon 10 Völker.
    Also Viel Glück.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Torsten,


    Ich halte es für wichtig, schon im ersten Jahr eigene Bienen zu haben. Beim Führerscheinmachen bin ich auch schon mit dem Auto (unter Anleitung und Hilfe des Fahrlehrers) umhergefahren, ohne die praktische Prüfung bestanden zu haben :lol:. Der theoriekurs ist, wenn er vernünftig aufgezogen wird eine super Sache: man bekommt voher alles anhand von Bildern + Text erklärt und führt diese Arbeiten dann 1-2 Wochen später (wenn sie dann nötig sind) selbst bei den eigenen Bienen durch.


    Es müssen übrigens keine 10 Völker zu Beginn sein. Es reicht, wenn ihr euch im März-April 2 Völker zulegt. Lieber weniger Völker kaufen und statt dessen auf vernünftige (neue) Beuten beginnen. Im Mai sind aus einem Volk schnell mal 3 gemacht.
    Ich selbst habe mit 1 Volk + Imkerpaten im April angefangen und im September hatte ich 5 Völker eingewintert, da ich 4 Ableger bilden konnte. inzwischen (nach dem 2. Jahr) habe ich meine 10 Völker und bin damit sehr zufrieden, mehr sollen es jetzt erst mal nicht werden.


    Stefan

  • Hallo Christian . Bienenschwärme gehören NICHT in den Keller . Einfach kühl stellen und Abends nach Beendigung des Bienenflugs in Beute einschlagen . Notfalls Absperrgitter vors Flugloch machen .


    Gruß Josef


    Hallo Josel,
    Absperrgitter vor das Flugloch ist eine gute Idee. So ein kleines habe ich jedoch nicht.
    Gruss, Christian

  • Hallo


    Also ich bin der Meinung, das ein Absperrgitter vor das Flugloch nicht gehört, auch wenn es einige gute Gründe dafür gäbe.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)