Re-Invasion live

  • Auf meinen Bienenstand im Garten standen 2 Wirtschaftsvölker und 2 starke Ableger in 4er-Aufstellung nach Brd. Adam (Jedes Flugloch zeigt in eine andere Richtung) . Am 19.Oktober - es war noch mal unerwartet m.a. 20 Grad warm geworden - beobachtete ich bei einem der beiden Wirtschaftsvölker eine Räuberei. Die Bienen wehrten sich tapfer gegen die überall schnüffelnden Spührbienen.


    Nach einem Blick in den Brutraum - keine Brut und Königin - habe ich das Volk sofort aufgelöst. Das restliche Volk sammelte sich an der Beutenwand des Nachbarvolkes. Am nächsten Morgen waren sie vermutlich dort untergekommen, jedenfalls war ringsum alles ruhig.


    Bei der Behandlung mit OS vor ein paar Tagen fanden sich erwartungsgemäß die meisten Milben in dem "Gastgebervolk". Damit habe ich also mal einen Völkerzusammenbruch und seine Folgen kontrolliert miterlebt und wage die folgende These:


    - Reinvasion ist dort am warscheinlichsten, wo in unmittelbarer Nachbarschaft - z.B. am eigenen Stand - ein Volk zusammengebrochen ist.


    - Nur noch die eine oder andere Biene wird sich in weiter entfernte Nachbarvölker verfliegen, damit "verdünnt" sich eine eventuelle Varroa-Welle sehr stark.


    - im Umkehrschluss heist das: Wenn nicht in unmittelbarer Nähe Völker zusammen gebrochen sind, dann kann man Reinvasion am stand ausschließen


    Wie seht Ihr das ?

  • Ausschließen kann man sie trotzdem nicht. Aber deshalb wäre es wichtig, dass Imker von Nachbarständen relativ zeitnah gleich behandeln, damit soetwas eben nicht passiert. Wenn am Nachbarstand ein Volk zusammenbricht, hat das sehr wohl Auswirkungen auf die Nachbarvölker.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Holmi,
    Ausschließen kann man kaum etwas.
    Eine gleichzeitige, zeitnahe Behandlung mit den Nachbarimkern halte ich für nicht machbar. Auch wenn alle Nachbarn einen gesetzten Termin zustimmen, klappt es dann doch nicht.
    Deshalb versuche ich mein Ding zu machen und halte gerade im September/ Oktober die Augen offen.


    LG Uwe

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • ... keine Brut und Königin ...


    Und wo sie denn hin?


    Ich wär im Oktober mit solchen Erkenntnissen nicht soooo entschlossen.


    Wenn es in Deiner Umgebung ein zusammenbrechendes Volk gibt, dann holen sich m.E. die Räuberbienen die Milben und evtl. sich einbettelnde Bienen bringen Dir welche.


    Gruß Jörg, der auch gerade bei den Bienen war und "einige" Milben gesehen hat (Mist ...)

  • Hallo Reiner,


    eine Räuberei zu dieser Jahreszeit zu entdecken, bevor die Beute leer geräubert ist, ist ein Glück, damit keine anderen Krankheiten übertragen werden :-(


    Mehrere Fragen:


    i) das beräuberte Volk hatte viele Varroen?


    Du hast nichts davon geschrieben, auch nichts von der Volksstärke. Eine fehlende Königin ist ja nicht das Kennzeichen eines Varroaschadens. Oder wurden die Bienen beräubert, weil weisellos? Ideal wäre gewesen, die Varroabelastung mit einer Bienenprobe zu bestimmen. Brutlos und mit einer geschätzten Volksstärke hätte man die vorhandenen Varroen in der Größenordnung ganz gut schätzen können.


    ii) Oxalsäure träufeln: Sind bei Dir die Völker alle brutlos? In welcher Größenordnung sind Varroen nach der Behandlung gefallen?


    Wie Jörg schon gefragt hat: Werden Milben geholt oder gebracht. Einen guten Anhaltspunkt könnte man gewinnen, wenn man im Herbst regelmäßig wiegt. Nur Völker, die "überraschend" an Gewicht zulegen, können sich Milben geholt haben, oder?


    Zum Auflösen von Völkern mit unklaren Gesundheitsstatus: Vielleicht ist es besser, die Bienen abzutöten, als sich die möglicherweise kranken Bienen in Nachbarvölker einbetteln zu lassen.


    Gruß, Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • .... Wenn am Nachbarstand ein Volk zusammenbricht, hat das sehr wohl Auswirkungen auf die Nachbarvölker.....


    Richtig. Bezieht sich aber auf die UNMITTELBARE Nachbarschaft. Die Masse der Bienen sammelte sich DIREKT am Nachbarvolk.


    ...Wenn es in Deiner Umgebung ein zusammenbrechendes Volk gibt, dann holen sich m.E. die Räuberbienen die Milben und evtl. sich einbettelnde Bienen bringen Dir welche.....


    Zumindest das Letztere läßt sich in diesem Fall klar belegen.




    @ lieber Gunnar, dazu:
    Das beräuberte Volk hatte viele Varroen. Vermutlich über der Schadschwelle. Zumindest war es das am meisten belastete Volk des Standes.


    Die Weisellosigkeit war meines Erachtens ausschlaggebend. Vor wenigen Wochen hat sich das Volk noch aggressiv gegen Wespen zur Wehr setzen können.


    Nach der OS-Behandlung fielen beim Wirtsvolk ca. 170 Varr., nebenan bei dem zweiten Wirtschaftsvolk ca. 70 Varr., bei dem starken Ableger ca. 20 - nach jeweils 2 Tagen, was sich ja noch fortsetzt. Aber so sind die Verhältnisse untereinander.


    Aber bei meiner These nach diesen Beobachtungen bleibe ich: Re-Invasion ja, wenn in unmittelbarer Nähe ein zusammenbrechendes Volk war. Sonst nicht !

  • Hi Leute,
    ich empfehle euch, wenn sie irgendwo in der Nähe spricht, den Vortrag von Fr. Dr. Frey von
    der Uni Hohenheim zum Thema Reinvasion.
    Die hat gezielt jeweils ca 20 Völker in dicht mit Bienen besiedelten Gebieten (Rheingraben) und in "unwirtlichere" Gegenden, wo eine sehr geringe Bienendichte herrscht, (Schwäbische Alb) überwintern lassen.
    Die Völker waren je möglichst gleich stark, und auch sonst vergleichbar.
    Anfang Oktober wurden die Völker in Hohenheim entmilbt und dann zu den obigen Standorten gebracht, wo sie überwintert wurden.
    Nach dem Auswintern zeigten sich krasse Unterschiede in der Milbenbelastung:
    Die "Albvölker" hatten deutlich (genaue Zahlen weiss ich nicht, werden von Fr. Dr. Frey aber im Vortrag genannt ) weniger Milben als die am Rheingraben überwinterten.
    Durchweg alle, ohne Ausnahme.
    Also, ich würde sagen, es gibt Reinvasion, und eine Behandlung aller Völker einer Region macht Sinn.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Oh weh,
    am 19. Oktober hatten viele Völker keine Brut, obwohl ich die Königin gesehen habe. Ich glaube du warst da etwas voreilig. ZU deiner These gibt es eine neue Untersuchung von Hohenheim. Die widerspricht deinen Erkentnissen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Holmi,
    Ausschließen kann man kaum etwas.
    Eine gleichzeitige, zeitnahe Behandlung mit den Nachbarimkern halte ich für nicht machbar. Auch wenn alle Nachbarn einen gesetzten Termin zustimmen, klappt es dann doch nicht.
    Deshalb versuche ich mein Ding zu machen und halte gerade im September/ Oktober die Augen offen.


    LG Uwe


    Auch ich halte Zeitgleiche Behandlung für nicht das notwendigste, weil eh nicht 100% möglich
    Was meiner Meinung nach viel wichtiger ist das jeder Stand für sich gut da stehen muss, was Varroa anbelangt


    Und es fast für jedes Volk einen anderen optimalen Behandlungszeitraum gibt

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • In Donaueschingen hat ein Referent die gleichzeitige Behandlung in ganz Europa gefordert.:roll: Er lebt wohl in einem goldenen Käfig. Man könnte auch die Nichtbehandlung aller Völker in Europa und Asien fordern um die resistente Biene zu finden.:roll: Schnarch


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • : Er lebt wohl in einem goldenen Käfig. Man könnte auch die Nichtbehandlung aller Völker in Europa und Asien fordern um die resistente Biene zu finden.:roll: Schnarch


    Remstalimker


    Fordern kann man viel...... aber es muss auch praktikabel sein, wenn es schon innerhalb eines Vereins fast nicht möglich ist

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • n Standorten gebracht, wo sie überwintert wurden.
    Nach dem Auswintern zeigten sich krasse Unterschiede in der Milbenbelastung:
    Die "Albvölker" hatten deutlich (genaue Zahlen weiss ich nicht, werden von Fr. Dr. Frey aber im Vortrag genannt ) weniger Milben als die am Rheingraben überwinterten.
    Durchweg alle, ohne Ausnahme.


    Hallo Michael,


    dieser Vergleich hinkt. Völker im Rheingraben haben bedingt durch das milde Klima dort mit Sicherheit einige Brutzyklen mehr durchschritten als Völker auf der rauhen Alb.


    Daraus kann mann die höhere Anzahl der Milben im Rheingraben auch zurückführen.


    Es bleibt zu Fragen was mit diesem Vergleich bewiesen werden sollte?


    Sicher nicht dass die Reinvasion in Gebieten mit hoher Bienendichte stärker ist als in "Bienenarmen" Gegenden, zumindest nicht im Vergleich dieser beiden Regionen.

    Gruß Thomas -- Wer Tipfehler findet, darf sie gerne behalten. :-)