Die stummste Naturkatastrophe der Welt

  • Moin , Moin aus Hamburg ,
    vielleicht sollten wir es einmal oben an die Leiste tackern....das man es schnell zur Hand hat?


    Beste Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Ich glaube nicht, dass diese Endzeitstimmungsmache der Sache dient. Zumal sie auch sachlich teilweise falsch ist.
    Wenn es ohne Bienen kein Obst mehr gäbe, hätte ich in meinem Garten keinen Apfel geerntet, bevor ich selbst angefangen habe zu Imkern, weil es im weiten Umkreis vorher keinen Imker gab.
    Solche Artikel legen eher nahe, dass ohnehin alles zu spät ist, anstatt Menschen zu ermuntern, das Nötige und Vernünftige (und ganz Bescheidene) anzugehen.
    Aber, wer das "Das vielleicht letzte Magazin der Welt" macht, tut's halt nicht unter der Apokalypse.


    Da pflanz ich doch lieber ein Apfelbäumchen - und warte nicht auf das Ende der Welt, sondern freu' mich auf die Äpfel, die ich in ein paar Jahren ernte.


    Wie heißt es bei Brecht: Eher wird ein Berg von einer einzigen Ameise abgetragen, als durch das Gerücht, er sei nicht zubeseitigen


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Dadurch das wir Imker sind pflanzen wir ja das "Apfelbäumchen".
    Aber die beschriebenen Regionen in China gibt es wirklich!!!!!
    Das wird auch uns betreffen, wenn wir weiter so machen.
    Wolfgang
    das deine Apfelbäume getragen haben obwohl du keine Bienen hattest, heißt nicht das die nicht von Insekten bestäubt wurden. Es gibt ja Hummenln, Wildbienen usw. Diese sind genau so vom Aussterben bedroht wie unsere Bienen.
    Schau einfach mal im ländlichen Raum rum und suche Bienenhäuser die noch betrieben werden. Ich hab allein 2 letztes Jahr übernommen, da die schon länger nicht mehr mit Bienen besetzt waren. An dem Hügel an den die stehen sind viele Steuobstwiesen, dort ernten die Besitzer erstaunlicher Weise wieder sehr viel Obst. Daß das die Leistung meiner Bienen ist, bemerken die wenigsten. Es gäbe noch viel zu dem Thema zu schreiben, aber wenn selbst Imker die Situation nicht erkennen fällt es mir schwer hier noch zu argumentieren. Ich finde den Bericht gut und er weckt zumindest die Aufmerksamkeit auf eine Gefahr, die meiner Meinung nach sehr drastisch ist.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Wolfgang
    das deine Apfelbäume getragen haben obwohl du keine Bienen hattest, heißt nicht das die nicht von Insekten bestäubt wurden. Es gibt ja Hummenln, Wildbienen usw. Diese sind genau so vom Aussterben bedroht wie unsere Bienen.
    Schau einfach mal im ländlichen Raum rum und suche Bienenhäuser die noch betrieben werden. Ich hab allein 2 letztes Jahr übernommen, da die schon länger nicht mehr mit Bienen besetzt waren. An dem Hügel an den die stehen sind viele Steuobstwiesen, dort ernten die Besitzer erstaunlicher Weise wieder sehr viel Obst. Daß das die Leistung meiner Bienen ist, bemerken die wenigsten. Es gäbe noch viel zu dem Thema zu schreiben, aber wenn selbst Imker die Situation nicht erkennen fällt es mir schwer hier noch zu argumentieren. Ich finde den Bericht gut und er weckt zumindest die Aufmerksamkeit auf eine Gefahr, die meiner Meinung nach sehr drastisch ist.


    Genau, bedrohte Bienen haben durch den Imker eine Stimme , andere Bedrohte Insekten haben das aber nicht!Auf diesen Punkt muss ich Wolfgang aber schon recht geben: Jungimker könnten durch diesen Bericht aber durchaus den Eindruck kriegen dass es sowieso schon zu spät ist und dadurch entmutigt werden bevor sie erst mal angefangen haben oder einen hohen Ausfall als „heutzutage völlig normal“ betrachten und die Schuld der Varroa und PSM geben. Ich hoffe dass nicht nur Imker die Zeit und Interesse finden um diesen Bericht zu lesen.


    Groeten, Wilfried

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Lieber Wolfgang, obwohl ich Dir vom Trend Deiner Aussage her zustimme, muss ich Dir auch dringend widersprechen, was die nicht erkannte Bestäubungsleistung angeht. Ca. 75% der Bestäubung (die Quellen unterscheiden sich da naturgemäß in den Zahlenangaben) wird von den (von Menschen gehaltenen) Honigbienen geleistet. Deren Fehlen kann keinesfalls durch die "Wild"-Insekten ausgeglichen werden.
    Für mich ist das ebenfalls sinnig, wenn ich aus Sicht Deiner Obstbäume blicke: Auch die sind Produkte jahrhundertelanger Züchtung. Zahl der Blüten und Größe der Früchte sind das Ergebnis menschlicher Handlung und wären ohne die von Menschen gehaltenen Bienen nicht möglich geworden.
    Ergo: Wild-Insekten reichen aus für das wild wachsende Obst, unsere Gärten und Felder brauchen unsere Honigbienen. Gut, dass wir sie halten!


    LG J.

  • Wild-Insekten reichen aus für das wild wachsende Obst.

    Moin, leider ist das nicht so, denn es wird vergessen, daß unsere Honigbiene als staatenbildende Biene Teil der Wild-Insekten ist oder jedenfalls war. Ohne die Honigbiene, die wir aktuell vorm Aussterben bewahren, reicht die Bestäubungsleistung der verbleibenden, teilweise höchst spezialisierten bestäubenden Insekten eben nicht aus. Sie reicht oft nicht mal aus, die eigene Nahrungspflanze ausreichend zu bestäuben (siehe: Zaunrübe)


    Es ist nicht so, daß "unsere Honigbiene" die entscheidende Arbeit verrichtet und früh schon volkstark zu Werke geht. Es ist so, daß die "wilde Honigbiene" das schon immer tat und sich die Natur darauf ausgerichtet hat. Wir haben hier nur die Erhaltung des "Wild-Insekts" übernommen. Machten wir den Job nicht, fehlte dieser Teil der Bestäubung schon heute. Lebte die Wilde Honigbienen noch ohne unsere Hilfe, dann brauchten wir uns nicht zu kümmern.


    Die Honigbienen sorgen für die Nahrung vieler anderer Insekten, indem sie die Fortpflanzung der Nahrungspflanzen gewähren. Fiele die Biene weg, vermehrten sich die Nahrungspflanzen der anderen nicht ausreichend folglich fielen die dann auch weg und dann bleibt da kein Bestäuber mehr und auch keine zu betäubenden Pflanzen.


    Insektendichten bleiben nicht stabil, wenn die Bienen fehlen. Selbst die Anzahl von Hummeln geht zurück, wenn nicht Bienen für ausreichende Bestäubung der Frühblüher sorgen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder