30-Völker-Grenze bei der Besteuerung

  • Hallo Elk,
    da gibt es Schlimmeres.
    Zur Einkommensteuererklärung (die man ja in der Regel schon wegen anderer Einkünfte macht) kommt als Extra die Anlage L (für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft) dazu und die Anlage EÜR (Einnahme-Überschuss-Rechnung).
    Bei der Umsatzsteuer ist es recht einfach. In aller Regel ist man Kleinunternehmer oder besteuert nach Durchschnittsätzen. In beiden Fällen muss man keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben, sondern nur die Jahreserklärung (über ELSTER). Abgeführt werden muss Umsatzsteuer in beiden Fällen nicht.
    Buchhalterisch muss man dazu eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung machen. Die Gliederung dafür gibt die Anlage EÜR vor.


    Gut, das ist schon ein bisschen anspruchsvoller als bei reinem Lohneinkommen, aber jeder Gewerbetreibende hat mehr Arbeit.


    Gruß Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo!
    hartmut
    Kann man dieses Thema auch beenden oder am besten gleich Löschen? :confused:


    Das wird dem Finanzamt ziemlich egal sein. Im Steuerrecht jedenfalls erfüllt eine solche Auffassung den Tatbestand der groben Fahrlässigkeit. Und auf die Nase fallen meiner Erfahrung nach vor allem die, die nicht mal wissen, was sie nicht wissen.
    Gruß Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)


  • ... abgesehen von der Buchführung


    Ist es schlimm die Büchse der Pandora zu öffnen? [Blockierte Grafik: http://www.macinacs.de/smile/bliny15x18.gif]


    Wenn ich Zeit habe, werde ich versuchen einen Termin bei dem RA in Weinheim zu bekommen.
    Mich interessiert das Thema auch sehr.


    Ich kann dann ja mal berichten was ich dort erfahre.



    Grüße!
    Arnd

  • Hallo Elk,
    da gibt es Schlimmeres.


    Naja, da der Schuss kann schon nach hinten los gehen, wenn man nicht aufpasst.
    Ein kleines Beispiel, was einem Selbstständigen passieren kann:


    Nehmen wir mal an unser fiktiver Nebenerwerbsimker hat neben den üblichen Durchschnittsernten ein Jahr mit überragenden Erträgen, so wie 2011. Die darauf folgende Ernte wird ein Katastrophe, so wie 2012. Neben dem Honigertrag verkauft unser Imker auch Ableger und Völker. 2011 war der Preis für ein 10er DNM Ableger im Frühjahr bei 150,- Euro. Ein saisonal bedingter Spitzenpreis.


    Lange Rede kurzer Sinn: unser Imker schwimmt 2011 in Geld.


    2012 brechen aber alle Erträge ein, unser Imker muss Kunden abgeben, den Honig aus dem Lager verkaufen, evtl. von Kollegen Honig nachkaufen um liefern zu können, was seinen Ertrag deutlich schrumpfen lässt.


    Jetzt, also Ende 2012, muss der Imker den Jahresabschluss für 2011 beim FA einreichen.
    2013 wird er neu besteuert, muss evtl Einkommenssteuervorauszahlungen leisten.
    ... mit Geld, dass er nicht hat.


    Viel dicker kommt es, wenn er Vollerwerbsimker ist.
    Jetzt steigt dann auch der Beitrag für die Krankenkasse.
    Oder die Krankenkasse lässt prüfen, wie das Verhältnis zwischen Arbeit als Angestellter und Nebenerwerb ist, und kommt zu dem Schluss, dass unser Imker 2011 mehr im Nebenerwerb gearbeitet hat, also künftig die Krankenkasse zu zahlen hat.


    Sprich, die Ausgaben für 2013 sind brachial.







    Wohl dem, der das nicht erleben muss!

  • ...Jetzt, also Ende 2012, muss der Imker den Jahresabschluss für 2011 beim FA einreichen.
    2013 wird er neu besteuert, muss evtl Einkommenssteuervorauszahlungen leisten.
    ... mit Geld, dass er nicht hat.
    ...


    Dann nimmt er eine bewtriebswirtschaftliche Auswertung des aktuellen Jahres und stellt damit einen Antrag auf Anpassung (Verringerung) der Vorauszahlungen. Das ist jetzt aber doch schon recht speziell.


    Ich finde aber trotzdem, dass man als Imker über evtl. steuerliche Stolperfallen bescheid wissen sollte.
    Die Augen davor zu schließen und den Thread zu löschen, das halte ich für nicht gut.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Und wohl dem,
    der seine komplette Zweijahresernte nicht an einem Wochenende Vertickt um direkt danach anläßlich eines 6-Wochen-Urlaub auf den Malediven die kompletten Einnahmen verprasst. Deshalb mein Tip am chaotische Anfänger mit Tendenzen zum Messitum: Eingenommene MwSt. auf ein Extrakonto, Finanzamt anrufen und sagen: komm doch :-)
    Viele Grüße
    Wolfgang, der als Selbstständiger gute und schlechte Jahre kennt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Für Österreich hab ich mal beim Finanzamt angerufen,


    Die Auskunft war - ab 20 Völker bzw. ab einem Gewinn von 730 Euronen wäre man steuerpflichtig.
    D.h. jetzt kommt's - hab ich in einem Jahr mal keine Ausgaben und verkaufe meinen Honig für 7-8 Eur /kg hab ich meinen Gewinn schon mit ca. 100 kg erreich - das ist die Ernte von 1 bis 2 Völker.


    Kann das jemand aus Österreich bestätigen oder hab ich da was falsch verstanden....


    Wenn ich mich auf einen Markt aufstelle um meinen Honig an den Mann zu bringen - brauch ich da schon eine Steuernummer?
    Gibt's hier Imker die beim Fiskus arbeiten und die Sache mal erklären können?


    Danke!
    Bernhard


  • Das ist vollkommen typisch für Selbstständige.
    Arnd, ich wäre gespannt auf einen Bericht, was der Experte sagt.

  • Hallo !


    Ich schlage vor,
    wir laden uns wieder wie bereits vor einigen Jahren,
    den entsprechenden Mann zum IFT.


    Vielleicht 2014 ?
    Dann ist auch klar wie das mit dem §13a und landwirtschaftlicher Fläche aussieht.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Kann das jemand aus Österreich bestätigen oder hab ich da was falsch verstanden....


    Du hast die Rechnung ohne dein Betriebsvermögen gemacht.


    Wenn du schon Einnahmen mit Ausgaben verrechnest, dann berechne bitte auch die Abschreibungen für deine Beuten, Scheuder, etc. und geringwertige Wirtschaftsgüter. Die Miete und die gefahrenen Km für die Imkerei, die Ausgaben für Gläser, Etiketten und die Pacht der Standplätze für deine Völker und was sonst noch alles an Ausgaben am Start ist.


    So einfach ist das nicht.
    Wenn du dann mal den Gewinn auf die investierten Stunden verteilst, wirst du mit Sicherheit die Tränen in den Augen haben.



    Grüße!
    Arnd

  • Moin,
    habe auf demVeranstaltungsplan gesehen das es in Donauschingen ein Seminar mit folgendem Titel gibt:
    "Steuerseminar – Strategien um die aktuelle
    Situation - jetzt ist es endgültig klar -
    die Pauschalierung ist weg....."
    Demnach gibt es wohl eine Veränderung. Hat jemand schon den Durchblick was sich alles geändert hat?

  • komm nach Donaueschingen und horch es dir an!


    ist doch besser du hast alles aus erster Hand vom Experten


    oder?


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!