Milben ohne Ende...

  • Hallo allerseits,


    Zum besseren Verständnis möchte ich erst einmal die Vorgeschichte schildern:


    Ich habe Ableger bei der Bildung immer jeweils im brutfreien Zustand mit 15% MS besprüht.


    Altvölkern habe ich (nach dem Abschleudern) vom 30. Juli bis zum 11. August (Langzeitbehandlung laut Bedienungsanleitung, alles Zweizarger) je 290ml im Nassenheider Professional verabreicht. Laut Anleitung dauert die Verdunstung 10 bis 14 Tage. Mit 12 Tagen hat das auch ganz gut hingehauen.


    Nach der Auffütterung haben alle Völker die zweite Behandlung vom 12. September bis 22 September mit dem Nassenheider Prof. bekommen. Laut Anleitung 290ml für Zweizarger bzw 180ml für Einzarger. Auch hier waren die 10 Tage im Soll-Rahmen.


    Nach Behandlungsende hat es noch Wochen aus den Beuten nach AS gestunken. Ich bin also davon ausgegangen, dass die Behandlung gut gewirkt haben müsste.


    An diesem Wochenende habe ich jetzt den Milbenabfall gezählt. Die Schublade war für drei Tage eingeschoben. Eigentlich hoffte ich (fast) garkeine Milben zu finden. Das Ergebnis war jedoch ernüchternd. Bis zu 16 Milben pro Tag sind gefallen. Bei einem Volk sind sogar 60 Milben pro Tag gefallen.


    Wir hatten ja einige Tage kaltes Wetter. Kann es sein, dass sie erst jetzt, nachdem es wieder etwas wärmer geworden ist, die durch AS geschädigte Brut ausräumen? Das würde den hohen Milbenfall erklären. Oder gibt es andere Erklärungsmöglichkeiten?

  • Servus joew,

    Zitat

    Ich bin also davon ausgegangen, dass die Behandlung gut gewirkt haben müsste.

    Was lag denn auf der Windel?

    Zitat

    Kann es sein, dass sie erst jetzt, nachdem es wieder etwas wärmer geworden ist, die durch AS geschädigte Brut ausräumen?

    I.d.R. wird schon während der Behandlung ausgeräumt und solange nur irgenwie die Möglichkeit besteht die darauffolgenden Tage der Rest. Verstärkten Milbenfall um diese Zeit gibt es meiner Meinung nach weil der Großteil der Milben in der Restbrut sitzt und diese nun schlüpft, aber 60 Milben sind schon eine menge Holz.
    Gruß Hermann

  • Hallo Holmi,
     
    Sag dieses Unwort lieber nicht zu laut im Forum :lol:


    Was mich aber interessieren würde, was sagen die Fachleute zu dieser Situation. Sind die Völker verloren? Wenn ja, wann brechen sie ein? Soll man noch vor dem Winter behandeln?


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Reinvasion?


    holmi : Diese Diskussion hat einen Bart .....


    joew : dass noch immer so viele Milben in den Völkern (dem Volk) ist/sind zeigt dass die Behandlung im "Sommer" bzw. die Behandlung im "Spätsommer" nicht richtig gewirkt haben.


    AMS ist was Verdungstung betrifft sehr zickig. Es ist nicht damit gesagt, wenn die Flasche bzw. in deinem Fall der Nassenheider komplett verdunstet ist, dass die Wirkung der AMS exakt im Volk so vorgeherrscht haben um die Milben zu schädigen.


    Du kannst jetzt im Prinzip nur noch warten bis die Völker vollständig brutfrei sind und dann schnellst möglichst eine Träufelbehandlung mit OX einleiten.

  • 100ml OS pro Zarge träufeln, rinn damit, warum noch warten bis die Brutfrei sind?
    Da müssen doch mehr Milben auf den Bienen sitzen als in dem bißchen Brut!
    Oder haben die noch sechs Brutwaben dicke voll?
    Ich hätte Angst das mir die Bienen abhauen (bei soviel Milben) und die Kiste ist leer.
    Aber ich bin Anfänger, hab nur mal laut gedacht ! :oops:
    Die Altimker hier, die werden schon sagen was zu tuen ist !!!


    gruss
    rudi


  • 1. OX wirkt nicht in die Brut - Wenn die Völker noch Brut haben wie willst dann im brutfreien Zustand behandeln wenn du jetzt träufelst?


    2. 100 ML = 50 ml / Zarge in welcher Stärke?


    3. Würde man nicht in Deutschland sondern in Österreich oder in der Schweiz wohnen könnte man über eine Sublimierung (Verdampfung) von Oxalsäure nachdenken um dieses Probem zu behenben.

  • Hallo Joew,
    [QUOTE][Ich bin also davon ausgegangen, dass die Behandlung gut gewirkt haben müsste.
    /QUOTE]
    Das nennt sich im Deutschen Konjunktiv und bedeutet in deinem Fall, dass Du es nicht wusstest, aber annehmen wolltest oder solltest.
    Im nächsten Jahr verschaffe Dir Gewissheit und kontrolliere deine Völker direkt nach der Behandlung.
    Für dieses Jahr würde ich empfehlen, eine AS-Stossbehandlung zu machen. Die Nächte -und ab demnächst die Tage ebenfalls- werden empfindlich kalt, und was soll ein Pott kalter Säure in einem Volk noch bewirken?
    Die räumst Du nach 10 Tagen unverdunstet wieder ab.
    Hoffentlich überlebt das eine oder andere Volk bis zur Restentmilbung.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • 3. Würde man nicht in Deutschland sondern in Österreich oder in der Schweiz wohnen könnte man über eine Sublimierung (Verdampfung) von Oxalsäure nachdenken um dieses Probem zu behenben.

    Das wäre eine Möglichkeit....wenn man in der Schweiz oder in Austria zuhaus wäre.....allerdings ist fraglich ob dieses problem damit noch behoben werden kann oder ob das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Schaden kanns zumindest nicht.
    Gruß Hermann

  • Hallo Joew


    ich habe auch schon solche Beobachtungen gemacht, das die Langzeitbehandlung nicht immer den gewünschten Erfolg bringt. Ich vermute das es manchen Völkern gelingt den AS-strom um das Brutnest zu leiten. Deshalb bin ich dazu übergegangen, die Schwammtuchmethode zu bevorzugen.


    In deinem Fall kannst du nur die OS-Träufelung durchführen, ich werde sie in der ersten Novemberwoche durchführen, was ich dir auch raten würde. 60 Milben pro Tag ist viel, aber ich glaube das läßt die nächsten Tage nach. wenn die Völker jetzt noch nicht zu klein sind haben sie gute Chancen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Was lag denn auf der Windel?


    Jede Menge Milben. Ich habe sie aber nicht gezählt, weil ja wichtig ist, was im Volk verbleibt.


    Zitat

    Ich bin also davon ausgegangen, dass die Behandlung gut gewirkt haben müsste.


    Das nennt sich im Deutschen Konjunktiv und bedeutet in deinem Fall, dass Du es nicht wusstest, aber annehmen wolltest oder solltest.
    Im nächsten Jahr verschaffe Dir Gewissheit und kontrolliere deine Völker direkt nach der Behandlung.


    Direkt nach der Behandlung ist die Kontrolle doch nicht aussagekräftig, da das Ergebnis durch die toten Milben der schlüpfenden Brut verfälscht wird. Die Kontrolle ergibt doch erst 12 Tage nach Ende der Behandlung einen Sinn.


    Zitat


    Für dieses Jahr würde ich empfehlen, eine AS-Stossbehandlung zu machen.


    Also Schwammtuch? Ab welchem Milbenfall?


  • In deinem Fall kannst du nur die OS-Träufelung durchführen, ich werde sie in der ersten Novemberwoche durchführen, was ich dir auch raten würde.


    Die haben doch jetzt Brut. OS macht doch da keinen Sinn?


    Zitat


    60 Milben pro Tag ist viel, aber ich glaube das läßt die nächsten Tage nach. wenn die Völker jetzt noch nicht zu klein sind haben sie gute Chancen.


    Die 60 Milben ist nur ein Ausreisser. Die anderen waren alle in der Bandbreite von einer bis 16 Milben pro Tag.

  • Hallo Joew,
    daher soll man vor und nach der Behandlung zählen. Die zählung vor einer Behandlung ist wichtig, um zu wissen wie viele Milben im Volk sind, erst anhand dieser Zahl kannst du während und nach der Behandlung beurteilen, ob die Behandlung ausreichend gewirkt hat oder nicht. Das musste ich auch erst mal lernen.
    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • joew


    OX zeigt seine beste Wirkung im brutfreien Zustand - das ist richtig - es gibt Regionen wo bereits jetzt Völker schon komplett brutfrei sind und mit OX geträufelt werden könnten.


    Alle Völker deren natrürlicher Milbenabfall 14 Tage nach der letzten Behandlung mit AMS > 5 Milben haben entwickeln ein Hohes Risiko aufgrund des Varroa - Populationsgrades geschädigt über den Winter zu gehen - oder wenn überhaupt total geschwächt im Frühjahr zu starten.


    Eine Behandlung (Notfallbehandlung) mit Schwammtuch ist als sehr kritisch einzuschätzen - da deren Wirsamkeit auch Temperaturabhängig ist. Es soll jetzt ja laut Wetterbericht kalt werden - Du kannst jetzt abwarten bis die Völker wirklich brutfrei sind und dann die systematsiche Behandlung mit OX-Träufelung mit einer 3,5%igen 1:1 Zuckerwasserlösung behandeln.


    Die Produktion von Winterbienen ist abgeschlossen - daran kann man jetzt leider nichts mehr drehen. Es bleibt zu hoffen und abzuwarten, was dann im Frühjahr rauskommt bzw. überlebt.


    Als kleiner Tipp: im Frühjahr zeitig beginnen Drohnenburt zu schneiden. Dadruch kann dann auch noch etwas das jetzige Problem gemildert werden.

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