ZDF Heute-Journal am 18.10.2012

  • Hallo zusammen,


    zu meinem großen Erstaunen tauchte das Thema "Bienensterben" gestern in einem Beitrag des Heute-Journals (gegen Ende) auf. Und das zwar in der dort üblichen Knappheit aber erstaunlich dicht an der tatsächlichen Problematik.


    Es ging in dem Beitrag um einen Professor, der den (etwas verzweifelt wirkenden) Versuch unternimmt, die Natur nach volkswirtschaftlichen Kriterien bewertbar zu machen, um ihr in unserer unter dem Diktat der Marktwirtschaft stehenden Gesellschaft einen Stellen-Wert ein zu räumen.


    Man kann von dem Ansatz halten, was man will (ich finde ihn wenig überzeugend: herumdoktorn an den Symptomen, ggf. sogar kontraproduktiv), bei den Beispielen im Film wurden jedenfalls die Bienen angeführt, deren weltweite Bestäubungsleistung (und zunächst nur diese) nicht nur für 80% unserer Lebensmittel sorge, sondern in Euro und Cent ausgedrückt, dem Wert des gesamten Bundeshaushaltes entspreche (das ist ja dann schon ein erkleckliches Sümmchen).


    Und dem gegenüber wurde tatsächlich das Bienensterben gestellt, für das als Ursachen in erster Linie der Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen und der tollen modernen Pflanzenschutzmittel (ich glaube, es war sogar konkret von Neonicotinoiden die Rede) genannt wurde. Nix Varroa! Problem ist natürlich, das Monsanto und Co. kalt lächelnd darauf hinweisen würden, daß der von ihnen und ihren Kollegen erwirtschaftete "Wert" das dreifache des Bundehaushaltes beträgt :-( (nein, das habe ich natürlich nicht überprüft, es ist bildlich gemeint...).


    Trotzdem: anbetracht der Einschaltquote mal ein ermutigender Bericht.


    Auch wenn man die Wirkung sicher kaum unterschätzen kann...:roll:... aber vielleicht schafft es bei dem ein oder anderen Zuschauer, der bisher noch nicht davon wusste, Problembewustsein.


    Schöne Grüße


    Waldi

    "Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis weit höher, als in der Theorie"
    Ernst Ferstl (gelesen bei Pia Aumeier)

  • Hallo Kai-Michael,


    Findest Du ihn wirklich positiv?

    Hast Du meinen Beitrag wirklich gelesen?


    Man kann von dem Ansatz halten, was man will (ich finde ihn wenig überzeugend: herumdoktorn an den Symptomen, ggf. sogar kontraproduktiv)...

    Weiter unten führe ich noch - holzschnittartig - aus, wie einfach die Argumentation des Herrn Professor aus zu hebeln ist. Insofern verstehe ich Deine Frage nicht.


    Was bleibt ist, daß dem (im Gegensatz zu mir wohl noch) unbedarfte(re)n, durchschnittlichen ZDF-heutejournal-Zuschauer ein paar durchaus eindrucksvolle Zahlen und Fakten zu den Themen "Bienen", "Bestäubungsleistung" und "Bienensterben: Ursachen und Konsequenzen" um die Ohren gehauen wurden. Wenn auch nur ein kleiner Teil dieser Zuschauer aufmerksam geworden ist und sich weiter informiert oder zumindest demnächst ins Kino geht, dann finde ich das positiv.


    Übrigens kann es tatsächlich helfen, diese Zahlenspiele mit zu machen bzw. sich das zahlenfixierte Denken von Unternehmensberatern und Betriebswirtschaftlern zu Nutze zu machen. Kommt aber auf den Einzelfall an.


    Schöne Grüße


    Waldi

    "Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis weit höher, als in der Theorie"
    Ernst Ferstl (gelesen bei Pia Aumeier)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Waldi ()

  • Übrigens kann es tatsächlich helfen, diese Zahlenspiele mit zu machen bzw. sich das zahlenfixierte Denken von Unternehmensberatern und Betriebswirtschaftlern zu Nutze zu machen. Kommt aber auf den Einzelfall an.


    Also mir hilft das nicht.
    Ich habe Probleme mit Betriebswirtschaftlern.....arme Menschen sind das, die alles mit schnödem Geld bzw. mit Zahlen vergleichen ....:-(


    Es gibt Werte die mit Geld nicht zu bezahlen sind....




    Sonnige Grüße
    Regina


    P.S. Wieviel Geld kostet eigentlich wahre Liebe? :wink:

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Also mir hilft das nicht.

    Warst Du schonmal in der Situation es ausprobieren zu können?


    Ich habe Probleme mit Betriebswirtschaftlern...arme Menschen sind das, die alles mit schnödem Geld bzw. mit Zahlen vergleichen...Es gibt Werte die mit Geld nicht zu bezahlen sind...

    Ist ja alles richtig. Ich schrieb ja auch nicht: sich deren Standpunkt zu eigen machen, sondern: sich deren Denken zu Nutze zu machen.


    Schöne Grüße


    Waldi


    in dem langsam Verständnis für den Drohn aufkeimt :roll:.


    P.S. Wieviel Geld kostet eigentlich wahre Liebe?

    PPS: unbezahlbar - und da spreche ich dann auch aus eigener Erfahrung :liebe002:.

    "Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis weit höher, als in der Theorie"
    Ernst Ferstl (gelesen bei Pia Aumeier)

  • ne, 42

    Na denn: machts's gut - und danke für den Fisch... .


    Waldi

    "Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis weit höher, als in der Theorie"
    Ernst Ferstl (gelesen bei Pia Aumeier)

  • Moin Waldi,


    die Menschheit neigt nun mal dazu, geräuschvoll aneinander vorbei zu reden und zu schreiben.


    Sicher ist es ärmlich, Natur in Geld auszudrücken, und es ist leider auch nicht wenig gefährlich, weil es von Ökonomen verstanden wird. In dem Moment, wo der Homunculus oeconomicus Geldeswert sieht, versucht er den zu realisieren, also die Bedingungen so zu richten, dass dieses Geld ihm zufließt... Bei der Vorstellung des Grundbesitzes sind wir bereits daran gewöhnt.


    Die Vorstellung, dass irgendwelche, zumal in Geld fassbare Werte einfach Gemeingut sein könnten, wird Betriebswirten nicht gelehrt. Dass man Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen kann, dagegen schon.


    Ich meine also, wir sollten den Wert schon betonen, allerdings auch ein deutliches "Pfoten weg!" sprechen.


    KME: Natürlich gibt es ein Wir, wenn wir es denn leben. Ebenso natürlich kann oder will sich da nicht ein jeder gleichermaßen einbringen, und unserer Sache dienlich sind viele Wege, aber solange es die Biene gibt und die Menschheit nicht ganz vergangen ist, gibt es auch uns, als Einzelwesen und als eine Gemeinschaft von Menschen, die ein gemeinsames Ziel teils trennt und teils vereint.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...


  • KME: Natürlich gibt es ein Wir, wenn wir es denn leben. Ebenso natürlich kann oder will sich da nicht ein jeder gleichermaßen einbringen, und unserer Sache dienlich sind viele Wege, aber solange es die Biene gibt und die Menschheit nicht ganz vergangen ist, gibt es auch uns, als Einzelwesen und als eine Gemeinschaft von Menschen, die ein gemeinsames Ziel teils trennt und teils vereint.


    Gruß Clas


    Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. :p


    Ein wirkliches "Wir", eine wirkliche Solidarität und "gemeinsame Sache", etwas zu bewegen, ist aber m. E. nur theoretisch. Die Einzelinteressen einer Pluralistischen Gesellschaft sind zu vielfältig, das betrifft auch uns Imker.


    Das ist ja auch gerade der Umstand, dass dieses System funktioniert.


    Gruß
    KME