Propolisernte & Behandlungsmittel

  • Hallo Ihr Lieben!


    Ich hatte vor kurzem mit Jule eine kleine Diskussion zum Thema Propolisernte, -verarbeitung und -verkauf.
    Dabei kam die Frage auf in wie weit sich Behandlungsmittel im Propolis anreichern.
    Ich habe zu diesem Thema noch keine Infos gesehen, oder ich hab das bisher einfach überlesen und nicht gespeichert.


    Generell vertrete ich natürlich die Meinung, dass nach einer Behandlung, egal mit was, nix mehr aus dem Volk entnommen wird.
    ... aber stimmt das auch für Propolis?


    Habt ihr dazu schon mal, neben dem "Hörensagen", Untersuchungsergebnisse gesehen (Link)?


    Daraus resultierend würde sich dann die Frage stellen, wie ein Behandlungskonzept aussehen könnte, um die Propolisernte bis Sept./Okt. noch voll mitnehmen zu können.




    Sonnige Grüße!
    Arnd

  • Servus Arnd,


    in einem Vortrag habe ich von Konzept eines österreichischen Imkers (Wolfgang Oberrisser) gehört. Der arbeitet mit Brutscheunen. Werde das nächstes Jahr mal testen.


    Hab auch noch ein PDF gefunden


    Klick


    Die österreichischen Imker nutzen Propolis wohl intensiver als deutsche weil das Recht dort anders ist und ihnen mehr erlaubt (Details weiß ich nicht).
    Daher ist der letzte Absatz im PDF der für dich wohl wichtigste:


    Vorteile der Brutscheunenmethode
    -Keine Königinnenverluste, vor allem keine Zuchtköniginnenverluste
    -biologische Behandlungsvariante (so gut wie keine Kontamination der Waben)
    -deshalb durchgehende Propolisernte (bei und nach Ameisensäurebehandlung keine
    Propolisgewinnung möglich)



    Gruß


    Peter

  • Ich will in erster Linie wissen, ob es Untersuchungen gegeben hat und wo es Veröffentlichungen darüber gibt.


    Bin schon ein Schritt weiter:
    http://www.diebiene.de/sro.php?redid=106859

    Zitat

    Rückstandsmessungen von Propolisproben bestätigen dies.


    ... Mail an Herrn Wallner ist unterwegs.
    Ich bin gespannt was er mir schreibt.



    Grüße!
    Arnd

  • Danke!


    Ich nehme aber mal stark an, dass nach einer Oxalsäureverdampfung im Bienenvolk die Propolisernte komplett beendet ist.
    Der Dampf legt sich ja überall hin, also auch auf das Propolis. Eine Ernte ist dann wohl ausgeschlossen.
    Rückstandsfreier Propolis wird es dann wohl erst nach dem Winter geben.


    Aber wie gesagt, ich bin kein Experte, deswegen suche ich mal fleissig weiter =;o)



    Edit:
    ... auch wenn sich möglicherweise im Propolis selbst keine Rückstände anreichern, so ist dann doch auf dem Propolis genug Oxalsäure.
    Für den Imker und die Propolistinktur dann doch nicht so prickelnd.





    Sonnige Grüße!
    Arnd

  • Ich nehme aber mal stark an, dass nach einer Oxalsäureverdampfung im Bienenvolk die Propolisernte komplett beendet ist...


    Davon geht der Drohn nicht aus.



    Selbst bei einer nicht Weiterverarbeitung vom Propolis, sprich rohverzehr, wird die OX keine Schäden verursachen können, bei sachgerechter Anwendung.
    Da musst du allerding Dr. Gumpf anschreiben der diese Untersuchungen machte.


    Wichtiger wäre für den Drohn zu wissen, welche PSM wurden und werden gefunden im Propolis. So eine Art chronlogischer Ablauf von Untersuchungen der letzten 10 Jahre.
    Und glaub dem Drohn, es wurde untersucht!
    Sonst dürften keine Salben, etc...auf dem Markt sein:cool:
    Klaus Wallner ist genau der richtige Ansprechpartner hier in Deutschland, der weiß was Sache ist!


    Spannend wird es, wenn Imker weiß was in seinem Perga ist!!!!!


    Aber lasst uns hier bei Propolis bleiben!
    Bitte!


    Da war ein Italiener oder Slowene der hat auch Daten, leider kommt dem Drohn nicht auf dessen Namen:-(


    weiterso
    sagt mit:p_flower01:
    dD

  • Ich halte AS, MS oder OS nicht für problematisch (Bauchgefühl)...
    Die Säuren sind wasserlöslich.
    Propolis kurz waschen, und ich denke, da ist nix mehr nachweisbar.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Arnd,


    ich hab zwar keine Untersuchung zur Hand, behaupte aber mal, das da in der Praxis nicht viel Tamtam drum gemacht wird, sonst hätten wir wohl keine nennenswerten Mengen an Propolis zur verfügung. Die eigentliche Propolisernte beginnt ja erst nach der ersten Behandlung bis in den Herbst.
    Wenn alle nur davor ernten würden, hätten wir kaum was auf dem Markt, zuindest kein Inländisches.


    Im Übrigen möchte ich nicht wissen, wie mit dem Propolis verfahren wird, das aus China und Co importiert wird. Ich behaupte mal, das sich da keiner über Rückstände Gedanken macht.
     
    Ich persönlich ernte mein Propolis nur aus Völkern aus der TBE und Fangwabe und da mit Propolisgitter, also nicht (oder fast nicht) von den Rähmchen. Neben der Wabenhygiene einer der Hauptgründe, warum ich jedes Jahr einen großen Teil meiner Völker auf Anfangstreifen sezte.


    Ich hätte aber auch keine Bedenken, wenn ich aus bedampften oder beträufelten Völkern mit Gitter ernten würde, wenn ich 2 oder 3 Wochen nach der Behandlung beginnen würde.
    Was ich nicht machen würde ist eine Ernte aus AS behandelten Völkern. Der Geruch war heuer auch 4 Wochen nach der Behandlung mit Nasseheider horizontal noch deutlich zu merken. Und natürlich scheidet auch Thymol aus.


    Allgemein gilt: Wenn ich mit Gitter ernte, dürfte das wenig Probleme geben.
    Ich hab mich mit einem Imkereibedarfshändler unterhalten. Der mach OS Blockbehandlung (flüssig), direkt auf dei Rähmchenoberträger, da hats mir echt die Haare aufgestellt. Er sagt er tropft "sparsam", denn er erntet ja gleichzeitig Propolis.:evil: Ich bin sicher, er ist nicht der einzige.

  • Hallo Miteinander,


    bezüglich Propolisernte und Varroabehandlung meine ich mich zu erinnern, dass der Guido Eich in einem Bienenprodukteveredelungsseminar erwähnt hat, dass nur systemische Behandlungsmittel eine anschliessende Propolisernte ausschlössen; also beispielsweise Oxalsäure, nicht aber AS.


    Viele Grüsse von
    Benjabien

  • Ich habe jetzt schon einige Beiträge gefunden, in denen Imker nach der AS noch Propolis ernten.
    ... aber nix was mir fundierte Ergebnisse einer Analyse liefert.


    Braucht man wirklich eine Analyse? Organische Säuren sind wasserlöslich (hydrophil) aber nicht fettlöslich. Damit ist klar, dass sich diese Säuren nicht in Propolis löslich sind. Und darum wird man organische Säuren im Propolis nicht finden.
    Anders sieht es mit Coumaphos (Perizin) aus: Dieser Stoff ist lipophil (fettlöslich) und kann sich im Propolis anreichern.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"