Unterschiedliches Verhalten der Bienen im Oktober

  • Liebe Imker,


    Ich quäle mich mit den Gedanken, ob ich alles dieses Jahr richtig gemacht habe bei meinen Bienen.
    Genügend eingefüttert wurden die Völker, es wird regelmäßig gewogen: Alles im grünen Bereich.
    Alle Völker wurden gleich gegen Varroa behandelt, der Milbenfall war recht unterschiedlich.


    Meine 2 stärksten Völker ( so noch vor ca 6 Wochen 11 Rähmchen VOLL belegt, nach Varroabehandlung kein Milbenfall mehr feststellbar) haben optisch derart abgenommen...
    Mache ich eine Windelkontrolle, sehe ich wenig Fall von Müll, keine oder MAL eine Varroa , sehe aber anhand des wenigen Müllfalls dass sie Mittig sitzen.
    Schaue ich unten durch die hintere Klappe, sehe ich fast keine Bienen, schaue ich unter den Deckel, sehe ich auch fast keine Bienen. ( 2 Zargig) Die Folie unter dem Deckel hat gering Schwitzwasser und lege ich die Hand auf ist es nur bedingt warm.
    Puste ich kurz in die Beute, summt es wie bekloppt und um die 20 Bienen tauchen SOFORT auf, die nachschauen, was los ist.
    Kurioser Weise sehe ich regen Betriebsflug!
    Räuberei ist ausgeschlossen.
    Was zum Teufel ist da los? Sitzen die derart eng schon in der Wintertraube? Dann würden doch andere aus diesem Volk nicht lustig umherfliegen?


    Und als zweites Wundersames Volk habe ich meinen Schwarm, dieser ist ebenfalls gut eingefüttert, schaue ich aber von unten in die Beute sehe ich auch hier keine Bienen! Von oben jedoch wuselt alles im Vorratsraum herum. Reger Flug...
    Windeldiagnose: ebenfalls MAL eine Varroa, VIEL Schwitzwasser, wenig Müll ( wie nennt man das denn, was die Bienen da so als Abfall runter schmeißen?)


    Als Gegenbeispiel meine beiden Ableger: dort hängen die Bienen unten in einer Riesentraube durch und wenn ich den Deckel hebe sehe ich auch einige im Vorratsraum herumwuseln.
    Und auch hier: Wenig Müll, dafür UNMENGEN Schwitzwasser


    Liegt das daran, dass die Ableger eben noch mal gründlich loslegen?
    Und ist das normal für diese Jahreszeit, dass optisch so wenige Bienen im Volk sind, sie eventuell schon dicht zusammen gerückt sind trotz Flug? Und der wenige Müll auf den Windeln?


    Ich möchte die Bienen nicht größer stören und keine Beute mehr öffnen um Rähmchen zu ziehen. Ich denke, ich könnte jetzt eh nix mehr ändern.


    Wie sieht der Blick in Eure Beuten so aus?


    Neugierige Grüße: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hi Anni,


    bei mir hat ein Volk dass unten auch eine Klappe hat deutlich an Stärke verloren. Mein Pate meint, dass das der Anteil der Sommerbienen ist der die letzten Tage/ Wochen abgenippelt ist.
    Schwitzwasser habe ich bei meinen Völkern die frei aufgestellt sind im hinteren Bereich der Beute. Im Freistand ist fast kein Schwitzwasser.


    Sind deine Ableger auch zweizargig?


    Gruß Peter

  • Hi Peter,
    Ja, sie sind zweizargig. Jetzt, wo Du es sagst fällt mir auf:
    Die Völker, welche komplett frei stehen haben weniger Schwitzwasser bzw. fast keines.
    Die andere Hälfte der Völker, welche ich habe stehen unter einem Dach und von hinten her durch eine Holzwand "geschützt", also weniger Windausgesetzt. Die schwitzen auffallend mehr.


    Sorge mache ich mir um die Völker, bei denen ich "keine" Bienen und kaum Müll sehe. Aber ich hoffe, das es sich so verhält, wie Dein Pate bei Dir schildert.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Dazu kann ich nur sagen, dass ich bei meinen Völkern im Boden auch nicht mehr viele Bienen gesehen habe. Auch beim Blick durch die Folie sind es bedeutend weniger geworden als noch vor ein paar Wochen.
    Zur Futterkranzprobe haben wir vor 2 Tagen die Zargen angekippt und die Mädels erschienen mir doch sehr zahlreich. Sie haben sich halt in die Mitte der beiden Zargen zusammengezogen.
    MAch dir mal nicht sooo viele Gedanken. Die werden im Frühjahr schon noch da sein...

  • Sorge mache ich mir um die Völker, bei denen ich "keine" Bienen und kaum Müll sehe. Aber ich hoffe, das es sich so verhält, wie Dein Pate bei Dir schildert.


    LG: Anni


    Hallo Anni,


    schau doch einfach rein. Dann hat die Ungewissheit ein Ende und Du hast auch für die nächsten Jahre was gelernt.


    Gruß
    Hubert

  • Carsten, danke für die Antwort! Wie ist der Müll unter der Beute? Viel oder eher wenig?


    Hubert: ich gestehe gaaanz ehrlich: letztes Jahr habe ich fortlaufend in die Völker gelunzt - einer meiner großen Fehler!
    Dieses Jahr erklärte mir ein Imker, der kein einziges Volk über den Winter verlustiert hat, dass er darauf achtet, nicht mehr ab SEPTEMBER! ( außer bei Notfällen) in die Völker zu schauen, da er es für wichtig hält, dass die Bienen ihre Beute "Winterdicht" mit Propolis verkleben und man dies dadurch nur wieder zerstört und die "Dichte" nicht so gegeben wäre.
    Sicherlich ist das größtenteils Humbug, wenn man bedenkt, wie schnell Bienen Löcher verkitten.
    Die nächsten Tage soll es angeblich noch mal richtig warm werden, vielleicht riskiere ich da doch einen Blick? Ich mag nix "totschauen"

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Anni :-)


    der einzige Grund jetzt reinzuschauen ist die Befriedigung der imkerlichen Neugierde.


    Ich habe ein ähnliches Volk und vor 2 Wochen mal einige Waben gezogen (nicht alle). Die gewonnene Erkenntniss (keine offene Brut, Königin da, Bienen sitzen sehr dicht) hat mir eigentlich nichts gebracht. Kurze Zeit war ich zwar beruhigt weil noch mehr Bienen als gedacht da waren, aber auch die sind schon wieder deutlich weniger geworden.


    Aus einem Volk das eine Zander Zarge komplett füllte, ja fast überquoll ist in wenigen Wochen ein dramatisch kleines Volk geworden - ohne daß ich viele tote Bienen gefunden hätte! Trotzdem schaue ich jetzt nicht mehr rein, denn tun kann ich eh nichts mehr. Es reut mich fast, vor 2 Wochen reingeschaut zu haben.


    Anhand der Windel erkenne ich daß sie auf 5 Wabengassen verteilt sind. Die "Mitte" dieser Traube ist aber nur >1/3 Gasse lang, die seitlichen Gassen werden dann immer kürzer. Von unten (durchs Gitter) sehe ich überhaupt keine Biene mehr, wenn ich mit der Taschenlampe durchs Flugloch reinlinse sah ich gestern bei 5 Grad aber noch 2-3 Bienen-Hintern an einem Unterträgern - mehr nicht.


    Da es mein erster Herbst ist habe ich keine Ahnung ob das paßt oder nicht.


    Kürzlich las ich, daß kleine Herbstvölker den Vorteil haben, wenig Milben zu "produzieren".
    Sieh's also positiv :-)


    Drück Dir die Daumen,



    Alex

  • Dieses Jahr erklärte mir ein Imker, der kein einziges Volk über den Winter verlustiert hat, dass er darauf achtet, nicht mehr ab SEPTEMBER! ( außer bei Notfällen) in die Völker zu schauen, da er es für wichtig hält, dass die Bienen ihre Beute "Winterdicht" mit Propolis verkleben und man dies dadurch nur wieder zerstört und die "Dichte" nicht so gegeben wäre.
    Sicherlich ist das größtenteils Humbug, wenn man bedenkt, wie schnell Bienen Löcher verkitten.


    Um Löcher zu verkitten, müssen sie das Kitt finden und holen können. Geht das im Oktober noch? Ich weiss es nicht, aber ich habe da gewisse Zweifel.

  • Schmatzend vereinigen sich die Zargen im Propolis nach dem Zurücksetzen der abgenommenen Zarge. Dicht.


    Gruß
    Bernhard

  • Danke Bernhard für die "hörbare" Erklärung :-)


    @ Drohn: Ich erhoffe mir gerne die 20 °, die Du ansagst, bei uns kann derzeit davon nicht die Rede sein, meine Scheiben am Auto waren heute morgen gefroren.


    Alex: Danke für die Schilderung, auch ich frage mich: was bringt es, wenn ich sehe, DASS Bienen DA sind - meine Befürchtung ob diese ausreichend für den Winter sind - bleibt! Und außer Auflösen könnte ich nichts unternehmen, was ich allerdings bei vorhandener Wintertraube in kleinem Maß mit Königin sowieso nicht machen würde.


    Mich interessiert erstlinig, wie "sichtbar" so eine Traube derzeit bei Euch ist und wie der Müll auf der Windel vorhanden ist.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Anni,


    ich kann die Antwort vom Drohn nicht nachvollziehen. Klar kann man den Temperaturen nach die Beute bei 20°C öffnen, die Bienen werden nicht erfrieren.


    Aber was soll das bringen? Wir sind fast im letzten Oktoberdrittel.
    Wenn Du siehst das so weit alles in Ordnung ist, dann hats Dir für Dein Seelenheil was gebracht und Du kannst wieder ruhig schlafen, bis Du nach 2 Wochen wieder drauf kommst, das irgend was nicht passen könnte.


    Du musst einfach lernen, Vertrauen zu haben. Es ist erstens normal, das die Menge an Bienen zum Winter hin abnimmt.
    Bei meinen Völkern hängt auch nichts mehr durch, das tun sie im Frühjahr und Sommer, warum sollten die Bienen den so stark in den Winter gehen, wo die Masse doch nicht gebraucht wird? Es gibt immer weniger Flugbienen.
    Und Völker untereinander zu vergleichen bringt außer Zweifeln gar nichts. Es wird in Büchern immer vermittelt, wie ein Bienenvolk zu welcher Jahreszeit auszusehen hat und wie es sich zu verhalten hat.
    Das ist schlicht und einfach Blödsinn.
    Einige sitzen mittig, ander seitlich, manche haben 4000 Bienen und kommen gut über den Winter, andere schaffen es mit der doppelten Menge nicht. Geh mal davon aus, das alles passt und lass sie in Ruhe.


    Du kannst jetzt noch am Flugloch schauen aber sonst nix. Nicht rein blasen, nicht den Deckel öffnen oder sonst was.
    Im Dezember noch mal Winterbehandlung und fertig.


    Irgend wie schon seltsam, das hier der Eindruck vermittelt wird, das es in Ordnung wäre, Mitte Oktober Rähmchen zu ziehen. Und das von erfahrenen Leuten.:evil:
    Hör auf den Imker mit dem Tip, das Ab September nicht mehr geöffnet wird, bei mir ist das Ende September.

  • ....auch ich frage mich: was bringt es, wenn ich sehe, DASS Bienen DA sind - meine Befürchtung ob diese ausreichend für den Winter sind - bleibt!


    Versteh einer diese Frauenlogik.:lol:


    Also....wenn ich in die Kiste schau.....sehe ich dass Bienen da sind und meistens sieht frau/mann auch wie viele da sind.:wink:


    Wovor fürchtest Du Dich?
    Wenn Du so viel Schiss hast....leihe Dir die LED Lampe von Sabi(e)ne. :lol:


    Meinereine meint, dass man Völker nicht totgucken kann. Gehört in die Rubrik der Imkermärchen.
    Außer man lässt jeden Tag die Kiste für Stunden auf, aber wer macht das schon?:roll:


    Nur durch gucken lernt man "sehen":u_idea_bulb02:


    Blinde Grüße
    Regina, die sehr oft das Gefühl hat, dass manche Völker noch leben würden, wenn sie rechtzeitig "beschaut" worden wären.

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

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