Rahmen Modifiziert ? Vorteile / Nachteile

  • Servus zusammen!


    Kann mir jemand erklären, wofür die Rillen auf der Inneseite von Oberträger u. unterer Leiste beim modifizierten Rähmchen gut sind?


    Was wäre wenn diese Rillen fehlen würden?


    Wie kommt es zu den unterschiedlichen Breiten - bitte nicht verwechseln mit der Stärke (= 19 mm) - des Oberträgers. Das geht von 27 - 28,5 mm.


    Weshalb ist die untere horizontale Leiste nur 19 mm breit?


    Was wäre wenn diese Leiste die gleiche Breite wie der Oberträger hätte?


    Besten Dank für Antworten, die mir zu passenden neuen Rähmchen verhelfen.


    lg
    bienensenn

  • Kann mir jemand erklären, wofür die Rillen auf der Inneseite von Oberträger u. unterer Leiste beim modifizierten Rähmchen gut sind?


    Was wäre wenn diese Rillen fehlen würden?


    Da ein modifiziertes Rähmchen wegen des stärkeren Oberträgers weniger Platz für die Mittelwand bietet, kann man mit den Rillen auch Standard-MW benutzen, ohne diese einkürzen zu müssen. Außerdem kann man die oberen Rillen benutzen, um Anfangsstreifen einzulöten. Ansonsten braucht man sie nicht. Die untere finde ich ziemlich sinnfrei, für die genannten Zwecke würde bei mir eine oben reichen.


    Wie kommt es zu den unterschiedlichen Breiten - bitte nicht verwechseln mit der Stärke (= 19 mm) - des Oberträgers. Das geht von 27 - 28,5 mm.
    Weshalb ist die untere horizontale Leiste nur 19 mm breit?
    Was wäre wenn diese Leiste die gleiche Breite wie der Oberträger hätte?


    Zu breit sollten sie nicht sein, sonst können die Bienen nicht mehr durch und/oder bauen alles zusammen (Bienenabstand!), zu schmal auch nicht, damit sie stabil genug sind und sich noch gut zusammenbauen lassen. Der Rest dürfte wurscht sein.


    Kikibee

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 in Bad Karlshafen an der Weser.

  • Servus bienensenn!


    Die 27 mm breiten Obertraeger und 19 mm breitem Untertraeger, sowie die Hoffmannseitenteile gehen auf das Langstrothraehmchen zurueck. Dieses wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts, glaube ich, nicht mehr veraendert.


    Das Design wurde dann auf andere Raehmchenmasse uebertragen wie DN, Zander etc. Solche Raehmchen werden i.d.R. als "modifiziert" bezeichnet und sind mit geraden oder Hoffmannseitenteilen erhaeltlich.


    Die schmaleren Untertraeger erleichtern bei der Kippkontrolle den Blick von unten in die Wabengassen.


    Schwarmzellen werden vorzugsweise am unteren Rand der Waben des oberen Brutraums angelegt. Wenn die Waben moeglichst lueckenlos am Untertraeger angebaut sind, haengen die Schwarmzellen gut sichtbar seitlich ueber die schmalen Untertraeger heraus.


    Die Nuten dienen dem Einschieben der Mittelwand, die i.d.R. etwas hoeher ist als die lichte Weite des Raehmchens. Meine Raehmchen haben z.B. ein Innenmass von 42, 8 cm x 13 cm. Die Mittelwand misst 42 cm x 13,5 cm, steckt also oben und unten jeweils 2-3 mm in der Nut, die 5 mm tief ist. So kann sich die Mittelwand bei Waerme etwas ausdehen ohne ans Holz anzustossen und man erhaelt eine von Ober- bis Untertraeger geschlossene Zellenflaeche.


    Nachteilig ist, dass die Nuten mit Wachs und Propolis gefuellt werden und nach dem Ausschmelzen im Sonnen- oder Dampfwachsschmelzer ausgekratzt werden muessen, bevor eine neue MW eingeloetet werden kann. Werden die Raehmchen nass ausgeschmolzen oder ausgekocht sind die Nuten aber sauber.


    Die 28,5 mm breiten Raehmchen sind die Dadantraehmchen. Die werden meist mit 7 mm Pilzkoepfen als Abstandshalter verwendet und haben keine schmalen Untertraeger, da keine Kippkontrolle durchgefuehrt wird.


    Zu den Vorzuegen von modifierten Raehmchen vgl. auch Beitrag #52 von ApisThomas!


  • Nachteilig ist, dass die Nuten mit Wachs und Propolis gefuellt werden und nach dem Ausschmelzen im Sonnen- oder Dampfwachsschmelzer ausgekratzt werden muessen, bevor eine neue MW eingeloetet werden kann.


    Sic! Deshalb gibt es auf vielfachen Wunsch fauler Imker bei Händlern, die mit ihrem eigenen Material imkern, nun endlich auch Rähmchen ohne Nut bzw. ohne Nut im UT z.B. bei Bienenweber. Lieber einen Stapel MW eingekürzt (sofern überhaupt nötig), als dieser unnötige Reinigungs-Mehraufwand selbst beim Dampfausschmelzen. Oder die MW gleich in passender Bemaßung bestellt.
    Die Rähmchen nach den MW zu konstruieren, bringen nur Schildbürger fertig.

  • Also nachdem die Hoffmannseiten nun so schlecht dastehen sollte es doch auch Vorteile geben?
    Zum Beispiel ist doch der obere Teil, wenn verkittet auch wie eine zweite innere Beutenwand. Das sollte zumindest für die Bienen schon mal thermische Vorteile bringen.
    Aber das Thema war ja der Oberträger, da hat der normale den Vorteil, das auch einfach etwas mehr auf die Wabe passt, sowohl Brut, als auch Honig. Bei großen Rähmchenmaßen ist sicher der Modifizierte Oberträger die bessere Wahl, aber wenn ich DNM 11 Waben mit nur einem Brutraum betreiben möchte ist auch der 1,1 cm mehr Wabenhöhe schon sehr hilfreich um genug Brutfläche zu schaffen. Auf 10 Waben gerechnet ist es schon über 1/2 Wabe Unterschied zum modifizierten Oberträger (8mm vs. 19mm). Und das Überwintern auf 2 Zargen stelle ich mir für die Bienen mit einem normalen Oberträger doch angenehmer vor.

  • Oh, Raehmchentackern, ich liebe es, ehrlich! Das Drahten macht auch immer mehr Spass.


    Vielleicht sollte ich das im Lohn machen fuer Imker, die da keinen Bock drauf haben. :wink: :lol:


    Viele Gruesse aus Oberbayern!

  • Also, da springt nicht viel raus. Rähmchen in Teilen hab ich gerade 100 für ca. -,55€ und dann noch 100 fertige für ca. -,95€ gekauft. Die in Teilen sind gut, um welche für den Notfall da zu haben, weil sie auch wenig Platz benötigen. Aber die Zeit zum Bauen steht in keinem Verhältnis zum fertigen Rähmchen, zumal da auch schon die Kosten für Edelstahldraht und Ösen schon mit drin sind.
    Immerhin bleibt noch die angenehmste Arbeit, das Einlöten...

  • Klar, weniger in die Arbeit zu gehen, um mehr Zeit zum Raehmchenbauen zu haben, lohnt sich auf keinen Fall.


    Aber, wenn man das zu Zeiten macht, in denen man eh kein Geld verdient wie nach Feierabend oder am Wochenende, kann man schon Geld sparen, das man an anderer Stelle wieder in die Imkerei investieren kann. :)

  • Besten Dank an euch frisbee, kikibee u. ribes. Ihr habt mir sehr geholfen. Vor allem der Link zu den Artikeln über das Zanderrähmchen von Weiss u. Co brachten Verständnis in meine Welt.


    Auch wenn ich jetzt verstehe welcher Sinn dahinter steckt: Ein derartiges Rähmchen zu machen, ist wirklich ein großer Mehraufwand. Ich bin immer noch auf der Suche nach Vereinfachungen, die das Wesentliche beinhalten.....


    Warum z.B. sind die Ohren schmäler (22mm) als der Rest des Oberträgers (28,5mm, bei bienenweber)? Hätte das ganze Rähmchen einfach überall dieselbe Breite, wäre das eine große Arbeitserleichterung in der Herstellung und die Funktionalität trotzdem gegeben. Zumindest im Honigraum denke ich braucht es keinen schmäleren Unterträger, da dort sowieso kein Kippkontrolle nötig ist. Ich habe nur im Honigraum Zander flach meist über Absperrgitter. Im Brutraum bei einzargigen Brutraum würde es ebenfalls keinen schmäleren Unterträger brauchen. Was meint ihr?


    lg
    bienensenn

  • ... oder besser mit dem Stockmeißel dazwischen kommst. Genau so ist es, kann ich aus praktischer Erfahrung bestätigen (#12, 13):
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=48684
    Rähmchen selbst anzufertigen, dürfte sich - wenn überhaupt - nur bei professioneller maschineller Ausrüstung und entsprechenden Stückzahlen lohnen. Und probieren und danach ggf. mit unzureichender praktischer Erfahrung etwas besser machen zu wollen, das geht oft schief. Lieber anfangs auf die Erfahrung des Imkerschwarms bauen, dessen Spur folgen...


    Sagt einer, der anfangs auch viel selbst gebaut hat, aber seine Rähmchen noch immer aus Fertigteilen selber zusammensetzt und dabei zur Korrosionsvermeidung gegenüber Fertigrähmchen (ohne Edelstahlschrauben!) verbessert - Gottfried


    p.s.: Rähmchen werden nur einmal gebaut. Angehoben und benutzt dagegen - wenigstens die stabileren (also modifizierten) - viel öfter. Da habe ich es als Imker lieber leichter beim Benutzen...

  • Damit Du es besser anfassen kannst.


    ... und zur Kundenbindung - zumindest bei Verwendung von Rechen im HR :wink: Bei den grossen Anbietern sind die Ohren meines Wissens naemlich unterschiedlich breit.


    Ich baue vom Boden bis zum Deckel alles selber abgesehen von den Raehmchen. Modifizierte Hoffmannraehmchen sind echt aufwendig zu bauen. Die kauf ich in Einzelteilen.


    Wenn Du mit ungeteiltem Brutraum arbeitest, brauchst Du weder im BR noch im HR schmale Untertraeger. Da koenntest Du strengenommen einfach vier Laettchen zusammentackern. Allerdings sind Verzapfungen der Formstabilitaet schon sehr foerderlich.


    Ich persoenlich finde die starken Obertraeger (19 mm "hoch") sehr praktisch, da man die Raehmchen daran bequem mit einer Hand anfassen und manoevrieren kann. Aber das ist Geschmackssache.

  • 1. ... und zur Kundenbindung
    2. starken Obertraeger (19 mm "hoch") sehr praktisch, da man die Raehmchen daran bequem mit einer Hand anfassen und manoevrieren kann. Aber das ist Geschmackssache.


    zu 1.: das halte ich für widersinnig. Die Weber´schen greifen sich wirklich besser. Der leistet sich eben den Mehraufwand bei der Herstellung für bessere imkerliche Handhabbarkeit und weist im Warenkatalog bzw. Beratung ausdrücklich darauf hin, daß seine Ohren in den Rechen der Konkurrenz zuviel Spiel haben. Der könnte noch mehr Rähmchen verkaufen, wenn er sich den Mehraufwand (Ohrenverschlankung) sparen und zu den Konkurrenzrechen passend die OT glatt durchfräsen würde.


    zu 2. Die starken OT sind wegen ihrer Stärke und der damit ermöglichten Nagelrichtung quer zur imkerlichen Stoßbelastung nicht nur Geschmackssache, sondern zuverlässiger und langlebiger.


    sagt Einer, der schon einmal Beine voller verärgerter Bienen hatte, als er der ängstlichen Neuimkerin die Bienen von deren fertig gekauften Leichtbaurähmchen abschlug und nur noch den OT in der Hand behielt - Gottfried