"Herstellung" von Spürbienen?!

  • Hallo Janina,
    ich habe das schon mal im Fernsehen gesehen.
    Faszinierend, aber auch ich bin im Zwiespalt. Für die Bienen ist das sicher nicht angenehm, um es schön auszudrücken.
    Warten wir mal ab, wo das noch hinführt
    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, die Bienen auf die Aufspürung von zB Drogen oder Sprengstoff zu "dressieren". Sie werden auf einen bestimmten Geruch (oder Geschmack?) trainiert und reagieren dann auf diesen. Also ähnlich wie bei Spürhunden. Nur dass Hunde darin ein Spiel und eine Lernaufgabe sehen. Bienen finden das mit ganz großer Wahrscheinlichkeit nicht so klasse. Also warum lässt man es nicht bei den Hunden? Wer hat sich das jetzt wieder ausgedacht? Ist doch eigentlich ziemlich unnötig und fragwürdig, oder?


    Janina

  • Ich finde es klasse, auf so einfache Weise Drogen aufzuspüren.
    Genauso wie Ratten als Sprengstoff-Schnüffler eingesetzt werden.


    Pervers finde ich, daß Menschen mit Drogen oder Minen handeln und sie einsetzen....

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Also ganz ehrlich, wenn ihr mit der herkömmlichen Imkerei keine Probleme habt, finde ich die hier gezeigte Empörung doch ziemlich deplaziert!


    Imker
    -schneiden Drohnenbrut,
    -ersäufen mehrmals im Jahr 50g Bienen auf einmal nur um die Varroa zu zählen,
    -kürzen Königinnenflügel,
    -schütten monatelang stinkende Säure in die Völker, so dass davon sogar das Gras vor dem Flugloch gelb wird - was wohl mit den Bienen geschieht?
    -räuchern sie X-mal im Jahr ein um dann das Nest auseinanderzureissen, wobei jedesmal einige Bienen draufgehen,
    -wandern mit ihren Beuten womöglich mehrmals im Jahr herum, dabei gehen jede Menge Bienen verloren oder kaputt,
    -ja es gibt sogar welche, die zwischendurch totale Brutentnahme machen, d.h. die Brut komplett entnehmen und vernichten zur Varroareduktion
    und vieles mehr, was mir auf die Schnelle gar nicht einfällt.
    Also bezogen auf die Einzelbiene gehen gerade Imker oft recht ruppig mit den armen Tieren um, was sich realistischerweise einfach in vielen Fällen nicht anders handhaben lässt.


    Die gezeigte Verwendung der Bienen macht mindestens soviel Sinn wie den Bienen den Honig stehlen, was ja Hauptzweck der Imkerei ist (Bestäubungsleistung mal außen vor gelassen, die ist ja nur Abfallprodukt für den Imker).


    Und ich finde es sehr praktisch und zielführend, Bienen statt Hunde zu verwenden, man denke nur mal an die Kosten oder Gefahren. Ein toter Hund gegen eine tote Biene bei einer Sprengstoffexplosion?
    Gruß
    hornet

  • Die Bienen werden darauf abgerichtet, das sie, jedes mal wenn sie den Duft von Drogen rein geblasen kriegen, Zuckerwasser kriegen. Wenn andere Gerüche rein geblasen werden, dann kriegen sie nichts.


    Wenn sie das drauf haben, dann werden immer einzelne von ihnen in einen Apparat eingespannt und dort von einer Kamera beobachtet. Die Gepäckstücke laufen durch einen Tunnel und aus diesem wird die Luft zu den Bienen geblasen.
    Wenn die Bienen Drogen riechen, verbinden sie das mit Futter und strecken den Rüssel raus. Die Kamera registriert das und das System schlägt Alarm.



    Genial einfach.


    @ Hornet:
    :daumen:

  • Das hatten wir doch schon vor drei oder vier Jahren - Bienen abgerichtet auf Landminensprengstoff - damals hat sich keiner aufgeregt, das fanden alle nur gut....:Biene:
    Wo ist jetzt der Unterschied?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Also ganz ehrlich, wenn ihr mit der herkömmlichen Imkerei keine Probleme habt, finde ich die hier gezeigte Empörung doch ziemlich deplaziert!


    Nein, ich bin mit der herkömmlichen Imkerei nicht einverstanden! Korrekt ist, dass sich manches nicht vermeiden lässt (anderes aber schon!). Ich bin nur unsicher, wo das aufhört. Der Film macht auf mich den Eindruck, dass die Bienen sehr vertechnisiert behandelt werden. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass es Lebewesen sind. Nur weil sie so klein sind und sich nicht groß wehren können, ist das noch lange kein Freibrief, auch wenn Mensch das anscheinend ständig glauben will...


    Mag sein, dass auch in der "normalen" Imkerei die Bienen nicht wesensgemäß behandelt werden.

  • Mag sein, dass auch in der "normalen" Imkerei die Bienen nicht wesensgemäß behandelt werden.


    Eine Biene wiegt 0,1g aka 100mg.
    Diese winzigen Insekten werden im Lauf des Jahres mehrfach (feuchte Larven nur einmal, weil dann TOT) mit diversen Säuren behandelt, von denen ein Imker nicht mal einen Atemzug voll nehmen kann, ohne sich die Bronchien halb rauszuhusten, und die Königin ist auch oft genug unter den Opfern.


    Wo ist das humaner als Bienen in sehr, sehr geringen Mengen (Training ist durchaus aufwendig & teuer) gegen Landminen oder Drogen einzusetzen?
    Und wo ist es humaner, dasselbe mit Säugern wie Hunden zu machen?


    Nachtrag: Drohnenwaben schneiden ist Kastrierung des Bienenvolks - ist das "bienengemäß"?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Janni :
    Na, da stimme ich mit dir überein, nicht alles, was Imker machen muss unbedingt sein.
    Mit der Methode zur Varroazählung, indem man 50g Bienen abtötet kann ich mich z.B. auch nicht anfreunden, das ist für mich tierverachtend, die Biene wird dabei als reines Material betrachtet und es gäbe eindeutig auch gute Alternativen.


    Ob du es glaubst oder nicht, aber ich fische z.B. JEDE zappelnde Biene (und anderes Insektengetier und sogar Wespen!) aus unseren Gartenwassertonnen, wenn ich vorbeigehe und zufällig mal eine sehe. Bei mir muss kein Insekt ersaufen. Aber gewisse Dinge werde ich trotzdem tun, wenn es soweit ist, z.B. Drohnenbrut vernichten. Und neben meinen Beuten ist eine Fliegenklatsche und wenn ich beim Fluglochgucken (Anfänger!) sehe, dass ein paar Wespen aggressiv eindringen und Unruhe machen, dann zögere ich nicht und klatsche ein paar davon ab. So irrational ist der Mensch nunmal!


    Man muss halt die Welt realistisch betrachten und sich dabei aber ein gewisses, gesundes Maß an Moral und Liebe zum Lebewesen, egal welches erhalten. Aber um zu überleben müssen wir halt andere Lebewesen töten. Genau genommen sind wir sogar mit jeder Pflanze verwandt und töten sie dennoch bedenkenlos. Dafür gibt es in Asien angeblich Menschen, die tragen Mundschutz, damit sie nicht versehentlich Insekten töten indem sie sie versehentlich einatmen. Diese Leute kehren auch den Boden vor jedem Schritt, damit sie auch ja nix zertreten.
    Wo ist die Grenze?
    Die muss halt jeder selber ziehen und wird daher immer auch woanders liegen.


    Unter den Imkern gibt es von allen Extremen welche. Solche, die jede Biene lieben und solche, die darin nur Material sehen. Ich finde, die Behandlung der Drogenbiene reiht sich da gut in der Mitte ein - da gibt es noch ganz andere Tierversuche mit höhere Tieren zu wesentlich blödsinnigeren Zwecken!


    Gruß
    hornet