Bienenfutter: Vor- und Nachteile von Zucker aus Mais, Weizen o. Zuckerrüben

  • [h=2]:)
    Hallo liebe Imkerkolleginnen und -kollegen,[/h]
    für diese Jahr ist das Thema Einfütterung wohl erledigt.
    Aufgrund des gestiegenen Zuckerpreises stelle ich mir für die nächste Einfütterung die Frage, mit welchen Futter ich im nächsten Jahr einfüttere.
    Zucker aus Weizen oder auch Mais soll ja günstiger sein.
    Bisher habe ich mit ApiInvert eingefüttert (28 kg-Pack, ~ 20 l, pro 2-räumiges Volk).
    Welche Vorteile bzw. welche Nachteile haben die verschiedenen Futterarten?


    Welche Erfahrungen gibt es mit den verschiedenen Futtermittel? Ist gutes Futter (zu) teuer?


    Mfg


    biefred

  • Invertiert! Das ist jedenfalls für mich das einzig wichtige. Dadurch auch späte Einfütterung/Nachfütterung bis Ende Oktober möglich.

  • Hallo ZUsammen,
    für mich macht es keinen Unterschied welches Sirup ich in den letzten 15 Jahren verwendet habe. Davor habe ich mit Zuckerraffinade, selbst aufgelöst, eingfüttern. Dann mit Invertzuckersirup aus Rübenzucker und seit 8 Jahren mit Getreidestärke-Sirup.
    Bei Abnahme und Verbrauch waren keine Unterschied festzustellen.
    Der einige Unterschied für mich ist, dass es bei Getreidestärke-Futter zu keiner Räuberei in den Völkern und vorallem nicht bei der Füllung der Futtergeschirre kommt.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo ,


    Du kannst also sagen, dass Du keine Unterschiede im Gebrauch und bei der Bienenverträglichkeit der Zuckerarten aus Getreide (etc. Mais) im Gegensatz zu Zuckerrübensirup festgestellt hast. Demnach könnte auch bedenkenlos der preiswertere Zucker auf Maisbasis eingefüttert werden.
    Räuberei gab es auch beim Invertzucker nicht, dabür aber nach der Honigfuttergabe bei einem Klein-Ableger.


    Ich frage nicht zuletzt auch wegen des stark gestiegenen Preises für Invertzucker, der nicht direkt und ganz auf den Honigpreis weitergegeben werden kann.


    Gruß Fred

  • Es grenzt ja schon an Perversität, daß ein Imker seinen Bienen ausgerechnet MAIS-Sirup einfüttert - bei all dem Mais, der hier schon angebaut wird. Mit all den bekannten Problemen. Mais von Bremen bis Dortmund! Nur noch Mais.


    Und dann wird das auch noch als Futter verwendet. Gute Güte, wie unkameradschaftlich und kurzsichtig geht es denn noch! Es wird Zeit, daß all der Zucker über alle Maßen sich verteuert und Imker wieder imkern lernen, ergo die Bienen auf eigenen Honig überwintern. Sic!


    Ist doch wahr...


    Gute Nacht.
    Bernhard


  • Ist doch wahr...


    :daumen:


    Honig ist mit Sicherheit das Beste zum Überwintern, meiner Ansicht nach würde das auf lange Sicht die Vitalität des Bien deutlich verbessern. Der Honig wird schließlich nicht für den Menschen gesammelt... Und trotzdem merken selbst wir, wie gesund er ist...


    Und Mais ist Mist!!

  • Die Maispflanze selbst ist wohl kein Mist an sich.
    Mais ernährt Hunderte Millionen von Menschen. Zu verurteilen sind die abartigen Dinge die mit dieser Pflanze gemacht werden- PSM, "Bio"(!!)- Sprit, oder Mais an Tiere zu verfüttern damit sie schneller wachsen und getötet werden können.


    Ich füttere Maisstärkesirup weil der bei uns einfach zu bekommen ist und wohl kaum Unterschied zu der Intensivpflege bei Zuckerrüben oder Weizen besteht.
    Ob jetzt Zuckerrübe oder Maisstärke als Ersatz für Honig verwendet werden, ist nicht wichtig.
    Bedenklich ist es aber, wenn ohne Fütterung keines meiner Völker den Winter überleben würde.


    Servus
    Bienenjäger

  • Die Maispflanze selbst ist wohl kein Mist an sich.
    Mais ernährt Hunderte Millionen von Menschen. Zu verurteilen sind die abartigen Dinge die mit dieser Pflanze gemacht werden- PSM, "Bio"(!!)- Sprit, oder Mais an Tiere zu verfüttern damit sie schneller wachsen und getötet werden können.


    Sorry, war vorschnell von mir. Ich ess auch gern den Mais aus meinem eigenen Garten :)! Aber so weit das Auge reicht... Für Biogas und Silo, Monokultur und Agrawüste vom Feinsten, das ist Mist.


    LG, Janina

  • Bedenklich ist auch, wie wenig Honig übrig bleiben würde, wenn kein Zucker mehr gefüttert wird. All die Imkerkunststücke mit Jungvölkern aus zwei-drei Waben, Totalbauerneuerung, Tetrapack etc. pp. - das wird dann schwierig. Wir werden uns alle noch umsehen, wenn es kein billigen Zucker mehr gibt. Im Moment läuft die Gesamtentwicklung in eine Richtung mit absehbaren Ende: Sackgasse!


    Als Imker ist einem gut geraten, die alte Futtertonne zu reaktivieren und schon mal damit zu üben, wie es zukünftig so werden wird.


    Gruß
    Bernhard


  • Als Imker ist einem gut geraten, die alte Futtertonne zu reaktivieren und schon mal damit zu üben, wie es zukünftig so werden wird.


    Hallo Bernhard,
    da bin ich ja richtig froh, dass ich ca. 20 Jahre Übung mit der Futtertonne hinter mir habe, inclusive eines zerstörten Anzuges :oops: an einem Sonntagnachmittag.


    Und pervers würde ich DIE Imker nicht nennen, die an dem Zuckersirup das in erster Linie für die Nahrungsmittel- und Süßwarenindustrie produziert wird partizipieren. Der Anteil den die Imker kaufen liegt in einer vernachlässigbaren Größenordnung. Frag jetzt aber bitte nicht wie groß dieser Prozentsatz ist.
    Gruß Norbert Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

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  • Hallo Herr Heuvel,


    vielen Dank für Ihre ehrliche Antwort.


    Als Neu-Imker bin ich dennoch froh, die Frage des Futters aus Getreide etc. generell aufgeworfen zu haben.
    Gerade wegen der verschiedenen Gesichtspunkte, nicht nur der Kosten wegen, ist mir dies die Fragestellung wert.


    Denn auch der Honig, zumindest der Waldhonig, soll als Winterfutter seine Probleme mit sich bringen.



    Mit freundlichen Grüßen


    Alfred Hock

  • ...20 Jahre Übung mit der Futtertonne ...


    Vielleicht magst Du in einem anderen Thread von diesen Erfahrungen berichten. Das interessiert mich wirklich.


    Ich will niemanden verteufeln, nur Mais ist für mich ein Reizwort. Hier wurde der junge Raps heute das dritte Mal gespritzt - es sieht dort in dieser Kultur auch nicht besser aus.


    Gruß
    Bernhard