Völkerzusammenbruch bei Brutablegern 2012

  • Unsere Brutableger entwickelten sich diese Jahr recht gut. Die meisten wurden im Juni mit um die 3 BW gebildet und waren beim Einfüttern im August auf 2 Magazinen. Sie wurden im Juli / August 3x mit AS behandelt, Wetter usw. war für die Behandlung auch ok. Ende September wurde der Varroabefall nochmal bei allen Völkern kontrolliert, vor allen bei einigen Brutablegern war er trotz der 3x AS-Behandlung mit 10 bis knapp 30 Milben pro Tag deutlich zu hoch, da hatten die Völker auch noch massig Bienen. Nun wollten wir diese Tage nochmal eine AS-Behandlung machen, was aber zu spät war. Die Hälfte der Ableger ist bereits zusammengebrochen, kaum noch Bienen in den Beuten! :-(


    Wir haben sowas in den letzten 25 Jahren noch nicht erlebt! Der Varroabefall war im Juni - mit Puderzuckermethode und auch mit natürlichem Abfall gemessen, allerdings auf einem anderen Standort - eher geringer als im Jahr zuvor.


    Es sind genau die Ableger zusammengebrochen, die bei der Kontrolle des Varroaabfalls Ende September die höchsten Werte hatten. Daher denke ich, dass es die Varroa war, auch wenn das Schadbild (leere Völker) manche auch in Richtung Vergiftung interpretieren würden.


    Die zum gleichen Zeitpunkt gebildeten und genauso behandelten Kunstschwärme haben deutlich weniger Varroa-Abfall und schauen momentan auch gut aus.


    Lessons Learned:
    - Varroaabfall bei allen Völkern / an allen Standorten messen, sich nicht auf Stichproben oder Werte von nahegelegenen Standorten verlassen
    - Behandlungserfolg so früh wie möglich nach der Behandlung messen, im Zweifel nicht die 3 Wochen nach der letzten Behandlung warten um auf "natürlichen" Abfall zu kommen, sondern schon früher nachmessen
    - wenn die Werte kritisch sind, umgehend behandeln!
    - bei der Völkervermehrung besser auf Kunstschwärme als auf Brutableger zurückgreifen
    - Varroabehandlung bei der Brutablegerbildung nicht vernachlässigen (wir haben bei der Bildung nichts gemacht)


    Hoffe bei euch schaut's jetzt, Anfang Oktober, nicht so schlecht aus. Schaut in die Völker, vielleicht könnt ihr noch was tun bevor es zu spät ist.


    P.S.: Weil wir es gerade an anderer Stelle diskutieren, die Völker standen nicht am Senf, das kann es also nicht gewesen sein.

  • Hallo Clemens,
    um deine Völker tut es mir leid.
    Aber Du schreibst richtig, du habest deine Lektionen gelernt, und nur das ist wichtig.Jedes Volk einzeln zu beurteilen und gegebenenfalls zu behandeln, halte ich persönlich
    für immens wichtig, wie mir dieses Jahr wieder einmal vor Augen geführt hat.
    Du hättest Dir in der Tat viel Frust erspart, wenn Du den Behandlungserfolg gleich nach Abschluss der Sommerbehandlung gemessen hättest.
    Und dass KS (oder jede andere Art Schwarm) einem Brutableger vorzuziehen ist, sollte mitlerweile Allgemeinwissen sein.
    Aber egal, nächste Saison gehts weiter, Kopf hoch.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Völkerzusammenbruch bei Brutablegern 2012


    Morgen Clemens,


    Sind Brutableger noch als zeitgemäß zu betrachten? Der Kunstschwarm wird vom ersten Moment an schon mit Varroamilben geimpft.


    Groeten, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Morgen Clemens,


    Sind Brutableger noch als zeitgemäß zu betrachten? Der Kunstschwarm wird vom ersten Moment an schon mit Varroamilben geimpft.


    Groeten, Wilfried.


    Groeten, Wilfried.Kunstschwärme können bei der Bildung schon hervorragend gegen Milben behandelt werden.( Milchsäure Oxalsäure ) Das gleiche gilt für Brutableger . Hier kann die Zeit genutzt werden vor dem verdeckeln der neuen Brut von der Jungkönigin .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Leute,
    nur nochmal für die Anfänger, was die Profies schon lange wissen.
    Die allermeisten Varroamistviecher befinden sich in der verdeckelten Brut, weil sie dort die meiste Zeit verbringen und sich auch dort sprunghaft vermehren.
    Also, bilde ich einen Brutableger, habe ich dort am Start der Vermehrung das Konzentrat aller Varronen des Altvolkes drin, und dann geht die Vermehrung erst los.
    Bilde ich Volker ohne die alte Brut finden sich wesentlich weniger Varronen am Start des neuen Volkes.
    Natürlich sollte man einen Ableger behandeln. Ich empfehle nach 7 Tagen ( verdeckelte Brut und die Varroas sind dann geschlüpft und hilflos und direkt der Behandlung ausgeliefert )eine 15%-ige Milchsäuredusche.
    Und nochwas @ Clemens. Ich muss mir auch schon manches aufschreiben, damit ich es nicht vergesse :-)
    Viele liebe Grüße
    Wolfgang, mittelmäßig erfolgreicher Kleinjungimker

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo, der Brutableger hat auch seine Vorteile, weil ich das Altvolk entlaste. Eigentlich ist es selbstverständlich, dass der Ableger bei Brutfreuheit sofort behandelt wird. Probleme gibt es, wenn man glaubt die Ableger aus Altvölkern verstärken zu müssen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Diese Aussage verstehe ich nicht. Ist doch ein Wiederspruch zu dieser:


    Verzeihung, ich habe mich falsch ausgedrückt, es soll Heißen „Der Brutableger“wird vom ersten Moment an schon mit Varroamilben geimpft. .


    Kunstschwärme können bei der Bildung schon hervorragend gegen Milben behandelt werden....Das gleiche gilt für Brutableger . Hier kann die Zeit genutzt werden vor dem verdeckeln der neuen Brut von der Jungkönigin .



    Aber hat man das auch rechtzeitig gemacht?


    Die meisten wurden im Juni mit um die 3 BW gebildet ... Sie wurden im Juli / August 3x mit AS behandelt



    Groeten, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Clemens, mir klingt das ganze aber trotzdem nach unterschwelliger Neonicotinoidvergiftung:


    Diese Pestizide schwächen ja das Abwehrsystem der Bienen gegen Varroa, die Völker können sich dann trotz Behandlung kaum wehren.
    Besonders das Kahlfliegen der Völker ist sehr verdächtig!


    Ich würde jedem, der ein Kahlfliegen seiner Völker beobachtet, folgendes empfehlen:


    Jedes betroffene Volk genau untersuchen.
    Vorräte sollten natürlich vorhanden sein, damit man sicher ist, daß das Volk nicht verhungert ist.
    Befinden sich nur mehr wenige Jungbienen mit der Königin im Volk, gehen diese bald an Unterkühlung ein.
    Verdeckelte Brut stirbt ab, kann aber auf Varroa untersucht werden: Wenn diese Zellen nicht massiven Varroabesatz haben, dann ist das Volk an Neonics und nicht an Varroa eingegangen!


    Dieses ist das typische Schadbild von CCD (Colony Collapse Disorder, caused by Neonics): Tote Königin umringt von einer handvoll toter Jungbienen, nur wenig tote Bienen am Beutenboden.
    Typischerweise werden die Vorräte das Volkes nicht von anderen Völkern ausgeraubt. Sie sollten auf keinen Fall einem noch funktionierenden Volk weitergegeben werden, da dieses sonst auch vergiftet werden könnte.


    Und nocheins: Schadbild fotografieren, die Ausfälle als verdächtig melden,tote Bienen, Futter und Pollenwaben als Beweismittel aufbewahren (einfrieren) und genaue Notizen machen incl. verdächtige Felder während des vergangenen Jahres.

  • Hallo Clemens,
    tut mir Leid für diene Brutableger. Ich habe dieses Jahr einige Völker mit AS fast gekillt, da wurde die ganze Brut ausgeräumt und zwei Kö haben sich verabschiedet und musste trotzdem vor Kurzem mit OS Blockbehandeln, da mehr als 5 Milben pro Tag gefallen sind.
    Ich habe das Gefühl, dass die Behandlung die Völker geschwächt hat, aber nochmal AS zu dieser späten zeit wollte ich nicht mehr nehmen, ich bin gespannt, wie es weiter geht, aber es bleibt nicht ganz sorgenlos.
    Lg Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Clemens, mir klingt das ganze aber trotzdem nach unterschwelliger Neonicotinoidvergiftung: Diese Pestizide schwächen ja das Abwehrsystem der Bienen gegen Varroa, die Völker können sich dann trotz Behandlung kaum wehren.

    ...Und dann ein bisschen weiter…

    Zitat

    Wenn diese Zellen nicht massiven Varroabesatz haben, dann ist das Volk an Neonics und nicht an Varroa eingegangen!


    Na, was ist denn nun? :confused: Bei mir haben sich sämtliche starke Wirtschaftsvölker kahlgeflogen und bei denen hat es nach sämtliche Behandlungen (AZ-schwammtuch und Apilifevar) nahezu Milben geregnet! Wird wohl kaum durch Neonics verursacht sein denn hier in der Gegend gibt es keine Landwirtschaft von den 360 ˚ um den Bienenstand sind 270 ˚ Wald und Heide, alles andere sind Hauser und Gärten.

    Groeten, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Wilfried, so ein Neonic-behandeltes Maisfeld kann man schon einmal übersehen.


    Es muß ja nicht ein riesiger Acker sein - wenn zur Maisblüte zufällig nichts anderes verfügbar ist, dann können sich die Bienen schon einiges an Gift in den Stock holen.


    Und wenn das Gift mehrere Jahre hintereinander angewendet wird, kommt es zur Anhäufung, da es eine sehr lange Halbwertszeit im Boden hat. Da braucht es dann gar nicht viel, um ein Volk so sehr zu schwächen, daß es dann an Varroa eingeht.