Träge, lustlose Bienen?

  • Hallo allerseits,


    Nach der Einfütterung habe ich vom 12.9. bis zum 22.9. die zweite AS-Behandlung mit Nassenheider professional gemacht.


    Nach dem Abräumen der Verdunster habe ich noch die fehlende Restmenge an Futter (etwa 1..4 kg) aufgestellt. Bei dieser Gelegenheit hatte ich den Eindruck, dass die Bienen deutlich träger waren als sonst. Öffnet man den Deckel, so bewegen sie sich ganz langsam, fast lustlos. Diese Trägheit hatte ich mir damals als eine Nebenwirkung der AS erklärt.


    Jetzt sind seit der Behandlung fast 2 Wochen vergangen. Zwei Völker haben das Restfutter immer noch nicht abgenommen. Die Bienen aller Völker sind immer noch träge. Flugbetrieb sieht normal aus, es wird auch noch fleissig Pollen eingetragen.


    Eigentlich wollte ich sie jetzt nicht mehr stören. In ein Volk habe ich gestern aber doch noch mal reingeschaut, weil mir diese Trägheit sehr befremdlich vorkommt.


    Unterste Zarge, von einer Seite angefangen: erst auf der fünften Wabe habe ich Brut gefunden (etwa Handteller gross, Stifte und Maden, keine verdeckelte Brut). Auf der sechsten Wabe marschierte dann auch die Königin herum. Da ich die Königin nicht gefährden wollte, habe ich nicht mehr weiter geschaut und die Kiste gleich wieder zugemacht. Die obere Zarge und die letzten vier Waben der unteren Zarge habe ich nicht mehr angeschaut. Aber wenn das Nest mittig sitzt, kann da nicht mehr viel Brut sein. Und oben sollte ja eh das Futter sein.


    Dass ich keine verdeckelte Brut gesehen habe erkläre ich mir dadurch, dass die Königin wegen der AS eine Legepause eingelegt hat. Aber dass nach fast zwei Wochen nur eine Handteller-Fläche offene Brut da ist, erscheint mir doch recht mager.


    Muss ich mir wegen dieser lustlosen Trägheit Sorgen machen, oder ist das um diese Jahreszeit normal? Zwar ist es nachts schon recht frisch, gestern Mittag als ich in das eine Volk reingeschaut habe war es aber mit mehr als 20°C recht brauchbares Flugwetter.


    Ahja: gestern (also nach knapp zwei Wochen) konnte ich immer noch AS-Geruch unter dem Deckel vernehmen.

  • Hallo Joew,


    bei mir sieht es genau so aus. AS -Behandlung am 22.9.12 abgeschlossen. Dann noch den Rest an Futter von ca. 3-4 kg rein getan. Am Mittwoch habe ich mein Völker überprüft und nur 2 von 8 Völker sind ans Futter gegangen. Alle anderen Völker machen mir einen richtigen müden Eindruck. Im Gegensatz zu Dir habe ich allerdings kein Volk mehr geöffnet. Ich habe nochmal ein Futterspur gelegt und laß sie jetzt bis zum nächsten Wochenende in Ruhe. Was dann an Futter noch da ist, wird abgeräumt. Nach dem Motto: Wer nicht will, der hat schon. Einen AS-Geruch konnte ich nicht mehr feststellen.


    Gruß


    Manfred

  • Na Lux, übertreib mal nich so,:roll:


    Um diese Jahreszeit geht alles recht langsam an, in der Nacht ist es kalt und auch am Tag nur wenige Stunden warm. Draußen ist nichts mehr zu finden und die natürliche biologische Uhr sagt den Bienen den nahen Winter an, was sollen die noch groß tun, genug eingefüttert sollte sein, mehr brauchst nicht.


    Was in diesem Fall noch dazu kommt ist die späte AS Behandlung. Ich persönlich halte da nichts davon, auch wenn ich jetzt Schelte riskiere.
    Ich weis, es ist gängige Praxis, so spät noch mit der AS drauf zu gehen aber die Bienen gehen dabei aus der Brut und das wo die letzen Winterbienen erbrütet werden.


    Aber es würde mich nicht wundern, wenn die Bienen nach einer solchen Behandlung, wo ohnehin nur noch wenig Brut im Volk ist und diese nun auch noch geschädigt wird, gleich den Hut drauf zu schmeißen und sagen, heuer wird gar nicht mehr gebrütet.


    Meiner Meinung ist den Umständen entsprechend (Jahreszeit und AS Behandlung) alles OK.

  • Einhellige Beobachtung bei vielen Imkern. Träge Bienen, die "dumm" geworden sind.
    Die neuartigen Gifte schlagen zu. Es wird Heulen und Zähneknirschen geben diesen Winter.


    Ich habe nur einen sehr geringen Anteil an Ackerflächen im Flugkreis, dafür einen hohen Anteil an Naturschutzgebieten (Rheinauen). Die Wahrscheinlichkeit für Gifte würde ich also für sehr gering einstufen. Tote Bienen vor den Beuten habe ich auch nicht gesehen. Vollständig ausschliessen kann ich das natürlich nicht.

  • Tach zusammen!


    Ich beobachte derzeit auch bei allen Völkern beim Abnehmen der FZ oder sonstigen Tätgikeiten, bei denen der Deckel angehoben wird, dass das Gros der Bienen mehr oder minder träge auf den OT und sonstwo sitzt. auffliegende Bienen oder schnelles Herumgelaufe ist mittlerweile eher die Ausnahme. Dieses Verhalten wirkt auf mich allerdings eher wie die einsetzende Winterbehäbigkeit und macht mir daher keine Sorgen, zumal auch die Völker, bei denen es mir u.A. auffällt, dennoch Pollen eintragen, Futter abnehmen und sich ansonsten auch normal gebärden.


    Sintflutartige Grüße aus Erkelenz
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Genau.
    Ist ja nicht so, das es sich dabei um etwas Außergewöhnliches handelt, ist doch jedes Jahr um diese Zeit das gleiche.


    Als Anfänger habe ich nunmal keinen Vergleich zum Vorjahr. Daher ja auch meine Befürchtung, dass es Nebenwirkungen der AS sein könnten.

  • Ja, Rudi,
    das hab ich gerade beim Lesen auch gedacht.


    Ich mach nicht mehr auf, kann mir aber vorstellen, dass die Ladys schon kuschelig-träge als hauptsächlich Wintermodelle in den Ecken (besser den Wabengassen) rumhängen.
    In diesjährigen Schwärmen, insbesondere ein etwas späterer Kunstschwarm, geht das noch ein bisschen lebhafter zu. Besonders am Flugverkehr sichtbar.
    Pollen tragen sie alle noch ganz ordentlich ein.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich glaube wenn ich hier in meiner Wohnbude 10 Tage AS-Gestank um meine Ohren hätte
    brauchte ich auch 6 Wochen um wieder klar aus den Augen gucken zu können.


    Ist schon traurig, was wir unseren Bienen da antun.


    Andererseits, wenn ich mir mal einen ganz geschmacklosen Vergleich erlauben darf: Wie hätten sich wohl die Menschen im Mittelalter gefühlt, wenn man sie einer 10-tägigen AS-Behandlung gegen Pest unterzogen hätte.


    der Vergleich hinkt, ich weiss


    Passender wäre vielleicht der Vergleich mit einer Chemo-Therapie gegen Krebs, denke ich.