Vorteile des geteilten Brutraumes?

  • Ich bin mit meinen begrenzten Erfahrungsschatz zu dem Schluss gekommen, dass ein ungeteilter Brutraum besser für Bienen und Imker ist. Jetzt würde mich aber doch nochmal interessieren, welche Vorteile denn nun der geteilte Brutraum hat?
    Ein wichtiger Grund ist laut Liebig ja die einfachere Schwarmkontrolle, auch "Kippkontrolle". Das kann ich auch irgendwie nachvollziehen. Aber das kann doch nicht alles sein, oder?


    Könntet Ihr mir bitte die Vorteile und gerne auch die Nachteile des geteilten Brutraumes, wie ihn Liebig verwendet, aufzählen?


    Herzlichen Dank!


    Janina

  • Hallo Janina,


    Genau die "einfachere Schwarmkontrolle" ist für mich nicht nachvollziehbar.
    Habe DNM von meinem Grossvater übernommen. Und bin damit im 2ten Jahr.
    Alle meine Völker wurden bisher im Mai/Juni schwarmtriebig. d.h. jede Wabe ziehe und kontrollieren und das bei 2 Bruträumen...


    Nicht der einzige Grund warum ich mir jetzt Dadantbeuten zugelegt habe und im nächsten Jahr damit parallel starte.


    Gruss David

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Moin,
    Kippkontrolle ist sinnlos, wenn die einzige Schwarmverhinderung aus Zellen brechen besteht, weil die Bienen dann die Zellen verstecken, und sicherheitshalber immer mehr davon anlegen.
    Früh alte Königin raus und einen Kunstschwarm damit machen, geht deutlich einfacher, und die besten vielbelagerten Zellen kann man dann noch in Ablegern oder Begattungskästchen nutzen.
    Ich hab das Flugloch ganz am Rand, und entsprechend ist auch das Brutnest - ich mußte seitdem noch nie mehr als 5 Waben ziehen zur Schwarmkontrolle, weil Schwarmzellen fast immer schön in der Brutnestmitte angelegt werden, wo es optimale Versorgung gibt.
    Ich arbeite ohne ASG und hatte trotzdem noch keine Zellen oder Brut überhaupt im HR.
    Einfacher geht es eigentlich nicht, und ich hab 3 BR a 8W.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wer gerne Kunsstücke macht, hat es mit 2 Bruträumen leichter. Berufsimker ziehen einen Brutraum vor, weil sie keine Zeit haben. Die amerikanischen Berufsimker ziehen aber 2 Bruträume vor. Ich persönlich sehe die Frühjahrsentwicklung in einem BR als voteilhafter an. Die Varroabehandlung ist auch einfacher und effektiver.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Gleich große Magazine
    Eine große, einheitliche Wabe ohne die Querunterbrechungen durch Rähmchenhölzer und
    Zwischenräume ist der Brutentwicklung förderlich. Es behindert aber die Bauerneuerung
    im Brutraum, und der Imker hat zweierlei Wabenmaße. Der besondere Nachteil liegt in der
    Aufhebung der vollen Austauschbarkeit der Magazine. Ich halte diese Möglichkeit der Aus-
    tauschbarkeit ökonomisch für unverzichtbar in einer modernen, zukunftsträchtigen Imkerei.
    => Ansonsten Einschränkungen bei den Bearbeitungstechniken. (Wegnahme unterer Zar-
    ge, Zargentausch, etc.) [Pfefferle]


    Arbeiten mit ganzen Zargen statt mit Rähmchen ist zeitsparend. [Böttcher] [Wallner] =>
    Geht vor allem in gleich großen Magazinen.


    Die Hochwabe hat zweifellos die natürlichere, der Bienentraube besser entsprechende
    Gestalt. [...]Für die Volksentwicklung, insbesondere im Frühjahr, wäre es zweifellos günsti-
    ger eine recht große, ungeteilte Wabe zu haben, weil darauf den Bienen stets genügend
    leere Zellen zur Vergrößerung des Brutnestes zur Verfügung stünden und die Königin
    durch keine Unterbrechung der Wabenflächen in der Eiablage behindert würde. [Anmer-
    kung: Wichtig für Zuchtschätzungen.] Aber ein so großes Maß ist unhandlich. [...] Honig-
    kranz läßt sich nicht von Brut trennen = Problemhonig. [...] Für einen Erwerbsbetrieb ist
    gleiches Maß in Brut- und Honigräumen am zweckmäßigsten. Der ganze Betrieb und auch
    die Beutenherstellung werden auf diese Weise erheblich vereinfacht. [Böttcher]
    aus: http://www.immenfreunde.de/docs/BienenKompendium.pdf


    Der teilbare Brutraum ist und bleibt durch die Teilbarkeit flexibler und schlußendlich anpassungsfähiger. Anpassungsfähigkeit wird sich langfristig immer durchsetzen. Deswegen konvertieren die englischsprachigen Imker zurzeit von den großformatigen Brutwaben weg hin zu den mediums oder shallows in allen Zargen. One size box ist da voll der Hype. http://www.rosebeehives.com/what-are-rose-hives.html und http://www.rosebeehives.com/up…/3/2393505/slide_show.pdf


    Die Deutschen machen zurzeit das Gegenteil. Weg von den schichtenbeweglichen Beuten hin zur "Klotzbeute". :wink: Und natürlich ist jeder der Modebewegungen davon überzeugt, das Richtige zu tun. Und das die Entscheidung ewig so bleiben wird...


    Ewig bleiben wird das Optimale und da spielt Anpassungsfähigkeit der Konstruktion und geringer Ressourcenverbrauch eine Rolle. Langfristig wird sich also der geteilte Brutraum wieder durchsetzen.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo Berhard,


    schöne Argumentation!


    Aber ich denke, daß wir uns vielleicht in der Arbeitsweise (Ziele) von Amis unterscheiden. Wenn man das Brutnest im Ganzen sehen und "bearbeiten" will, dann kommt man an Dadant nicht vorbei. Einfach wenige große Waben mit Brut und Königin kontrollieren zu müssen ist schon praktisch - wenn man es will.


    Wenn es um Austauschbarkeit geht, dann könnte auch der geteilte Brutraum mit dem einen Wabenmaß Vorteile haben. Aber ich brauche das gar nicht. Siehe Wabentausch-Fred.


    Ich grüble auch gerade darüber, was ich 2013 so mit meinen Bienen so machen könnte ... und da ist auch so eine Variante á la Dadadant-BR-Stabilbaubeute dabei. Mal sehen.


    Gruß Jörg

  • Moin Bernhard,


    ich stelle mit Freuden fest, dass sich Deine imkerlichen Ansichten weiterentwickeln. Aber die ewige Propaganda von Seiten der Wissenschaft für den zweigeteilten Brutraum -- einfach nur Käse.


    Ein paar DNM und Zander hab' ich noch (teils in Betrieb).
    Komm mit Deinem Fahrrädle vorbei, und Du bekommst einen Sonderpreis. :wink:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • :lol: Ich hab ja auch 1,5 DNM und 2,0 DNM ausprobiert, als es die noch nicht zu kaufen gab, und fand sie sehr unbefriedigend, weil ich diese Riesenmaße gerade weder raus noch rein bekam, ohne viele Bienen zu quetschen oder zu rollen.
    Muß ich nicht nochmal haben - mein 3-geteilter BR ist schon okay.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Zitat

    .....konvertieren die englischsprachigen Imker zurzeit..........
    Die Deutschen machen zurzeit das Gegenteil.......... ist jeder der Modebewegungen davon überzeugt, das Richtige zu tun. Und das die Entscheidung ewig so bleiben wird...


    Ewig bleiben wird das Optimale und da spielt Anpassungsfähigkeit der Konstruktion und geringer Ressourcenverbrauch eine Rolle. Langfristig wird sich also der geteilte Brutraum wieder durchsetzen.


    Gottlob gibt es Menschen,
    die da nicht nur den wahren Überblick behalten.
    Die die aktuellen Bewegungen richtig interpretieren und dann auch noch korrekt bewerten (selbstverständlich unterstützt von Zitaten namhafter Größen, wir lernten bereits, dass das dazu gehört, s. # 7)
    und letztlich zusätzlich noch in die Zukunft blicken und diese dann voraussagen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • :confused: Du strickst doch so viel, Sabine.
    Was is`n mit Deiner Feinmotorik los?
    Ich zieh Dadantwaben gerade hoch raus, da ist bds. Platz, Roll-Quetschbienen hab ich zumindest keine.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • :lol: Marion, mach das mal mit 1,5 oder 2,0 DNM - Dadant ist in meiner Gegend so gut wie nicht vorhanden.
    Du wirst dich wundern...:cool:
    Breite Waben kommen da besser weg als tiefe.


    Nachtrag: ich konnte da nicht mal sehen, wo ich da mit dem Unterträger grad war...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Marion,


    ich als Mann habs nicht so mit der Feinmotorik und Stricken hab ich nie gelernt. :oops:
    Aber ich hab mir damit geholfen, das ich an den UT seitlich je einen Polsternagel angebracht habe, so wird beim ziehen keine Biene gequetscht.


    Das ist wirklich kein Argument gegen große Waben.:u_idea_bulb02:


    Ich hab Zander 1,5 und auch bei diesen funktioniert das.

  • :lol: Ich hab ja auch 1,5 DNM und 2,0 DNM ausprobiert, als es die noch nicht zu kaufen gab, und fand sie sehr unbefriedigend, weil ich diese Riesenmaße gerade weder raus noch rein bekam, ohne viele Bienen zu quetschen oder zu rollen.
    Muß ich nicht nochmal haben - mein 3-geteilter BR ist schon okay.:wink:


    Sabiene,
    hiermit lade ich Dich herzlich auf einen Kaffeeklatsch ein.
    Nebenbei zeige ich Dir, wie man "großformatige" Waben ohne Bienenquetschen ziehen kann.


    Zitat

    Marion, mach das mal mit 1,5 oder 2,0 DNM - Dadant ist in meiner Gegend so gut wie nicht vorhanden.
    Du wirst dich wundern...
    Breite Waben kommen da besser weg als tiefe.


    Nachtrag: ich konnte da nicht mal sehen, wo ich da mit dem Unterträger grad war...


    Sabiene.....
    sorry, Du schreibst Käse.
    Außerdem....Du musst nix sehen beim Wabenziehen...."zart-fühlen".....das musste können, mehr nicht.:cool:



    Janni schrieb:

    Ich bin mit meinen begrenzten Erfahrungsschatz zu dem Schluss gekommen, dass ein ungeteilter Brutraum besser für Bienen und Imker ist


    Ein weiser Entschluss.....mehr gibt es dazu nicht zu sagen.


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)