Was tun bei Specht?

  • Hallo, ich hab nun meine Völker alle erfolgreich eingewintert. Bis zur Oxalsäure Behandlung werde ich die Völker nun schön in Ruhe lassen.
    Meine Fluglöcher hab ich bereits zugemacht, da dürften Mäuse nicht reinkommen.


    Was mich trotzdem noch etwas beunruhigt ist, dass in ca. 15 Metern Entfernung verschiedene Bäume stehen auf denen schon das ganze Jahr über mehrere Spechte unterwegs sind. Man konnte Sie hauptsächliche im Sommer am Morgen in Aktion erleben. In unserem Verein haben schon Einige über Problemen mit Spechten berichtet, dass Beuten aufgehämmert wurden - gerade dann wenn es im Winter recht kalt und Nahrung knapp war.


    Nun meine Frage an Euch, wie kann ich meine Beuten / Völker vor den Spechten schützen. Hab schon mal gesehen, dass jemand über die Beuten Netze abgespannt hat. Hat jemand Tipps wo ich so ein Netz herbekomme und welchen Maschenabstand da wichtig ist, dass der Specht da nicht durch kommt?


    Oder was für Möglichkeiten gibt es noch? Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäume nicht. :-)
    Danke für Euere Ratschläge.

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Vernünftiges Beutenmaterial und Wandstärke.
    Keine Specht- und Meisensitze an den Beuten!


    Der Grünspecht, der die meisten Probleme macht, ist wohl ein Bodenspecht.
    Hohe Aufstellung schadet sicher nicht.



    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • So ein Netz ist sicher mal der erste Schritt, Spechtschäden zu verhindern. Einen weiteren Tipp den ich mal hier las, war eine dicke Speckschwarte, die man in der Nähe aufhängt, sozusagen als Ablenkung. Welche Spechte sind es denn? Am meisten Sorgen würde ich mir beim Schwarzspecht machen, ein wirklich toller, großer Vogel, der bei Hunger, ordentlich die Beuten aufklopfen und die gesamten Innereien des Volkes rausfressen kann. Also da würd ich sicher ein Netz und eine Schwarte aufhängen :D.

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Moin Johannes!


    Ich spanne mit diesen grünen, bei der RWZ erhältlichen Obstbaumschutznetzen meine Beuten ab, indem ich je ca. einen halben bis einen Meter neben den Beuten die Netze am Boden befestige, sie dann rüber spanne und das andere Ende wieder beschwere. Das Ganze natürlich auch nochmal an den anderen zwei Seiten. So hat der Specht, wenn er nicht gerade auf dem Deckel landet und sich durch den dort aufliegenden Stein klopft, eigenlich keine direkte Angriffsmöglichkeit.


    Unabhängig davon habe ich auch noch nie einen Specht an meinen Beuten gesehen, diese sind aber auch sehr poppig gestrichen, angeblich soll das auch nicht gerade anziehend auf Spechte wirken.


    Gruß
    Patrick


    P.S.: Ich denke du meinst, dass du die Fluglöcher eingeengt hast, oder?! Zugemacht wirst du sie ja hoffentlich nicht haben?!

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo,


    wie sind denn die Erfahrungen mit Netzen? Ich befürchte nämlich, dass sie eine böse Todesfalle für Vögel und andere Tiere werden können. :-(
    Ideal wären ja Bleche, die müssten halt nur gut befestigt werden, damit sie im Wind keinen Lärm und keine Erschütterungen produzieren. Außerdem sind sie eher teuer.


    Mein Vorschlag wäre daher Hasendraht!
    Über primitive Holzpflöcke neben den Beuten im Abstand von wenigen cm zur Beutenoberfläche gespannt wäre er eine super billige, ausreichend stabile und rasch auf- und wieder abbaubare Alternative. Und überhaupt nicht windanfällig....und würde ganz nebenbei auch andere Tierarten davon abhalten, direkt auf die Beuten zu springen. Je nach Gegend kann man sich z.B. durchaus größere Tiere wie Marderhund, Waschbär, Fuchs vorstellen und die würden ja die Ruhe der Bienen stören, da sie vermutlich nicht nur ruhig da sitzen würden.


    Wer Schwarzwild hat, müsste allerdings schon sehr viel stabiler bauen - oder gehen die nicht an Beuten ran? Kann ich mir gar nicht vorstellen bei der feinen Nase!


    Gruß
    hornet

  • Ja, jetzt dachte ich auch kurz an feinmaschiges Netz, wäre sicher besser für so Meisenvögel oder andere kleine Vögel und Getier, nicht das da noch irgendwelche Unfälle passieren oder darin hängen bleiben. Aber ich weiß nicht, ob zum Beispiel ein Schwarzspecht vor einem Hasengitter, dass wenig Abstand zur Beute gebaut, ein Hinderniss darstellt? Wenn der wirklich Hunger hat, könnte das vlt. kein Problem mehr für ihn sein? Oder hat da jemand Erfahrungen dazu?


    Bezüglich Schwarzwild weiß ich, dass die gut und gerne die Stöcke runter schmeißen können, kann mir auch vorstellen das sie davon auch fressen, wenn die Bienen erfroren sind. Allerdings kenne ich da nur einen Einzelfall. Die Fuß- und Wühlspuren waren nicht zu übersehen ;-).

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Hallo,
    Je nach Gegend kann man sich z.B. durchaus größere Tiere wie Marderhund, Waschbär, Fuchs vorstellen und die würden ja die Ruhe der Bienen stören, da sie vermutlich nicht nur ruhig da sitzen würden.
    Gruß
    hornet


    Hallo hornet . Marderhund und Fuchs kannst Du vergessen, die fressen keine Bienen !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo hornet . Marderhund und Fuchs kannst Du vergessen, die fressen keine Bienen !
    Gruß Josef


    Hallo Josef,


    selbstverständlich dachte ich bei diesen Tieren jetzt nicht an Fraßschäden, sondern an Ruheschäden durch Aufspringen. :roll:
    Der Fuchs und wohl auch der Marderhund setzen ihre Losung gerne auf erhöhten Plätzen ab (Reviermarkierung!), oft sind dies höhere Baumstümpfe. Eine Beute wäre sozusagen ein gehobelter Luxus-Baumstumpf! :wink:
    Ich habe als Anfänger keine Ahnung, wie schädlich seltene und vergleichsweise kurze Störungen dieser Art für die Bienen wirklich sind.
    Aber immerhin wird überall geschrieben, man möge die Beuten auch im Winter auf losgerissene Deckel und Wetterschutzverkleidungen hin kontrollieren, nicht damit die im Wind herumschlagen und dadurch die Bienen ständig in kräftezehrender Alarmstimmung halten.


    Übrigens würde ich wetten, dass ein Fuchs Bienenwaben mit Honig und Larven darin mit Herzenslust verspeisen würde, käme er heran. Aber dass er versucht, die Beuten aufzubrechen oder gar damit Erfolg haben könnte, das glaube ich natürlich auch nicht.


    Aber ich weiß nicht, ob zum Beispiel ein Schwarzspecht vor einem Hasengitter, dass wenig Abstand zur Beute gebaut, ein Hinderniss darstellt? Wenn der wirklich Hunger hat, könnte das vlt. kein Problem mehr für ihn sein? Oder hat da jemand Erfahrungen dazu?


    Erfahrung nicht, aber wenn du nicht den allerschwächsten Draht nimmst, halte ich es für ausgeschlossen, dass er da durchkommt. Er muss halt ein wenig Abstand zum Holz sein und straff gespannt sein, das ist ja klar. Mehr Abstand und dafür weniger Spannung geht natürlich auch.


    Früher wurden doch sogar die Waldameistenhaufen mit so einem Geflecht abgedeckt, um Spechtfraß zu verhindern. Was den Grünspecht abhält, hilft auch gegen den Schwarzspecht.


    Gruß
    hornet

  • Hallo


    Die Beuten mit Jutegewebe einwickeln ist eine scheinbar ganz brauchbare und kostengünstige Lösung. ( Stichwort Kartoffelsack )
    Mein Imkerpate hängt einen alten Mantel über die Beute - fertig.


    Gruß

    Der untrügliche Gradmesser für die Herzensbildung eines Menschen ist, wie er die Tiere betrachtet und behandelt.

  • Meine Segeberger waren immer Grün gestrichen und hatten im Winter immer große Löcher in der Zarge :evil:


    Dann habe ich hier im Forum gelesen das man die Beute mit den Farben: rot, blau und gelb streichen soll, da der Specht nur auf hellbraune, braune, hellgrüne und grüne Beuten bevorzugt.


    Vor 7 Jahren im Sommer habe ich alle meine Segeberger in den Farben blau, rot und gelb gestrichen und sie da, Spechtschäden im Winter adieu :daumen:


    Nun sieht mein Bienenstand wie eine Farbenschachtel aus, aber dafür keine Spechtschäden mehr.


    Noch was, es handelt sich um Grünspechte, Buntspechte hab ich bei den Bienen noch nie gesehen.


    Gruß
    Markus

  • Hallo
    ich hatte das Problem ebenfalls direkt am Hausstand bei Dadant Ries Beuten aus Holz. Abhilfe konnte durch ein aufgestelltes buntes Windrad (Baumarkt), welches sich immer mal dreht oder auch mal stehen bleibt, geschaffen werden. Der Specht ist mittlerweile 4 Jahre nicht mehr an die Beuten gegangen. Offensichtlich wird ein Gewöhnungseffekt durch die unregelmäßigen Bewegungen der Windmühle verhindert. Auch am Waldstand hilft das bisher gegen die Plage. Wenns`auch wie Jahrmarkt aussieht, ist es doch einfach aufzustellen und relativ günstig zu beschaffen.
    Gruß
    Tigerbiene

  • Hallo,


    ich habe bunten Stoff an die Seiten geheftet und mit dem Deckel festgeklemmt, weil die Beuten in dunkelbraun ansonsten angehackt wurden. Das hat bislang gut funktioniert (der Grünspecht fliegt noch durch den Garten, lässt die Kisten im Winter aber in Ruhe). In den feinen Netzen können ab und zu schon mal Vögel hängen bleiben und verenden.


    Grüße, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.