Faulbaum im Sumpf ?

  • Hallo, ich habe gerade 50 Faulbäume bestellt. Kann man die direkt in den Sumpf setzen, oder vertragen die keine Staunässe ?
    Bei Erlen hat das bisher prima geklappt.
    Bin einen neuen Bienenstandort am vorbereiten. Es kommen noch 25 Akazien.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Tachchen


    ich müsste zwar berufsbedingt das eine oder andere über Bäume wissen, aber da Faulbaum nicht wirklich ein forstlich erwünschtes Gewüchs ist und sich unsereiner dementsprechend nicht wirklich dafür interessiert, muss ich leider passen.
    Aber Sumpf ist immer Grenzstandort für Bäume, dort wachsen eigentlich nur Erlen gut, evtl. noch Pappeln und Weiden. Je nach Wasserstand, Überflutungsdauer und -häufigkeit evtl. auch Ulme, Eiche, Birke und Esche als Auenwaldbaumarten. Aber Robinie eher nicht. Und sollen die Bienchen schon demnächst von deiner Pflanzaktion profitieren ? Das wird denkbar knapp, so 5-10 Jahre solltest du schon bis zur ersten vernünftigen Blüte einplanen ;-).


    Grüße, Robert

  • Hallo Robert, es ist 0,5 ha, davon die Hälfte Sumpf, Quellgebiet und die andere Hälfte Wiese. Plane halt auch in die Zukunft. Im Sumpf sind halt die letzten 15 Jahre schon über 100 Erlen gesetzt worden, die auch irgendwann mal schlagreif werden. Eine Hecke von 100 Metern ist auch schon an der Längsseite gepflanzt. Die Hecke ist ausgewachsen.
    Habe jetzt gelesen Faulbaum ist auch was für das Moor.
    Mal sehen was es gibt, die Hälfte in den Sumpf die andere Hälfte aufs Trockene.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Marcus,
    Sumpf ist nicht gleich Moor!
    Faulbaum ist meines Wissens Unterholz in nassen Wäldern.
    Wir haben einen aber am völlig falschen Standort gepflanzt - sonnig, aber in feuchter lehmiger Erde.
    Blüht auch jedes Jahr und wird reichlich von Bienen besucht.
    Blütezeit ist fast das ganze Jahr.
    Im Gartenkatalog werden seine Ansprüche wie folgt beschrieben:
    Faulbaum Rhamnus frangula,
    Besonders wichtige Bienenweide. Gut für Wildhecken und Randpflanzungen. Braucht nach der Pflanzung viel Wasser.
    Blüte unscheinbar, 5-6, Höhe 2-5m, Breite 2-4 m.
    (Unser ist höher...)
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Faulbaum nicht auf staunasse Standorte pflanzen, am Rand schon. Er wächst auch gut auf frischen Böden.
    Dauernass verträgt kein heimischer Baum wirklich, Weide und Pappel dann die Erle schon sehr lange, aber nicht ganzjährig.


    Grüße

  • Moin, moin,


    der kann schon recht nass stehen, in der Zeigerwertskala steht er man so eben vor den Nässezeigern. Der übernächste Schritt auf einer zwölfteiligen Skala sind dann schon Wasserpflanzen. Im Moor steht er auch recht nass. Außerdem eher sauer als basenreich. Ein Kalksumpf wäre also nicht recht. Unter dicht stehenden Erlen bringt er nicht viel, ein wenig Licht hat er gerne.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo, danke für die Antworten. Dann werde ich die Hecke mit den Faulbäumen verlängern und ihn in den Übergangsbereich von Sumpf zum Festland setzen. Das mit den Erlen im dauernassen Sumpf funktioniert sehr gut. Auch vor der Aufpflanzaktion wuchsen dort schon Erlen, aber nur wenige. Hauptsächlich so komische Weidenbüsche, die nicht geblüht und alles überwuchert haben.
    Für den eigentlichen Sumpf habe ich noch 10 Sumpfzypressen, mal sehen ob die ihren Namen alle Ehre machen.
    Bis bald
    Marcus

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  • Für den eigentlichen Sumpf habe ich noch 10 Sumpfzypressen


    dann pass nur auf, dass Dir der Naturschutz nicht auf den Sumpf rückt - nach Deiner Beschreibung dürfte dieser Sumpf sicher geschützter Biotop sein - auch wenn es Privatgrund ist

  • Moin


    wächst in Mooren nicht auch Heidekraut (Glockenheide Erica tetralix)? Vielleicht wäre das mal ne standortgemäßere Idee als deine Sumpfzypressen ;-)


    Grüße, Robert

  • Hallo Klausi,
    die Naturschützer waren schon da. Mein Vater hatte die Idee eine Kultursprengung zu machen, also einen See entstehen zu lassen. Das wurde verworfen.....


    Dann fiel der Blick der Naturschützer auf die Mammutbäume und die Sumpfzypresse:


    Naturschützer: Die müssen weg, die sind nicht einheimisch


    Vater: Ob er wüßte, wo die ganze Braunkohle im Westerwald her sei....? Bestimmt nicht von der Fichte !


    Naturschützer: Er gehe aber weit zurück mit Einheimisch, aber trotzdem Neophyt usw.


    Vater: Wir sind ja auch gegen Menschen freundlich, die nicht einheimisch sind, die müssen ja auch nicht einfach weg.


    Diskussion beendet
    Geschützt ist da nichts, den von der unteren Naturschutzbehörde war die Sache neu.


    Ziel ist es eine Weichholzaue entstehen zu lassen, was ja irgendwann sowieso passiert wäre. Vor ganz langer Zeit wurde der Sumpf noch gemäht, es sind auch noch Reste von Entwässerungsgräben vorhanden. Die Weidenbüsche hatten den Sumpf schon bewachsen, danach wären dann von selbst die Erlen gekommen (die schon vereinzelt da waren) und hätten die Weiden verdrängt. So wurde uns das von der Naturschutzbehörde erklärt. Wenn du Zypressen ärger machen, weiß man ja wo sie aus dem Boden kommen und kann sie entfernen, ist ja kein Springkraut oder Riesenbärenklau.


    Robert ich glaube Sumpf und Moor sind 2 verschiedene Sachen, kenne mich ja auch nicht aus.


    Mit sumpfigen Grüßen


    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Ich habe mir zahlreiche Faulbäume auf meiner staunassen Wiese gepflanzt. Die Wiese steht zwar hauptsächlich nur im Winter unter Wasser, doch kommen die Faulbäume bei mir super klar damit.
    Auf vielen Seiten wird der Faulbaum auch als Nässeliebhaber angeboten.
    Im übrigen findet man den Faulbaum im Wald sehr oft unter hohem Baumbewuchs, also sollte er auch als Unterpflanzung geeignet sein.
    Peter

  • Moin Peter,


    er kommt auch mit Schatten klar, aber wenn Du Blüte und Bienennahrung suchst, bringt er zumindest halb in der Sonne mehr. Und 50 Stück sind ja nicht überviele, da sollte die Trachtwirkung schon untersützt werden... Die Vögel tragen dann die Samen sowieso auch in den Schatten. Rehböcke fegen die übrigens gerne zuschanden...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Zitat

    Rehböcke fegen die übrigens gerne zuschanden...


    und nicht nur die Rehböcke... Ich kann mich an Zeiten erinnern da wurde der Faulbaum "geschält" und die Rinde gesammelt. Daraus wurden dann bestimmte Medikamente hergestellt.
    Ist aber schon lange her, heute wird der Faulbaum hier immer weniger, dafür gibt es immer mehr Entwässerungsgräben etc. .....
    Damals gab der Faulbaum einen prima dunklen aromatischen Honig.


    Beste Grüße
    Hartmut