Heidehonig mein erster

  • Bei uns hat die Heide in diesem Jahr besonders gut geblüht und gehonigt. Auch meine Bienen haben sich da was geholt, zum erstenmal so viel, dass wirklich fast reiner Heidehonig entstand. Allerdings trugen sie ihn nur in die Bruträume. Die Honigräume blieben völlig leer - auch in den vergangenen Sommermonaten war in diesem Jahr nur sehr sehr wenig Honig in den Honigräumen.


    Ich nahm die Waben mit Heidehonig aus den Bruträumen, weil ich las, dass die Bienen diesen Honig im Winter nicht gut vertragen.


    Trotz Stippens hing nach dem Schleudern noch ca. 20 % des Honigs in den Zellen. Ist das immer so mit dem zähen Heidehonig? Den geschleuderten Honig filterte ich nur durch das grobe Sieb, durch das feine wäre er gar nicht oder nur sehr langsam gesickert. Dennoch habe ich ihn jetzt (2 Tage später) durch das feine Sieb gegossen, und er ging durch.


    Jetzt frage ich, ob Heidehonig eigentlich gerührt werden sollte. Ich nehme an, dass er seine zähflüssige, geleeartige Konsistenz behalten wird, auch ohne Rühren. Was meinen die erfahrenen Heidjer dazu?



    Holbee

  • Hallo Holbee,


    die abzuschleudernden oder zu pressenden Heidehonigwaben sollten möglichst Brutraumtemperatur haben. Ebenso sollte der Schleuder- / Pressraum auch gut temperiert sein. Dann läuft der Honig besser aus dem Wachs und durch das Feinsieb. Zur Verhinderung der Kristallbildung ist selbstverständlich zu rühren.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Wie "stippt" man den den Heidehonig am besten? Muß man zusätzlich noch entdeckeln oder reicht es, wenn man "stippt"? Ich habe weder ein entsprechendes Gerät da, noch bin ich geneigt, für eine Malerrolle, in die ein paar Nägel gesteckt wurden, 65 EUR !!!!! zu zahlen. Welche Hifsmittel nehmt Ihr dafür?


    Honiglöser: http://www.holtermann-shop.de/…g-loesen-und-pressen.html


    Die kleinere Walze sieht aus, wie eine Plastikhaarbürste aus dem VEB. Über die primitive, aber 168 EUR teure, zusammengeschraubte Apparatur von der Seite will ich noch nicht mal reden.

  • Der hier ist sehr gut geeigent:
    http://www.swienty.com/shop/vare.asp?side=0&vareid=107331


    Die

    Zitat

    die primitive, aber 168 EUR teure, zusammengeschraubte Apparatur

    ist gar nicht so primitiv. Sie arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie der oben genannte Stipper von Swienty und ist mit Abstand besser als die Walzen.
    Kleine mit Federn gelagerte Plastikstifte fahren beim stippen in die Zellen und lösen so den Honig. Beim großen Stipper wird die komplette Wabe von beiden Seiten zugleich gestippt, beim kleinen Stipper muß man eben mehrmals ansetzen und jede Wabenseite einzeln bearbeiten.


    Den kleinen Stipper werde ich in Kürze im Imkermarkt anbieten ;-)


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Moin


    Den kleinen Stipper, welcher auch von Holtermann für 168,-€ angeboten wird, habe ich auch.
    Für ein paar Völker in der Heide - für mich allemal gut genug.
    Ich habe Ihn vor langer Zeit aus Dänemark, direkt vom Hersteller nach Deutschland eingeführt.


    Von der Walze wurde mir von verschiedenen Seiten abgeraten, auch aus Gegenden wo Heidehonig den Hauptteil der Ernte ausmacht.


    So isses aber immer im Leben - erst investieren, dann verdienen.


    @ bienetotal:
    ich mache es so: erst entdeckeln, dann schleudern.
    So kommt erst einmal der flüssige Honig aus den Waben, welcher kein Heidehonig ist (bei mir früher viel Thymianhonig)
    Danach die Waben stippen und noch mal schleudern.
    Jetzt kommt der reine Heidehonig aus den Waben.


    @ Holbee
    Ja es bleibt ein Rest in den Waben.
    Gerade bei unbebrüteten Waben, welche ich dieses Jahr benutzen musste, verbleibt ein Rest in der Wabe, weil sich beim Stippen, so wie ich es mache, ein Teil der Wabennäpfe biegt. Hinter der "Biegung" bleibt der Honig eben drin...
    Bei dem etwas teureren Gerät, welches sich Hartmut kaufen will, wird diese "Biegung" nicht auftreten, da direkt von beiden Seiten gleichzeitig gestippt wird.
    Ich habe "nur" eine 3 Wabenschleuder mit Handantrieb.
    Ich könnte mir vorstellen, das eine Schleuder mit Antrieb und Programmfunktion mehr "Ausbeute" generieren mag.
    Nein, ich werde mir deswegen keine neue Schleuder mit Motor und Programmfunktion zulegen.
    Die Waben kommen dann zum Auslecken auf die Völker zurück.
    So kommen dann alle Völker in den Genuss von lecker Heidehonig ;-)


    Ja und warum sollte Heidehonig nicht gut zum überwintern sein?
    Kommt meines Erachtens immer auf die Menge drauf an, oder?


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Nachtrag:
    Den großen Stipper von Swienty nutze ich schon mehrere Jahre. Wenn man sich mit einem anderen Imker in die Kosten teilt ist der Preis erträglicher.
    Ich möchte zu keinem anderen Lösegrät mehr zurück. Wenn man überlegt wie lange man an einer Wabe steht um sie mit der Hand zu stippen, Wabenbruch etc. :-(((
    Mit der Maschine dauert das keine halbe Minute.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo Hartmut


    Ich frage mich schon die ganze Zeit, wie man den "großen Stipper" wieder vernünftig sauber bekommt? Kann man die beiden Seiten komplett aufklappen, wie ein Buch, oder gibt es einen anderen gute Trick?


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo in die Runde,
    hallo Hartmut.


    Wie "stippt" man den den Heidehonig am besten? Muß man zusätzlich noch entdeckeln oder reicht es, wenn man "stippt"? Ich habe weder ein entsprechendes Gerät da, noch bin ich geneigt, für eine Malerrolle, in die ein paar Nägel gesteckt wurden, 65 EUR !!!!! zu zahlen. Welche Hifsmittel nehmt Ihr dafür?


    Honiglöser: http://www.holtermann-shop.de/…g-loesen-und-pressen.html


    Die kleinere Walze sieht aus, wie eine Plastikhaarbürste aus dem VEB. Über die primitive, aber 168 EUR teure, zusammengeschraubte Apparatur von der Seite will ich noch nicht mal reden.




    Ein Bekannter und ich wollen dieses Jahr mit ca. 15 Völkern in die Heide wandern.
    Wir würden auch relativ günstig an den Honiglöser von Holtermann (Originalpreis 168 Euro) kommen.



    Wie sind deine, wie sind eure Erfahrungen mit diesem Honiglöser???


    Wie genau ist das Funktionsprinzip?
    - Muss ich vorher entdeckeln?
    - Durchstoßen die Stifte die Mittelwand?
    - Lege ich die Wabe flach auf den Tisch und stippe dann mit dem Gerät?
    ...


    Ich bin gespannt auf eure Erfahrungsberichte...


    Beste Grüße,


    Axel


    P.S.: Wir wollen die "Nemitzer Heide" in unserem Landkreis Lüchow-Dannenberg anwandern, hat da jemand aus dem Forum bereits Erfahrungswerte?

  • Moin



    Wie sind deine, wie sind eure Erfahrungen mit diesem Honiglöser???


    Bei 3 Völkern - reicht es mir aus, bei 15 Stück ? Frag mal Hartmut ;-)
    Ansonsten:
    http://www.swienty.com/shop/default.asp?catid=1131

    Wie genau ist das Funktionsprinzip?
    - Muss ich vorher entdeckeln?


    Ja, siehe mein Kommentar weiter oben

    - Durchstoßen die Stifte die Mittelwand?


    Normal nicht, kommt aber auf deinen Kraftaufwand an

    - Lege ich die Wabe flach auf den Tisch und stippe dann mit dem Gerät?


    Ersetzte Tisch gegen Lebensmittelechte Edelstahlwanne mit geradem Boden - z.B. den Deckel des Entdeckelungsgeschirrs


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935