Tote Bienen am Flugloch

  • Hallo ihr's,


    heute ist mir der Schreck in die Glieder gefahren, als ich Nachmittags bei starkem Regen auf dem Flugbrett und davor an die 40 tote Bienen fand. Sie hatten die Zunger rausgestreckt, die Flügel waren wie zum ventilieren ausgebreitet und der Hinterleib etwas nach unten gebogen.


    An anderen Völkern fand ich keine toten Bienen.
    Auffallend ist, daß ich am Tag vorher das Volk durchgesehen habe um die Futtersituation zu prüfen.



    Das Volk ist relativ stark (Ableger). Da Api Life aufliegt, mußte ich dazu die Streifen kurz wegnehmen und zum Schluß wieder auflegen. Ich habe sie in Propolisgitter gehüllt und die Damen haben es ganz schön mit Propolis abgedichtet. Also legte ich die Streifen so, daß wieder mehr verdunsten kann. (90 Grad gedreht)
    sonst war nichts auffälliges, außer daß das letzte Rähmchen nur sehr schwer wieder reinging. Möglich daß ich da einige Bienen gerollt habe. Sonst ging alles super, ohne Handschuh und ohne Schleier. Und nur 1 Stich weil ich eine gedrückt habe.


    Zwei Stunden später (die Sonne schien drauf, es war warm) saßen dann 2-300 Bienen auf der Zargenwand außen. Ich vermutete wegen des wieder stärkeren Thymolgeruchs. Am Abend waren sie aber wieder alle in die Beute zurückgekehrt.


    Am nächsten Tag morgens regnete es schon (heute) und es saßen nur wenige Bienen am Flugloch. Keine Toten.


    Gegen 15 / 16 Uhr fand ich dann diese 40 Bienen. Heute regnete es fast den ganzen Tag, trotzdem flogen vereinzelt Bienen. Aber großer Flugverkehr herrschte nicht.


    Soweit ich es sehen kann sind es ältere Bienen. Aber sie wurden durch den Regen naß und dunkel. Eine lebte noch, sie schien die Hinterbeine nicht bewegen zu können.


    Nach 16 Uhr bis ca. 20 Uhr fand ich keine toten Bienen mehr auf dem Flugbrett.



    Was meint ihr ist hier passiert? Rausgestreckte Zunge = Vergiftung ???
    Oder gibt es noch andere Ursachen für rausgestreckte Bienenzungen?


    Könnte es durch den plötzlich wieder stärkeren Thymoldampf verursacht worden sein? Aber die Streifen liegen schon 2-3 Wochen drinnen...


    "Normaler" Totenfall ist das doch nicht, oder?


    An den danebenstehenden Kästen gab es keine auffälligen Todesfälle.
    In ca. 500 Meter Entfernung wurde im Frühjahr ein Feld gegen einen Käfer gespritzt. Jetzt wurde dort eine Gründüngung angseäht, die langsam anfängt zu blühen (keine Ahnung was das ist).



    Bin etwas ratlos...
    Kommt eine Vergiftung von außen?
    Oder war meine Durchschau der Grund?



    Alex

  • Hallo Alex ferndiagnosen sind nicht so einfach


    daher eine Frage


    wie groß ist das Flugloch! könnte es stille räuberei sein?


    welche Frabe haben die Blüten der Gründüngung?


    Welche Käfer wurden denn da in welcher Kultur bekämpft?


    War es Raps?


    Vergiftungen kommen zunächst immer erst mal von Außen es sei denn du schüttest selber was rein oder Frefel!


    Bei 40 Toten ist das aber eher nicht der Fall!


    Schäden durch vergifteten Pollen könnte es natürlich auch sein! Dazu muss man aber dann doch deutlich mehr wissen als du da an Vorab Info hast!



    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Alex,
    wie groß ist dein Anflugsbrett? Es kann nämlich Vorkommen, dass die Bienen die toten Bienen bei starkem Regen nicht weit genug raustragen und diese dann auf dem Anflugbrett liegen bleiben.
    Wenn die Gründüngung gelb blüht dann ist es vielleicht Senf. Der blüht bei uns gerade in Massen.
    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Danke für Eure Antworten!


    Es lagen nun keine weiteren tote Bienen mehr am Flugloch. Nur noch die "normale" Anzahl. Obwohl immer wieder eine mit ausgestreckter Zunge davor liegt.


    Sicher hatten die 40 toten Bienen etwas mit dem kalten Regenwetter zu tun, sonst wären sie evtl. weiter weg transportiert worden. An Vergiftung von außen glaube ich nun auch nicht mehr, da mittlerweile schöne Flugtage waren und keine Auffälligkeit mehr auftraten.


    Also muß es evtl. mit meiner Nachschau zu tun haben. Ich würde gerne wissen, was ich da falsch gemacht habe. Die Bienen waren ruhig, ich habe ohne Handschuh und Schleier gearbeitet, alles lief gut. Nur ein Stich weil ich eine Biene gedrückt habe.


    Nur die letzte Wabe hat Probleme gemacht, die brachte ich erst beim zweiten Versuch wieder rein. Beim ersten Versuch gab es Widerstand und ich holte sie wieder raus, rückte die restlichen Waben enger und dann gings. Zwar immer noch eng aber ohne hängenbleiben.


    Kann es sein daß ich beim ersten Versuch (als Widerstand zu spüren war) so viele Bienen gekillt habe?
    Oder beim zusammenrücken der restlichen Rähmchen?
    Das hätte ich aber doch durch kurzes aufbrausen gemerkt - oder?
    Ich gebe die Waben nur im Zeitlupentempo wieder rein...


    Das Flugloch ist ca 5 Finger breit, 0,5 cm hoch. (Mauskeil ist drinnen)
    Die Gründungung könnte Buchweizen sein, allerdings scheinen die Blütenknospen eher gelb zu sein (gibts den Buchweizen auch in gelb blühend?)
    Vorher war dort Getreide angebaut das im Frühjahr gegen einen Käfer gespritzt wurde, der das dritte Blatt des Halmes frißt. Ich habe die Info nur aus zweiter Hand, da ich nicht selbst mit dem Bauern gesprochen habe.
    Das Anflugbrett ist ca. 10 cm breit und waagerecht (nicht schräg).


    Das Volk ist stark, an kalten Tagen/Nächten sind von unten nur noch 4 der 10 Rähmchen sichtbar, der Rest ist durch die "Traube" verdeckt. Ein Blick durch die Folie zeigt überall Bienen die nur "rumhängen", die komplette Zargeninnenwand ist dicht besetzt. Trotzdem herrscht guter Flugbetrieb.


    Eigentlich zu viele Bienen für 1 Zarge? Mir kommt es sehr eng vor, aber mein Pate riet zu dieser Jahreszeit von einer zweiten Zarge ab.


    Ich fürchte ich werde nicht mehr rausbekommen, was da los war. Nur würde ich gerne wissen, was ich evtl. bei der Nachschau falsch gemacht habe - oder ob es durch das neu anordnen von Api Life Var sein kann, weil plötzlich wieder mehr verdampft ist?


    Danke Euch,


    Alex