Tipps für Herstellung und Pflege eigener Silikonformen gesucht

  • Hallo,


    so langsam wird es ernst. Habe von meinen 3 Völkern im 1. Jahr ca. 3,5 kg Wachs im Sonnenwachsschmelzer gewonnen:Biene:
    Ich war selber über die Menge überrascht. Futterreste und der grobe Dreck sind nicht mehr dabei. Viel Drohnenbau, Entdeckelungswachs und ein paar wenige alte Rähmchen (auf denen ich die Ableger bekam)
    Nun will ich mir aus 2K Silikon selber eine Mittelwandgießform und verschiedene Kerzengießformen "abgießen"
    Um ein Gefühl für die Verarbeitung des 2K Silikons zu bekommen, habe ich mir 4 Schmelzklebesticks abgeformt, da ich meine Metflschen auf dem Korken versiegele. Dazu arbeite ich mir Siegelwachsgranulat zu Sticks um, die ich in einer extra Schmelzklebepistole verarbeite. Mit Baumarktsilikon aus der Kartusche funktionierte das nur unbefriedigend und die Sticks waren ungenau, mußten mit dem Teppichmesser nachbearbeitet werden und es jauchte entweder hinten aus der Pistole raus, oder die Sticks verklemmten sich :evil:
    Ich habe jetzt 4 Schmelzklebesticks mit ein paar Streichhölzern so zusammengezimmert, das sie im Silicon "schweben". Dann ein Stück 60mm PP Abflußrohr mit einem Stopfen blind geflanscht, das Rohr von innen und die Sticks mit Teflon-Spary eingedieselt, das Gebilde aus den Sticks mittig reingestellt und mit der Silikonmixtur übergossen. Nach 2 Tagen das Rohr runtergedremelt, an den Seiten mit dem Teppichmesser die Form aufgeschlitzt und die Klebesticks rausgepult.
    Schaut recht gut aus.


    Meine Frage ist nun, wie behandele ich die Master, wenn sie aus Bienenwachs sind? Der Schmelzkleber ist da chem. gesehen, völlig problemlos gewesen.
    Ich habe wo gelesen, das verschiedene Gießharze, Ester und auch Bienenwachs das vernetzen des Silikonharzes an der Oberfläche verhindern können, so das der Abguß misslingt :cry:
    Kann man dem mit einer höheren Dosis Vernetzer gegensteuern? In der Anleitung steht 2-3% zugeben. Geliefert werden nur 2%, das Zeug gibts aber auch einzeln.
    Was soll ich als Trennmittel verwenden? Ich dachte da entweder an Teflon-Spray oder Siliconspray.
    Was soll ich nach erfolgreichem Abguß als Trennmitel zur Pflege der Gußform verwenden? Teflon-, Silicon, oder was ganz Anderes?
    Das 2K Silicon ist ja nun auch nicht sooo billig, da möchte ich möglichst keine Fehler machen :-D


    Gruß Gerald

  • Moin,
    2K Silikone gibt es deren viele - hast du wenigstens mit lebensmittelechtem und/oder Dentalsilikon gearbeitet?
    Das schrumpft fast überhaupt nicht (unter 0,5%) und gibt es in verschiedenen Festigkeitsklassen.
    Und da konnte ich bislang nicht feststellen, daß Wachs beim Abformen das Aushärten behindert...
    Das Wachs sollte allerdings weder zu kalt noch zu warm sein - ich hab bislang aber nur Seifenformen gemacht, die ich aus Wachs geschnitzt habe, keine allzu filigranen Formen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Bei dem Silikon handelt es sich um Creato RTV/NV - also RaumTemperaturVernetzend NiedrigViskos
    Was sich mir nicht erschließt, warum soll ich zum Kerzengießen Lebensmittelechtes Silikon verwenden? :eek:
    In den Völkern nehme ich nur Anfangsstreifen aus gekauften Mittelwänden (noch jedenfalls)
    Bei den Anfangssteifen will ich ohnehin bleiben. Ist materialsparend, unkontaminiertes frisches Wachs, ich bekomme keine Wellen rein, sondern wie mit der Wasserwaage gebaut :daumen:
    Die Temperaturbeständigkeit ist gegeben. Kurzzeitig kann man die Form sogar mit 250°C belasten, da sind knapp 100° kein Ding.
    Mir ging es halt um den Aspekt, des Vernetzens bis an die (Wachs)oberfläche, bzw. wie ich ggf. den abzuformenden Gegenstand aus Bienenwachs vorbehandeln muß, damit das Silikon durchhärtet.
    Und eben das geeignetste Trennmittel, das die Form schont und somit die Standzeit erhöht.
    Es wird von mindestens 100 möglichen Abformungen gesprochen - nur 100 MW sind für eine Form nicht gerade eben viel. Soviel haben lt. Suchfunktion hier schon Leute verheizt, bis der Prozess richtig rund lief :wink:


    Gruß Gerald


    PS Selbst Meister Holtermann verkauft dieses "Wald und Wiesensilkon" und weist nicht daruf hin, das es nicht für MW Gießformen geeignet wäre http://www.holtermann-shop.de/advanced_search_result.php?XTCsid=399a15e64c57cd1546d8d74064fbcd4b&keywords=silikon&x=8&y=4

  • Hallo !


    :oops: Okay, nur für Kerzen kann man alles nehmen - ich hatte MWs im Kopf....:wink:


    Na, für Mittelwände nimmt Neustadt-Imker ja hoffentlich auch nur unbehandeltes Wachs,
    also nur Entdecklungswachs oder vom Drohnenschneiden .


    beeventure
    Schöne Anleitung.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo,


    so, ich habe nun meine Silikonform für Flaschensiegellack eingeweiht und konnte erste Erfahrungen sammeln :daumen:
    Wobei Siegellack in der Verarbeitung vielleicht etwas speziell ist. Denn er ist zum einen dickflüssig (deutet aud einen feststoffanteil hin) und fängt dann auch recht bald an Blasen zu werfen.
    Ich muß die Gußform zum Aufheizen mit in die Backröhre stellen, denn ansonsten kommt der Lack garnicht unten an, sondern erstarrt an der kalten Wandung :evil:
    Desweiteren muß ich wegen der Ausgasungen und der Schrumpfung beim Erkalten immer wieder was nachfüllen.
    Gummis allein um die Form reichen nicht, da die Schmelze duch jede Ritze langsam rauskriecht und die Gummis sich nicht vom erstarrten Siegellack trennen lassen.
    Ich bin dann auf Paketklebeband gekommen, das funktioniert prima, um die Form zusammen zu halten.
    Das Abkühlen der Form würde an der Luft ebenfalls ewig und 3 Tage dauern.
    Ich habe die Form dann mit Inhalt in kaltes wasser geworfen. Selbst darin kann sie eine halbe Stunde verbleiben.
    Das Ausformen geht recht easy vonstatten :)
    Ich habe weiteres Silikon nachgeordert und werde mich bei Gelegenheit auf Formen für die Mittelwand und die Kerzen stürzen. Ich vermute fast, das das Handling mit Wachs eher einfacher ist, da das Wachs dünnflüssig ist und der Bereich zwischen Schmelzen und Kochen wesentlich breiter ist.


    Gruß Gerald