Behandlungserfolg bei MS?

  • Hallo,


    Ich hatte am 4. Juli einen Brutableger gemacht, um die Varroa-Behandlung nach Liebigs TuB-Konzept zu machen. Diesen Ableger habe ich am 28. Juli (es war keine Brut mehr vorhanden) mit 15% MS besprüht. Bei dieser Gelegenheit habe ich gleich die nachgeschaffte Königin gezeichnet.


    Vergangenen Montag habe ich die Schubladen eingeschoben um zu sehen welche Völker eine zweite (AS-)Behandlung benötigen. Eigentlich sollten die Schubladen nur 3 Tage in den Völkern bleiben, ich bin aber erst am Wochenende dazu gekommen, auszuzählen, also waren die Schubladen etwa 5 Tage drin.


    Beim oben erwähnten Ableger sind 527 Milben (also mehr als 100 pro Tag) gefallen.


    Da ist doch etwas ganz mächtig schief gelaufen? Diese Anzahl hätte ich in den ersten Tagen nach der Behandlung (also Ende Juli bzw. Anfang August) erwartet. Aber doch nicht mehr als vier Wochen nach der Behandlung?


    Was mache ich jetzt mit diesem Volk? Im Moment tendiere ich dazu, die Handgranate einzuwerfen und danach zusätzlich einen Langzeitverdunster. Oder besser noch: Langzeitverdunster einstellen und für den Hadgranaten-Effekt etwas extra-AS auf den Docht geben.


    Meinungen? Vorschläge?

  • Der hohe Totenfall der Varroa steht in keinem Zusammenhang mit der Milchsäurenbehandlung. Definitiv viel zu viel! => Handgranate, wenn Du noch was retten willst.


    Gruß
    Bernhard

  • Der hohe Totenfall der Varroa steht in keinem Zusammenhang mit der Milchsäurenbehandlung. Definitiv viel zu viel! => Handgranate, wenn Du noch was retten willst.


    Und nach der Handgranate nochmal Langzeitbehandlung, damit die Varroa in der Brut auch mitgenommen wird? Muss ich eine Wartezeit vor der Langzeitbehandlung einhalten?

  • Würde ich abhängig davon machen, wie viele Milben nach der Handgranate fallen. Im Moment sollen ja eigentlich die Winterbienen schlüpfen. Ist Mist, wenn die Winterbienen jetzt alle einen Knacks kriegen.


    Die Faustformel laut Liebig (für September/Oktober):


    bis zu 10 Milben/Tag: mit 300 multiplizieren
    bis zu 50 Milben/Tag: mit 200 multiplizieren,
    über 50 Milben/Tag: mit 100 multiplizieren.


    Bei den von Dir erfassten 105 Milben/Tag bedeutet das, daß etwa 10.540 Milben (eventuell 10.541 Milben :wink:) bei Dir im Volk sind. Nach der ersten Handgranate die toten Milben zählen. Reicht das nicht: Nochmal Handgranate.


    Sicher können die Bienen daran sterben - ohne diesen Versuch aber ziemlich wahrscheinlich noch im nächsten Monat.


    Ich verstehe noch nicht, weswegen Du nur einmal Milchsäure gesprüht hast? Die Milchsäure erfasst die Milben in den Brutzellen nicht, es schlüpfen immer genug nach. Deswegen Milchsäure immer in Blockbehandlung, also mehrfach hintereinander im Rythmus des Schlüpfens der Bienenbrut.


    Eventuell irgendwas zur Stärkung der Bienen füttern. (Neopoll C.)


    Viele Grüße
    Bernhard


  • Die Faustformel laut Liebig (für September/Oktober):


    bis zu 10 Milben/Tag: mit 300 multiplizieren
    bis zu 50 Milben/Tag: mit 200 multiplizieren,
    über 50 Milben/Tag: mit 100 multiplizieren.


    Hast Du da mal einen Link?

    Zitat


    Ich verstehe noch nicht, weswegen Du nur einmal Milchsäure gesprüht hast? Die Milchsäure erfasst die Milben in den Brutzellen nicht, es schlüpfen immer genug nach.


    Das Volk war doch brutfrei. Die alte Brut war ausgelaufen und die neue Königin hatte noch nicht angefangen zu legen. Das soll doch genau der Trick beim TuB-Konzept sein.


  • Das Volk war doch brutfrei. Die alte Brut war ausgelaufen und die neue Königin hatte noch nicht angefangen zu legen. Das soll doch genau der Trick beim TuB-Konzept sein.


    Hallo,


    ich habe im Abstand von etwa 5 Tagen bei brutfreiem Zustand und abends, wo fast alle Bienen drin waren mit MS gesprüht, trotzdem habe ich zur Zeit noch einen Milbenfall von 3 bis 8 Milben pro Tag. Daher werde ich immer zweimal besprühen und drauf achten, dass möglichst alle Bienen erwischt werden, also nicht beim Flugwetter.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo !


    Hallo,


    Meinungen? Vorschläge?


    Ruhig bleiben,
    mit einer Bienenprobe* die Schadschwelle feststellen und nicht über Windeleinlagen* (ver)schätzen,
    danach entscheiden:
    Handgranate
    oder ....
    dem Befall entsprechend behandeln !



    Oder besser noch: Langzeitverdunster einstellen und für den Hadgranaten-Effekt etwas extra-AS auf den Docht geben.


    Häää ? ... Neee, das ist so nix ...



    Gruß
    der Bienen
    Knecht



    *)
    Bienenprobe: aktuelle Momentaufnahme
    Windel: Dauer der Einlage / Vor, Während, Nach (wie lange) der Behandlung / Liebig Faktoren ... alles einbeziehen ...

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Danke


    Zitat

    Da wird meines Wissens mit Oxalsäure gearbeitet, die ganz anders wirkt, als Milchsäure. Milchsäure muß wiederholt werden, sonst bringt das nix.


    Laut TuB-Poster kann man sowohl OS als auch MS nehmen. Angeblich wirkt MS besser, weil sich ja noch keine Wintertraube gebildet hat. Davon, dass man die Behandlung wiederholen soll, steht nix drin. Finde ich auch ein wenig unlogisch. Das Konzept ist ja gerade darauf ausgelegt, dass die Behandlung bei Brutfreiheit stattfindet. Die Wiederholung ist doch dadurch nötig, weil MS (und auch OS) nicht in die Brut wirkt. Hast Du mal eine Quelle für die Wiederholung der Behandlung trotz Brutfreiheit?


    Im Moment sehe ich zwei Möglichkeiten, was schiefgelaufen sein könnte:

    • Behandlung bei Flugwetter hat die Flugbienen nicht erwischt. Das ist jetzt zu lange her, und die Uhrzeit habe ich mir nicht aufgeschrieben.
    • Ich hatte die MS in einer Wasserflasche zum Stand transportiert und die Flaschen verwechselt. Aber dann hätte ich die MS getrunken haben müssen, und das hätte ich gemerkt :eek:


    Nachtrag: hat noch jemand Ideen, was schiefgelaufen sein könnte?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von joew () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Flugbienen kannst Du ausschließen, die tragen kaum Milben.


    Wie flächig waren die Bienen denn verteilt, als Du sie besprüht hast? Jede Wabe einzeln besprüht?


    Ich kenne die Verweildauer von Milchsäure nicht, aus eigener Anschauung glaube ich aber nicht an einer langen Wirkzeit. Oxalsäure ist zwei Wochen im Stock und an den Bienen zu finden. Entsprechend ist der Totenfall der Milben. Der normalisiert sich erst nach Wochen wieder. Daher ist eine Dosis Oxalsäure auf den Bienen wirkungsvoller, als eine Dosis Milchsäure.


    Mal eine andere Frage - wie viel Brut ist denn aktuell in der Kiste? Wie viele Waben?


    Gruß
    Bernhard

  • Wie flächig waren die Bienen denn verteilt, als Du sie besprüht hast?


    Relativ locker AFAIR. Nur die innersten Waben waren dicht besetzt.


    Zitat

    Jede Wabe einzeln besprüht?


    Aber ja doch...


    Und jetzt, nachdem ich den Branch vom Laptop meiner elektronisch und mit Versionsverwaltung geführten Stockkarte in den Hauptrechner gemerged habe, weiss ich auch woher dieser immense Totenfall herkommt:


    Am 30. Juli bis 11. August bekamen die Wirtschafstvölker eine Langzeitbehandlung.
    Am 11. August kamen die HR wieder drauf und ich habe die Einfütterung begonnen.
    Am 18. August waren die untersten Zargen zu etwa 90% brutfrei, also habe ich diese weggenommen. Die letzten 10% waren mir aber zu schade zum Einschmelzen, also habe ich sie gesammelt und dem oben erwähnten Volk zur Verstärkung eine zusätzliche Zarge mit (zusammengerechnet schätzungsweise) 3 vollen Brutwaben mit (behandelter) Brut dazugegeben.


    Bei dem oben erwähnten Totenfall handelt es sich also um den Totenfall durch die Langzeitbehandlung der Wirtschaftsvölker aus der ersten August-Hälfte. Der fällt erst jetzt, da die zugehörige Brut ja auch jetzt erst schlüpft.


    Ich glaube ich muss mich jetzt beeilen, die Handgranate wieder rauszuholen :eek: :oops:


    Dieses Volk kann vermutlich auf eine Langzeitbehandlung verzichten :cool:

  • Flugbienen kannst Du ausschließen, die tragen kaum Milben.


    Das scheint mir nicht zu stimmen. Nach einer Veröffentlichung, an die ich jetzt nicht herankomme, meiden die Milben die frisch geschlüpften Jungbienen, sitzen mit größter Besatzdichte auf den Pflegebienen und mit wachsendem Alter der Bienen nimmt die Besatzdichte langsam wieder ab, aber nicht drastisch. Die Flugbienen tragen deshalb in nicht unerheblichem Maße Milben und es ist wichtig, auch diese zu behandeln. Daher sollte die Behandlung nach Beendigung des Flugbetriebs erfolgen.


    Gruß Ralph