Zuckerlösung aufkochen?

  • Liebe ImkerkollegInnen,


    spricht etwa dagegen, die Zuckerlösung (Haushaltszucker) kurz aufzukochen, damit sich der Zucker besser löst?
    Bei der üblichen 3:2-Lösung setzt sich bei mir immer so viel ungelöster Zucker ab.
    Ich nehme sonst zwar immer fertiges Flüssigfutter; hatte aber ein bisschen zu wenig eingekauft.


    Beste Grüße
    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Wolfgang,


    ja dagegen spricht, dass beim Erwärmen von zuckerhaltiger Lösung sich HMF bildet: http://de.wikipedia.org/wiki/Hydroxymethylfurfural


    Also ich hatte das selbe Problem wie du und habe meinen Zucker nur in lauwarmen Wasser aufgelöst, hab die Lösung mit einem Mixer so gut 10 min gerührt und dann Abends in den Adamfütterer gegeben. Die Lösung war noch etwas trüb aber am nächsten Morgen beim Nachsehen, war er genauso klar wie der Apiinvert Sirup.


    Gruß Jan

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • Herrjeh, hier wird man sich wohl nie einig?
    Auch meine Info ist, dass HMF nicht bei normalem Haushaltszucker zustande kommt!
    Was ist nun richtig?


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo,


    laut Info eines Mitarbeiters des Bieneninstitutes Mayen, ist auch Haushaltszucker sehr wohl betroffen. Futtersirup IMMER KALT anrühren. Das sich bildende HMF soll relativ giftig für die Bienen sein und möglicherweise Ursache für so manchen Winterverlust. HMF bildet sich bei Zucker in saurer Umgebung. Je kühler umso langsamer, je wärmer desto schneller. Haushaltszucker und erst recht Honig sind schwache Säuren!


    Natürlich kann man sich die Frage stellen wieso beim Honig derart viel Gedöns über HMF-Werte gemacht wird. Einerseits großes Trara wenn Honig erhitzt wird und sich HMF bildet, andererseits die Frage ob man dann noch Getränke wie Glühwein, vor allem an Weihnachtsmärkten wo sie stundenlang kochen, überhaupt noch trinken darf. Auch da ist viel Zucker drin!
    Oder man denke an das Kochen von Marmelade, Gelee oder gar Latwerg.

  • Oha, gerade dieses Jahr habe ich mein Futter WARM angerührt ( nie gekocht). Wenn sich da Gift entwickelt, frage ich mich, wie lange dieses Dauert, bis es wirkt und WANN es wirkt?
    Scheinbar nicht gleich bei der Aufnahme zur Weiterverarbeitung, denn dann würden die Bienen ja direkt nach der Aufnahme sterben.
    Nun bin ich verunsichert und weiß nicht, wie ich handeln soll oder kann?

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Na da steht nur warmes Wasser schadet nicht und wo ist das Problem, einfach 2 bis 3 Stunden warten, nochmals umrühren und fertig ist der Sirup.



    Gruß Jan

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • da steh ebenfalls: Anders ist es dagegen, wenn man den Kristallzucker durch Kochen UND DEN EINSATZ von Säuren teilweise in Fructose und Glucose spaltet (invertiert) – wie es teilweise in älterer Imkerliteratur empfohlen wird


    Zitat ENDE


    Nun ja, in speziell meinem Fall wäre das "Problem", dass mein Zuckerwasser zwar nicht gekocht hat, aber durchaus erhitzt wurde - ich frage mich, ob dies Folgen hat.
    Man beschäftigt sich ja doch :oops: und macht sich Gedanken

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Stichwort: HMF (Hydroxymethylfurfural)
    Lies mal hier: http://www.diebiene.de/sro.php?redid=112306


    in diesem Artikel steht eindeutig, dass bei der Herstellung von Zuckerlösung aus Haushaltszucker kein HMF entsteht.


    Ich erhitze das Wasser für meine 2:3 - Lösung trotzdem nicht. Ich setze die Zuckerlösung in den 20l-Kanistern an, die ursprünglich mit Futtersirup gefüllt waren. Mit 10 kg Zucker und der entsprechenden Menge warmem Wasser befüllt wird der Kanister kräftig geschüttelt und zur Seite gestellt. Das Schütteln wird nach einiger Zeit, wenn sich der ungelöste Zucker unten abgesetzt hat wiederholt. Mehr als 3 Mal muss ich in der Regel nicht schütteln bis eine klare Lösung ohne Bodensatz entstanden ist.


  • Natürlich kann man sich die Frage stellen wieso beim Honig derart viel Gedöns über HMF-Werte gemacht wird. Einerseits großes Trara wenn Honig erhitzt wird und sich HMF bildet, andererseits die Frage ob man dann noch Getränke wie Glühwein, vor allem an Weihnachtsmärkten wo sie stundenlang kochen, überhaupt noch trinken darf. Auch da ist viel Zucker drin!
    Oder man denke an das Kochen von Marmelade, Gelee oder gar Latwerg.


    Das "viel Gedöns über HMF-Werte" bei Honig wird nicht gemacht, weil das HMF (für Menschen) schädlich sei - was es ja nicht ist, sonder weil HMF ein Indikator für Lagerschäden ist, sprich ein hoher HMF sagt, dass der Honig zu stark erhitzt wurde und damit an Qualität eingebüßt hat. Noch sensitiver ist die Invertase als Indikator für Wärmebehandlung, manche meinen zu sensitiv: http://www.apiservices.com/apiacta/hmf_ge.htm


    Vergleiche den HMF-Wert mal mit einer Blutuntersuchung. Häufig sind die gemessenen Werte dort auch nicht das direkte Problem, sondern sie weisen auf Krankheiten / Fehlfunktionen usw. an anderer Stelle hin, ähnlich ist es mit dem HMF bei Honig für Menschen. Nicht der Stoff HMF ist problematisch, sondern die Lagerung oder Erwärmung, die zu den hohen Werten geführt hat und damit andere Stoffe wie Enzyme, die nicht so einfach bestimmbar sind, geschädigt hat.


    Anders bei Bienen, für diese ist der Stoff ab einer gewissen Dosis problematisch und direkt gesundheitsschädlich. "HMF ist für Bienen giftig" (S. 2, http://www.ages.at/uploads/media/Bienenfutter.pdf). Daher werden beim Futter Werte < 20 ppm empfohlen.

  • Apropos Zucker lösen, habe von einem Kollegen den Tip bekommen, einfach alles in die Schleuder zu füllen und langsam den leeren Wabenkasten rotieren zu lassen. Funktioniert super mit meiner kleinen 4-Wabenschleuder und 50l Zuckerwasser 3:2.
    Gruss, Jan