Erfahrungen mit Lederhülsenbaum/ Gleditschie?

  • Robi mir wahnt, dass ich schon wieder auf mollige Weise kluge Geschäfte zu erledigen habe:lol:


    Die Definition von Neophyt erinnere ich so, dass es sich um Pflanzenarten handelt, die nach 1492 zu uns nach good old europe kamen !


    Und von welchem Ufer des Schwarzen Meeres der Wein ursprünglich kommt, ist bei den Anliegern immer noch sehr umstritten.


    Auf die Gesundheit...

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo,


    um den Thread wieder zu seinem eigentlichen Thema zurück zu führen, möchte ich meine Erfahrungen zu diesem Baum posten.


    In meiner näheren Umgebung stehen einige Lederhülsenbäume (etwa 30 als Kurpromenade vor 25 Jahren gepflanzt). Keiner dieser Bäume hat Stacheln. Ich fragte schon telefonisch bei uns im Landratsamt nach der Sorte, aber leider konnte man mir keine Antwort geben.


    Bei uns ist der Blühzeitpunkt des Lederhülsenbaums kurz nach der Linde und kurz vor der Euodia (dem Bienenbaum). In der Literatur kann man stets Angaben finden, die diesem Baum einen sehr guten Nektar- und einen guten Pollenwert bescheinigen. Dies deckt sich auch mit meinen Beobachtungen.


    Im Jahr 2011 blühten die Bäume in dieser Allee sehr gut. Man muss schon genauer hinschauen, um dies zu erkennen. Die Blüten sind in ihrer Größe und Farbe eher nicht so auffallend. Beim Betrachten der Bäume konnte ich einen sehr guten Beflug von Insekten (dabei Größtenteils Bienen) feststellen.


    Heuer war die Anzahl der Blüten erstaunlich gering, man musste sie direkt suchen. Es scheint also blütenreiche und blütenarme Jahre zu geben.


    Was das Wachstum des Lederhülsenbaums angeht, kann ich die hier gemachten Angaben von einem rasanten Wachstum nicht so ganz bestätigen. 2011 sammelte ich mir ein paar Samen. Die Keimrate war sehr gut. Allerdings scheinen die kleinen Pflänzchen doch recht anfällig zu sein. Es starben einige nach kurzer Zeit ab. Mein Eindruck war, dass die kleinen Bäumchen zu viel Nässe gar nicht vertragen und sofort ihre gefiederten Blätter abwerfen und sich, wenn überhaupt, nur schwer erholen. Das Wachstum ist bescheiden. Nach einer Wachstumsperiode sind die Bäumchen zwischen 20 und 30 cm groß. Meine gleichaltrigen Euodias sind etwa doppelt so groß. Es kann natürlich sein, dass sie in den nächsten Jahren noch Fahrt aufnehmen.


    Meiner Meinung nach ist der Lederhülsenbaum für Bienenhalter eine sehr interessante Pflanze, da er in einer Zeit blüht, in der es sonst schon recht wenig für die Bienen gibt. Aber gerade in dieser Zeit, sollte auf eine gute Versorgung Wert gelegt werden (Stichwort Winterbienen). Natürlich braucht man, wie bei allen Gehölzen, etwas Geduld bis man die ersten Blüten zu sehen bekommt.
    Zudem ist der Baum mit seinen feinfiedrigen Blättern eine echte Schönheit. Die Krone der Bäume ist auch nicht zu dicht, so dass darunter auch noch etwas Sonne kommt.


    Ich möchte den TE ermuntern es mit dem Baum zu versuchen. Zwar erscheinen mir die angegebenen Werte für Temperatur und Niederschlag für den Lederhülsenbaum nicht gerade als ideal, aber einen Versuch ist es doch Wert.


    Gruß
    Daniel

  • Hallo,
    in diesem Jahr sind hier die Akazien verregnet und für die Linde war es zu trocken.
    Trotzdem haben meine Bienen einen flüssigen, hellen und leckeren Honig eingetragen, laut Analyse ist es Gleditschie.
    Der Baum war mir nicht bekannt, aber er steht hier in einem Park um die Ecke. Sorte ohne Dornen.
    Würde mich der Meinung anschließen, dass der Baum eine Blütezeit hat, die eine Trachtlücke füllen kann.
    Grüße
    apirita

  • Ich danke Euch allen!


    (vor allem denen, die mich ermunterten). :p


    Werde mal sehen, ob ich paar Samen zum Keimen bringe... dto. von einem Bohnenbaum.


    Ja, ich weiss. Auch ein Neophyt.... Ansonsten bin ich der Meinung, dass blühende Bäume, einmal etabliert, bedeutend mehr "bringen" als irgendwelche Stauden. Und pflegeleichter sind. Und leider sind gerade da spätblühende bei uns selten.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Ansonsten bin ich der Meinung, dass blühende Bäume, einmal etabliert, bedeutend mehr "bringen" als irgendwelche Stauden. Und pflegeleichter sind. Und leider sind gerade da spätblühende bei uns selten.

    :daumen:, auch sehr geeignet: Sophora japonica und als Strauch Heptacodium miconioides.


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“