Bericht zur SICAMM 2012 in Landquart/Schweiz


  • Bericht von der SICAMM 2012 in Landqart, Schweiz



    Liebe Freunde der Dunklen Biene,


    ich möchte Euch hier unseren Bericht der 2-jährlich stattfindenden Konferenz vorstellen. Die SICAMM (Societas Internationalis pro Conservatione Apis Mellifera Mellifera) wurde 1995 gegründet und widmet sich der Erhaltung der Apis mellifera mellifera (http://www.sicamm.org). Wir wurden in diesem Jahr eingeladen um über unsere Aktivitäten in Deutschland zu berichten.


    Die Konferenz erstreckte sich über 3 Tage und wurde simultan übersetzt. Es waren ca. 130 Teilnehmer aus 11 verschiedenen Nationen anwesend, alles sehr nette Leute und irgendwie eine "grosse Familie", wir fühlten uns jedenfalls überall nett aufgenommen. Hier nun eine Zusammenfassung, ausführliche Länderberichte werden dann über die nächsten Wochen auf unsere Homepage gestellt.



    - Ralph Büchler aus Krichhain berichtete über das COLOSS Projekt.


    Hier wurden verschiedenste Unterarten (Carnica, Mellifera, Ligustica etc.) auf verschiedenste Standorte in ganz Europa verteilt und ohne Varroabehandlung geführt. Es sollte ermittelt werden, ob einzelne Rassen in bestimmten Gebieten einen Vorteil aufweisen können. Leider konnte wie erwartet keine der Rassen wirklich punkten, am besten hielten sich immer die örtlich angepassten Bienenvölker. Einzig ein südeuropäischer Typ (mir fällt der Name grad nicht mehr ein, aus Griechenland) war signifikant besser, ist aber für das Nordeuropäische Klima absolut ungeeignet.




    - Situation der Dunklen in Skandinavien (Lauri Ruottinen, MTT Agrifood Research, Finnland)


    Die Dunkle Bienen in Skandinavien steht grundsätzlich schlechter da als ich dachte. Gerade auf der Insel Laeso gibt es massive Probleme mit den Buckfastimktern, derzeit erhalten dort nur noch 30 Imker dort die A.m.m.




    - Simultane Merkmalserhebung bei Bienen. (Prof. Kaspar Bienefeld, Hohen Neuendorf)


    Es wird gerade ein neues Zuchtwertprogramm entwickelt das alle Merkmale in einer bestimmten korrelation miteinander verbindet. Wie immer von Prof. Bienefeld nicht gerade selbsterklärend das Thema. Zusammengefasst: Die Zucht auf einen bestimmten Zuchtwert verbessert diesen nicht unbedingt, es müssen immer mehrere Zuchtwerte in einem bestimmten Verhältnis zueinander gezüchtet werden.




    - Genetische Diverstität und Hybridisierung bei Bienen (Gabriele Soland, Biologin, mellifera.ch)


    Hier ging es um den Vergleich von DNA-Analyse und morphologischer Bestimmung. Tests haben gezeigt dass zwar mit morphologischer Bestimmung sicher eine Carnica von einer Mellifera unterschieden werden können, bei Hybriden KANN es hier aber zu Problemen kommen. Frau Soland verwendet zur Untersuchung 12 Mikrosatelliten die sich immer eindeutig von den entsprechenden Carnicasequenzen unterscheiden lassen.
    Mittlerweile hat sich dieses Verfahren in der Zucht der Dunklen Biene fast flächendeckend durchgesetzt.




    - Schweden, (NordBi, Ingvar Arvidsson)


    Hier sieht es nicht schlecht aus, die Zucht konnte zumindest erhalten werden. Hr Arvidsson ist sehr symphatisch und verkauft in der Regel auch Königinnen, 31 gingen dieses Jahr auch nach Deutschland.




    - Irland (M. MacGiolla Coda, Galtee Beebreeding Group)


    Ein absolutes Vorbild für uns. Hier wurde vor 20 Jahren begonnen Zuchtgruppen auf regionaler Ebene zu bilden und diese haben sich kontinuierlich bis heute weiterentwickelt.
    Die a.m.m. ist in Irland sehr gut aufgehoben und wird gehegt und gepflegt. Leider gibt es chronisch zu wenig Königinnen. Es regnet dort eben bis zu 24 Tage im Monat und die Begattung ist nicht immer erfolgreich. Abgabe von Königinnen nur sehr sehr selten, weil eben Mangelware.




    - Schweiz (Reto Soland, VSMB)


    Hier konnten sich 3 Schutzgebiete einrichten lassen, der Gesamtanteil der A.m.m. liegt insgesamt noch bei ca. 26%. Allerdings gibt es steigendes Interesse, letztes Jahr konnten 2500 Königinnen begattet werden. Die Schweizer verkaufen grundsätzlich Königinnen, ist aber mit TRACES und Versand ziemlich teuer, Einzelanfragen lohnen sicherlich.
    Der Verein unterstützt unsere Belegstelle im Karwendelgebirge mit Reinzuchtköniginnen und know-how.




    - Österreich (Imst und Salzburg)


    Kleine Bestände mit engagierten Imkern. Königinnen werden nur noch ungern an Nicht-Züchter abgegeben da man gutes Material nicht einfach an Leute abgeben möchten die "nur mal gucken wollen". Nicht das es hier Missverständnisse gibt, alle Kollegen aus Österreich sind sehr freundlich und unterstützen wo sie nur können, sie haben aber eben auch einen Mangel an guten Königinnen. Eine Anfrage lohnt aber sicherlich immer noch.




    - Frankreich (Yves Elie, Association arbre aux abeilles und A. Lehebel-Péron, CEFE)


    Berichte über traditionelles Imkern in der Klotzbeute und über das Schutzgebiet in den Cevennen. In Frankreich gibt es noch grössere Gebiete mit der A.m.m. die auch weiter geschützt und gezüchtet werden sollen. Eine tiefergehender, weiterer Austausch mit unser IG-Gruppe NRW wurde vereinbart.




    - Mondscheinbelegstelle (Gerhard Glock, GEDB)


    Hier gab es eine Menge tolle Fotos. Hr. Glock züchtet aus der schweizer Linie die ursprüngliche "Nigra" mittels Auswahlzucht auf "Farbe". Sehr aufwändig, leider wurde die Technik der Mondscheinbelegstelle nur sehr oberflächlich beschrieben. Weiterer Kontakt blieb aus, da Hr. Glock kurz vor dem Vortrag eintraf und anschliessend sofort wieder fuhr.




    Zusammenfassung


    Wir werden für jedes Land einen umfangreichen aktuellen Statusbericht veröffentlichen der ausschliesslich aus Informationen aus erster Hand beruht.
    Weiterhin haben wir Kontakt zu allen Konferenzteilnehmern und einen weiteren Austausch vereinbart und so versuchen wir diese Berichte immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Die Dunkle Biene erfreut sich fast überall steigender Beliebtheit, Königinnen sind fast überall Mangelware. Der Ausbau von Schutzgebieten ist eines der wichtigsten Themen, ebenso der aufbau von Zuchtgruppen die genügend hochwertige Königinnen erzeugen können.


    Bitte habt für die ausführlichen Länderberichte noch Geduld, wir werden diese dann auf unserer Homepage veröffentlichen, im besten Falle mit Fotos und Folien aus den Vorträgen. Falls interesse besteht stellen wir diese natürlich auch gern hier in diesem Forum bereit.




    viele Grüße
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    vielen Dank für den Bericht und viel Erfolg bei Deinen/Euren Bemühungen zur Erhaltungsarbeit.



    Königinnen sind fast überall Mangelware.

    Kannst Du darauf bitte genauer eingehen Thomas. Irland mit seinem atlantischen Wetter, hm, ja o.k. und der Rest ?


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Thomas, danke für Deinen umfassenden Bericht.


    Ich gehöre zu den Leuten, die „erstmal nur gucken wollen“ um Erfahrungen zu sammeln. Aber danach gehen die Fragen ja erst richtig los: Passt der Ökotyp zu meinem Standort ? Will ich mir tatsächlich immer wieder Reinrassige Kö. Kaufen ? Riskiere ich Nachzuchten, mit den umfliegenden Drohnen usw.


    Aber all das setzt voraus, das es Züchter gibt, die in D reinrassige Kö hinkriegen – und das leider gegen den Widerstand der benachbarten Imker und der allgemeinen DIB-Gemeinde, zusätzlich erschwert durch diverse Flügelkämpfe innerhalb der „dunklen Fraktion“..


    Ich wünsche Euch viel Erfolg - und würde natürlich gern mal die eine oder andere Kö bestellen. (Du hast kürzlich auch eine mail von mir mit Anfrage bekommen).


    Viele Grüße aus Hamburg
    Reiner

  • molle :


    Es ist überall etwas unterschiedlich. Im einen Land gibts zu wenig Züchter für die Nachfrage, im anderen wird gerade ein Schutzgebiet aufgebaut und die benötigen hierfür dann die Königinnen. Ich glaube aber das sich die Situation prinzipiell verbessern wird, da immer mehr Züchter sich für die Erhaltung einsetzen. Gerade in den Ländern mit eigenen Beständen (hierzu gehört Deutschland ja leider nicht mehr) ist man wieder sensibler was den Erhalt der einheimischen Biene angeht. Andererseits ist natürlich immer mit hohem Aufwand verbunden die REINE Dunkle Biene zu erhalten. Die Hybridisierung ist immer ein Thema und muss sorgfältig ausgeschlossen werden.


    @ BigBee


    Hallo Reiner, nächstes Jahr haben wir bestimmt wieder Königinnen und Ableger zum Abgeben, auch an diejenigen die "nur gucken wollen". Dennoch möchten auch wir starke Zuchtgruppen aufbauen die aus dem regional besten Ökotyp nachzüchten können. Also für Süddeutschland: z.B. schweizer Nigra, für NRW z.B. die Belgische oder französische Dunkle. Das wird aber sicherlich noch ein paar Jahre dauern bis wir soweit sind, der Anfang ist gemacht. :-)

  • Hallo,


    auch von dieser Stelle vielen Dank für diese zusammenfassende Kurzwiedergabe der drei Konferenztage nunmehr ebenfalls in diesem Forum.


    Zu einigen, mir noch unklaren, Punkten seien mir noch Fragen bzw. Erläuterungen gestattet.


    • 1. Offensichtlich wurde in keinem Beiträge auf die Reinheit von unterschiedlichen, konkret benannten Linien eingegangen? War es kein Thema, dass es mehr Dunkle Hybrid- als Reinbestände der Mellifera gibt? Wurden evtl. doch einzelne Zuchtbestände diesbezüglich beurteilt, verglichen, oder sonstwie beschrieben?
    • 2. Wie war die „Einstellung“ der ausgewiesenen Carnica-Befürworter Dr. Büchler und Dr. Bienefeld gegenüber den Bestrebungen der Anhänger der Dunklen Biene? Gab es hier keine Diskussionen oder kritischen Anmerkungen? Keinerlei Hinweis auf die stets wiederholten Befüchtungen, die wir ja schon alle kennen?
    • 3. Aus dem Bericht geht indirekt hervor, dass DNA-Analysen nicht geeignet sind, geringe Hybrideinflüsse in einer Mellifera festzustellen. Hat es hierzu keine kritischen Bemerkungen zu den angebotenen DNA-Tests gegeben, die aufgrund fehlender Referenzwerte und des bei weitem noch nicht entschlüsselten Codes der Mellifera völlig untauglich für eine Untersuchung der Mellifera auf Vorliegen einer genetischen Unvermischtheit sind?
    • 4. Mehrmals wird in dem Bericht darauf hingewiesen, dass auch im Ausland M-Königinnen „Mangelware“ seien. Gleichzeitig wird aber vorgetragen, dass sich „Einzelanfragen lohnten“. Was genau ist damit gemeint?
    • 5. Habe ich es richtig verstanden, dass sich die GEDB darauf konzentriert, die Dunkle Biene aus der vermischten Schweizer Nigra mittel „Farbanalyse“ herauszuzüchten? Und das ganze mit der Mondscheinbegattung?
    • 6. Wie wurden auf der Konferenz die „Unterschiedlichen Ökotypen“ beschrieben bzw. definiert? Ist es nicht doch eher so, dass die Dunkle Biene sich nördlich der Hauptgebirge Alpen, Karpaten und Pyrenäen nicht genetisch voneinander unterscheiden (hierzu reichte die kurze Zeit seit der Eiszeit nämlich nicht aus), und dass sich Unterschiede in den „Ökotypen“ nicht eher aus verschiedenen Hybrid-Einflüssen ergeben?


    Über eine Beantwortung würde ich mich sehr freuen.
    Gruß
    KME

  • Hallo Kai,


    ich versuch mal alles zu beantworten :-)


    Zu 1:


    Die meisten Beurteilungen finden noch nach dem Flügelindex statt, allerdings hält die DNA-Analyse immer mehr Einzug. Ebenso gab es ein Forschungsprojekt in den Cevennen das die Reinheit im Schutzgebiet beurteilte, und zwar mit DNA-Analyse. Es wurde hier z.B. festgestellt das es Hybridisierungen gibt, man beginnt nun nur noch von den reinen Melliferas nachzuzüchten. Ich möchte hier gleich deine Frage 3 beantworten. Da hast du mich falsch verstanden ;-) Die Analyse von Frau Soland mit den 12 Mikrosatelliten ist allgemein anerkannt und absolut geeignet Hybriden zu erkennen. Kirchhain ermittelt sogar nur 6 Satelliten, diese Auswertung ist also deutlich ungenauer. Und genau hier ist dann auch wohl das Problem, ich denke du sprichst auf die Untersuchung der Österreicher an. Hier wurde ja einerseits bei Fr. Soland ein Vollhybrid ermittelt, bei der DNA-Analyse in München aber eine reine Mellifera. Solang wir nicht wissen welche Probe zu Fr. Soland geschickt wurde und welche nach München (vermutlich ja unterschiedliche) und wieviele (und welche) Microsatelliten untersucht wurden können wir nur spekulieren....
    Fr. Soland hat die 12 Microsatelliten übrigens unter anderem aus den schwedischen Reinzuchtbeständen ermittelt die wohl in jeder Mellifera zu finden sind. Genaueres versuche ich nochmal rauszubekommen.



    Zu 2:


    Dr. Büchler sieht die Arterhaltung der Mellifera als wesentlich und wichtig an. Er sieht es aber kritisch die Mellifera in Carnicagegenden einzuführen und somit Hybriden zu erzeugen. Er war aber mir gegenüber wieder absolut freundlich, wir haben länger miteinander gesprochen. Zu Bienefeld kann ich nichts sagen, der hielt nur seine Vorträge ohne irgendwelche Parteinahme. Er bot indes an, die Ermittlung der Voll-DNA (die bald bei der Carnica beginnt) bei entsprechender finanzieller Unterstützung anderer Länder bei der Mellifera mitzuermitteln.



    Zu 4:


    Mit "Einzelanfragen" meinte ich, dass einzelne Imker bei nettem Nachfragen durchaus Chancen haben Königinnen zu erhalten, wie z.B. bei den Österreichern. Allgemein ist derzeit ein Trend zu verspüren gerade die "guten" Königinnen lieber zur Nachzucht im eigenen Land zu verwenden. Das habe ich einfach aus den Gesprächen rausgehört.



    Zu 5:


    Genau Kai. Herr Glock fischt in mühsamer Handarbeit die schwärzesten Drohnen aus den Drohnenvölkern und lässt nur durch diese nachbegatten. Er versucht also die schwarze Nigra rückzuzüchten. Und ich muss sagen, die sind schon wirklich richtig dunkel die Völker, zumindest auf den Fotos.



    Zu 6:


    Ja die Ökotypen ;-)
    In der Tat gab es diese Definition überhaupt nicht auf der SICAMM. Hr. Büchler meinte hierzu, dass sich die Bienen innerhalb weniger Generationen auf neue Umwelteinflüsse einstellen können. Insofern gibt es sicherlich in grossen Ländern wie Frankreich unterschiede im Verhalten von einer südlichen und nödlichen Population. Auf morphologische oder genetische Unterschiede wurde hier überhaupt nicht eingegangen, tut mir leid. Jedes Land sieht seine Biene eben als die Dunkle Biene seines Landes an und ist darauf sehr stolz, das kam schon raus.



    Ich hoffe ich konnte alles einigermassen beantworten, notfalls einfach nochmal nachfragen ;-)



    viele Grüße
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    vielen Dank für die eingehende Beantwortung meiner Fragen. Alle Antworten haben meine Fragen voll beantwortet, besser geht es nicht. Punkt 5 allerdings war mir völlig neu und auch überraschend, wie auch das Gesamtverhalten der GEDB auf der Konferenz.


    Nochmals vielen Dank für die Erläuterungen, die m.E. unbedingt zum Erstbericht ganz oben dazugehören. Meine Fragen kannst Du gern 1:1 weiterverwenden, falls Du das als sinnvoll erachtest.


    Viele Grüße aus dem herbstlichen Kiel in das ferne München.


    KME


  • ...
    Ich hoffe ich konnte alles einigermassen beantworten, notfalls einfach nochmal nachfragen ;-)



    viele Grüße
    Thomas


    Hallo Thomas,


    so, bin endlich zu Hause. Nochmals danke für alle Deine Antworten In jeder dieser Informationen bietet sich mehr als genug Stoff für einen weiteren fachlichen Austausch. Alle Infos finde ich sehr interessant, und ich spüre, dass man hier stundenlang über das eine oder andere fachsimpeln könnte.


    Kurzum: die Dunkle Biene ist für alle immer wieder Neuland, und immer wieder eine interessante Herausforderung.


    Herzliche Grüße
    KME

  • Ich hatte ja ein wenig die Hoffnung das Du auch da bist. Bei einem Bierchen lässt sich das ein oder andere ja immer aus einer neutralen Perspektive betrachten. :-)


    Im übrigen war es einfach ZU viel auf einmal. Es waren glaub ich 25 Vorträge, immer im 30 Minuten-Rhythmus, da vergisst man schon das ein oder andere. Wir versuchen derzeit ein paar Präsentationen zu erhalten um das Ganze nocheinmal aufzuarbeiten.


    viele Grüße
    Thomas

  • Ja, mit dem Gedanken habe ich natürlich auch gespielt, doch letztendlich hat mich die Entfernung, die lange Reise (das Fliegen überlasse ich lieber den Bienen) und die Abgeschiedenheit abgeschreckt.


    An ein Bierchen habe ich eben auch gedacht. :) Schade, dass München auch so weit weg ist. Aber sicherlich auch mal eine Reise wert. Und außerdem wohnt in Deiner schönen Stadt auch noch ... Frau Engfer ;)


    LG
    KME



  • Hallo Thomas,


    Punkt 5 allerdings war mir völlig neu und auch überraschend, wie auch das Gesamtverhalten der GEDB auf der Konferenz.


    KME


    Für mich kann dieser Auftritt von Herrn Glock nicht 'das Verhalten des GEDB' sein. Denn dieser Auftritt wird den Satzungsanforderungen des GEDB doch wohl nicht gerecht. Auch nicht den von Herrn Glock auf der GEDB-homepage immer wieder dargelegten Äußerungen zum Erhalt DER Dunklen Biene in Deutschland.
    Es ging hier wohl wieder, wie bei zahlreichen Äußerungen von ihm, nur um Selbstdarstellung. Nicht jedoch wohl um die Förderung einer gemeinsamen Sache. Bei der SICAMM-Tagung ist er nur ein kleines Rädchen und das ist ihm offensichtlich zu wenig.


    Wolfgang, der Heidjer


    PS.: Klar, dass er sich zum Köhlerschen Begattungsverfahren nicht ausführlich äußeren will. Man kann ja bei ihm für 60 Euro einen Tageskurs zu diesem Thema belegen. Soweit zur uneigennützigen Förderung der Dunklem Biene in Deutschland.

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Für mich kann dieser Auftritt von Herrn Glock nicht 'das Verhalten des GEDB' sein. Denn dieser Auftritt wird den Satzungsanforderungen des GEDB doch wohl nicht gerecht. Auch nicht den von Herrn Glock auf der GEDB-homepage immer wieder dargelegten Äußerungen zum Erhalt DER Dunklen Biene in Deutschland.
    Es ging hier wohl wieder, wie bei zahlreichen Äußerungen von ihm, nur um Selbstdarstellung. Nicht jedoch wohl um die Förderung einer gemeinsamen Sache. Bei der SICAMM-Tagung ist er nur ein kleines Rädchen und das ist ihm offensichtlich zu wenig.


    Wolfgang, der Heidjer
    ...
    .


    Hallo Wolfgang,


    danke für Deine Einschätzung. Hm, ich habe Herrn Glock vor fast nunmehr 16 Jahren als freundlichen Menschen kennengelernt, und nun so ein "Auftritt"? Sehr merkwürdig. Weitere Spekulationen möchte ich nicht anstellen; sicher hat er seine Gründe.


    Um aber die Diskussion nochmal weiterzustupsen ein Zitat von Tombee zu den Ausführungen von Dr. Büchler auf der SICAMM:

    Zitat

    Er sieht es aber kritisch die Mellifera in Carnicagegenden einzuführen und somit Hybriden zu erzeugen.


    Das heißt ja auf deutsch übersetzt: Keine Mellifera-Einfuhr nach Deutschland!


    Denn: ganz Deutschland ist flächendäckend ein Carnica-dominiertes Land, mal abgesehen von den Buckfast-Einsprengungen. Jede Landbiene hat heute eindeutig Carnica-Charakter, jeder noch so "wilde Schwarm", der mir mal gemeldet wird: alles Carnica.


    Kann Dr. Büchler das so gemeint haben? Das ist ja ein Griff in die Mottenkiste der 1970-er Jahre, als erstmals in größerem Stil die Buckfast verbreitet werden sollte und die Buckfastzüchter ganz erheblichen Widerstand zu spüren bekamen.


    Ist das heute auch noch so? Wie sieht es aus in der Fläche? In den Ortsvereinen? Gibt es da Diskussionen zum Thema Dunkle Biene? Dies würde mich mal interessen.
    Gruß
    KME

  • Hallo Kai,
    Deine 'Übersetzung' trifft wohl die Gedankenwelt von Herrn Dr. Büchler und einiger anderer Wissenschaftler. -


    Du fragst: "Wie sieht es aus in der Fläche? In den Ortsvereinen? Gibt es da Diskussionen zum Thema Dunkle Biene?"
    Ich wohne ja in einem Landstrich, in dem die A.m.m.l. oder deren Vermischung noch recht lange vorhanden war.Meinerseits habe ich mit der Tatsache, dass ich die A.m.m.l. halte nie hinterm Berg gehalten. Es gab in beiden IV, in denen ich Mitglied bin, keine negativen Bemerkungen zur Rasse, höchstens den Hinweis, wie 'Hatten wir früher auch.' Auch versteckte oder deutliche Empfehlungen doch auf B- oder C-Bienen umzuweiseln gab es schon mal. Mittlerweile haben wohl die meisten Imker gemerkt, dass ich ein sturer Heidjer bin. - Also kein Problem vor Ort mit der Haltung der alten A.m.m.l. , höchstens etwas Mitleid.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo,


    ich möchte auch noch meine Einschätzung zur Situation im Vereinsleben wiedergeben:


    Solange man die Mellifera nur halten möchte und alleine ist, wird man belächelt und bekommt einzelne Geschichten über stechlustige Bienen aus der Vergangenheit, die zur Hinwendung zur Carnica geführt hätten. Züchterische Versäumnisse und Mischbienen aus beiden Gattungen werden mit den schlechten Angewohnheiten der Mellifera abgetan.


    Kurzum, die Carnica sei die Deutsche Biene und man habe nun endlich eine Biene, wo auch Kinder neben den Beuten spielen könnten.


    Die netten Hinweise verschwinden allerdings recht schnell, wenn man dennoch am Ball bleibt und die Menge an Mellifera steigert. Dann kommen schon gewisse Gespräche hinter dem Rücken und Versuche, noch einmal eindringlich davon wegzukommen. Man wolle keine Stecher haben, die ja nun mit denn Mellifera-Drohnen zustande kommen würden. Hier kommen wir also von dem Status des milden Rats zum Status Ablehnung.


    Allerdings muss man auch zugeben, dass hier noch sehr viel Unwissen über die Zucht besteht und die Eigenschaften einer reinen Mellifera nicht bekannt sind, bis auf die Negativen. Eine leichte BILD Mentalität läßt sich nicht abstreiten.


    Ich bin aber frohen Mutes, dass ein Generationenwechsel und das Vorführen von reinen Mellifera sicherlich mehr erreichen kann, als theoretische Spinnereien. Es lohnt auch nicht, wegen einer Bienenrasse einen Zank vom Zaun zu brechen. Man sollte sich mit Respekt begegnen und ggfs. von den Rassen zur Imkerei allgemein zurückkehren. Auch außerhalb gibt es sehr viel zu tun und jeder sollte mit dem Material zufrieden sein, welches zu ihm passt.


    Durch geeignete Belegstellen, haben es Carnicafans doch recht einfach, ihre Bienen sauber zu erhalten.


    Also bitte weniger Angst und mehr Neugierde.