Was tun, Hornissen belagern die Beuten, bzw. klauen und fressen meine Bees?????

  • Hallo Gemeinde,


    Wir haben dieses Jahr in unserer Gegend einen extrem trockenen Sommer, das Obst fällt unreif von den Bäumen, es gibt keine Blüten kein Nektar rein gar Nichts, selbst der Mais ist schon von den Äckern verschwunden, es ist alles Braun draußen in der Natur :-(
    Meine Bienen Fütter ich seit Anfang August fleißig ein, aber der Verbrauch ist ernorm.
     
    Lange Rede kurzer Sinn, zur angespannten Futtersituation kommt nun auch noch eine Hornissen- Plage hinzu.
    Die Biester schleichen um meine Beuten und „fangen“ die Bienen weg, die sie dann mitnehmen und vermutlich verzehren.
    Meine Beobachtung hat ergeben, dass sich ca. 10-15 Hornissen um die Beuten „schleichen“ und entsprechend für Schwund an der Bienenmasse sorgen.
     
    Meine Frage, soll ich entspannt, bleiben so nach dem Motto „ein paar Hornissen“ haben noch kein Bienenvolk gekillt, oder sind Gegenmaßnahmen (wen ja welche) angebracht.
     
    Wie würdet ihr die Situation beurteilen?
     
    Danke für eine Antwort
     
    Gruß Roland

  • Hi,
    die armen Hornissen haben auch Hunger, die müssen auch Königinnen erzeugen und brauchen das Eiweis.
    Eigentlich killen die kein gesundes Volk.
    Da im Forum auch Grüne mitlesen, verkneife ich mir den Tipp mit dem Federballschläger, DENN die großen Gelben stehen unter Naturschutz. Ich hab die aber so etwas vergrault.
    Knäcke

  • Hallo Molle,


    wieviele Bees von den Ho. erbeutet werden ist natürlich schwer zu beziffern. Gestern Abend während der Dämmerung konnte ich in einer Viertelstunde ca. 5 - 10 Erbeutungen zählen.
    Ob sich das auf den Tag hochrechnen lässt, oder am Abend eher weniger "Überfälle" stattfinden, kann ich moment nicht sagen (Büro lässt grüßen *grumml*).


    Bienenvölker stehen in unserem Garten "nur" zwei. Wenn die Überfälle an unseren Waldbienenstand stattfinden würden, wäre ich dort mit 11 Völkern eher sorgenfrei (zumindest was die Ho- Überfälle betrifft).


    Gruß Roland

  • Hallo Roland,


    ich habe mehr Völker pro Stand und habe über die Jahre höchstens 2 - 3 Hornissen gleichzeitig bei der Jagd gesehen, auch wenn Nester in der Nähe waren. Kann also nicht mitreden oder Tips geben.
    Zum Hochrechnen auf´n Tag würde ich am WE noch Stichproben früh und mittags machen...


    Ich habe immer nur gedacht, dass die ja auch die Wespen unter Kontrolle halten und fand es gut, dass sie da sind.


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • HGestern Abend während der Dämmerung konnte ich in einer Viertelstunde ca. 5 - 10 Erbeutungen zählen.
    Ob sich das auf den Tag hochrechnen lässt


    Hallo Ody,


    selbst wenn es 40 Stk in der Stunde wären, dann macht das in etwa 400 Bienen am Tag. Von angenommenen 8000 Bienen im Stock wären das zwar 5% der Gesammtpopulation, was zwar schon recht krass klingt, jedoch relativiert sich das Ganze.


    Die Bienen die vor dem Flugloch rumfliegen sind schon 3 Wochen Stockbienen gewesen und haben "ihren Beitrag" für das Bienenvolk schon geleistet.
    Viel an Tracht/Pollen gibt es auch nicht mehr zu holen, so dass ein gravierender Versorgungsengpass durhc das fehlen der Sammler auftreten kann.
    Und: Bienen, die jetzt weggefangen werden würden eh mit großer Warscheinlichkeit im Oktober auf natürlichem Wege dahinscheiden.


    Stefan

  • Hallo Roland,


    etwas Entscheidendes zum Thema kann ich nicht beitragen, außer alle Bienen auf einen Stand stellen.


    OT:
    Im Sommer habe ich einen Bienenwolf an meinem Waldstand beobachtet - war ziemlich interessant, obwohl der meine Bienen gefrühstückt hat. Der ist wie ein Kampfhubschrauber geflogen.


    Hornissen sehe ich auch manchmal. Sie lauern mit etwas Abstand zu den Bienen und schlagen zu, wenn ich die Kisten aufmache oder irgendwie Trubel verursache. Dann schlagen sie zu.


    Gruß Jörg

  • Zum Hochrechnen auf´n Tag würde ich am WE noch Stichproben früh und mittags machen...
    Ich habe immer nur gedacht, dass die ja auch die Wespen unter Kontrolle halten und fand es gut, dass sie da sind.


    Allerdings sind vergleichsweise schwerfälligen Bienen viel leichter zu erbeuten als die verschiedenen, meist extrem wendigen Wespenarten.
    Es kommt wohl auch zu individuellen Spezialisierungen und Vorlieben, sprich, so eine Hornisse wenn mal auf den Geschmack gekommen ist, jagt dann bevorzugt Bienen. Sie ist sozusagen "Beutestet".


    Außerdem fliegen Bienen meistens zuverlässig und konzentriert an Orte, die sich leicht bejagen lassen wie z.B. ein Distelstrauch oder eben eine Beute.


    Habe als Jugendlicher und Hornissenfan an so einem Distelbusch mal längere Zeit über verschiedene Tageszeiten aufgepasst und mitgezählt. Da ist eine einzige Hornisse immer wieder gekommen. Etwa alle 10-15 Minuten. Hat etwa 1-5 Minuten Jagdflug über den Strauch gemacht und dann meistens eine Biene, gelegentlich eine der verschiedenen Wespenarten auf dem Busch und noch seltener eine dicke Fliege erbeutet. Mit dieser Beute ist sie dann in der Nähe gelandet, hat sie in etwa 1 Minute zerlegt und ist dann nur mit dem wertvollen Bruststück abgeflogen.


    Grob also pro Hornisse und 15 Minuten ein erbeutetes Insekt. Einen ganztägig durchgehenden Jagdeifer vorausgesetzt wären das also 4 pro Stunde x 12 Tagelichtstunden macht grob 50 Bienen pro Tag, eher deutlich weniger, weil ja auch immer andere Insekten als Beifang dabei waren. Allerdings war der Jagdeifer eben nicht den ganzen Tag gleich. Es gab nach einiger Zeit auch längere Pausen.


    Bei dir wären das im ungünstigsten Fall von tatsächlich 10-15 Hornissen also gut 500 Bienen, pro Volk also 250. Das wäre schon eine signifikante Anzahl. An diesen sehr ungünstigen Fall glaube ich aber nicht. An einer Beute sind sehr viele Bienen und fliegen durcheinander. Das stört die Jäger, sie werden verwirrt und haben viele Fehlangriffe.
    Und sind es wirklich 10-15 Hornissen?
    Sind sie wirklich den ganzen Tag da?
    Auch Hornissen werden "müde", jedenfalls lassen sie sich zwischendurch gerne ablenken, durch süße Baumsäfte etc.


    Es wäre in der Tat mal interessant, ein paar Stichprobenzählungen zu verschiedenen Tageszeiten zu machen und hochzurechnen.


    Ist denn nicht auch jemand von der Seite http://www.hornissenschutz.de/ hier im Forum aktiv?
    Er (oder Sie) kann dann doch sicher fundiert beitragen.


    Unter http://www.hornissenschutz.de/flugaktivitaeten.htm


    sieht man auch, dass die Aktivität zwar auch nachts, aber nicht gleichmäßig über den Tag stattfindet. Und nachts werden die Hornisse alles mögliche, aber wohl keine Bienen fangen.


    Und unter


    http://www.hornissenschutz.de/fang.htm


    wird erklärt, dass der Bienenverlust durch Hornissen bedeutungslos sei.


    Ich glaube das im allgemeinen schon auch, aber wenn sich tatsächlich 10-15 Hornissen mal spezialisiert haben und gezielt und vor allem über Wochen und nicht nur ein paar Tage einen winzigen Stand mit nur zwei Beuten angehen, würde ich das nicht mehr unterschreiben. Allerdings glaube ich eben nicht daran, dass sie so hartnäckig und über einen längeren Zeitraum sind. Und zwischen "nicht mehr bedeutungslos" und "ernsthaft schädlich für das Bienenvolk" ist ja auch noch ein Unterschied.

  • Hallo Hornet,


    die Auswirkungen pro erbeutetem Individuum sind für eine Wespenkolonie allerdings höher, so dass wiederum weniger Brut aufgezogen werden kann - das meinte ich mit Kontrolle.



    wenn sich tatsächlich 10-15 Hornissen mal spezialisiert haben und gezielt und vor allem über Wochen und nicht nur ein paar Tage einen winzigen Stand mit nur zwei Beuten angehen, würde ich das nicht mehr unterschreiben.

    :daumen:Lässt sich besser über Beobachtung als über Glauben rausbekommen.


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Roland


    du hast ja schon entsprechende Vorschläge gelesen, ich wills nochmal zusammenfassen. Grundsätzlich schadet der Verlust von Bienen durch die Hornissen nicht, denn meistens holen sie Bienen die abgekämpft sind. Da diese Belagerung aber lästig werden kann, für Bienen und den Imker, benutze ich ein Klatschbrettchen und wenn es öfters mal klatscht ist auch das Hornissenvolk nicht in Gefahr. Eigenartiger Weise merken das die Räuber, das man ihnen nicht wohlgesonnen ist. Bei 2-3 Hornissen ist die Klatsche nicht notwendig, in deinem Fall würde ich sie benutzen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hi molle,


    :daumen:Lässt sich besser über Beobachtung als über Glauben rausbekommen.


    Genau! Meine Worte, siehe

    Es wäre in der Tat mal interessant, ein paar Stichprobenzählungen zu verschiedenen Tageszeiten zu machen und hochzurechnen.


    die Auswirkungen pro erbeutetem Individuum sind für eine Wespenkolonie allerdings höher, so dass wiederum weniger Brut aufgezogen werden kann - das meinte ich mit Kontrolle.


    Auch da müssen wir uns nicht mehr auf das Glauben verlassen, siehe:


    Wirken sich Hornissen Vespa crabro auf die Häufigkeit von Wespen Vespula sp. aus?


    Gruß
    hornet

  • ...

    :p_flower01: für den Link. Mehr Hornissen führen zu weniger Wespen.




    Hagen
    Da hilft nur probieren, ob sich nicht lieber bei den leckeren Bienen bleiben.


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Molle,


    ich würds auf jeden Fall probieren. Ablenkfütterung hilft bei einigen Tieren -manchmal...



    Edit: hat nicht mal Sabi(e)ne sowas geschrieben in Bezug auf Hornissen? Oder warn die fürn Specht? ich weiss es net mehr...

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)