Verhältnis Brut - Futter auf den Waben Anfang Sept.

  • Hallo allerseits,


    wir sind zwei Jungimker, deren Imkerpate gerade im Urlaub ist. Daher nun also unsere Frage: Wir hatten eine alte Wabe hinter einem Trennschied eingehängt zum ausschlecken, im August eine neue MW zum Ausbauen gegeben und mit kleinen Mengen 1:1 reizgefüttert. Seit Mitte August haben wir in kleinen Schritten die 3:2-Wintereinfütterung gestartet und bisher 12,5kg Zucker bei in diesen 3:2-Lösungen verabreicht.
    Wir haben Buckfastbienen auf Dadant (Ries), sitzen auf 8 Rahmen + die eine Altwabe jenseits des Trennschieds.


    Heute wollten wir die vorerst letzte Fütterung verabreichen (noch mal 4kg, und dann gen Ende Dezember noch mal schauen was noch restaufzufüttern ist). Zuvor wollten wir jedoch noch mal schauen was aus unserer MW und dem reizgefütterten Zucker so geworden ist. Hier unser Schätzergebnis:


    ca. 17.000 Bienen (ist ein Ableger von diesem Jahr), besitzen ca 40dm² unverdeckeltes Futter, 99dm² verdeckeltes Futter und 24dm² verdeckelte Brut. Die Altwabe wurde mit neuem,unverdeckeltem Futter vollgelagert. Bestiftete, unverdeckelte Zellen haben wir jetzt keine entdeckt - kann sein daß wir das als Anfänger übersehen haben.
    Umgerechnet heißt das, von den insgesamt 9 Rähmchen sind viereinhalb voll mit verdeckeltem Futter und zwei mit unverdeckeltem Futter, während wir nur ein Rähmchen mit beidseitig verdeckelter Brut haben.


    Was wir getan haben:
    1. erst mal kein Futter mehr angeboten, denn das dürfte ja erst mal voll und ganz reichen, oder!?
    2. werden Mitte/Ende Sept. schauen wieviel Futter noch da ist und ob das ausreicht (durch Waage bestimmen) und ggbfls restauffüttern?!
    3. ist das Verhätlnis normal, erbrüten die ausreichend Winterbienen bei so viel Futter?! Wollen ja nicht daß sie aus der Brut rausgefüttert werden/wurden!
    4. wir haben keine Möglichkeit unverdeckelte, frische Waben aus anderen Völkern einzuhängen - neue MWs werden sie ja nun auch nicht mehr rechtzeitig ausbauen können, um darin zu brüten. Sollte also Frage Nr. 3 mit "nein, das ist voll verhonigt, so wird das nichts!" beantwortet worden sein: was tun!?
    5. sollen wir ihnen die Altwabe mit dem eingelagerten Futter lassen? Die ist schon ziemlich sehr dunkel und sollte eigentlich nach dem ausschlecken hinfort (Schmelzer!)?!


    Noch gehts dem Völkchen erst mal ganz gut, wollen ja aber auch, daß sie genug Futtervorräte und genug entspannte Winterbienen kriegen, damit das mit der Auswinterung dann auch was wird. Was meint ihr, alles im Lot? Handlungsbedarf? Tipps?! Vielen Dank schon mal im voraus :)

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Hallo,


    mir persönlich würde der Futterstatus, so wie Du es beschreibst, keine Sorgen machen -zumal sie ja vor der Auffütterung nicht bei *Null* gewesen sein dürften. Die Futtermenge sollte schon fast reichen. Vielleicht mal wiegen?


    Im Auge behalten würde ich hier eher die Brut... Es ist -für meine Begriffe- wenig Brut da, zumal ihr keine Stifte/Maden gesehen habt (Stifte kann man als Anfänger übersehen, Maden eher nicht -und ihr scheint ja, den Schätzungen nach, recht intensiv begutachtet zu haben), nur von verdeckelter Brut sprecht. Für eine regelgerechte Brutpause ist es noch zu früh, zumal bei einem Jungvolk. Ob diese evtl. durch Varroabehandlung ausgelößt sein könnte, wäre dann aber auch noch zu beachten.


    Abgebaute Weiselzellen bei der Durchsicht entdeckt?


    Grüße
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • G'auf (schreibt man das so!? :D) Herr Erzgebirgler!


    Klingt schon mal beruhigend. Werden mit zwei Thymolplättchen behandelt, die aktuellen Plättchen sind schon ein wenig drin (2 Wochen) und die Temperaturen hier im Fichtelgebirge waren eher lau um die 20°C, sollte also nicht soo die Belastung gewesen sein.


    Kann es sein daß sie unter Platzmangel leiden und deswegen lieber Futter speichern als Brutraum anlegen?


    Wie gesagt, die Altwabe jenseits des Schieds war gut mit Futter gefüllt, und was wir noch vergessen hatten zu erwähnen: neben der Altwabe ist ja noch Platz in der Beute, dort haben sie 3 kleine Wildbaue errichtet (das größte ca. Handflächengroß, die beiden anderen etwas kleiner). Da war aber noch nichts weiter drin, also weder Futter noch Stifte (würde die Kö ja aber wohl ohnehin nicht hinkommen, wegen Schied). Haben die Wildbaue abgemacht.
    Da wir gut einen Monat nicht mehr reingschaut haben, wissen wir auch nicht wie neu die Wildbaue waren - hätten sie ihre Energie mal lieber in ne neue MW investiert, wären wir jetzt auf jeden Fall zufriedener!


    Sollte es sich denn um Platzmangel incl. zu-wenig-Brutplatz-weil-lieber-Futter-haben-wollen handeln, kann man da was machen? Wie bereits gefragt, neue MW wird auch zu spät sein (Anfang Sept), oder!?

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    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.


  • Hallo IamEdHahne. Zum Winter sollten alle Waben im Kasten sein und auch kein Trennschied . Wird hinter dem Trennschied gebaut ist zu wenig Raum gegeben worden also Trennschied raus Mittelwände rein und weiter in kleinen mengen Füttern . Das restliche Futter sollte dann bis spätestens ende September gegeben worden sein , weil später nichts mehr abgenommen wird .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ja, Glück auf!


    (ich weiss, manche maulfaulen Erzgebirgler und Vogtländer kürzen das ab....)


    Wie gesagt, ums Futter würd ich mir keinen Kopf machen, ich nehme an, eure dm²- Angaben beziehen sich auf eine Wabenseite, insofern wären in Summe reichlich 20 kg Futter drin. Das ist jetzt keinesfalls zuwenig. Mittelwand ausbauen kann noch funktionieren, muss nicht.
    So wie Ihr es beschreibt, wären von 9 Waben 6,5 Waben voll Futter, 1 Wabe Brut und 1,5 noch frei.... da haben die doch auch noch Platz -oder ist freier Platz ausschließlich auf den Randwaben?


    Wie sieht denn das Brutnest aus? Es dürften doch ständig Bienen schlüpfen? werden wenigstens diese Zellen bestiftet, bzw. sind Maden drin? ist wirklich alles rund ums Brutnest mit Honig zugekleistert? Dann würde ich anstelle Mittelwand zu geben eine Futterwabe ausschleudern [edit:] und diese Wabe an die jetzige Brutwabe anhängen... Zur Not die alte Wabe -wenn nicht uralt. Dunkle Waben bestiftet Kö sofort.


    Mit der Tymolbehandlung kenne ich mich nicht aus, aber immerhin ist beschrieben, dass unter den Thymolstreifen Brut ausgeräumt und Futter umgetragen wird, die Kö. diesen Bereich meidet.


    Daher gebe ich die Frage an die Thymolbehandler weiter, ob eine Kö. bei Thymolbehandlung unter Umständen eine Brutpause macht.


    Ihr braucht Brut! Dazu müsst ihr nicht die Kiste zigmal umwühlen auf Suche nach der Kö -da langt es, wenn Ihr das Gelege seht -oder eben nicht.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo auch!


    Einiges haben die Kollegen schon erwähnt. Was mir so auffällt:


    - wenig Brut ist das schon!
    - sicherstellen, dass eine Königin da ist (ansonsten bei mir melden)
    - Im Dezember wird AUF KEINEN FALL mehr nachgefüttert! Mit Füttern ist Ende September Schluss
    - Hinter dem Schied brauchen jetzt keine Altwaben zu sein, nein, da SOLLEN jetzt keine sein! Im Sowasch hätte sie schon lange sein sollen
    - Wenn eine Königin da ist, gebt nochmal 1:1 Futter und vorher noch eine Mittelwand an das vorhandene Brutnest. Das müsste aber so bald wie möglich geschehen (ist schon spät!)
    - Wieso wiegen, wenn ihr seht, dass fünf Waben voll Futter sind, sprich 15kg Futter?
    - auf 9 Dadatwaben geht die Überwinterung sicher! Wenn sonst alles stimmt


    LGR

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Also ich halte die Brutmenge für normal. Bei 750 Zellen pro dm² auf 24dm² ergeben sich 18000 bebrütete Zellen. Auf DNM umgerechnet ergeben sich ca. 5 Waben zu etwa 2/3 bebrütet - völlig normal. Sorgen muss man sich nur machen, wenn keine offene Brut und Stifte zu sehen sind.
    Ich würde jetzt auch keine Waben mehr entnehmen, egal wie dunkel die sind. Die Bienen können die immer noch bebrüten und Futter drin lagern. Das ist jetzt sicherer als neu bauen zu lassen. Die Entnahme von Altwaben geschieht im Frühjahr noch rechtzeitig genug.


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    Du schreibst: "Auf DNM umgerechnet ergeben sich ca. 5 Waben zu etwa 2/3 bebrütet- völlig normal."


    DNM hat reichlich 16 dm² beidseitig zu bieten. Die 24 dm² (ziemlich genau 1 Wabe dadant beidseitig, genau wie sie schreiben) sind also, mit 2/3 bebrütet, nur reichlich 2 Waben Brut bei DNM.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo ihr,


    vielen Dank erst mal für die Infos. Wir haben uns heut früh also zu den Bienen begeben und ihnen ihre Altwabe erst mal hinterm Schied belassen, eine MW mit Zuckerwasser leicht bespränkelt an den Rand des Brutbereichs gesetzt und noch mal 0,7l 1:1 Lösung zugefüttert. Der Wildbau von gestern Nachmittag war schon wieder in Ansätzen angelegt worden, scheinen also wirklich bauen/erweitern zu wollen. Dazu haben sie jetzt ja wieder Gelegenheit.
    Grad waren wir noch mal dort und haben nur von außen ein wenig geguckt: In der Varroawindel sieht man, daß direkt unter der MW viele helle Wachsklümpchen im Verlauf des heutigen Tages gefallen sind -
    könnte ja ein Hinweis für Bautätigkeit sein!?


    Zwecks Weiselrichtigkeit: die ist von 2012 und bisher sehr gut gewesen, es gibt keine Weisellosigkeitsunruhe, keine Weiselzellen o.ä., kein Rumgesterzel vor dem Eingang, sie fliegen relativ rege und holen Pollen ein --> haben damals nicht nach bestifteten Zellen geschaut, sondern nur fix durchgezählt was an verdeckelten Dingen zu sehen war. Nehme mal an, daß da alles okay ist. Sonst würden sie sich wohl anders verhalten!? :) Noch mal aufruppen und noch mal genau nachschauen wollen wir grad nicht, gestern ja alles rausgezogen und heut noch mal rumgerückt... wollen sie ja nicht über Gebühr belästigen :)

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Hallo Ralph,


    Du schreibst: "Auf DNM umgerechnet ergeben sich ca. 5 Waben zu etwa 2/3 bebrütet- völlig normal."


    DNM hat reichlich 16 dm² beidseitig zu bieten. Die 24 dm² (ziemlich genau 1 Wabe dadant beidseitig, genau wie sie schreiben) sind also, mit 2/3 bebrütet, nur reichlich 2 Waben Brut bei DNM.


    Man rechnet aber nicht beidseitig. Die Zellenanzahl liegt bei ca. 750-800 /dm², beide Seiten schon addiert. Rechne es einfach mal mit einem Zellenmaß von 5,4mm nach (Flächenformel eines Secksecks bei Wikipedia, kann man auch leicht selbst herleiten), dann wirst du das erkennen. Bei der schon etwas zurückliegenden Diskussion über kleine Zellen bin ich ebenso wie du darüber gestolpert.
    Die Rechnung: Die Innenmaße von DNM sind 35 x 20cm² = 7dm². Mit dieser Fläche ist zu rechnen. 2/3 davon sind 4,7dm². 24dm²/4,7dm² = 5,1. Also 5,1 Waben DNM.
    Die Frage ist nur: Was hat IamEdHahne mit seinen 24dm² gemeint? Bebrütete Fläche pro Seite? Dann wären 24dm² wenig. Oder beidseitig bebrütete Wabenfläche? Dann wäre der Brutstand normal.


    Gruß Ralph

  • Ich habe gerade für eine Futterkranzprobe bei allen Völkern unterschiedlich Brut und Futter vorgefunden.
    Das scheint wirklich von Volk zu Volk unterschiedlich zu sein. Von eine komplette Zarge mit Brut bis hin zu kaum Brut.



    Uwe

  • Guten Abend,


    ja, wir haben das schon grob abgeschätzt Günther - haben ja noch keinen Fundus an Erfahrungen und Vergleichswerten, ist unser erstes Jahr. Wie soll man da sonst abschätzen was gut und was schlecht ist?! ;)


    Sind mal gespannt wie es den Bienen Mitte Sept geht - fahren übermorgen für 9 Tage in Urlaub. Haben heute noch mal von außen geguckt, alles lief seinen gewohnten Gang: keine Hektik, keine Weisellosigkeitsunruhe. Sollte also schon irgendwie werden, Pollen tragen sie auch noch gut ein, haben zudem zwei große Kleefelder vor der Haustüre... langweilen werden sie also eh erst mal nicht. Mal sehen wie die MW in zwei Wochen ausgebaut ist, im Varroaschieber finden sich nachwievor einige helle Wachsplättchen, besonders im Bereich der neuen MW und da besonders vorne am Einflugloch. Nehme mal an, daß da einfach beim bauen mal was runterfällt und dann nicht mehr raufgeholt werden kann (Varroawindel eben)?! :)


    Danke noch mal für die Einschätzungen, sehr beruhigend wenn man sich als Neuling hier noch mal rückversichern und Erfahrungswerte abholen kann!


    *edit*
    Nach weiterer Literaturanalyse kamen wir zum Schluß, daß wir vermutlich mit den 8kg Zucker in 3:2 Lösung, was unsere Hauptauffütterung werden sollte, vielleicht zu viel auf einmal angeboten haben - das lagerten sie dann direkt an den Brutbereich an und haben somit wohl ihren Brutbereich zu stark eingeengt. Werden also in Zukunft nicht mehr so viel auf einmal einfüttern (war ja quasi knapp 1 kg Zucker pro besetzem Rahmen, bzw mehr als 1 Liter pro Rahmen!). Hoffentlich haben wir es rechtzeitig bemerkt und mit der MW in die richtige Richtung gegengesteuert.. schauen wir mal!

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Hallo zusammen,


    die meisten Angaben zu Futtermenge berücksichtigen die Stärke des Volks/Ablegers nicht! Und als Anfänger fällt es einem schwer einzuschätzen, ob es (zu welcher Jahreszeit) noch genug Platz für die Brut gibt.
    Wenn ich bei schwachen Ablegern 2 Liter pro Woche füttere, dann habe ich Angst das Brutnest zu verhonigen. Sie müssen ja zuerst ausbauen, um Platz fürs futter zu schaffen.


    Daher frage ich, ob es nicht besser wäre, die Angaben zur Futtermenge zeitliche zu beschränken, z.B. 3 Tage 1:1 füttern, 2 Tage Pause usw. Wer hat da ein Rezept?


    Ich habe noch einige Ableger auf 4 Dadantwaben, bis wann darf ich sie noch ausbauen lassen, so dass die Winterbienen nicht überlastet werden?
    Ich habe morgen vor, alle noch mit 2 MW zu erweitern und zu füttern bis Ende September. Wer bis dahin auf 6 Waben sitzt wird eingewintert, sonst wird vereinigt.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant