Drüsiges Springkraut - Impatiens glandulifera

  • Es gibt noch gute Argumente für das Drüsige Springkraut. (Siehe auch Thread: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=30502) http://de.wikipedia.org/wiki/Dr%C3%BCsiges_Springkraut


    Denn eine umfangreiche Studie aus dem Nordwesten Englands zeigt, daß das Drüsige Springkraut weniger schlimm als sein Ruf ist, was die Unterdrückung "heimischer" Arten ist. Sie kommt zu folgendem Schluß:


    1. Die Wahrnehmung der Naturschützer im Nordwesten von England ist, dass I. glandulifera eine Gefahr für die einheimischen Pflanzenarten oder Artengemeinschaften darstellt. Diese Studie hat nur begrenzt Unterstützung für diese Ansicht gefunden.


    2. Impatiens glandulifera verhält sich opportunistisch in Pflanzengesellschaften. Seine Verbreitung und Häufigkeit schwankt räumlich und zeitlich in Bezug auf abiotische Faktoren (Überschwemmungen, Unterkunft) und biotischen Faktoren (Konkurrenz mit einheimischen Pflanzen, Plünderung durch Muscheln, Weichwanzen (Miridae)).


    3. Bestimmte Bedingungen müssen erfüllt sein, bevor eine erfolgreiche Invasion auftreten kann. In Waldhabitaten gehören dazu das Fehlen bestimmter Arten, wie Hyacinthoides nonscripta und geringe Populationen von Nacktschnecken, während in Uferbereichen die Fülle der Gräser, der nackte Boden oder Mollusken/Pflanzenfresser die bestimmenden Faktoren sind, wo Sämlinge gedeihen können oder nicht.


    4. Das Nebeneinander von I. glandulifera mit einheimischen Arten wird sowohl von Prozessen der Gleichgewichtsstörungen (zeitlich geteilte Ressourcen) und nicht-Gleichgewichtsstörungen (wechselnde Umweltbedingungen und räumliche Heterogenität) beibehalten.


    5. Ein im Juli "geworfenes" Quadrat scheint die Dominanz I. glandulifera zu zeigen, aber das gleiche Quadrat könnte Mitte Mai auch die Differenzierung von Arten wie Ranunculus ficaria, Chrysosplenium oppositifolium, Cardamine amara oder Hyacinthoides non-scripta in einer zeitlichen Nische zeigen.


    6. Experimente, bei denen die Pflanzen entfernt wurden, zeigten Reaktionsmuster in der nativen Pflanzengemeinde ähnlich wie es beim Entfernen der dominanten einheimischen Arten in anderen Studien gefunden wurde.


    7. Hinsichtlich der Wirkungen auf einzelne Arten traten die vorhergesagten Zunahmen oder Abnahme der Fülle nicht innerhalb der Nachweisgrenze der angewandten Methoden auf, obwohl nicht-signifikante vorhergesagte Anstiege in mehreren der Arten entstanden sind. Nur die Fortsetzung der Beseitigung und die Überwachung wird zeigen, ob diese Unterschiede signifikant über einen längeren Zeitskala werden.


    8. Die Invasion dieser Gemeinden durch I. glandulifera führt zu einer höheren Produktivität insgesamt (in etwa gleich der Bedeckung), aber vernachlässigbaren Verlust der Produktivität durch einheimische Arten.


    9. Es gibt ein gewisses Potenzial für indirekte Konkurrenz zwischen I. glandulifera und einheimischen Pflanzenarten was die Bestäuber betrifft, aber dies bedarf weiterer Untersuchungen.


    10. In eine ungestörte etablierte einheimische Vegetation dringt I. glandulifera nicht einfach durch. Keine einzige Art wurde offensichtlich als Folge der Invasion ausgeschlossen oder als Folge der Entfernung wieder besiedelt. Das experimentelle Hinzufügen und Entfernen zeigte, dass die beobachtete Korrelation von hohem I. glandulifera-Vorkommen und geringer Artenvielfalt bei Multi-Site-Vergleichen (Umfragen) eher ein Ergebnis der niedrigen Vielfalt als Ursache der Invasion ist.


    Diese Studie hat somit gezeigt, dass I. glandulifera, obwohl ein erfolgreich eingebürgerter Neophyt in Großbritannien, keine wesentlichen nachteiligen Auswirkungen auf einheimische Pflanzenarten an den untersuchten Standorten hat.


    grob übersetzt aus: http://www.morrison-prowse.com…nts/alicia_prowse_phd.pdf


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Es gibt zahlreiche Studien die das gegenteil belegen, und das weißt Du ganz genau.
    Woher kommt die plötzliche Sympathie für das Sch....-Zeug?


    Es lässt sich recht einfach beobachten, dass da wo das Springkraut wächst nichts anderes hochkommt. Ob es damit andere Arten verdrängt ist sicherlich eine Frage der Definition.


    Egal ob Verdrängung oder nicht. Das Zeug versaut jeden Spättrachthonig bis hin zur Ungenießbarkeit!

  • Hallo Bernhard,
    komme einmal hier in den nördlichen Schwarzwald und schau Dir jetzt die "lieblichen" Springkraut verseuchten Täler und Waldflächen an. Rede mit den Forstleuten, was auf den Waldflächen, die vom Springkraut erobert wurden, mit der natürlichen Waldverjüngung geschieht.
    Und dann rieche und schaue Dir die selben Flächen im November einige Tage nach den ersten Frösten an.
    Du wirst ein ganz neues Bild vom Drüsigen Springkraut und dem "lieblichen" Schwarzwald bekommen.


    Der Wahrheit zu liebe muss ich dazu sagen, dass manche Imker sehr wohl beteiligt waren ein der ersten Ausbreitungswelle dieser Pflanze.
    Gruß Eisvogel


    PS: Wenn es diese "tolle" Pflanze in Deinem Revier noch nicht geben sollte und Du Bedarf hast, lass es mich wissen. :-D

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Also ganz so negativ sehen das aber die Forstleute nicht! Zumindest nicht generell und überall.


    Siehe
    Indisches Springkraut im Forst
    Unkraut vergeht doch


    Abgesehen davon, sind wir hier Förster oder Bienenhalter?
    Hat denn das Springkraut für Bienenhalter etwa nicht nur Vorteile?


    Ich wohne hier nahe einer großen Flußaue und die Bienen tragen massiv Springkraut und Goldrute ein. Und das sogar heute bei Dauernieselregen und einer ganz flachen Temperaturkurve, die nur mittags kurz die 15°C erreicht hat. Diese beiden Pflanzen dominieren hier den Auwald.
    Nachteile kann ich nicht erkennen. Ich muss weniger füttern und die Bienen in der Gegend sind beschäftigt und haben keine Zeit für Räuberei.


    Als Waldbesitzer würde ich jedenfalls nichts tun und als Imker erst recht nicht.
    Wenn ihr aber doch, warum eigentlich?

  • Moin,
    ich seh es wie die Engländer, und hier wächst es eh nur spärlich.
    Die sehr viel größere Gefahr sehe ich in dem verdammten Jakobskreuzkraut, was sich überall durchsetzt, weil 2jährig, und so viele Leute es für harmlos halten - was es leider nicht ist, weder auf der Weide noch im Heu, sondern tödlich!:evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    also in Niederbayern ist das Springkraut wie in vielen anderen Gebieten auch, die einzige Tracht über einen langen Zeitraum hinweg. Die Imker sollen froh sein, dass die Bienen wenigstens noch irgendwas finden.
    Es gibt ja nahezu keine Disteln und andere Trachtquellen mehr, die früher weit verbreitet waren und gehonigt haben.
    Und auch im Wald sehe ich es nicht problematisch. Das Springkraut ist nicht der Grund dafür, dass viele Pflanzen nicht in die Höhe kommen. Der Grund dafür ist Wildverbiss (teilweise extrem!) und Pflanzen wie Brombeere.
    Seid froh um das Springkraut.


    Gruß


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • komme einmal hier in den nördlichen Schwarzwald und schau Dir jetzt die "lieblichen" Springkraut verseuchten Täler und Waldflächen an.


    Hallo Eisvogel,
    mein Wohnort ist im Nordschwarzwald und ich kann deine Sichtweise nicht bestätigen. Ich habe 2 Bienenstandorte, wobei einer in einem Schwarzwaldtal liegt, der andere am Wohnhaus. Früher konnten die Bienenvölker nur schwer im Schwarzwaldtal überwintert werden, da meistens eine ausreichende Pollenversorgung im Herbst fehlte. Ab dem Zeitpunkt der Springkrautansiedlung änderte sich dies. Inzwischen überwintere ich im Schwarzwaldtal erfolgreicher und muss zudem weniger einfüttern.
    Die Katastrophenansagen vor über 10 Jahren mit einer flächendeckenden Springkrautansiedlung und Verdrängung aller anderen Pflanzen bewahrheitete sich nicht. Seit über 10 Jahren hat sich die Bewuchsfläche nicht vergrößert und ist selten mehr als 3 m vom Bachlauf entfernt. Über 2 Monate erfreuen sich Hummeln, Insekten und meine Bienen an den Blüten dieser Pflanzen. Die Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau berichtet dazu, dass „die Blüte in der zweiten Sommerhälfte einsetzt und zur Nektar- und Pollenversorgung einiger spätfliegender Insekten beiträgt. Hummeln sind regelmäßig und häufig zu beobachten. Für Honigbienen bietet das Springkraut Nektar sowie Pollen zur Eiweiß-, Fett-, Vitamin- und Mineralstoffversorgung. Da natürlich vorkommende Pollenspender im Hochsommer vergleichsweise spärlich blühen, bei den Bienen aber gerade zu dieser Zeit ein hoher Pollenbedarf besteht, kann bei bedeutenderen Beständen die Pflanze doch wesentlich zur Nährstoffversorgung beitragen“ und dies kann ich nur bestätigen.
    Der Schwarzwald ist nicht verseucht, die Täler sind nur etwas bunter geworden, was die Insekten und das menschliche Auge erfreut.
    Grüße vom Nordschwarzwald in den Pfinzgau
    winolf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von winolf ()

  • Hallo Winolf, hallo Simon, hallo hornet,
    ich staune immer wieder wie schnell man auf einem Auge blind werden kann.
    Schönen Sonntag,
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hi Eisvogel,
    leider hast du deine Antwort so kryptisch gehalten, dass nicht mal klar wird, wessen Auge nun womöglich blind ist - deines oder unseres :p


    Aber im Ernst: Wo siehst du jetzt ein Problem für Bienenhalter? Ich meine die Frage ernst, bin ja noch Anfänger.


    Und: Was willst du gegen das Kraut tun? Warum es nicht hinnehmen wie andere mehr oder weniger unschöne Begleiterscheinungen unserer eigenen Existenz? Denke nur mal an Straßen - künstlicher Fremdkörper, häßlich, schädlich und trotzdem alltäglich von uns allen akzeptiert. Ich fürchte, das musst du mit dem Springkraut auch so halten. Künstlich von uns Menschen eingebracht ist es jetzt nunmal da. Irgendwann wird es auch mal wieder verschwinden, genau wie unsere Straßen. Aber beides wird ziemlich sicher wohl nicht mehr während unserer Lebenszeit geschehen.


  • ich seh es wie die Engländer, und hier wächst es eh nur spärlich.


    Liebe Sabine, Niedersachsen ist ja "recht groß"... bei mir hier.. in der Winsener Marsch wird jede (freuchte, auch schattige) Fläche die nicht gemäht wird vom Springkraut überwuschert... die trockeneren (sonnigeren) Stellen von Goldrute, auch die Herkulesstaude breitet sich sehr aus...


    @ Bernhard: Es gibt dutzende von eingewanderten oder eingeschleppten Arten.. manche haben halt eine Tendenz zu starker Ausbreitung und Verdrändung... sind schon EININGE problematische Arten und das Ergebnis ist meist eine ArtenÄRMERE Flora und Fauna.. aber ja.. meine Bienen und auch viele Wildbienen mögen das Springkraut und die Goldrute und die Robinie und und und und und.. sind halt doch meist die Trachtpflanzen die sich ausbreien.. Imkerhand ist dabei nicht ganz unbeteiligt..


    Ich rate dringend davon ab Neophyten anzupflanzen.. mit der Becherpflanze, Silphie, ... also ich sage voraus.. das wird auch UNKRAUT.. wird sich extrem ausbreiten, wenn das den Mais ersetzen sollte...


    Grüße manfred

  • Aber im Ernst: Wo siehst du jetzt ein Problem für Bienenhalter? Ich meine die Frage ernst, bin ja noch Anfänger.


    Hallo hornet,
    ich sehe kein Problem für die Bienenhalter. Mein Problem ist, dass durch die "Monokulturen" eine Pflanzenvielfalt die gerade an diesen Bachläufen vorhanden war, die im übrigen auch den Bienen genützt hat, verschwunden ist.
    Ich komme gerade eben aus einem lichten Waldstück/Waldrand das bisher frei von diesem Drüsigen Sprinkraut war. Jetzt stehen die ersten 5 Pflanzen auf ca. 20 m . Die nächste Großflache mit Balsamine liegt ca. 250 M entfernt. Ich habe sie übrigens nicht ausgerissen. Die verschiedenen Spätsommerblüher die jetzt noch dort stehen werden in 1-2 Jahren diesem Kraut gewichen sein.
    Gruß Eisvogel
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • ... Die verschiedenen Spätsommerblüher die jetzt noch dort stehen werden in 1-2 Jahren diesem Kraut gewichen sein.
    ...


    dann wäre es doch mal interssant, da mal jetzt eine kleine BEstandsaufnahme zu machen und in ein paar JAhren nochmal. Oder jährlich, um die schleichende Veränderung zu dokumentieren.


    Du magst nicht zufällig deinen Spaziergang wiederholen ;-)


    Grüße, Robert

  • Hallo allerseits,


    soweit ich weiß, sehen Biologen seit einigen Jahren, dass die positiven Auswirkungen des Ausbreitung des Springkrautes die negativen überwiegen. Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass sich das Springkraut (zumindest hier in Holstein) bei weitem nicht so stark ausbreitet wie oft angenommen; und auch nur sehr lokal vorkommt. Bei uns besiedelt es hauptsächlich die Flussufer, die umgeben sind von Auwald.


    Auf Standorten mit Graswuchs und auch in Brennesselfluren hat es eher kaum Chancen, hochzukommen. Scheinbar braucht das Springkraut einen offenen, nassen Boden, um zu keimen, es reagiert sehr empfindlich auf Spätfröste im Mai, die hier in Holstein die Regel sind.


    Gerade dieses JAhr wurde durch Spätfröste und anschließende Trockenheit der Balsaminenbestand in Holstein sehr stark dezimiert.


    Ansonsten freue ich mich über jede Biene, die im Juli bis Oktober schwer beladen mit Nektar (und dem typischen Pollenzeichen) der Balsamine heimkehrt.


    Gruß
    KME

  • Mein Problem ist, dass durch die "Monokulturen" eine Pflanzenvielfalt die gerade an diesen Bachläufen vorhanden war, die im übrigen auch den Bienen genützt hat, verschwunden ist.
    Ich komme gerade eben aus einem lichten Waldstück/Waldrand das bisher frei von diesem Drüsigen Sprinkraut war. Jetzt stehen die ersten 5 Pflanzen auf ca. 20 m. Die verschiedenen Spätsommerblüher die jetzt noch dort stehen werden in 1-2 Jahren diesem Kraut gewichen sein.


    Hallo Eisvogel,
    Erst mal gut, für Bienenhalter hat es also tatsächlich gar keine Nachteile, wie von mir erhofft.


    Was die Verdrängung anderer, heimischer Pflanzen betrifft (die übrigens alle auch irgendwann mal hier bei uns eingewandert sind, weil nach der Eiszeit gab's noch gar nix bei uns!), so hat das Springkraut den Vorteil, dass es erst sehr spät im Jahr wirklich loswächst. Logisch, es keimt sehr spät und muss dann den vollen Zyklus vom Keimen an durchlaufen (im Gegensatz zur Goldrute, die sofort auf das Wurzelwerk vom letzten Jahr zurückgreifen kann und von Frühling an loswächst). Die allermeisten heimischen Pflanzen haben bis zum Aufwachsen des Springkrautes zum Ende Juli hin also schon einen Gutteil der Entwicklung hinter sich. Mit dem Effekt, dass der Verdrängungseffekt trotz der monströsen Ausmaße des Bewuchses gar nicht so groß ist, wie man meint.


    Und zumindest hier, in meiner Gegend ist das Springkraut in die Nähe der Flußaue oder seiner Seitenbäche zwar allgegenwärtig, aber wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es flächig doch gar nicht mehr soooo dicht wächst wie in den ersten Jahren. Nur an ganz frisch aufgeschütteten Stellen nahe der Gewässer findet man noch die ganz dichten Dickichte. Da, wo sonst sowieso "nur" die üblichen Pioniere wachsen würden, die eh häufig sind. In etablierten Pflanzenschichten weiter weg vom Gewässer kann sich das Kraut nach meiner Beobachtung auf Dauer also gar nicht so dominant halten.


    Was dein Waldbeispiel betrifft: Häufig sieht man, wie ein am Boden kahler Fichtenwald (übrigens auch total künstlich) in der Nähe bestehender Springkrautbestände bei beginnender Auflichtung auch ganz dramatisch innerhalb von 2-4 Jahren vom Springkraut überwuchert wird. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Nach einigen weiteren Jahren hat sich das wieder erschöpft. Das Kraut verschwindet vielleicht nicht ganz, aber die Masse vom Anfang ist dahin. Ich meine, sowas ist kein Problem.


    Ich bin jetzt kein Geobotaniker, aber ein wenig Pflanzenkenntnis habe ich schon. Und mein persönlicher Eindruck ist, dass die wesentlichen heimischen Pflanzen auch zwischen dichteren Beständen wachsen wie eh und je. Da sieht es in den älteren Dickichten der Goldrute schon ganz anders aus, aber auch hier das selbe Bild: Die anfängliche Totalverbreitung ist gar nicht mehr soooo total, denn sonst würde man ja heute auch über die Goldrute reden, nicht nur über das Springkraut. Oder gibt's diese Goldrute bei euch gar nicht?


    Selbstverständlich will ich nicht behaupten, dass meine Beobachtungen auch in anderen Gegenden gelten müssen. Aggressive Neophyten wie das Springkraut sind IMMER problematisch. Mal mehr, mal dauerhaft, mal weniger oder nur vorübergehend, das wird sicher niemand bezweifeln. Aber die allermeisten Neophyten sind nach anfänglichem "Hype" dann doch ganz manierlich und nach einiger Zeit merkt kaum noch jemand, dass das mal ein Neophyt war.


    Und mein Eindruck ist, dass sich das Springkraut wirklich nur an mit Nährstoffen völlig überversorgten (künstlich!), nassen und häufig überschwemmten/verschlammten Standorten länger dicht und problematisch halten kann. An allen anderen Stellen ist es vielleicht optisch zeitweilig dominant, aber nicht ganz so schlecht wie sein Ruf. Eine Bekämpfung ist übrigens problematisch, da sie oft auch bei anderen Pflanzen mehr Schäden anrichtet, als sie nützt. Ich meine, das Springkraut ist unter den jüngeren, besonders aggressiven Neophyten vielleicht das auffälligste, aber noch mit das harmloseste.


    hornet