Jetzt geht es los....

  • Hi zusammen,


    erschlagen von den Informationen gepaart mit Unwissen bzgl. der Terminologie und Verfahren stelle ich mich hier vor, schildere meine Intention und hoffe, hier einen Art Einsteigerthread ins leben rufen zu können, der auch anderen Hilft, die nicht solange suchen wollen, wie ich das getan habe.



    Zu mir:
    Ich bin der Christian, höre auf Witzman (man spricht es Witzmann) und bin 32 Jahre alt. Bisher habe ich noch keine praktische Erfahrung mit Imkerei aber das ändert sich (zumindest in der Theorie)


    Erfahrungen:
    Mit Bienen keine praktischen Erfahrungen. Allerdings war ich jahrelang in der Haltung von Ameisen aktiv - das sind ja auch soziale Hautflügler, also habe ich hier den Vorteil schon einiges über die Lebensweise sozialer Insekten zu kennen. Ich betreibe das Ameisenwiki


    Wissensstand:
    Habe bereits einen Großteil des Einsteigerforums quergelesen, und lese gerade die ebooks Bienenhaltung für alle und Einführung in die Imkerei


    Kontakte:
    Habe morgen ein telefonisches Erstgespräch mit dem Vater eines Kumples, welcher mal Vorsitzender in einem Imkerverein war.
    Weiterhin habe ich einen Imker in der Nähe und den lokalen Imkerverein in Fulda angeschrieben und um Kontaktaufnahme gebeten.


    Örtlichkeit:
    Verfüge über einen Garten, Wohne zur Miete am Stadtrand irgendwo hier
    Gespräche mit den direkten Nachbarn bzw. Vermieter bzgl. Bienenhaltung fanden statt und ich erwarte nach den Reaktionen keinerlei Probleme.



    Soviel erstmal zur Basis.


    Was will ich:
    - 1-2 Beuten Bienen im Garten.
    - Überblick über Beutensysteme und Betriebsweisen
    - Ein System finden
    - Kontakt zu Imkern bzw. Verein in der Umgebung
    - Dort mal mitlaufen
    - Ein System wählen
    - Bienenbeute installieren


    Ich habe bereits festgestellt, dass es dieses Jahr zu spät ist, aber das ist gut - so kann ich mich umfassend informieren.
    Den Garten als Standort werde ich mir nicht ausreden lassen, da ich kein eigenes Auto habe und daher alles zu Hause haben will.


    Soviel zu meiner Vorstellung - ich hoffe, ich habe alles wissenswerte Zusammenfassen können.
    Ich freue mich auf das Erstgespräch gestern und warte sehnsüchtig auf die Antwort der lokalen Kollegen - ich will zumindest dieses Jahr noch soviel mitnehmen wie möglich.


    Achja... ich mag keinen Honig :)


    Ciao,
    Witzman

  • Hallo Christian,


    willkommen bei den Imkern.


    Heißt "Achja... ich mag keinen Honig ", dass Du auch keinen ernten willst? Wäre vielleicht wichtig für Empfehlungen hinsichtlich der Betriebsweise. Oder willst Du ernten, nur eben nicht für Dich selbst, sondern für andere?


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

  • ) Wuerde schon gerne ernten, für Frau, Kind und Nachbarn - und weil es dazugehoert. Ob jetzt aber 1 oder 10kg werden ist mir Latte :)

  • ...und hoffe, hier einen Art Einsteigerthread ins leben rufen zu können...


    Dafür ist der Thread-Titel denkbar ungeeignet.
    Mein 1. Gedanke: Karnevalsessionsstart...
    Ein Threadtitel sollte schon klarstellen, um was es geht.


    Aber nichtsdestotrotz: Herzlich willkommen an Bord und viel Spaß mit den Bienen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Witzman,


    habe eine ähnliche Geschichte, aber ohne Ameisen. Vor gut 3 Jahren TBHs nach LWG Bayern gebaut, Spott von ortsansässigen Imkern geerntet und bis Juli 2012 gewartet auf einen Schwarm oder einen Kunstschwarm eines möglichen Gönners. Zwischenzeitlich gelesen, gelesen, gelesen und mich bei Warré wiedergefunden. Ich liebe Honig, aber wir können nicht mehr als 20 Gläser im Jahr essen :lol:
    Letzten Monat habe ich dann Torschlusspanik bekommen und auch das 4. Jahr verstreichen sehen. Über den Imkermarkt hier habe ich ein Volk in einer HBB mit geleertem Honigraum erstanden. Frage nicht wie viel die Theorie nutzt ist wenn du das erste Mal Wabenkontrolle machst :cry: 
    Inzwischen habe ich kontrolliert, zugefüttert, Varroa behandelt, zugefüttert und ich glaube die Odenwälder Brumseln haben sich an mich gewöhnt. Allerdings sind sie auch sehr friedfertig. Inzwischen trage ich kaum noch Schleier und habe noch keinen Stich. Im nächsten Jahr möchte ich nach Warré umziehen. Endgültig wünsche ich mir auf meiner Streuobstwiese 2 x Warré und 1 x TBH und im Garten am Haus 1 x Warré - und bin jetzt auch endlich zuversichtlich.
    Auf gutes Gelingen!
    Franz

  • Puh, nach den ersten Reaktionen scheint es, als waere mein Weg der richtige Ansatz. Ich kenne es aus vielen Foren, dass der Einsteiger erst von der Sinnlosigkeit seiner Hirngespinnste überzeugt werden muss (auch hier habe ich das gesehen).


    Warte immer noch gespannt auf das morgige Telefonat - das erste Warrebuch hab ich schonmal zu 80% durch :)

  • Hallo Witzmann


    Viele deiner Fragen werden sich von ganz alleine beantworten - es gibt gewisse Sachzwänge die sich nunmal nicht umgehen lassen will man erfolgreich imkern.


    1.Anzahl der Beuten/Völker
    Mindestens 2 Beuten/Völker sind als Basis ein guter Anfang. Geht dir über den Winter ein Volk verloren so hast du im Frühjahr immer noch einen Grundstamm um ein neues 2.Volk heranzuziehen.Du wirst genau wie die meisten Neuimker ( da nehm ich mich nicht aus ) am Anfang Fehler machen. Man kann Bienen auch totgucken.........


    2.Die Frage nach dem Beutensystem
    Da ist es wohl am Sinnvollsten das System zu wählen das bei dir am Standort am meisten verbreitet ist. Frag nach bei deinem örtlichen Imkerverein.


    3. Die Frage nach dem Imkervereim
    Stellt sich eigendlich nicht - geh halt hin und stell dich vor - wirst sehen sind lauter nette ( Kauzige ) Menschen....
    So hab ich´s gemacht und bin mit offenen Armen empfangen worden.


    4.Die Frage nach dem Standort der Bienen
    Wenn du einen Garten hast kann doch eigendlich nichts schief gehen.Ich habe meine Beuten auch im Garten stehen - die Nachbarn haben es erst nach Wochen gemerkt - und auch nur weil sie mich mit Schleier und Smoker durch die Wiese tappen sehen haben.


    5.Literatur gibt es zu Hauf
    Lernen wirst du aber wohl am meisten durch das selber arbeiten mit den Bienen.Bücher und Internet sind gut und schön und hilfreich aber es geht in meinen Augen nichts über das lernen direkt mit den Bienen.Wenn du noch einen Imkerpaten zur Seite hast der dir erklärt was du zu tun und zu lassen hast - um so besser.


    6. Wenn du im Frühjahr los legen willst
    Nutz die Zeit und leg dir über den Winter alles zu was du zum imkern brauchen wirst. Ein Start aus dem Stand ist recht teuer wenn man alles auf einmal kaufen muss - ich habe für meine Grundausstattung über 1000 Euro gezahlt.


    Wünsch dir viel Spass mit deinem neuen Hobby


    Dieter

    Der untrügliche Gradmesser für die Herzensbildung eines Menschen ist, wie er die Tiere betrachtet und behandelt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von DieterW ()

  • Tach zusammen, nutze mal das "jetzt gehts los" um mich auch kurz vorzustellen.
    Mein Name ist Rainer bin das praktische Imkern in diesem Jahr angefangen mit einem 7 waben ableger allerdings direkt mit der Königinn von 2011( man könnte auch sagen das der verkäufer den ableger gehalten hat:)
    ) naja wollte eigentlich auch ein paar Völker mehr haben und so sind inzwischen aus dem einen 5 geworden.
    Imker in der segeberger dnm auf 1,5 fach mit kleinem honigraum auf 0,5 fachem Rähmchenmass.
    Bin schon seit Jahresbeginn hier immer mal wieder on und lese das eine oder andere und wollte heute einfach mal meinen senf dazugeben und hallo sagen, also dann... Hallo:daumen:

  • Herzlich Willkommen,


    Zitat

    Verfüge über einen Garten, Wohne zur Miete am Stadtrand irgendwo hier

    Unglaublich, der kann ja zum Imkerforumstreffen sozusagen zu Fuß gehen !:eek:


    Zitat

    Achja... ich mag keinen Honig

    Mußt Du auch nicht, denn kann man ja weiterleiten.:wink:
    NAch den Erstanschaffungen willst du den auch möglichst nicht mehr verschenken...


    Bei der Betriebsweise kannst Du auch so wählen, dass Du weniger Ernte hast. Ergib Dich als Anfänger aber nicht sofort dem Trugschluß, Du könntest reine Überschußernte vor sich hin laufen lassen, mit Ernten nur einmal im Jahr und alles ist gut. So einfach ist es meistens eben nicht.
    Und trenne die Betriebsweise von der Beutenart ab. Es gibt sicher Beuten, in denen macht man üblicherweise so und so. Jedoch kannst Du ganz viel übernehmen und variieren. Naturbau geht auch im Magazin etc. pp
    Aber dazu kannst Du noch lesen, lesen, lesen.


    Du hast einen Großvorsprung, was das Ameisenwiki bzw Deinen Hintergrund angeht: Du wirst einfach Zusammenhänge bio-logischer Art mit den folgerichtigen Reaktionen besser kapieren und nachvollziehen können. Du brauchst weniger die Null-acht-fuffzehn Kochanleitung als das Ursache-Wirkprizip dahinter und handelst dann danach. Jedenfalls wirst Du vermutlich etliche Prozent weniger Verständisschwierigkeiten haben.
    Trotzdem ist aller Anfang aufregend, Shit happens und dann ist es gut, wenn Du jemanden hast, der im gleichen System arbeitet und sich auskennt und mal gucken und helfen kann.


    Ansonsten gibt es ja das hier ! :lol:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • 1.Anzahl der Beuten/Völker
    Mindestens 2 Beuten/Völker sind als Basis ein guter Anfang. Geht dir über den Winter ein Volk verloren so hast du im Frühjahr immer noch einen Grundstamm um ein neues 2.Volk heranzuziehen.Du wirst genau wie die meisten Neuimker ( da nehm ich mich nicht aus ) am Anfang Fehler machen. Man kann Bienen auch totgucken.........


    Man sollte wenigstens vier Völker einplanen. Mehr als ein Volk auf jeden Fall, u.a. aus den von Dieter genannten Gründen. Und aufgrund von Schwarmfang, Ablegerbildung, Flugling zwecks Schwarmverhinderung o.ä. werden immer mal wieder mehr Völker. Also selbst wenn man eigentlich nur zwei Völker halten will werden es temporär mehr sein.


    Zitat

    2.Die Frage nach dem Beutensystem
    Da ist es wohl am Sinnvollsten das System zu wählen das bei dir am Standort am meisten verbreitet ist.


    Diesen Rat hört und liest man immer wieder, aber ganz ehrlich: das ist doch unsinnig. Man tauscht normalerweise nicht mit mehreren Imkern Wabenmaterial oder Zargen. Im Prinzip würde es reichen, wenn es einen Imker gibt (mit dem man auch gut auskommt), der das gleiche System hat.
    Ich persönlich würde nicht unbedingt mit Topbarhive oder Strohstülpern anfangen, wenn alle anderen in 'normalen' Magazinen imkern. Kommt einfach schlecht rüber, als Anfänger in einem Verein gleich mit etwas völlig exotischem anzukommen, quasi gegen den Schwarm zu schwimmen. Aber man muss deshalb auch nicht versuchen unbedingt in der Mitte zu schwimmen.
    An meinem Standort ist Deutsch-Normalmaß am meisten verbreitet. Das wollte ich auf keinen Fall (Rähmchenohren zu kurz, Leisten zu dünn, zu vielen Waben im Brutraum, zu schwere Honigräume...). War auch nicht nötig, die 'Hardware-Kompatibilität' zur Vereinsmehrheit fehlt mir nicht.
    Wobei bei Euch vermutlich eh die meisten Zander haben, und das erscheint mir durchaus als guter Startpunkt. Oder halt Dadant. Oder Langstroth 2/3 Flachzargen...


    Was den Honig angeht: unterschätze den Bedarf nicht! Selbstgeernteter Honig ist ein nettes Geschenk für jede Gelegenheit, auch statt der üblichen Flasche Wein, manchmal statt Blumen. Und oft auch als eine Art kleine 'Bestechung' bzw. 'Dankeschön', wenn man mal Hilfe, Werkzeug (z.B. lange Leiter für Schwarmfang entfernt von zuhause), einen weiteren Standort oder Information (z.B. Schwarmsichtungen) braucht.
    Selbst wenn man nicht groß verkaufen will sollte man schon so ab 15 kg pro Volk wenigstens anpeilen.
    Also: schonmal anfangen Honiggläser zu sammeln! Denn die sind teuer...


    Grüße,
    Robert

  • Und Du könntest uns die komischen Ameisen erklären. Manchmal kriege ich Panik, wenn Waldameisen in der kühleren Übergangszeit (Herbst/Frühjahr) meine Magazine entern wollen. Dann im Sommer sind sie gar nicht zu sehen.


    Gruß Jörg


    Gerne. ganz grob,da vom handy:
    Ameisen ernaehren die Brut mit Eiweisquellen (andere Insekten,die erbeutet werden(polizei des waldes)) und sich selbst aus Zuckerquellen. Diesen bekommen sie,indem sie Honigtau (blattlauskot) ernten. Dies ist so weit evolutioniert, dass Sie die Lausherden halten und auf Pflanzen ansetzen,wie wir Menschen das mit Kuehen und Weiden machen. Waehrend dem Winter wird ein Teil der Lausherde mit ueberwintert. Diese werden im fruehling wieder ausgesetzt. Geht die Vermehrung der Läuse zu langsam,benötigen die Ameisen alternativen und besuchen die Bienen.
    Da Ameisen allerdings ein Problem mit Bienen- und Wespengift haben,ist das nur eine notloesung. Sobald Sie Alternativen finden,ziehen sie diese dem Bienennest vor.