Zusammenhang Honigpreis und Zuckerpreis ?

  • Hallo,
    wie seht Ihr den Zusammenhang zwischen Honigpreis und Zuckerpreis?
    Oft wird argumentiert das Futter ist teurer geworden jetzt muß der Honigpreis steigen.
    Wenn man rechnet das z.B: 25 kg Futter a 0,25 € mehr dann ergibt das 6,25 € pro Volk mehr. Dividiert durch Durchschnittsernte von 55 kg/ Volk ergibt das 0,1136 € Euro mehr pro Kilo Honig, also nicht ganz so viel.
    Ich weis, die einen haben nur 10 kg Ernte und den anderen sind 100 Kg zu wenig also hab ich die Mitte mit 55 Kg angenommen :wink:.
    Steigende Preise für Benzin sowie Imkereibedarf für Neubeschaffungen sind auch noch zu berücksichtigen.


    Ist es nicht vielmehr der steigende Weltmarktpreis oder Grosshandelspreis in Deutschland der die Preise hier endlich etwas anziehen läßt?
    Kann man diese Preise eigendlich irgendwie im Internet verfolgen. Börsenhandel für Honig is ja wohl noch nich.....
    Grüße
    Thomas

  • Moin, Thomas,


    die Preisbildung von so Hobbyware wie Honig (oder auch Kaninchen oder Wildbret oder Falläpfel oder Hermann) richtet sich nicht nach den der Wirtschaft zu Grunde liegenden Faktoren. Genau wie wir Imker die Bestäuberei fast immer umsonst erbringen lassen, obwohl sie kostet, beziehen wir in die Kostenrechnung nicht unseren tatsächlichen Aufwand ein. Die Arbeitszeit vergessen wir ohnehin und sowas wie Alternativverzinsung von Anlagekapital oder gar Abschreibung können viele Imker nichtmal erklären. Müssen sie auch nicht - sie hielten ja dennoch Bienen. Es reicht folglich, wenn man als Imker das Gefühl hat, nicht draufzuzahlen sondern noch was abzustauben. Dieses Gefühl wird massiv vom Füllstand der Honigkasse und vom Umsatz geprägt. Und lebte man alleine und ohne Nachbarn, dann wäre es wohl schnurzegal, ob man nun 1,50 oder 4,50 für's Glas nimmt.


    Die Problematik liegt aber anders. In der Wirtschaft verschwinden die Falschkalkulierer recht zügig und hinterlassen ihren Platz.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • In der Argumentation für höhere Honigpreise sollte man den *gestiegenen Zuckerpreis* gaaaaanz vorsichtig nutzen.


    Nach wie vor erzeugt die Aussage, dass Bienen mit Zucker gefüttert werden, beim (unwissenden) Kunden -und das sind sehr viele- das Gefühl, irgendwie betrogen zu werden, er wähnt Zucker zu essen statt Honig, zumal, wenn der Honig ein kandierender Blütenhonig ist. Nun ist Honig ja im wesentlichen Zucker, kann man nicht abstreiten. Aufklärung hilft, aber nur ein klein wenig, den meisten ist die Unsicherheit am Gesicht abzulesen, wenn man von Glukose, Fructose und Fermentation spricht...

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)


  • Nun ist Honig ja im wesentlichen Zucker, kann man nicht abstreiten. Aufklärung hilft...


    Moin ,moin aus Hamburg,
    Dazu fällt mir folgendes ein:cool:http://lyrics.wikia.com/Georg_Kreisler:Vierzig_Schilling


    Beste Grüße vom
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Die Problematik liegt aber anders. In der Wirtschaft verschwinden die Falschkalkulierer recht zügig und hinterlassen ihren Platz.


    Moin,
    Sterben denn die Honigpreisfalschkalkulierer wenigstens bald aus :wink:


    Haben Hobbyimker so einen großen Einfluss? Sind es nicht so Sachen wie "billiger Honig aus EU- und Nicht EU Ländern", warum schreiben die nicht einfach vom Planeten Erde?, die den Preis niedrig halten?


    Von vielen Leuten habe ich erfahrten, dass die noch gar nicht mitbekommen haben das der Honig von weit weg kommt und das anderer Pollen drin ist und so, ist vollkommen unbekannt.:-(


    Wenn beim Honig die Hoppyimker schuld sind, sind wohl die Hoppybauern an den zu niedrigen Agrarpreisen schuld? Glaub ich nich. Ganz vergleichbar ist es sicher nicht, wegen der Subventionen.


    Grüße aus Leipzig
    Thomas

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem grauen,kalten,regnerischen guten Morgen :)


    Lieber Thomas,
    leider sind es die "Hobbyimker" die meistens die Preise kapputt machen oder aber nicht hoch gehen lassen :roll:


    Ich werde immer wieder nach Honig KG-Ware und nach meinem Preis gefragt.
    Da es dieses Jahr sehr wenig Honig gibt/gab bin ich um 0,20-0,50 € € pro kg je nach Sorte teurer geworden.
    Bei mir richtet sich der Preis nach meinem 500gr. Verkaufspreis, D.h. wenn ich für das Glas 500gr. Blütenhonig z.B. 4,50 € nehme zahlt der Kunde beim kg/Hobbok 4,50 € für das kg.
    Ich kann ja nicht unter dem Entsehungspreis gehen.
    Die Antwort ist dann meistens, poohhh, so teuer, da müsste ich ja mit meinen Preisen hochgehen !
    Die Frage von mir: Ja,was nehmen Sie denn. Wird meisten so beantwortet: Ja für Blüte 3,50 € d. Glas.
    Tya, das müssen Sie eben hochgehen im Preis.
    Meisten kommt dann, das geht nicht weil mein Nachbar um einiges billiger ist.


    Schade eigentlich das die Imker sich immer noch unterm Wert verkaufen.
    Rechnet doch mal was Euch,Zeit,Futter, Mittelwände, Benzin, Wasser, Strom, Beuten, Anzug, Schleuder u.s.w. kostet, dann was und wieviel Honig habt Ihr dieses Jahr gerntet und was kommt unterm Strich raus?
    Dann kommt wieder das Argument: Ist ja nur Hobby, da wollen wir ja nicht verdienen :roll:
    Ah ja !!!!!!!! Aber die die davon leben wollen/sollen was ist mit denen?


    Wie der eine auf dem Weihnachsmarkt vor 2 J. .
    Er ist ja nicht blöd und verkauft das kg Honig an Imker für 3,50 € da bekommt er mehr wie vom Großhandel und ich solle mich nicht so anstellen,ich darf ja auf den Weihnachtsmarkt! Aber über meine Preise motzen, das kann er.
    Die Nadel sah`s, ich wurde etwas größer :idol: und meinte dann:
    Er darf gerne meine Bienen machen, scleudern und im Herbst 2 Mon. Kerzen machen, Honigabfüllen, Standgebühr zahlen, jeden Tag 12 St. bei Wind, Kälte, Regen, Schnee hier stehen, dann noch 1,5 Std. täglich hin und wieder zurückfahren, den Sprit bezahlen, immer lächeln auch wenn man blöd angeredet wird, das einem am Abend die Mundwinkeln weh tun, denn ich liege auch gerne auf dem Sofa und tue mal nichts, er kann gerne tauschen.
    Im Hindergrund sah ich eine Frau immer mit dem Kopf nicken, dann meinte ich das so nur Imker reden können die von tuten und blasen keine Ahnung haben und uns Größeren nur die Preise kapputt machen.
    Ich lies Ihn stehen mit offen Mund und ging zum Kunden, der nur noch grinste.
    Der Mann nahm sich noch eine Karte von mir, wahrscheinlich um zu sehen wer Ihn so angeschissen hatte :wink:


    Aber leider ist das so und gerade in den "Neuen Bundesländern" ganz schlimm, von Nachbarschaftlichem Miteinander merke ich da noch weniger wie bei uns in Bayern, schade eigentlich.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike


  • ...Aber die die davon leben wollen/sollen was ist mit denen ?


    Hallo Heike,


    Also den meisten von denen mein aufrichtiges Beileid !
    Es sei denn sie verstehen es, wie Du, ihre Einnahmen mit anderen Bereichen aufzubessern,
    wie Ableger oder K-Zucht und Verkauf, gelée royale, usw.


    Mit Honig allein wird keiner (mehr) fett.
    Geld wird bei den grossen Imkereizubehör-und Geräteherstellern verdient, die auf der Hobbyimkerwelle
    schwimmen und davon profitieren dass es " in " ist, im Garten einige Bienenvölker aufzustellen.



    Bei mir in Frankreich sind allein im Departement Haute Garonne 900(!) Imker(innen) registriert,
    in der angrenzenden Ariège ebensoviele.
    Man verkauft pro gestandenem Morgen kaum fuer > 30 Euro, und das an bekannte Stammkunden.


    Die Frau eines Grossimkers hat mir neulich von einem Umsatzeinbruch von 87 % im ersten Halbjahr 2012
    berichtet.
    Früher kamen Touristen und nahmen ein paar Glas Honig als Souvenir mit nach Hause.
    Jetzt gibt es Honig an jeder Strassenecke, die wenigen die noch stehen bleiben, tun es um eine mehr oder
    weniger blöde, respektiv bissige Bemerkung loszuwerden:


    " Das soll Edelkastanienhonig sein? Glauben sie mir, ich selbst hab mal geimkert, Edelkastanien-Honig hat eine andere Farbe als dieser da ! "
    " Was, soo teuer ! (bei 5 €/Pfund). Einst haben wir den zu etwa 1€/Pfund gekauft "
    Der Dame hab ich geantwortet, das sei dann aber wohl schon vor langer, langer Zeit gewesen.


    Man erlebt Unglaubliches:
    Eine Kundin schmeckte alle Honige und kaufte gar nichts. Sie möchte halt einen grobkörnigen Honig,
    der zwischen den Zähnen knirscht.
    Also genau den Honig mit einer Konsistenz, wie sie jeder gewissenhafte Imker zu vermeiden sucht.


    Ungeachtet dessen, hab ich Proben all meiner Sortenhonige an ein spezialisiertes Labor eingeschickt.


    Mit den Resultaten schwarz auf weiss kann ich dann an " Foires du miel "teilnehmen, wo nur echt interessierte Kunden und Honigkenner zirkulieren, die dann auch einen fairen Preis zu zahlen bereit sind.


    Es scheint mir eine echte Alternative zu dämlichen Wochenmärkten.


    Ciao, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo
    also da werde ich ja jetzt nen bißchen bockig!!! Ich der sich selbst als Hobbyimker mit 22 Völkern bezeichnet wäre froh wenn die großen einfach mal nen vernünftigen Preis vorgeben. Ich verkaufe meinen Blütenh. für 4,5 und Linde und Sommertracht 5,5 die Kunden zahlen und alle sind zufrieden zum teil sogar verwundert wie günstig so ein hochwertiges Produkt ist.
    Dann versuchte ich mich in unserem örtlichen Raifeisenmarkt als Anbieter. War jedoch schlichtweg entsetzt für was der Markt den Honig beim nächsten "Großimker" einkauft ( 1,8 Blüte und Sommer etwas mehr )
    Dafür esse ich lieber von morgens bis abends den Honig selber .
    Auch wenn mann im Netz stöbert so entdecke ich doch gerade die großen die den Honig für unter 4 € anbieten.
    Nun ja ich kann die Welt nicht ändern wenn es anscheinend nicht mal der D I [ I = infantil ? ] B will .
    Nur so als Anstoß eine Liste an die sich meiner Meinung alle mal halten sollten : http://www.llh-infonet.de/auss…20kg%20Honig%20100930.pdf



    wobei die sicherlich schon überholt ist und erst noch an die gesteigerten Ennergiekosten angepaßt werden muß, denn nicht nur der Zuker ist teuere auch die MW Rähmchen .......


    Also ich denke nicht die Hobbyimker machen den Markt kaputt sondern die Tatsache das sich alle selbst die nächsten sind und wer viel hat muß viel verkaufen ......


    Grüße


    Simon

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.
    Georg Bernhard Shaw

  • Hallo Heike,
    habe mal auf einen hiesigen Weihnachtsmarkt folgendes erlebt:
    Ich: "Sie nehmen viel zu wenig für ihren Honig. Da können sie ruhig noch fünfzig Cent mehr nehmen."
    Geaue Antwort weiß ich nicht mehr, es erfolgte ungläubisches Erstaunen.
    Die Fünf-Euro-Marke scheint für manche noch unüberwindbar.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo André,
    brauch ich nicht googen, hab mal ne kaufmännische Schule besucht.
    Bei 4,99 hätt ich nichts gesagt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich habe bisher nie eine Diskussion über Preise mit Kunden gehabt, im Gegenteil. Ich bin hier auch schon preislich an der "Obergrenze" (5,5 € für 500g Blüte im Neutralglas) und wurde aber auch schon gefragt, "was so billig?" Bei uns gibt es auch noch Imker, die für 3,5 € verkaufen und immer die gleichen Argumente.
    Ich bin aber nur auf Sondermärkten, Weihnachts- und Herbstmärkte, und ich glaube, da hat man noch ne andere Klientel, als auf dem Wochenmarkt. Außerdem stelle ich die Regionalität raus, da ist der Preis Nebensache.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi