Milbensituation

  • Lass doch alles so wie es (oft jahrelang) erprobt ist und spiel nicht damit rum.


    Wenn man neu anfängt, sieht es meiner Meinung nach umgedreht aus Günther, aber dass ist wie mit Musikern die nur vom Blatt spielen können und auf der anderen Seite Komponisten und Improvisateuren...


    Erkenntnisse über Ursache und Wirkung gewinnen wir als Beginner indem wir mit allem was wir in die Finger bekommen herumspielen, unsere Theorien verändern sich ständig, aber tatsächlich ist das Spiel höchst rational, wie die Entwicklungspsychologie zeigt. Wildes Herumprobieren führt oft zu besseren Lernergebnissen als planvolles Vorgehen und bewährt sich umso besser, je weniger man über ein Problem weiß. Wissenschaftler und Kinder werden dadurch schneller klug als mit durchdachten Experimenten. Es heißt ja auch in der Imkerei zu Anfang ein Volk zum totgucken/-probieren, so wie es bei Kindern auch mal tote Käfer gibt.


    Später hingegen, wenn wir Ergebnisse bringen müssen, ist die Aufmerksamkeit voll fokussiert. In diesem Thread voll auf die Milbensituation...:-D


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Ja, wie ist sie denn zurzeit, die Milbensituation in den Völkern? Irgendwelche Zählungen?


    Gruß
    Bernhard

  • Ja, Bernhard
    ich habe gestern gezählt.
    Milbenfall bei allen <1/Tag.
    Allerdings habe ich auch behandelt.
    Ach ja, Hardy, bevor Du fragst, die Völker leben noch.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • In 4 Völkern < 1 pro Tag, im 5ten Volk fielen Mo+Di insgesamt 50 Milben. AS Behandlung ist fast 1 Monat her, Behandlungserfolg ist dieser Milbenfall also nicht... Ich frage mich wo die Damen sich die Pest eingefangen haben...
    Vorgestern habe ich noch einmal überall AS gegeben, ich hoffe mit OS überlebt das Volk den Winter. :(

  • Hallo,


    @ Salsero:
    Solche Sachen sind der Grund, warum Du früher oder später in enorme Schwierigkeiten geraten wirst. Lass doch alles so wie es (oft jahrelang) erprobt ist und spiel nicht damit rum.


    Ich will nicht spielen, sondern versuche es zu verstehen. Die Beschreibung von Henry und Ralph konnte ich sehr gut nachvollziehen, nur wenn sich in den Waben noch Drohnenbrut befindet, dann klappt das mit den Argumentation von Ralph bezüglich Überdeckung der gesamten Besiedlungszeitfenster der Milbe nicht mehr. Nur das wollte ich verstehen und habe natürlich gleich meine Lösungsidee dran gehängt :oops:


    Zitat


    Das gilt auch für die Brutscheunen. Wenn Du die Kö da drin lässt, dann hast Du keine Brutscheune sondern ein Volk mit wenig Bienen, viel schlüpfender Brut und alten Waben. Da geört keine Kö rein und wenn, dann abgesperrt. Aber auch bei der TBE hast Du schon viele Tips und Hinweise bekommen und auch da bist Du irgend wie nicht so recht zufrieden. Ohne das Du je eine in Natura gesehen hast, bastelst Du schon daran rum, wie man das verbessern kann.:roll:


    Ich bin noch Student und habe noch kein eigenes Auto, daher kann ich die Brutscheune schwer zum anderen Stand wegbringen. Ich habe im anderen Thread gelesen, dass die Flugbienen (samt Milben) weisellose Völker oft verlassen und sich bei anderen intakten Völker einbetteln. Daher wollte ich die alte Kö in die "Brutscheune" belassen, so dass die Bienen in der Brutscheune bleiben, die nicht zur Milbenschleuder werden soll. Die offene Brut bindet auch die Flugbienen in dem Volk-mit-wenig-Bienen-aber-mit-viel-schlüpfender-Brut :) und so lange möchte ich keine Kö im Volk käfigen, aber ich kann mir vorstellen sie auf eine Wabe einzusperren.
    Ich bin mit eurer Vorgehensweise bei der TBE ganz zufrieden und für euren Tipps und Hinweisen sehr dankbar. Sorry wenn meine Fragen, den falschen Eindruck gemacht haben, damit wollte ich keine Unzufriedenheit äußern, sondern lediglich eure Erfahrungen in meinen Umfeld, angepasst an meinen anderen Umständen, anpassen. Meine Imkerei ist klein und meine Kapazität auch, das zwingt mich zur Anpassung meiner Betriebsweise, auch wenn andere Betriebsweisen jahrelang erprobt sind und ich davon sehr überzeugt bin.
    Du Günther hast bestimmt bemerkt, dass Betriebsweisen bzw Einstellungen wie von dir, Arnd, Sabiene, Ralph, Molle oder Henry gut gefallen und ich davon vieles in meine Betriebsweise integrieren möchte. So versuch bitte meine viele Fragen als großes Interesse und nicht als Unzufriedenheit oder Ärgersuche zu verstehen :n90:


    Das mit dem Optimierung des Optimalsten von Henry war nicht so ernst gemeint, war nur ein gescheiterter Versuch :cry: mit euren Spielregeln zu spielen. Ist ja nicht einfach, Spielregeln von alten Hasen zu kappieren :-(


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

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  • Wenn Du meinen Bericht zur Brutschscheune richtig gelesen hast wirst Du feststellen, das ich diese auch am selben Stand lasse. Ich behandle diese aber so, als wäre sie ein Wirtschaftsvolk. Also Blockbehandlung oder Langzeit. Da verlässt kaum eine Milbe mehr das Volk. Die erste Behandlung wird beim erstellen durchgführt.


    Der Sinn ist ja, das irgend wann mal gar keine Brut mehr drin sein soll, mit Kö hast Du das aber nie.

  • ...Der Sinn ist ja, das irgend wann mal gar keine Brut mehr drin sein soll, mit Kö hast Du das aber nie.


    Ob mit oder ohne Königin, das hängt vom Gesamtkonzept ab. Bei mir sind die Brutsammler weiselrichtige Völker, aber alle Brutwaben befinden sich oberhalb des Absperrgitters, während die Königin unten auf 3 Leerwaben und ansonsten Leerrahmen sitzt. Während oben die Brut allmählich verdeckelt wird und damit als Milbensenke allmählich ausscheidet, sorgt die Königin unten für Nachschub. Pünktlich, wenn oben alles verdeckelt ist, sind die Waben unten reif für eine Besiedlung durch die Milben. Sie werden nach 14 Tagen entnommen und vernichtet. Oben werden wieder Waben mit Stiften und junger Brut, unten Leerwaben eingeführt. Erstere werden 1 Woche später, letztere 2 Wochen später entnommen. So macht ein Brutsammler mit Königin Sinn (Macht Sinn = Reizwort für Henry:-D). Da die Königin auch unter diesen widrigen Umständen (keine Fütterung, keine Tracht!) fleißig weiterlegen soll, verwende ich in Brutsammlern nur Jungköniginnen.


    Gruß Ralph

  • Nochmal zur Milbensituation,
    habe eben mal meine Unterlagen durchforstet:
    bei mir sind dieses Jahr wesentlich mehr Milben gefallen als im letzten Jahr.
    Habe meine 8 Völker zum ersten Mal Mitte Juli begonnen zu behandeln, es fielen etwa zwischen 250 und 1600 Milben.
    Nachdem sich der tägliche nat. Milbenfall bis Ende August bei einigen Völkern auf über 30 raufschraubte habe ich Anfang September einen zweiten Behandlungscyclus gestartet mit dem Ergebnis: Milbenfall von 1000 bis 5500.
    Täglicher Milbenfall liegt zur Zeit immer noch zwischen 3 und 10.


    Also von entspannter Lage keine Spur und wieder fielen bei der 2. Behandlung wesentlich mehr Milben als bei der ersten.


    LG Silvia

    Um ernst zu sein genügt Dummheit, während zur Heiterkeit ein großer Verstand unerlässlich ist. Shakespeare
    Alle sind irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt. A.Bierce

  • Hallo Silvia,


    da wirst Du ja leider mit Völkerverlusten rechnen müssen.


    Wie hast Du im Sommer und letzten Winter behandelt, dass es soweit kommen konnte? Ich vermute die Imkerschaft wird sich auf einen äußerst verlustreichen Winter einstellen müssen.


    Gruß
    KME