Milbensituation

  • Hallo zusammen,


    war gerade bei meinen Bienen. Hatte 2x AS behandelt, einmal mit Nassenheider Langzeit und jetzt im September aufgrund mangelhaftem Erfolg erneut mit Schwammtuch. Aber oh Graus, 2 meiner 6 Völker weisen nach 3 Tagen Windel mehr als 50 Milben auf den Windeln aus, die anderen 4 Völker liegen ebenfalls zwischen 10 Milben und 30 Milben nach 3 Tagen...Die Milben fallen seit August ohne Ende...Was kann ich nun tun? Milchsäure? Erneut AS, obwohl das Wetter nicht mehr wirklich passt und es viel zu kalt ist...?


    Vielen Dank für Tipps, bin gerade etwas im Stress und deswegen so knapp dran...Hab auch heute keine Zeit, das ganze Forum zu durchleuchten, sorry...!


    LG
    Florian

  • Hallo Florian,


    bevor Du Panik schiebst: wann hast Du denn behandelt?
    Wenn das noch keine 12 Tage her war, dann wäre das noch normaler Behandlungsfall aus der schlüpfenden Brut und auch nicht so unheimlich viel.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Letztes Mal Schwammtuch 60% am 18.09.2012...Also schon weit länger als 12 Tage her...Ich werd echt wahnsinnig dieses Jahr, letztes Jahr gleiche Prozedur und weit weniger Milben als dieses Jahr. Vor allem wurde mir von jedem erfahrenen Kollegen dieses Jahr gesagt, dass die Milbensituation dieses Jahr lang nicht so dramatisch sei wie letztes Jahr, und jetzt sind sie alle am Jammern und Schreien nach Chemie. Gut, habe Sammelbrutableger gemacht, 3 an der Zahl, die Brut auslaufen lassen, mit Milchsäure behandelt, aber selbst die haben meiner Meinung nach zu viele Milben. Am Freitag Windeln gereinigt, heute kontrolliert und keins meiner 6 Völker unter 10 Milben mit 2 Ausreißern nach oben (mehr als 50 Milben gezählt...). Das ist doch eindeutig zuviel...

  • Das ist doch eindeutig zuviel...



    Eindeutig ein Zuviel an Behandlung. Wie viel Brut ist denn noch in den Völkern und wie viele Wabengassen sind besetzt?


    Zu deiner Beruhigung: bis zu 30 Milben pro Tag (sic!) können die Bienen schon mal aushalten. Wenn genügend Bienenmasse da ist, ergo Dich aus allen Wabengassen möglichst Bienen anstarren. Je grimmiger, desto besser. Wenn Du jetzt weiterbehandelst, sind die Bienen auch tot. Da kannst Du besser abwarten und zu Weihnachten bei Brutfreiheit eine Restkur machen.


    Und nächstes Jahr der Sache früher begegnen.


    Gruß
    Bernhard

  • Zu deiner Beruhigung: bis zu 30 Milben pro Tag (sic!) können die Bienen schon mal aushalten. Wenn genügend Bienenmasse da ist, ergo Dich aus allen Wabengassen möglichst Bienen anstarren. Je grimmiger, desto besser. Wenn Du jetzt weiterbehandelst, sind die Bienen auch tot. Da kannst Du besser abwarten und zu Weihnachten bei Brutfreiheit eine Restkur machen.


    Nee, das sehe ich absolut anders! 30 Milben natürlicher Abfall (!!) pro Tag _nach_ Behandlung im Oktober tolerabel!?? Wir dachten auch, das sei bei 10-30 Milben nicht soooo dringend, bei uns ist das dann rausgekommen:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=31445

  • Servus,


    dieses Jahr scheint echt seltsam zu sein.


    Ich habe im August 3x mit AS 60% Schwammtuch behandelt, bei der letzten Behandlung sind fast keine Milben mehr gefallen. Bis Mitte September sind bei meinen Völkern dann fast keine Milben mehr gefallen. Ab Ende September war ich bei 0 bis zeitweise 15 pro Tag. Bei zwei Völkern waren es an die 30 pro Tag.


    Ich hab bei diesen beiden Völkern eine Milchsäure-Sprühbehandlung durchgeführt da diese für die Bienen ungefährlich sein soll. Bei einem Volk sind in 3 Tagen ~450 Milben gefallen, beim zweiten 150. Bei den anderen Völkern bin ich bei 0 - 5 Milben pro Tag, schwankt sehr.


    Zwei Imker in meinem Umkreis berichten ähnliches. Bleibt spannend.


    Gruß Peter

  • Was für eine Erkenntnis und was für ein Fazit ist bei euch dabei rausgekommen?


    Du spielst vermutlich auf die Erkenntnisse für 2013 an, das steht im Thread oben.


    Diese Jahr wären die Völker vermutlich aber noch zu retten gewesen, wenn wir konsequent und früher als 3 Wochen nach der letzten AS-Behandlung den Milbenfall köntrolliert hätten und - in der Situation in der Florian nun ist - nochmal nachbehandelt hätten.

  • War gerade eben bei meinen Mädels. Alle Völker stehen gut da, sowohl was Bienenmasse als auch Futter angeht. Einen Ausreißer gibt es allerdings - ein Volk ohne Brut, zwar mit Königin, aber nur kümmerliche 3 Wabengassen besetzt. Es ist das Volk mit den immens vielen Varroen - eines meiner Wirtschaftsvölker. Habe jetzt 3 meiner Völker (jeweils mehr als 20 Milben pro Tag) mit Milchsäure behandelt und dann werden wir sehen, was der Winter bringt...

  • Das Intervall von 7 Tagen bei der Stoßbehandlung ist daher optimal oder wie Henry meint "das optimalste".
    Die Stoßbehandlung muss die gesamte Zeit vom Besiedlungszeitfenster der Milbe (Tag 8) bis zum Schlupf der Arbeiterbiene (Tag 20), also 13 Tage überdecken. Somit sind 3 Stoßbehandlungen erforderlich.


    Herzlichen Dank Henry und Ralph für die logischlustige Erklärung :)


    Ich überlege mir, ob ich das Optimalste von Henrys vielleicht doch optimaler machen kann, vor allem wenn Drohnenbrut dabei ist, z.B. in einer Brutscheune!
    Drohnenbrut schlüpft nach 24 Tagen, und die Drohnenlarve wird wie eine Arbeiterinlarve in 8 Tagen als "Steckmade", wo die Milbe sich darunter vergraben kann!
    Milben die sich 1-3 Tage vor der ersten AS-Behandlung in eine Drohnenzelle versteckt haben, tauchen erst 1-3 Tage nach der 3. Behandlung mit dem Schlupf der Drohne auf und bekommen damit kein direkter AS-Tritt ins Gesicht.


    Meine Idee wäre, vor allem bei einer TBE, die wenigen Pflegebienen, die man an den BW lässt, um die Brut in der Brutscheune weiter zu pflegen, mit MS oder OS zu besprühen und dann erst in 3 Tagen die erste AS-Behandlung zu führen (ich werde wahrscheinlich bei einer TBE sowieso die Waben vorm Abstoßen mit MS/OS besprühen, weil ich damit die Bienen im restlichen KS die erste Behandlung verpasse). In diesem Rhythmus sollten fast alle Milben außerhalb der Brut erwischt werden. Also OS--3Tage-->AS--7Tage-->AS--7Tage-->AS, damit hat man die Besiedlungszeitfenster der Milbe bei Drohnenbrut von 16 Tagen auch überdeckt.


    Was spricht dagegen? Ist das dann viel zu viel Säure für die Bienen?
    Für mich werde ich AS nur in den Brutscheunen verwenden, die alten Kö möchte ich dabei lassen, damit sich die Bienen nicht weisellos fühlen und bei einer AS-Behandlung die Beute nicht verlassen. Außerdem warum soll ich die alten Kö abdrücken müssen, wenn die AS das für mich kostenlos erledigt :lol:

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Außerdem warum soll ich die alten Kö abdrücken müssen, wenn die AS das für mich kostenlos erledigt :lol:

    Das ist zynischer Unsinn und der Grund dafür, warum mancher wieder zu Perizin greift.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Das ist zynischer Unsinn und der Grund dafür, warum mancher wieder zu Perizin greift.


    Und der Grund, warum mancher keine Antworten mehr schreibt.


    @ Salsero:

    Zitat

    Ich überlege mir, ob ich das Optimalste von Henrys vielleicht doch optimaler machen kann


    Solche Sachen sind der Grund, warum Du früher oder später in enorme Schwierigkeiten geraten wirst. Lass doch alles so wie es (oft jahrelang) erprobt ist und spiel nicht damit rum.


    Das gilt auch für die Brutscheunen. Wenn Du die Kö da drin lässt, dann hast Du keine Brutscheune sondern ein Volk mit wenig Bienen, viel schlüpfender Brut und alten Waben. Da geört keine Kö rein und wenn, dann abgesperrt. Aber auch bei der TBE hast Du schon viele Tips und Hinweise bekommen und auch da bist Du irgend wie nicht so recht zufrieden. Ohne das Du je eine in Natura gesehen hast, bastelst Du schon daran rum, wie man das verbessern kann.:roll: