Milbensituation

  • Hallo,
    nachdem ich hier im Forum schon die ein oder andere Diskussion über Reinvasion gelesen habe, möchte ich hier keine neue entfachen. :lol:
    Jedoch war ich sehr überrascht über den Milbenfall meiner Völker.
    Vorgeschichte:
    Nach dem Abschleudern --> Komplette Entnahme der verdeckelten Brut


    Brutableger: 10 km verstellt und behandelt --> Sind jetzt Milbenfrei und haben sich eine neue Königin herangezogen. --> Milbenabfall geht gegen 0!


    Brutfreie Völker: Am gleichen Stand belassen und sofort mit 85% AS behandelt --> Müssen so gut wie Milbenfrei sein! --> Milbenfall jetzt, nach 4 Wochen: 5 Milben / Tag!



    Wie kommen die Milben dahin? Kann sich ja nur um Reinvasion handeln, oder? Ich habe an dem Stand keine anderen Völker mehr.


    Nun meine Frage:
    Wie viele Milben pro Tag dürfen jetzt höchstens natürlich abfallen, um das Volk nicht zu stark bis zur OS-Behandlung zu schädigen?
    Ich habe vor die Wirtschaftsvölker nochmal zu behandeln, ich glaube 5 Milben / Tag ist zu viel, oder?


    Vielen Dank im Voraus!
    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Und wie viele Milben sind vor der Behandlung gefallen? So eine Behandlung muß nicht zwingend wirken - auch wenn "viel hilft viel" (hinsichtlich der 85 %-igen Ameisensäure) den Anschein erwecken mag. Ohne einen Vergleich zu den vorherigen Fallzahlen vor der Behandlung kann hier keine vernünftige Aussage getroffen werden.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo Bernhard,
    vor der Behandlung sind ca. 8 Milben / Tag gefallen.
    Du musst aber bedenken, dass die ganzen Milben, die in der Brut waren ja nun nicht mehr im Volk sind.
    Und während der Behandlung der Brutfeien Völker, sind um die 100 - 200 Milben abgefallen.


    Gruß
    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo Simon


    Wenn vor der Behandlung am Tag 8 Milben gefallen sind,


    und wenn während der Behandlung 100 - 200 Milben gefallen sind,


    dann hat die Behandlung nicht richtig funktioniert. Es hätten wesentlich mehr Milben fallen müssen.
    Wie hast du denn, und bei welchen Temperaturen, behandelt?


    Gruß Jantje

  • Wie gesagt, ich habe komplette Brutentnahme gemacht. --> Die meiseten Milben sind in der Brut.
    Ich habe mit Schwammtuch von oben mit 85 % AS bei gut 20 Grad gemacht.
    Lg
    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Es gilt - Zitat: >>Solange nicht sehr wenig Brut im Volk vorhanden ist (<500 Zellen), kann man in etwa davon ausgehen, daß sich im Mittel die Hälfte der Varroa auf den Bienen, die andere Hälfte in der Brut befinden.<<
    aus: http://www.culturaapicola.com.…as/apidologie/16-4/01.pdf


    Die Faustformel laut Liebig (allerdings für September/Oktober):


    bis zu 10 Milben/Tag: mit 300 multiplizieren
    bis zu 50 Milben/Tag: mit 200 multiplizieren,
    über 50 Milben/Tag: mit 100 multiplizieren.


    aus: http://people.zeelandnet.nl/epzoi/varroa/wasmuldiagnose.pdf


    Bei 8 Milben pro Tag gehen wir mal grob von 2.400 Milben im Bienenstock aus, die sich zur Hälfte auf den Bienen, zur Hälfte auf der Brut befinden. Brut und Bienen haben also 1.200 Milben mitbekommen.


    Wenn also vier Wochen später wieder 5 Milben pro Tag fallen = 1.500 Milben im Bienenstock und die Vermehrungsrate der Varroa pro Brutzyklus bei etwa 1,8 liegt, dann hast Du mit der Behandlung nur knapp 400 Milben erwischt. (Vorher 1.200 Milben. Behandlung reduziert diese auf 800 Milben die sich dann innerhalb eines Brutzyklus mit einer Vermehrungsrate von 1,8 auf 1.500 vermehren und somit einen erneuten Totenfall von 5 Milben pro Tag erzeugen.)


    Die Frage ist also, wie genau hast Du mit 85 %-iger Ameisensäure behandelt - bitte schildere doch mal dein Verfahren. Wenn der Wirkungsgrad grade mal grob ein Drittel beträgt, ist etwas schiefgelaufen. Hast Du die Bienen auf Leerwaben/Mittelwände eingeschlagen? Wie war das Wetter?


    Gruß
    Bernhard

  • --> Die meiseten Milben sind in der Brut


    Das ist ein Fehlschluß!


    Auch Schwärme ganz ohne Brut tragen ganz erstaunliche Mengen an Milben mit sich rum! Eine korrekt wirkende Behandlung hätte - bei diesem Totenfall vor der Behandlung - etwa 1.100 tote Milben bei der Behandlung ergeben. Der Wirkungsgrad wäre dann 90 %.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo Bernhard,
    danke für die Informationen.
    Ich hatte fertig getränkte Schwammtücher, eingeschweißt in Folie genommen. Die Temperatur betrug gut 20 Grad. Auf der Packungsbeilage steht, dass der Abfall bis zu zwei Wochen andauern kann.


    Die Brutableger habe ich mit ALV behandelt. Diese Ableger haben so gut wie keinen Milbenfall mehr.


    Und auch bei den Brutfreien Völkern, war der Abfall nach zwei Wochen fast 0! Ich kann mir den erneuten Milbenfall pro Tag wirklich nur mit Reinvaion erklären.
    Die Bienen sin nicht auf Mittelwänden gesessen. Sie hatten noch die offene Brut, genug Futter und vielleicht 1 - 2 Leerwaben.
    Lg
    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Und auch bei den Brutfreien Völkern, war der Abfall nach zwei Wochen fast 0! Ich kann mir den erneuten Milbenfall pro Tag wirklich nur mit Reinvaion erklären.


    Na dann überlege mal, wie lange eine Biene braucht, um zu schlüpfen...


    Wenn es offene Brut gab und die Milbe in genau diese Brut gegangen ist, schlüpfen die vermehrten Milben mit den schlüpfenden Jungbienen genau wann?


    Wenn Du auf Reinvasion bestehst... Für mich sieht es einfach so aus, als ob die Behandlung nicht gewirkt hat. Anstatt also die Schuld bei jemand anderem zu suchen, würde ich der Sache weiter auf den Grund gehen. Es hat bestimmt Ursachen, weshalb die Behandlung nicht funktioniert hat - wenn Du den Fehler nicht wiederholen willst, dann suche nach der Ursache.


    Gruß
    Bernhard

  • Das ergibt Sinn:u_idea_bulb02:


    Ich besteh keineswegs auf Reinvasion und bin ganz sicher der Letzte, der einem Nachbarimker die Schuld gibt. Aber ich konnte es mir damals nicht erklären.


    Warum die Behandlung nicht gewirkt hat, verstehe ich nicht. Ich habe die fertigen Schwammtücher von einem Imker bekommen, der um die hundert Völker hat und seit Jahren so gut wie keinen Varroaverlust verzeichnen kann.
    Die Säure hat auch gewirkt. Erstens hat sie sehr intensiv gerochen und nach einer Stunde war eine große Bienentraube vor den Fluglöchern.


    Ab welchem natütlichen Totenfall / Tag sollte man eine erneute Behandlung anstreben?
    Vielen Dank für deine Antworten:daumen:
    Lg
    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Zur Fehlerdiagnose müssen die Schwammtuchexperten ran. (Bin ich nicht.) Eventuell haben die Milben die Behandlung auf den Bienen draußen vor dem Flugloch überlebt.


    Wie hast Du denn das Schwammtuch eingelegt? Oben auf die Oberträger, mit oder ohne Leerzarge. Mehr Details bitte.


    Gruß
    Bernhard

  • Von oben auf die Rähmchen, ohne Lehrzarge.
    Die Bienen die von dem AS-Dampf nach aussen drücken, hat es ja bereits erwischt.
    Lg
    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)