Einsatz Miniplus

  • Liebe Forenteilnehmer,
    ich habe als Anfänger US-Dadant favorisiert. Ich wollte gerne für die Vermehrung das Miniplus-system einsetzen. Vielleicht könnt Ihr mir bei einigen Fragen weiterhelfen
    1) Belegung des Miniplus
    ich gehe davon aus, dass man die Beute mit einem Fegling "auffüllt" (April?, Mai?). Wieviel Bienen sind ungefähr erforderlich? Welcher Zeitpunkt ist der richtige?
    Eine Königin wird notwendig, die - wie ich vermute - gekauft oder durch Umlarven in das Miniplussystem eingesetzt wird. Gibt es für das Umlarven passsende Rähmchen für die Miniplus Beute?
    2) Wenn der Ableger erstarkt, kommt der Zeitpunkt, dass man das Volk in eine Dadantbeute überführen möchte. Kann ich zwei minipluswaben leicht zusammenstecken, so dass sie die Ausmaße eines Dadant Honigraumrähmchen erhalten. kann ich diese zusammengesteckte Wabe in einen USDadant Brutraum stecken?
    3) Man unterscheidet ein Miniplus Sommersystem von einem Wintersystem. Wie ich gelesen habe, wird ein Volk mit einer Stärke von 8000 Bienen gut überwintern. Die Miniplusbeute kann eine solche Anzahl sicherlich nicht aufnehmen.
    Viele Grüße
    schlappi2

  • Hallo Schlappi2 (hier könnte Dein Name stehen).


    So wie ich Mini-Plus verstehe ist das ein System für Züchter, die eine größere Anzahl von Königinnen für den Verkauf erzeugen (mit Suchfunktion und Google findest Du einige Anleitungen). Otto-Normalimker braucht so etwas m.E. nicht.


    Ableger mache ich im Standmaß. Erst auf das "falsche" Maß setzen (per Kunstschwarm) und dann 2 Monate später wieder zurück (zusammenbasteln von Mini-Rähmchen), das ist Murks.


    Für mich hört sich Deine Frage an, als ob Du noch nie Ableger gemacht hättest: kein Problem, aber vielleicht kannst Du ja nächstes Frühjahr auch bei einem erfahrenen Kollegen zusehen, dann wird das was.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo,
    ich bin erst in diesem Jahr angefangen und habe mir 4 Ableger gekauft, die ich in Dadantbeuten halte. ch habe die bienenkästen an der Ems im Münsterland aufgestellt. Für das nächste Jahr wird wahrscheinlich die Erstellung von Ableger hinzukommen. dafür will ich gerüstet sein.
    Ich kann mir nicht denken, dass Züchter mit großem Bedarf an Königinnen Miniplus verwenden, sondern lieber Einwabenkästen verwenden. Im Internet halten viele Miniplus für einen geeigneten Kasten. Leider fehlt eine Anleitung für den praktischen Umgang (siehe meine Fragen)
    Wenn ich Dadant für Ableger verwende, bedeutet das die Anschaffung vieler Beuten. Außerdem sind diese Beuten für einen kleinen Ableger viel zu klein. Ein Viererboden wie bei den zanderbeuten wurde leider noch nicht entwickelt.
    Ich würde mich freuen, wenn sich einige erfahrene Praktiker zu Wort melden würden.
    Viele Grüße
    schlappi2

  • Hallo Traugott,
    Deine Ansicht teile ich nicht. Ich verwende seit ein paar Jahren 2 Mini-Plus Völker als Reserve, die nicht geschleudert werden.
    Wenn ich eine Königin verliere, nehme ich eine neue aus einem Mini-Plus. Schwache Völker kann ich durch Schröpfen der Mini-Plus verstärken.
    Gelegentlich verschenke ich ein Mini-Plus-Volk, wobei das Maß der Zielbeute egal ist: ich stelle einfach einen Mini-Plus-Kasten mit Brut und Königin in eine leere Zielbeute, darauf einen Kasten der Zielbeute mit Waben und nach 4 Wochen sind alle oben. Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und einfach.
    Ruprecht

  • Hallo Schlappi2


    Ableger in Dadant ist doch kein Problem 2 Waben Brut ( 1 x Eier zur nach Zucht ). 2 Waben Futter 1 MW und das Schied dran, dann nach und nach erweitern.


    Ableger immer Füttern!


    Bis denne Karlheinz

  • Hallo Ruprecht, gibt es bei den Miniplusbeuten keine Probleme bei der Überwinterung? Ich hatte in einem Vorbereitungskurs gelernt, dass im herbst ungefähr 8000 Bienen vorhanden sein müssen, um einen Winter zu überstehen. Weniger Bienen könnten die notwendige Energie nicht liefern. Viele Grüße schlappi2

  • ... stelle einfach einen Mini-Plus-Kasten mit Brut und Königin in eine leere Zielbeute, darauf einen Kasten der Zielbeute mit Waben und nach 4 Wochen sind alle oben...


    Das hat der Drohn dieses Jahr bei 40 Minis gemacht.


    11 hielten sich daran.
    Der Rest versuchte Wildbau in der untersten Zarge. Die die der Drohn ließ, machten alles dicht mit Wildbau. Allerdings hatte der Drohn in den oberen Zargen nur MW´s zur Verfügung und leider keine ausgebaute Waben. Mit AS funzt es überhaupt nicht.


    Am schönsten entwickelten sich kleine VVS von ca. 300 g auf AS in zweizargigen Minis mit Futtertasche und Weichfaserdeckel von min. 25 mm Stärke. Die sitzen jetzt auf einem Volumen von 6 DD BR und 12 HR Mini + 1 HR Mini als Futterraum.
    Volksstärke von ca. 3500 Bienen als Einwinterung erwünscht.


    Der
    Drohn

  • Hallo Schlappi2,
    ich habe noch nie ein Mini-Plus-Volk verloren. 2 Kästen Brut und 2 Kästen Futter ist aber das Minimum. Zur Zeit brüten sie auf 4 Kästen. Ich hoffe, der untere Kasten wird demnächst frei, sonst wird der Turm zu hoch.
    Ruprecht

  • Hallo Schlappi,


    so wie Traugott Streicher und anderen andeuten wollten ist das Mini-Plus ein Begattungskästchen. Darin werden die unbegatteten Königinnen einlogiert, um sie möglichst einfach, materialsparend während der Begattungszeit und etwas danach unterzubringen. Das Mini-Plus ist ein etwas größeres Begattungskäschen in dem man die Königinnen auch noch etwas länger "aufbewahren" kann, z.B. zur Brutnestbeurteilung. Man kann mehrere Minipluszaregn übereinanderstapeln, um ein Völkchen zu überwintern, so wie in der LWG-Anleitung vom Drops oder in speziellen Winter-Minis. Ist die Kö dann begattet und in Eilage kann sie entnommen werden, um Platz für eine Neue zu schaffen. Oder man setzt die Mini-Pluszarge auf ein weiselloses "großes" Volk auf und beweiselt es damit.
    Keinen Sinn macht es m.E. in Minis umzularven und züchten zu wollen - dafür sind die Einheiten viel klein. Und es macht auch keinen Sinn planmäßig Minis in "große" Beuten zu überführen (umzuschneiden). Ableger kannst Du ganz einfach in Deine großen Beuten einlogieren. Auch ein Viererboden für US-Dadant wurde schon erfunden, brauchst Du aber auch nicht wirklich.


    Gruß Jörg, der noch ein paar EWKs hat, aber sicher nicht mehr lange.

  • Das Mini-Plus ist ein etwas größeres Begattungskäschen in dem man die Königinnen auch noch etwas länger "aufbewahren" kann, z.B. zur Brutnestbeurteilung. Man kann mehrere Minipluszaregn übereinanderstapeln, um ein Völkchen zu überwintern, so wie in der LWG-Anleitung vom Drops oder in speziellen Winter-Minis.


    Zumindest als Noch-nicht-Mininutzer kommt man schnell auf diese Winter-Minis, die wahlweise 12 Minirähmchen oder 6 LS2/3-Honigrähmchen aufnehmen. Doch dann stellt sich natürlich sofort die Frage, warum man nicht gleich soetwas (mit 6 Langstroth 2/3-Rähmchen) als Begattungskästchen nimmt.
    Wenn ich die Beschreibungen von Mini-Nutzern bisher richtig verstanden habe, dann spielen die Minis ihre Stärke vor allem dann aus, wenn man darin im Laufe des Sommers mehrere Königinnen-Generationen begatten lässt und den anwachsenden Mini-Turm zwischendurch teilt.
    Aber wenn man z.B. nur einmal im Jahr Königinnen vermehrt, bringen die Minis dann überhaupt etwas? Wären dann nicht doch Begattungskästen z.B. mit den erwähnten sechs Waben LS 2/3 günstiger? Obwohl sich damit natürlich im Prinzip das gleiche Problem stellt...: warum geht man dann nicht gleich auf Kästen für z.B. 3 Dadant-Brutraumwaben, dann hat man überhaupt keine Probleme mehr bei der 'Verwertung' der Brutflächen aus den Begattungseinheiten.


    Ich bin bisher hin- und hergerissen zwischen Miniplus, 6-Waben Flachrähmchen und 3-Waben Vollrähmchen. Dieses Jahr habe ich mir erstmal Ablegerkästen gebaut: 6 Waben Dadant Brutraum. Die Breite ist so ausgelegt, dass ich auch Miniplus-Rähmchen quer einhängen könnte, wenn ich oben an den Seitenwänden eine Stufe reinfräse. Und wenn ich der Länge nach eine Mittelwand einziehe, dann könnte ich zwei Begattungseinheiten mit je drei Waben Dadantbrutraum unterbringen. Hoffentlich schaffe ich es nächstes Jahr endlich, eigene Erfahrungen in der Königinnenaufzucht zu machen.
    (Dieses Jahr hatte ich nur zwei unbegattete Königinnen vom Imkerpaten.)


    Grüße,
    Robert