Vergiftung, Krankheit oder Mangel?

  • Hallo zusammen,


    ich habe tote, rausgetragene, Bienen vor einer Kiste gefunden und keine Erklärung. :-(


    Es sind überwiegend junge Bienen, aber nicht nur.
    Ungefähr die hälfte hat die Zunge weit rausgestreckt.
    Viele Bienen haben einen verkürzten Hinterleib.


    Ich war ein paar Tage nicht zuhause, daher weiß ich nicht, ob das auf einmal stattgefunden hat, oder über mehrere Tage. Die toten Bienen liegen auf der Terrasse, sonst wäre es mir wahrscheinlich gar nicht aufgefallen.


    Denn, wenn man die Kiste aufmacht sieht alles normal aus: Alle Bienen sind wohlgeformt, auch die Flügel sind bestens. Es sind viele Bienen drin, und auch sehr viele frisch geschlüpfte. Keine Toten auf dem Boden. Alle ruhig. Der Flugbetrieb ist normal, könnt etwas mehr sein.


    Das einzig seltsame: keine Brut, die jünger ist als 3-4 Tage! Kö hab ich nicht gesehen, scheint aber da zu sein. (keine NZ).


    Ich hab mir gestern Abend hier die Finger wund gesucht, dabei fand ich einen Satz von Toyotafan, wo steht, dass Mangelernährung zu verkürzten Hinterleibern führen kann. Ansonsten Hinweise auf DWV. Die Flügel sind aber in Ordnung und Varroen finde ich auch nur seeehr vereinzelt. (Jungvolk auf Altwaben, noch nicht behandelt).


    Tatsächlich haben die Bienen im mom zu wenig Futter drin, sie sind nur auf 7 Waben DN, aber im freigebliebenem Raum haben sie angefangen an die Folie zu bauen.


    Warum sterben die?
    Was kann das sein?


    - Pollenvergiftung? (sodass eine Brutserie behindert ist und nun entsorgt wurde)
    - Virus?
    - Mangelernährung?


    fragt freundlich
    Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo?
    Niemand zuhause?
    Oder: "was regt die sich auf über paar tote Bienen?":wink:


    Um den Aufriss zu starten mit Polizei und Anzeige, Probennahme und so, waren es noch zuwenig tote Bienen. Hab mit meinem BSV telefoniert, er fragte als erstes was heißt "viele" Tote? Ein geschätztes Honigglas voll. Ich fands zu viel.


    Gestern Nachmittag übrigens, während des Einfliegens, waren die echt agressiv. Mein Sohn saß ruhig auf dem Rasen und hat Unkraut gezupft und wurde attakiert und bis ins Haus rein verfolgt. So kenne ich das überhaupt nicht! Morgens war ich noch im Röckchen dran, Nachmittags sowas:confused:


    Keiner eine Idee, was da los sein könnte?


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Manchmal wenn die Bienen das Brutnest reduzieren werden verdeckelte Brutzellen am Rande nicht genug erwärmt und entwickeln sich schlecht. Die daraus schlüpfenden Bienen werden nicht sofort von wartenden Ammenbinen gefüttert und sterben bald, der Mangel an Futter ist Schuld am kleinen Hinterleib und der herausgestreckten Zunge.


    Solange alles andere im Volk Ok ist ist das kein größeres Probem.
    Es muß aber immer genug Futter im Volk sein, auch verdeckeltes, sonst wird Brut absichtlich rausgeschmissen!


  • Hallo Jule. Erstmal Zarge voll ausgebaute Waben machen , sonst Mittelwände und täglich 500 ml flüssig 1:1 flüssig füttern .
    Jungvölker nehmen noch bis ende September bei regelmäßiger Fütterung an Bienenmasse zu . Und wenn dann Futter in den Waben gelagert wird daran denken es geht nichts verloren .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Manchmal wenn die Bienen das Brutnest reduzieren werden verdeckelte Brutzellen am Rande nicht genug erwärmt und entwickeln sich schlecht. Die daraus schlüpfenden Bienen werden nicht sofort von wartenden Ammenbinen gefüttert und sterben bald, der Mangel an Futter ist Schuld am kleinen Hinterleib und der herausgestreckten Zunge.


    ...


    Danke, das ist doch schon mal eine Aussage.


    Hallo Jule. Erstmal Zarge voll ausgebaute Waben machen , ...


    Jaaa, ich weiß:cool:
    Ich dachte eigentlich, dass das nix zur Sache tut, aber der Vollständigkeit halber ergänze ich das noch. Natürlich ist das ein Sonderfall, alle meine anderen Bienen sind auf voller Wabenzahl: das Völkchen sollte eigentlich verkauft werden, und die wollten nur 7 Waben nehmen, also habe ich Waben rausgenommen und ein anderes Volk damit verstärkt. Jetzt habe ich den Verkauf natürlich erst mal verschoben, erst mal gucken, was da los ist.


    Aber der Einwand von Stromnessbees bringt mich dahin zu überlegen, ob die Wegnahme einer Generation schlüpfender Bienen dazu geführt haben könnte, dass die übrigen nicht richtig versorgt werden konnten.


    Das erklärt aber noch nicht, warum die Kö die letzten 3 Tage nicht gelegt hat.


    Und gefüttert wird natürlich.


    Danke schonmal!


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo!


    Nun ist gerade August, also die Zeit der jährlichen "Säuredusche". Wir behandeln im Juli/August, weil wir hier dicht am Break-Even-Point der Varroaentwicklung im Vergleich zur nachlassenden Volksentwicklung unserer Immen sind. Unter AS-Behandlung stellt die Kö ihre Legetätigkeit ein. Die Varroa-Entwicklung kommt zu dieser Jahreszeit gut in Fahrt und es ist zu erwarten, dass es die auch die typischen Varroa-Schadbilder gibt. Dazu zählen auch tote Bienen mit verkürztem Hinterleib.


    Wenn ich bei meinen Völkern zur Zeit etwas gesteigertes Ausräumverhalten, tote Bienen mit verkürztem Hinterleib und Völker ohne frische Stifte finde, akzeptiere ich das als den normalen Zustand im August.


    Wie ist das denn bei dir Jule: Hast du beim beschriebenen Volk eine AS-Behandlung durchgeführt?


    Liebe Grüße, Sammler

  • Hallo,


    im Text oben stand:

    Zitat

    .....Varroen finde ich auch nur seeehr vereinzelt. (Jungvolk auf Altwaben, noch nicht behandelt).


    Also nix mit AS.
    Ich denke, die Jule würde dann auch nicht fragen. :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Jule


    ich würde auch auf Bienen tippen, die auf Randwaben geschlüpft sind und nicht gleich an Futter gekommen sind. Diese Randwaben die oftnicht die normale Brutnestthemperatur haben, sind auch für die Entwicklung der Varroamilben ideal, weil die Jungbienen meistens 1-2 Tage später schlüpfen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Danke für Eure Antworten! :liebe002: Marion


    ...


    ich würde auch auf Bienen tippen, die auf Randwaben geschlüpft sind und nicht gleich an Futter gekommen sind. Diese Randwaben die oftnicht die normale Brutnestthemperatur haben, sind auch für die Entwicklung der Varroamilben ideal, weil die Jungbienen meistens 1-2 Tage später schlüpfen.


    Verstehe ich richtig: Randwabe, niedrigere Temperatur (übrigens neulich Nachts nur 8 Grad), dadurch längere Brutzeit, mehr Varroa in der Zelle, = größere Schädigung?


    ...hmmm... das würde aber bedeuten, dass ich einen so großen Varroadruck habe, dass in nahezu jeder Randzelle Varroen drin sind. Und fühlen die sich nicht in der Mitte am wohlsten? Wobei ich ja gar nicht weiß, ob die gestorbenen Bienen gleich alt waren...


    Fragen über Fragen..


    Grüße
    Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Tschuldigung, wenn ich damit nerve, aber wieso sollte es nicht der ganz gewöhnliche Varroadruck sein, der im August typischerweise hoch ist - insbesondere wenn noch nicht behandelt wurde? Nur sehr vereinzelt ansitzende Varroen zu beobachten ist nicht die beste Methode der Befallsermittlung, zeigt aber, dass schon ein Befall vorhanden ist. Man sieht nur die Spitze des Eisbergs, die überwiegende Varroa-Mehrheit sitzt in der verdeckelten Brut. Wenn Varroen auf richtig vielen adulten Bienen ansitzen, ist die Schadschwelle i.d.R. bereits überschritten.


    Gruß vom Sammler

  • Hallo Jule


    ganz so wie du schreibst ist es ja nun doch nicht. wenn du keine Milben oder Wenig im Volk hast, dann sind auch in den Randwaben keine Milben, aber unterentwickelte Bienen. Es ist erwiesen das sich die Varroamilbe, in Randregionen des Brutnestes besser entwickelt,als im Zentrum.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Noch was vergessen, die Brutnesttemperatur ist 35 °C, 2-3 Grad weniger haben schon Auswirkung auf die Entwicklung der Bienen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hi zusammen,


    nach den Antworten hier und Beobachtung des Ganzen kommt die Theorie mit der verkühlten Brut am besten hin.
    Keine weiteren toten Bienen gefunden.


    Doch es bleibt seltsam: Durchsicht vorgestern, keine offene Brut! Das Brutnest der verdeckelten Brut ist gleichmäßig und weist keine Löcher oder Lücken auf. Keine Kö gesehen, aber sonst deutet nichts drauf hin, dass sie keine hätten.
    Auf der Varroaschublade (also durchs Gitter gefallen) 2-3 so komische harte weißgraue Dinger gefunden. Am ehesten sieht es aus wie Kalkbrut, aber das habe ich bisher noch nie life gesehen.
    Das nachmittägliche Vorspiel ist lebhaft. Heimkehrende Bienen tragen Pollen, aber auch da sind schon manche krabbelnd auf der Terrasse gesichtet worden.


    Was nun?


    Spricht was dagegen, die Waben über Zeitung mit ASG einem Jungvolk zuzuführen. Auslaufen lassen, Waben einschmelzen. ? Vorher würde ich sie noch gegen Varroa behandeln.



    Oder was würdet ihr machen?


    Heiße sommerliche Grüße
    Jule


    Bei meinen anderen Bienen ist zum Glück alles gut! :-D

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • es könnte auch Vergiftung sein!


    Frage: was hast du alles an Landwirtschaft um dich?


    Spargel?


    Weizen?


    Zuckerrüben?


    oder seit wann Blüht der Mais?


    unterkühlte Brut schließe ich bei den Tagestemperaturen aus!


    Das würde vielleicht zutreffen, wenn wir 10° Höchsttemp hätten aber nicht bei 33°


    oder habt ihr etwa Nachtfrost gehabt?




    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!