Schwarm Varroa-behandeln?

  • Wir haben vor wenigen Wochen einen Schwarm eingefangen. Nun steht für unsere Völker die Varroa-Behandlung an, die wir mit Ameisensäure und einem Verdampfer machen. Jetzt fragen wir uns, ob wir das Jungvolk, das aus dem Schwarm entstanden ist, auch behandeln sollen. Meines Wissens nach ist ein Schwarm ja praktisch Varroa-frei, weil einige Zeit keine Brut für die Milbe zur Verfügung steht, somit sollte es ja reichen, die erste Behandlung Ende nächsten Jahres durchzuführen. Das Jungvolk ist noch etwas schwach, darum würde ich ihm eine weitere Schwächung gern ersparen.


    Mich würde vor allem die Meinung von Imkern interessieren, die regulär gegen Varroa behandeln. Mir ist bewusst, dass manche hier nicht behandeln, weil das die Völker schwächt, aber solche Methoden wollen wir im Moment nicht riskieren, weil uns im letzten Jahr einige Völker gestorben sind.

  • Meines Wissens nach ist ein Schwarm ja praktisch Varroa-frei, ...


    Das dachte ich auch mal...



    Bei der ersten Blockbehandlung mit Oxalsäure nach Besiedelung fielen beim Schwarm 465 Milben in dem Zeitraum bis zum Api Life Var. Während der Langzeitbehandlung mit ApiLifeVar insgesamt 1085 und bei der Winterbehandlung in drei Tagen über 800 Milben.


    Eine Kontrolle kann also nicht schaden.


    Gruß
    Bernhard

  • Danke für die Antwort. Hm, ich fürchte, grad in der neuen Beute gibts diesen Boden nicht wo man die Kunststoffdinger für den Varroa-Test reinschieben kann, aber mal schauen...

  • Meines Wissens nach ist ein Schwarm ja praktisch Varroa-frei, weil einige Zeit keine Brut für die Milbe zur Verfügung steht, somit sollte es ja reichen, die erste Behandlung Ende nächsten Jahres durchzuführen.


    Nach den Erfahrungen dieses Jahres beprobe ich bereits beim Schwarmfang oder beim Einlaufen alle Fremdschwärme mit der Puderzucker-Methode. Bei einer erkleckerlichen Belastung wird der Schwarm 7 Tage nach dem Einschlagen mit Oxalsäure bedampft.


    Ich hatte Fremd-Schwärme von bis zu 25 Milben pro 50 g Bienen, macht bei einem 2 kg Schwarm 2000 Milben :-(
    Die Muttervölker der Schwärme tun mir leid.


    Beim ersten Fremdschwarm dieses Jahres habe ich die Probe und die Behandlung noch nicht gemacht und bereits die zweite Ameisensäure-Langzeit-Behandlung mit 60%iger / 200 ml Nassenheider machen müssen. Sehr ärgerlich.


    Wer keine Windel hat, soll Puderzucker-Diagnose machen.


    Gruß aus dem zur Zeit recht Varroa-armen Hamburg,
    Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • Hm, es ist nicht so unlogisch. Die Behauptung ist ja, dass die Milbe sich nicht gut vermehren kann, wenns keine durchgehende Brut gibt. Dass mit dem Schwarm erst mal die Milben mitkommen ist klar, aber nach der Behauptung müsste die Anzahl in den ersten Wochen rapide absinken.


    Andererseits beginnt die Königin nach dem Einstellen ja sofort mit dem Eierlegen, weil im Schwarm ja die alte, befruchtete ist.


    Im alten Stock, wo die junge Königin wohnt, steht allerdings erst mal der Hochzeitsflug an. Aus diesem Grund könnte höchstens der ALTE Stock eine Zeit lang milbenfrei sein, und zwar frühestens einige Tage (Lebenszeit einer Milbe?) nach der Schwarm abgegangen ist!


    Hab ich noch einen Denkfehler?

  • HerbertP. Die Milben sitzen auf den Bienen , überleben dort und gehen von dort wieder in die Brut. Es gibt durch die kurze Brutpause eine kurze Unterbrechung der Milbenvermehrung aber ein rapides absinken der Milben bleibt eine Illusion .
    Und das die KÖ sofort mit dem Eierlegen beginnt ist auch falsch (3-4 Tage kanns schon dauern ) müssen ja erst Waben bauen und die KÖ wieder gut versorgen .
    Und der alte Stock ist auch nicht Milbenfrei weil die Bienen eine Entwicklungszeit bis zum schlüpfen von 21 Tage haben ( Drohnen 24 Tage ) und mit dem schlüpfen der Bienen/Drohnen wieder neue Milben schlüpfen .
    HerbertP. Gutes Buch ist Empfehlenswert .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Herbert,


    ein Schwarm bringt gewaltig viele Milben mit.
    Ich habe versuchsweise insgesamt über 2 Jahre 7 Schwärme unbehandelt in den Winter geschickt.


    Einer erlebte das 2. Jahr, alle anderen sind nicht über den Winter gekommen.

  • Hallo Herbert,


    auch ich bin diesem Glauben schon erlegen. Ergebnis siehe bei Günther oben, jedoch nur zwei, nicht diese Anzahl.


    Dieses Jahr bekam ich einen Ableger eines Bekannten, der hat Waben mit Schwarmzellen in einen Ablegerkasten gesteckt.
    Die Jungkönigin hat lange gebraucht bis zur Eiablage: fast drei Wochen.
    Die OX Bedampfung brachte mehr als 400 Milben auf die Matte aus ursprünglich 4 Waben Kuntsch hoch!


    Mir fällt ein, ich hab ihn noch gar nicht gefragt, ob das Muttervolk überhaupt noch da ist.....



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper