Honig entfeuchten?

  • Irgendwie komisches Gerede wieder - viele reden von - und trocknen tut's keiner ( deswegen haben auch die Imkershops Luftentfeuchter oder die Gerätschaften im Angebot, weils ja keiner tut ) ^^:saint:

    Ich habe beim Schleudern im Schleuderraum immer einen Lufteintfeuchter laufen. Aber nicht in erster Linie um Honig zu trocknen sondern eher, weil in dem warmen, kleinen Schleuderraum mit zwei Leuten drin wo immer mal wieder was gespühlt oder Hände gewaschen werden sonst eine enorm hohe Luftfeuchtigkeit entsteht.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Was aber deutlich überzogen sein dürfte. Die Luftfeuchtigkeit, die beim bloßen Schleudern in den Honig übergeht, liegt bei der Honigfeuchte im Promillebereich.

    Anders sieht es aus, wenn Waben mit offenem Honig lange gelagert werden.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich sags nochmal, Züchtet mal mit dem Refraktometer!

    Ich bin überzeugt das Bienen in der Lage sind trockenen Honig zu produzieren.

    Unterschiede in den Völkern bei gleicher Betriebsweise sind ja Unbestritten.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Also mich hat noch nie ein Käufer nach der Feuchtigkeit gefragt. Und wenn ich Verbraucher wäre, war oder bin, dann wären und sind mir 19% lieber als irgendein durchgewirbeltes zeug... das ist auch bei Nachfrage jedem Käufer vermittelbar.

    Irgendwas Artifizielles kriegst du an jeder Ecke, Natur nicht. Und nicht perfekt ist der Trend, den ich merke, sondern Natur.

  • Nachträgliches Trocknen ist sicher mit Aromaverlust verbunden, vor allem bei so einem offenen System, wie hier angepriesen wurde. Wenn es sein muß, dann sollte es schon möglichst schnell und effizient in einem geschlossenen System passieren.

    Und nicht perfekt ist der Trend, den ich merke, sondern Natur.

    Über 19% Wassergehalt sind aber auch nicht nur "nicht perfekt" sondern nicht verkaufsfähig. Das hat nichts mit Naturbelassen zu tun. Der Trend geht auch nicht dorthin solche Plörre zu verkaufen.


    Glücklich ist, wer auch viel Honig um die 16% Wassergehalt geerntet hat, und eine schöne Mischung mit max. 17,5% daraus machen kann, denn das verbessert sogar den Geschmack. Der trockene Honig bekommt dadurch mehr Aroma, finde ich jedenfalls.:P

  • Nachträgliches Trocknen ist sicher mit Aromaverlust verbunden, vor allem bei so einem offenen System, wie hier angepriesen wurde. Wenn es sein muß, dann sollte es schon möglichst schnell und effizient in einem geschlossenen System passieren.

    Und nicht perfekt ist der Trend, den ich merke, sondern Natur.

    Über 19% Wassergehalt sind aber auch nicht nur "nicht perfekt" sondern nicht verkaufsfähig. Das hat nichts mit Naturbelassen zu tun. Der Trend geht auch nicht dorthin solche Plörre zu verkaufen.

    Es ist plausibel, dass nachträgliches Trocknen mit Aromaverlust verbunden sein kann; ob es "geschlossene Systeme" ohne diese Gefahr gibt, weiß ich nicht. Ich würde eine nachträgliche Trocknung nicht einsetzen, zumal eine solche rechtlich zumindest grenzwertig ist und wir uns damit auf eine Stufe mit vom DIB / im Bienenjournal gescholtenen chinesischen Billighonigproduzenten stellen würden. Allenfalls eine Entfeuchtung von Schleuder-, Lager- und Abfüllraum wäre für mich diskutabel.


    Honig mit 19 bis 20 % WG ist nach Honigverordnung rechtlich durchaus verkaufsfähig; der DIB ist da nicht dass Maß aller Dinge. Solchen Honig würde ich nicht als "Plörre" bezeichnen; ich hatte schon sehr leckeren, aromatischen Honig mit 20 % WG. Vermarkten sollte man ihn aber allenfalls mit kurzem MHD. Meine persönliche Grenze setze ich derzeit bei etwa 19 % WG; wobei ich solchen Chargen ein MHD bis maximal März nach dem Erntejahr mitgebe.


    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Oh je, ich habe schon früher nicht verstanden, was es den hungernden Kindern in Afrika helfen soll, wenn ich meinen Teller leer esse,

    Leider entbehrt Dein Argument nicht weniger der Logik.

    Die einzig sinnvolle Frage in dem Zusammenhang wäre ja: Wie kriegen wir die Plörre nach Afrika?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Nachträgliches Trocknen ist sicher mit Aromaverlust verbunden, vor allem bei so einem offenen System, wie hier angepriesen wurde. Wenn es sein muß, dann sollte es schon möglichst schnell und effizient in einem geschlossenen System passieren.

    Und nicht perfekt ist der Trend, den ich merke, sondern Natur.

    Über 19% Wassergehalt sind aber auch nicht nur "nicht perfekt" sondern nicht verkaufsfähig. Das hat nichts mit Naturbelassen zu tun. Der Trend geht auch nicht dorthin solche Plörre zu verkaufen.


    Glücklich ist, wer auch viel Honig um die 16% Wassergehalt geerntet hat, und eine schöne Mischung mit max. 17,5% daraus machen kann, denn das verbessert sogar den Geschmack. Der trockene Honig bekommt dadurch mehr Aroma, finde ich jedenfalls.:P

    Hallo,


    kannst Du mir erklären, wodurch sich ein offenes und ein geschlossenes System bezüglich des Aromaverlustes, falls es diesen geben sollte, unterscheidet.


    Der Unterschied liegt bei einem offenen System an der Gefahr, Staub in den Honig einzutragen. Deshalb empfehle ich, wenn jemand trocknen will, das Ganze nur in picksauberen Räumen und mit picksauberen Gerätschaften durchzuführen, dann funktioniert es gut und es ist kein Staubeintrag feststellbar.


    Ich bin (aus Zeitgründen) Standimker und schleudere normalerweise Anfang Juni und Ende Juli. Da ist der Wassergehalt kein Thema. Es gibt aber Imker, die Sortenhonig haben wollen und da ist der Wassergehalt durchaus ein Thema.


    Das Wasser gehört in angemessenem Umfang in den Honig, ist aber kein qualitätsbestimmendes Merkmal. Wer Honig mit mehr als 17 % Wassergehalt verkaufen will, kann das doch tun. Ich gehe davon aus, dass getrockneter Honig mit 16,5 Prozent Wassergehalt den Ruf des Honigs und der Imkerei weniger schädigt, als Honig der mit 18% nach DIB Richtlinien oder 20% nach der Honigverordnung verkauft wird.


    Was passiert denn mit dem Aromaverlust und all den nachgesagten unguten Veränderungen mit dem Honig, der mit hohem Wassergehalt (über 20 %) von den Bienen in die Honigraumwaben eingetragen wird. Er wird dort mit einer großen Oberfläche gelagert und von den Bienen über Luftaustausch getrocknet. In der Stockluft. Die hat auch keine Reinraumqualität und was passiert dort mit dem Aromaverlust. Bei Massentracht wird teilweise sogar Honig mit über 20% Wassergehalt verdeckelt.

  • WFLP : du sollst weder deinen Teller leer essen noch irgendwas nach Afrika verkaufen. Es geht mir um den Respekt vor Lebensmitteln, und der beginnt mit der Sprachlichkeit. Nicht alles, was man nicht auf Anhieb kapiert, ist unlogisch.

  • Das Wort "Plörre" sollte nur verdeutlichen, wie dünnflüssig der Honig ab 19% Wassergehalt wird. Vom Aroma ist der trotzdem Spitze. Leider fängt er dann aber auch sehr schnell an zu gären, vor allem bei Wärme (also nix Afrika...) daher meiner Meinung nach auch nicht mehr vermarktungsfähig, auch nicht mit kurzen MHD.

    (Dabei kommt es nebenbei natürlich auch auf die Sorte an, für z.B. Heidehonig gelten wohl wieder ganz andere Grenzen)


    Ich hatte vor 2 Jahren ein paar Eimer Spättracht (Linde + Blatthonig) mit ca. 19,5 % Wassergehalt. Einer davon roch schon nach 2 Wochen verdächtig nach Alkohol. Hab dann alles zu Met gemacht. Die neue "Plörre" hält sich dann wenigstens dank Alkoholgehalt über 15%, hab immer noch 50 Liter davon im Keller...8o

    Ehrlich gesagt schmeckt ein schöner Rotwein doch viel besser als Met, und das hätten wahrscheinlich wohl auch schon die Wickinger gesagt.


    Darum verstehe ich auch nur zu gut den Wunsch, Honig lieber als Honig zu retten. Ein Scheibentrockner kann dabei aber nur eine Notlösung sein, und sollte sicher nicht eingesetzt werden, um absichtlich "Sortenhonig" viel zu feucht zu ernten und nachträglich zu trocknen. Das ist ja wohl völlig daneben.

  • es gibt die Grenzen 18%, 20%, 23% und es gibt Honig, Backhonig, Heidehonig.... Der Begriff Plörre hat da nichts zu suchen, wenn entsprechend Honigverordnung gehandelt wird.

    Wenn 19,5% Honig schon 2 Wochen nach Schleudern gärt, müssen die Hefen irgendwoher kommen! Honig ist keine Maische.

    Oder Refraktometer kalibrieren bzw prüfen lassen.

    Ich mag auch lieber Honigstarkbier und trocknen Traubenwein.