Wespennest: Nach Behandung mit Gift durch Kammerjäger noch bevölkert

  • Hallo,


    ich habe mich hier im Forum angemeldet, weil ich einen Rat benötige.


    Erst einmal kurz die Vorgeschichte, die Frage kommt dann etwas weiter unten:


    Ich lebte diesen Sommer in friedlicher Eintracht mit einem Volk der gemeinen Wespe, das sich in einem Spalt in meinem Balkondach gegründet hat. Anfangs war ich gar nicht begeistert, da ich den Balkon häufig nutze und sich die Einflugschneise des Nestes direkt über meinem Kopf befanf, aber es hat sich herausgestellt, dass ich die Tiere durch meine Anwesenheit nicht beunruhige, weshalb ich nichts gegen sie unternahm.


    Nun hat sich offenbar ein Nachbar gestört gefühlt und (leider) den Schädliingsbekämpfer gerufen, und der hat gestern kurzerhand ein Insektizid ins Nest gespritzt und das Einflugsloch mit diesem Schaum versprüht, dem wohl auch ein Insektizid beigemischt ist.


    Ich bin darüber gar nicht glücklich, da die Wespen wie gesagt überhaupt nicht gestört haben.


    Die Aktion hat laut Aussage des Nachbarn am Nachmittag stattgefunden. Um diese Zeit sind ja viele Arbeiterinnen unterwegs. Und so beobachtete ich dann den ganzen Abend lang die heimkehrenden Arbeiterinnen, die ihren Nesteingang verklebt vorfanden und etwas ratlos davor herumschwirrten.


    Heute, mehr als 24 Stunden später, kommen immer noch Arbeiterinnen angeflogen. Inzwischen ist der Schaum in sich zusammengefallen, und die Arbeiterinnen gehen wieder ins Nest hinein und kommen auch wieder heraus.


    Nun meine Frage:


    Ich befürchte, dass die Wespen, die jetzt ein- und ausfliegen das Insektizid in die Landschaft schleppen, und damit vielleicht noch andere Tiere vergiften. Oder hat die Konzentration nach einem Tag so weit nachgelassen, dass dies nicht zu befürchten ist?


    Es sieht nicht so aus, als wäre dieses Pulver verwendet worden, denn man sieht keine Spuren davon.


    Wie soll ich mich verhalten? Soll ich jetzt zur weiteren Schadensvermeidung den Schädlingsbekämpfer noch einmal kommen lassen, damit der den Job voellendet? Die restlichen Wespen sind ja jetzt sowieso nicht mehr zu retten, oder haben sie eventuell eine Chance?


    Oder mache ich mir jetzt zu viele Gedanken?


    Vielen Dank für Eure Ratschläge!


    Viele Grüße,
    Ralph

  • Hallo,
    Das die Wespen die Landschaft mit dem Gift verseuchen und andere damit vergiften, da musst du dir keine Gedanken machen.


    Besser wäre es gewesen das der Kammerjäger das Nest am Abend behandelt hätte, dann sind alle Zuhause und nicht auf Tour. Da aber zu dieser Zeit am Tag mehrere Aufträge kommen und das nun auch ein lukratives Geschäft für ihn ist, werden solche Arbeiten auch nun am Tag gemacht. Er hätte die Situation aber besser abschätzen können. Sofern man das Nest nicht erreichen kann um die Königin abzutöten, sollte man das auf jeden fall gegen Abend machen.
    Ich würde ihn kontaktieren um nachzuarbeiten, schließlich ist das ja eine Dienstleistung und diese sollte zum Erfolg führen.




    Uwe

  • Hallo Uwe,


    vielen Dank für deine schnelle Antwort!


    Das die Wespen die Landschaft mit dem Gift verseuchen und andere damit vergiften, da musst du dir keine Gedanken machen.


    Okay, dann bin ich ja beruhigt.


    Sofern man das Nest nicht erreichen kann um die Königin abzutöten, sollte man das auf jeden fall gegen Abend machen.


    Könnte das Volk eigentlich weiter existieren, wenn die Königin es überlebt hat?


    Ich würde ihn kontaktieren um nachzuarbeiten, schließlich ist das ja eine Dienstleistung und diese sollte zum Erfolg führen.


    Wie gesagt, mich stören die Viecher ja nicht wirklich. Wenn die verbliebenen Tiere allerdings sowieso keine Überlebenschance mehr hätten, würde ich es vielleicht machen. Wobei, im Herbst, wenn sich der Staat auflöst, leben die Arbeiterinnen ja auch solitär weiter, bis der Frost sie dahinrafft, oder?


    Vielen Dank nochmal und schönen Abend noch.


    Ralph

  • Moin, moin,


    was hat denn der Schädlingsbekämpfer auf Deinem Balkon zu suchen? Und wie kam er dahin?


    Anders als Uwe sehe ich da schon die Möglichkeit eines Eintrages von Gift in die Landschaft. Das bleibt aber spekulativ, solange nicht deutlich ist, was genau er eingesetzt hat.


    Die beobachteten Wirksamkeitsmängel erstaunen mich sehr. Ich habe mal beobachtet, wie ein Nest zwischen den Mauern eines Hauses bekämpft wurde. Das war auch tags, und die heimkehrenden Abeiterinnen fielen nach der Landung und wenigen Schritten starr von der Wand. Heraus kam gar nichts lebendes. In dem Fall waren sicher die runtergefallenen Tiere vergiftet und ein Eintrag von Gift in das Gebüsch unten an der Wand.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wenn die Tiere weiterhin friedlich und ungestört ihre Bahnen ziehen würde ich sie einfach lassen. Womöglich hat die königin den Angriff überlebt und macht einfach weiter. Wenn da wirklich jemand auf dem Balkon war ohne Rücksprache würde ich mir das ausdrücklich verbitten-das geht ja wohl gar nicht. Zumindest Terminabsprache und konkrete Begründung. Solange nicht die Trumpfkarte schadensabwehr gezogen wird gibt es da keinen vernünftigen Grund und den braucht es für die Bekämpfung lt. NaturschutzGesetz.
    Melanie

  • Hallo Clas und Melanie,


    danke für eure Antworten!


    was hat denn der Schädlingsbekämpfer auf Deinem Balkon zu suchen? Und wie kam er dahin?


    Er hat es wohl kopfüber vom Dach aus gemacht (ist ein Flachdach).


    Anders als Uwe sehe ich da schon die Möglichkeit eines Eintrages von Gift in die Landschaft. Das bleibt aber spekulativ, solange nicht deutlich ist, was genau er eingesetzt hat.


    Okay, dann sollte ich wohl auf jeden Fall nachfragen, was da eingesetzt wurde.


    Die beobachteten Wirksamkeitsmängel erstaunen mich sehr.


    Das Nest befindet sich in einem recht schmalen Spalt unter dem Flachdach. Ich vermute mal, dass es sich aufgrund Platzmangels ziemlich weit in die Breite erstreckt und der Schädlingsbekämpfer das aus seiner Position nicht gesehen und nur den Bereich des Einflugs vollgesprüht und zugeschäumt hat.


    Wenn die Tiere weiterhin friedlich und ungestört ihre Bahnen ziehen würde ich sie einfach lassen. Womöglich hat die königin den Angriff überlebt und macht einfach weiter.


    Wäre mir natürlich am liebsten, wenn sie halt dadurch das Gift nicht verbreiten. Heute morgen herrschte nach wie vor Flugbetrieb, aber soweit ich das erkenne konnte, tragen die Arbeiterinnen keine Beute mehr ins Nest, sie fliegen nur rein und raus.


    Zumindest Terminabsprache und konkrete Begründung. Solange nicht die Trumpfkarte schadensabwehr gezogen wird gibt es da keinen vernünftigen Grund und den braucht es für die Bekämpfung lt. NaturschutzGesetz.


    Ja genau, das ärgert mich daran ja am meisten. Bei den Nachbarn liegt keine Allergie vor, und es gab wie gesagt noch nicht einmal eine Belästigung durch die Tiere.


    Ich werde herausfinden, welche Firma das war und fragen, welche Mittel eingesetzt wurden. Sollte der Regelbetrieb im Nest weiter gehen, werde ich es wahrscheinlich lassen und v.a. versuchen, auch die Nachbarn davon zu überzeugen.


    Danke für eure Hilfe!


    Grüße,
    Ralph