August-Schwärmchen mit 1,5L- Überwinterung möglich?

  • Hallo liebe erfahrene Imkerkollegen!
    Hab heute (08.08.) ein ca 1,5Liter umfassendes Schwärmchen gefangen das ich gerne großziehen möchte.


    Geht das Eurer Erfahrung nach noch vorm Winter? Wie würdet Ihr das Volk um diese Zeit aufbauen?



    Dachte ich werd erstmal 2-3 Tage Dunkelhaft im Keller mit Bienenwohl (Oxalsäure) verordnen, dann mit viel verdeckelter Brut, fertig ausgebauten Futterwaben und 1-2 Mws in eine 10 Waben-FZ-Ablegerkiste geben, zusätzlich füttern und Ihnen "Alles Gute!" für den Winter wünschen!



    Habt Ihr bessere Lösungen, Vorschläge??



    Herzlichen Dank! ;)
    lgch

  • Ich würde ihnen die Bienenwohlbehandlung ersparen, einfach aus dem Grund, das Du sowieso verdeckelte Brut zuhängen willst, dadurch ohnehin neue Milben rein bringst. Die Bienenwohlbehandlung ist sehr wirksam bei brutfreiheit, belastet aber die Bienen und in dem Fall ist es besser das zu lassen.


    Du wirst um eine andere Behandlungsart nicht umhin kommen. Ansonsten spricht nichts dagegen, wenn sie sofort auf fertige Waben gesetzt werden, sonst könnte es eng werden.


    Vorrausgesetzt natürlich, die Kö ist begattet.

  • Hab auch gerade so ein Projekt. Das Wetter hält sich, Tracht ist noch da, Königin stiftet- probieren kann man es ja mal. Zusammenfegen bleibt am Ende ja immer noch als Lösung wenn es nicht reicht.

  • Hallo


    Eine Behandlung des Schwarmes würde ich unbedingt durchführen, da solche Schwärme meistens sehr viele Milben haben. Die Kellerhaft würde ich auf einen Tag begrenzen, es sei denn, es besteht Verdacht auf Faulbrut. Die Brutwaben würde ich weglassen, aber ein optimales Brutnest aus ausgebauten Waben und Futterwaben schaffen. 2 Mittelwände in der Mitte des Brutnestes wären schon gut. aber mehr nicht. Kleine Futtergaben 1/4l die nächste Zeit wären, von Vorteil.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Rudi


    In der Kellerhaft bildet sich die Bindung zur Königin besser, es bildet sich der Volkssinn. Notwendig bei Nachschwärmen, beim Vorschwarm ist das nicht nötig. 3 Tage Kellerhaft bei Faulbrutverdacht, damit aller Honig in den Bienenmägen verdaut ist, welcher der Träger der Faulbrutsporen ist.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Drobi,
    danke für Deinen Ratschlag. Hab es vor 2 Tagen glücklicherweise so gemacht wie du es nun beschrieben hast. Hab sie auf je 5 ausgebaute, ehemalig bebrütete Waben gesetzt, wobei die oberen 5 Waben nicht vollständig ausgebaut waren (hatte keine ganzen). Zufällig hatte ich sie auch 1 Tag im Keller gelagert weil ich noch unentschlossen über die Vorgangsweise war. :)
    Beim Einschlagen hatte ich das Gefühl die wären schon ziemlich matt und niedergeschlagen gewesen.


    Da sie uU. auch wegen erhöhtem Varroadruck geschwärmt sein könnten hab ich auch ne Oxalsäurebehandlung Anfang nächster Woche (derzeit zu kalt) vor. Will ja auch nicht meine anderen Völker anstecken. Bin schon gespannt ob die Kö überhaupt begattet ist! ;)


    Danke! lgch

  • Hallo, meiner Meinung nach, bringt die dunkel Haft die Bienen dazu, in der Beute wo sie eingeschlagen werden zu bleiben. Weil ja schon recht viel Futter weg ist.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)


  • In der Kellerhaft bildet sich die Bindung zur Königin besser, es bildet sich der Volkssinn. Notwendig bei Nachschwärmen, beim Vorschwarm ist das nicht nötig.


    Hm, ich hatte Ende Juli (vor ziemlich genau einem Monat), als ich endlich meine drei Flachzargen Honig schleudern konnte, eine begattete Königin, die noch ein Volk brauchte. Habe sie im Käfig mit Zuckerteigverschluss in eine Dadantzarge am Stand gehängt, einige Rähmchen mit Mittelwänden dazu (hatte keine ausgebauten), und die Bienen von den Honigwaben direkt dazu gestoßen. Nix Kunstschwarm auf Tischplatte und übernacht draußen hängen lassen, nix Kellerhaft o.ä.
    Trotzdem hat sich dieses Volk bisher wunderbar entwickelt. Soviel zur "Volkssinnbildung". Habe immer mal wieder ca. drei Kilo Zuckersirup im Ziplockbeutel aufgelegt. Sie haben jetzt ca. acht Dadantmittelwände ausgebaut. Beim Nachsehen bzw. beim Füttern war es mir in den letzten Wochen meist mein liebstes Volk: wunderschöne, gleichmäßige Brutflächen, ruhige Bienen, noch nicht alles mit Propolis verkleistert... gestern allerdings habe ich den Versuch einer Kontrolle der Brutfläche abgebrochen, weil die Bienen ziemlich aggressiv waren. Könnte am Wetter gelegen haben, windig, beginnender Regen. Oder aber die mittlerweile schlüpfenden Bienen dieser neuen Königin sind nicht so friedlich wie die, mit denen ich das Volk anfangs gebildet hatte...


    Grüße,
    Robert

  • Servus Robert,
    hattest Du diesen Kunstschwarmohnekellerhaft:wink: neben den anderen Völkern aufgestellt?


    Ja, hatte ich. Habe daher auch durchaus Zweifel gehabt: auf den Honigrähmchen saßen sicher auch Flugbienen, habe nur keine Ahnung in welchem Verhältnis zu jüngeren, noch nicht ausgeflogenen. Die hätten alle zu ihrer dahinter stehenden alten Beute zurückfliegen und von dort aus evtl. sogar Raubzüge organisieren können.

  • Moin,
    wenn sie genug Pollen & Futter haben, sollten sie es schaffen.
    Bei meinem Schlappi-Volk auf 3 Waben Mitte März hätte ich keine Wetten angenommen, daß es den Massewechsel schafft - hat es aber, ohne stille Umweiselung, oder Schwarmneigung und sitzt jetzt auf 3 und einer halben Zarge - bin gespannt aufs Frühjahr.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen