Das Imkerlein ist unfähig, zu blöd und kann nicht leisten.

  • Nein, die haben nur andere Interessen. Die Pestizide und die (diese Mittel erforderlich machenden) Monokulturen werden erst im letzen Absatz benannt - welchen (wirtschaftlichen) Kräften eine Regierung dient, ist aber doch klar.


    Auch der Hobby-Imker ist interessiert, seine Völker zu erhalten - gegen die Varroa kann und wird er etwas tun. Doch was können wir gegen die Macht der Agrarchemie leisten, die viel mehr Einfluss auf die Regierung hat?

  • Hier der Originalbericht des Landwirtschaftsministeriums: http://www.bmelv.de/SharedDocs…altung/BienenImkerei.html


    Da heißt es weiter - Zitat:
    >>Als Ursache für die periodischen Überwinterungsverluste kommen verschiedene, sich teilweise überlagernde und verstärkende Faktoren (insbesondere die Stärke des Befalls mit der Varroa-Milbe und Wirksamkeit ihrer Bekämpfung, Ernährungssituation der Bienen) in Betracht. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, welche Rolle zum Beispiel Pflanzenschutzmittel im Hinblick auf die Bienengesundheit spielen.<<


    Weitere Untersuchungen? Wie viele Untersuchungen denn noch?


    >>Seit 2010 beteiligen sich Bund und Länder mit jeweils 400.000 Euro pro Jahr am Bienenmonitoring.<<


    Da werden jährlich eine halbe Million Euro reingepumpt und dann kommt sowas bei raus - nichts?! Oder wie anders sollte man "verschiedene, sich teilweise überlagernde und verstärkende Faktoren" bezeichnen? Das ist doch kein Ergebnis!


    Woher der Wind weht, ist mittlerweile sonnenklar. Und daß das Bienen- und Artensterben in Kauf genommen wird, um den Industriestandort Deutschland zu schützen, ist genauso sonnenklar.

  • Da werden jährlich eine halbe Million Euro reingepumpt und dann kommt sowas bei raus - nichts?!


    Nein, nein, das siehst du völlig falsch! Es ist doch etwas rausgekommen: Glasklar ist rausgekommen, dass die Imker die Varroamilbe nicht im Griff haben. Je länger die Milbe in Mitteleuropa da ist, desto weniger können die Imker mit ihr umgehen. So ist die Lage z.Z., das Bienenmonitoring hat das zu Tage gefördert.


    Wer Zynismus aus meinen Worte liest, liegt nicht falsch.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin, moin,


    neben dem sattsam bekannten rieche ich Bundesbienen... Hobbyimker können keine Varroen bekämpfen...?!


    Ansonsten sind die 400 000 gut angelegt, nicht für die Bienen, natürlich, sondern für die Erhaltung des Status quo. Und ich glaube noch nicht mal, dass es ganz naiv wirtschaftspolitisch um den Industriestandort ginge... Drehtüreffekt ist da das Stichwort.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin, moin,


    ab einem gewissen Grad an Unsinnigkeit wird es einfach schwer, eine ordinale Skala anzulegen...


    Das zu äußern, ist der Beruf der Dame, damit kommt sie zu Geld.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...


  • Hallo Clas,


    der Imkerfreund ist mir beim Lesen der Zeilen auch sofort in den Kopf gekommen. Schade eigentlich, dass er sich so unbeliebt gemacht hat. :)


    LG
    KME

  • Warum denn die ganze Aufregung?
    Der erste verlinkte Artikel ist doch bis auf einen verunglückten Satz wertneutral und sachlich richtig.

    Zitat

    Die Bekämpfung der Varroamilbe bedeute einen hohen Arbeitsaufwand, den viele Hobbyimker nicht leisten könnten.


    Den Arbeitsaufwand leisten wir schon, nur eben nicht immer erfolgreich.


    C'est la vie (leider). :-(

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Moin, moin,


    schade vor allem, dass er solche Töne erzeugt, die so ein Echo haben können. Er sollte es besser wissen.


    Seine Beliebtheit oder nicht ist mir da, verglichen mit solcher Schädlichkeit, eher nicht ganz so wichtig.


    (Wobei ich ja leider zugeben muss, dass es Beipiele gibt, die ihm recht geben... Dennoch scheint es mir unklug, das als Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, was eigentlich eher Begründung für eine Schulungsnotwendigkeit wäre. Und als solche intern bliebe.)


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Traugott,


    es ist aber ziemlich sicher falsch, die Varroa zum Kernproblem zu machen, mit irgendwelchen ungeklärten Effekten, die PSM und moderne Landwirtschaft auch noch haben könnten.


    Die Varroa ist ein Problem, aber die systemischen PSM sind ein wesentlicherer Kern. Der Maisanbau ebenfalls. Die Milbe immer wieder in den Vordergrund zu rücken, ist durchaus fragwürdig und lenkt vom wesentlichen ab. Milbe gehört als Thema in die Imkerschulung.


    In die Forschung gehört die Frage, ob sie nicht durch Imidacloprid, zum Beispiel, begünstigt wird. Sublethale Wirkungen auf Einzeltiere dieses Mittels gegen Termiten bewirken ein Zusammenbrechen des Sozial- und Hygieneverhaltens der Tiere und damit ein Erkranken und Absterben der Kolonie. Diese Wirkungsweise ist nicht nur bekannt, Bayer hat sie patentieren lassen. Die Wirkung einer Anwendung garantieren sie für 5 Jahre. Es ist doch also nicht unvernünftig, die zunehmende Anfälligkeit der Bienen daraufhin zu untersuchen, ob nicht hier der gleiche Mechanismus wirkt. Bei Nosema gibt es bereits Ergebnisse. Bei der Milbe und bei den Brutkrankheiten wüßte ich gerne, dass die Bienenwissenschaftler der Frage nachgehen. Leider fehlt es da.


    Bei mir hier zuhause habe ich die Bienen und die Varroen einigermaßen im Griff, bin eher hyperaktiv und übermäßig sorgenvoll. Die Völker, wo ich jetzt Probleme habe, habe ich dies Frühjahr übernommen. Die Stände sind auch neu. Ich arbeite dran, es in den Griff zu bekommen. Im April 2013 weiß ich da mehr.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Also was mich da als einziges stoert ist der Vorsatz "Hobby"...das impliziert naemlich dass Berufsimker alles besser machen. Und da habe ich so meinen Zweifel - wer 300 Voelker oder mehr quer durch die BRD verteilt zu stehen hat, kann dem einzelnen Bienenvolk genauso viel Aufmerksamkeit schenken wie ein Huehnerzuechter dem einzelnen "Brathendl-in-spe".
    Manchmal ist das ein Vorteil (kein "Totgucken") aber manchmal eben auch ein Nachteil.


    Viele alternative Varroa-Methoden wie Teilen und Behandeln, Komplette Brutentnahme usw. sind faktisch nur fuer den kleinen Imker realisierbar - das macht doch kaum ein Berufsimker, so eine Materialschlacht!


    Mag sein, dass es in Sachen Wissen und Aufklaerung rund um Varroa bei den Berufsimkern weitaus besser aussieht als bei so einigen Hobby-Imkern aber in einem Land, wo 90% der Imker eben "Hobby-Imker" sind, ist so eine pauschale Aussage unfein.
    Die ganze Bienenhaltung "macht Arbeit" und das ist vielen Anfaengern noch gar nicht so klar wie schnell das Ausufern kann. Grad nun die Varroa-Behandlung macht aber davon relativ wenig "Arbeit", warum soll also grad die nun leiden?


    Denke auch dass hier von bestimmten Websites abgeschrieben wurde...wo ist denn die DIB-Lobbyarbeit geblieben ;-)) ?


    Melanie

  • Hallo zusammen,


    @Hymenoptera-Melanie:


    Aus eigener Erfahrung mit meinem Paten dieses Jahr kann ich Dir sagen, dass 40-50 Völker "Teilen und Behandeln" oder auch die "Komplette Brutentnahme" nach Büchler an 1 Tag ohne Probleme mit Pausen möglich sind, wenn das Wetter einigermassen mitspielt.


    @all:
    JA, es ist eine Materialschlacht, und JA, es kostet Geld - also nichts für kleinliche, geizige Imker, die jeden Cent zählen, aber dafür den Honig per kg für 3,50 EUR verschleudern :-)


    Ich habe diesen Versuch dieses Jahr mitgemacht, um zu sehen, ob es auch bei grösseren Völkerzahlen praktikabel ist und festgestellt, es geht gut, wenn es rationell organisiert ist und jeder Handgriff sitzt, was nach den ersten 3 Völkern der Fall war.


    Sicherheitshalber habe ich aber auch bei meinen Völkern vorne weg AS-Schwammtuch angewendet, da es meinem Paten erstmal um die praktische Umsetzung in Serie ging.


    Interessant ist das Verfahren nach Büchler vor allem deshalb, weil es nicht von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängt, aber bevor mein Pate es empfiehlt, testet er alles erst persönlich. Ich bin froh, dass ich dabei war, denn es war sehr lehrreich, einmal mit mehr als ein paar Völkern zu arbeiten.


    Schön wäre es, kommen wir mit Büchler von den ganzen Behandlungsmitteln weg...
    Dann erübrigt sich auch jede weitere Diskussion, ob die Varroa schuld ist am Völkersterben, bzw. Imker unfähig richtig zu (be-)handeln...


    Grüsse


    Petra

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