Zu blöd für Liebig Dispenser?

  • Hallo,


    ich habe gestern zum ersten Mal den vermeintlich idiotensicheren Liebig Dispenser ausprobiert. Im einzargigen Volk mit 50 ml. Im zweizargigen Volk mit 100 ml.


    Den Docht habe ich jeweils für Verhältnisse von 20-25 °C zugeschnitten. Leider hatte es heute bis zu 30 °C.


    Im einzargigen Volk sind innerhalb von 24 Stunden die kompletten 50 ml. verdampft (verschwunden?).


    Im zweizargigen Volk sind mindestens 60 ml. verdampft. Der Docht war nur zur Hälfte feucht (ein Kreis um den Dispenser, der Rest war trocken).


    Frage 1: Ich habe den Dispenser auf die Platte gedrückt, so dass er gut auf dem Docht auflag. Ich habe den Dispenser aber nicht runtergedrückt bis er ansteht, weil sich dann der Docht außen 3 cm in die Höhe gedrückt hat. War das ein Fehler? Hätte ich den Dispenser bis auf Anschlag runterdrücken müssen und den "fliegenden" Docht ignorieren sollen?


    Frage 2: Was könnte ich sonst falsch gemacht haben? Oder könnte es wirklich am falsch zugeschnittenen Docht gelegen haben - aber so eine riesige Differenz?


    Viele Grüße


    MiKa

  • Ein Fehler, der immer wieder vorkommt, ist, dass die AS zuvor gekühlt wird. Oft wird dazu sogar in Foren und Büchern geraten.
    Das Problem ist, dass sich die AS in der Beute erwärmt und daher natürlich ausdehnt. Dadurch wird am Anfang sehr viel AS aus der Flasche gedrückt und es kann zur Überdosierung kommen. Liebig selbst rät daher vom Kühlen ab. Vielleicht hast Du das bei deinem Einzarger so gemacht?
    Warum bei Deinem Zweizarger nichts aus der Flasche rauskommt, weiß ich leider auch nicht. Ich verwende den ausschließlich LD und hatte noch nie so ein Problem.

    There are 10 kinds of people. Those who understand binary and those who don't!

  • kleine Ergänzung zum Kühlen von Ameisensäure -


    die Ameisensäure zu kühlen ist nur bei der Schwammtuchmethode sinnvoll. Dort bewirkt die Kühlung, dass die Ameisensäure in den ersten Augenblicken etwas langsamer verdunstet und der Ameisensäurestoß nicht ganz so abrupt einsetzt. Befindet sich die Ameisensäure aber (noch) in einem Gefäß, wird sie duch den von Staddler beschriebenen Effekt aus dem Gefäß herausgedrückt und es verdampft anfänglich mehr Ameisensäure als man möchte.


    Ob das aber Mika's Problem ist? Von gekühlter Ameisensäure steht da nichts.


    Gruß
    Ludger

  • Das mit dem Kühlen ist eine gute Idee, habe ich aber nicht gemacht (ich habe die Bedienungsanleitung und das Liebig-Buch gelesen).


    Beim Zweizarger ist nicht nichts verdampft, sondern ebenfalls ziemlich viel. Der Docht war aber trotzdem nur zur Hälfte nass.


    Wie macht Ihr das mit dem Draufdrücken des Liebig-Dispensers auf den "Unterteller"? Bis auf Anschlag?

  • Ich hab großen Respekt vor Säure, nachdem vor einigen Jahren meinem Mann ein Tropfen durch den Handschuh auf die Haut ging, und die sich dann total schälte.
    Deswegen drück ich´s ganz fest (bis zum Anschlag) drauf, weil ich Angst hab, dass es kippt! Ich weiß nicht, wie schnell es dann verdampft, weil ich erst nach 3 Tagen reinguck....
    Gabriele

  • Ich mache das so:
    - Papierdocht passend abreißen
    - Papierdocht auf die Platte legen
    - dann den gelben Träger auf die Flasche stecken
    dabei die Flasche mit der Öffnung nach oben halten
    - ein bisschen auf die Flasche drücken, um einen Unterdruck zu erzeugen
    - erst dann das ganze Teil herumdrehen und in die Zarge stellen


    Direkt auf die Oberträger sollte der LD auch nicht stehen, daher lege ich vorher zwei kleine Kanthölzer quer auf die Rähmchen.
    Der Unterdruck stellt sicher, dass die AS langsam aus der Flasche tropft.

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  • Das waren ja ein paar gute Tipps, ich werde es die Tage beim dritten Volk also nochmal probieren. Dabei werde ich die Flasche ganz auf den Träger drücken (dann steht halt der Docht in die Luft, der wird wohl wieder runtergehen wenn er feucht wird) und auch vorher einen Unterdruck in der Flasche erzeugen.


    Ich bin schon gespannt, wie die anderen beiden Völker 50 ml AS 85% auf einen Tag verkraftet haben... :-?


    Danke!


    Viele Grüße


    MiKa

  • In der Anleitung von dem Dispenser steht aber auch das
    in der ersten Zeit die Verdunstungsmenge erhöht ist bzw die Menge die aus der Flasche
    austropft.
    Weil: 50ml in den Dispenser, dann ins Volk gestellt, dann tränkt sich ja erstmal der Docht, damit
    sinkt also der Säurespiegel in der Flasche , ohne das es schon verdunstet ist wenn dann an dem
    Tag ganz regulär 25ML verdunsten....... fehlt wesentlich mehr in der Flasche. Aber nicht alles ist schon
    in der Luft sondern noch im Docht.


    Ich drücke die Flasche auch ganz auf die Gelbe Platte.
    Philip

  • Hallo.MiKa,


    dein Problem tritt auf, wenn es in der Beute zu heiss wird.
    Die AS verdampft dann schneller, als dass sich der Docht vollsaugen kann.
    Behandle das nächste mal nicht bei so hohen Temperaturen, und stelle deine Beuten schattig auf.
    Die Flasche muss nicht unbedingt ganz runtergedrückt werden, hauptsache sie berührt den Docht.
    Wesentlich temperaturunabhängiger arbeitet der Nassenheider.

  • hallo Mika,
    wie geht es Deinen Völkern ?


    Früher habe ich mit dem Tellerverdunster nach Liebig gearbeitet und 85% AS eingesetzt. Meine Erfahrung ist: Wenn dabei mehr als 20 ml/Tag verdunstet waren, wurden bald tote Jungbienen und Larven ausgetragen und das Gras vor dem Flugloch war gelb ...


    Deine Verdunstungsrate ist viel höher, hoffentlich nur 60% AS ..


    Seitdem verwende ich nur noch das Schwammtuch von oben und 60% AS. Geht gut und problemlos.


    Grüße
    Reiner