Essigsäure 60% verdunstet nicht?

  • Hallo zusammen,


    ich habe voller Stolz aus meinen leeren Honigzargen einen stattlichen Turm gebaut, Gitterboden unten und oben drauf und ein Schälchen mit 60%iger Essigsäure oben reingestellt.


    Jetzt nach ca. 2 Wochen habe ich mal nachgeschaut - von der Essigsäure ist nix verdunstet!


    Warum? Oder geht das nur seeehr langsam? Ich hatte extra noch einen Lappen als Docht reingelegt.


    Gruß Jörg

  • ich vermute mal, dass


    a) die Verdunstungsfläche zu klein ist


    b) die Säure Wasser anzieht und sich dadurch verdünnt und diese Verdünnung den Volumenverlust verringert.


    nehme statt dem Schälchen ein Schwammtuch und tränke es ordentlich mit Säure. Das ist nach wenigen Tagen trocken. Als Langzeitbehandlung müsstest Du wie bei der Ameisensäurebehandlung dafür sorgen, dass das Schwammtuch oder der Docht immer Feucht bleibt biss alles Verdunstet ist.

  • Frage: Ich gehe davon aus, dass Du dies zum Schutze der schon 1x bebrüteten Waben machst?
    Reine Honigwaben, welche noch nie bebrütet waren benötigen ja keine "Essigsärebehandlung"
    Habe einen tollen Tip gelesen, dass man die in so Aufbewahrungsbeutel, bei denen man die Luft absaugt und somit Vakuum verpackt, sehr gut aufbewahren kann.
    War zwar jetzt alles etwas OT, aber hoffentlich trotzdem Informativ ;-)


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Anni, hallo Wulle,


    ja könnte sein, daß aus meinem Topf nix richtig verdunstet und eher Wasser zieht. Ich werde auch ein Schwammtuch testen.
    Die Waben sind natürlich nicht bebrütet (Dadant-Halbrähmchen), trotzdem wollte ich auf Nummer sicher gehen. Es soll ja auch Mottenfraß bei Pollenresten geben.
    Und mit dem Beutel wird das nix - es sind 20 Zargen ...


    Gruß Jörg

  • Hallo Anni, hallo Wulle,


    ja könnte sein, daß aus meinem Topf nix richtig verdunstet und eher Wasser zieht. Ich werde auch ein Schwammtuch testen.
    Die Waben sind natürlich nicht bebrütet (Dadant-Halbrähmchen), trotzdem wollte ich auf Nummer sicher gehen. Es soll ja auch Mottenfraß bei Pollenresten geben.
    Und mit dem Beutel wird das nix - es sind 20 Zargen ...


    Gruß Jörg


    da Essigsäure schwerer als luft ist, kann auch nichts verdunsten.
    jedefalls nicht in die Umgebug ausserhalb des topfes.

  • Wenn du Pollen oder Brutwaben hast steck sie für 24 Stunden ins Eisfach. Dann kannst du sie auch getrost in den Zargenturm stecken.
    Dauert zwar ein bissel wenn man nur 3-4 ins Eisfach bekomm(so wie ich-meine Frau gibt mir dafür nur ein Fach ab :roll:), dafür musst da aber nicht mit Säure hantieren....

  • Ich hole das Thema nach über 4 Jahren mal wieder aus dem Keller hoch.


    Aktuell habe ich einen Befall meiner Honigwaben mit der Wachsmotte.
    Die Waben sind komplett unbebrütet, pures Wachs. Trotzdem habe ich gestern bei der ersten Durchschau Kotspuren und auch kleine Gespinste in einigen Waben gefunden. Beim rumstochern und suchen habe ich auch einige Maden gesehen.


    Im Internet findet man immer wieder die Aussage das unbebrütete Waben nicht befallen werden und es reicht Türme mit Durchzug zu bauen. Das glaube ich nun nicht mehr. Meine Waben stehen übereinander gestapelt in einem gemauerten Schuppen mit einem Gitter unten und oben drauf.
    Im Buch von Michael Bush finde ich auch eine Aussage dazu das die Motten zwar bebrütete Waben bevorzugen, vor unbebrüteten aber nicht halt machen. (S.83)
    Aus der Schweiz gibt es eine gute Veröffentlichung über die Wachsmotte, aus der am Rande herrvorgeht das sich die Motte in unbebrütetem Wachs entwickeln kann.
    Titel: Schutz der Waben vor Mottenschäden
    www.imkerverein-fuerth.de/pdfs…schaeden_behandlung_d.pdf


    Der Befallsgrad ist bei mir noch nicht sehr hoch, und ich will meine Waben, da es eh nur ein paar Zargen sind, allesamt im Naturbau, unbedingt behalten. Ich stelle nun oben den Nassenheider mit 60%tiger Essigsäure drauf. Oben geschlossen, unten offen. Mal sehen ob die Maden mit einer Langzeitverdunstung eingehen. Der Artikel deutet dies an.

  • Die Waben locker lagern- also 1-2 rausnehmen, bestes Mittel ist durchfrieren lassen.


    Wenn geschwefelt oder mit Säure behandelt wird, sollte in der Zeit die Zargen geschlossen sein, um die notwendige Konzentration zu erreichen. Das muß man vorbeugend machen, wenn im Spätsommer die Türme zusammengestellt werden.
    Wie bei der Varroabehandlung sind Verdunster temperaturabhängig, jetzt macht es keinen Sinn mehr, bei den Temperaturen sind nur noch die Eier aktiv, wenn man keine frostsicheren Räume nutzt.

  • Moinsen,


    ich habe mir einen Boden und einen Wanderdeckel extra gekauft. Die stehen nun auf einem 40 cm hohen Ständer draußen samt Blechdeckel und sind dieses Jahr schon mehrfach durchgefrohren. Da spinnt nix mehr - und durch den Luftzug, den die Dinger nicht mögen, ist das auch nicht unbedingt nötig.


    Die Dinger mögen übrigens nicht nur bebrühtete Waben sondern auch Pollen. Wenn also Pollen in den Waben ist, hast du auch die Wachsmotte mit an Bord.


    Gruß
    Frank

  • Ich staple die Zargentürme ohne Durchzug, also so abgedichtet das keine Motte reinkommt. Schimmel war nie ein Problem. Da kommen ja keine feuchten Waben rein. Allerdings sind das Holzzargen und die Wabentürme stehen in einem trockenen Raum.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Frost ist natürlich gut, aber so viel gab es davon ja noch nicht. Wir haben hier in Mittelhessen auf 300m ein paar Tage Frost gehabt. Die Maden die ich heute gefunden habe haben definitiv gelebt. Momentan sind ja wieder Temeperaturen über 10 Grad. Laut dem Artikel gibt es lediglich einen Entwicklungsstopp für die Eier ab 9 Grad und für Maden ab 15 Grad.


    Der Nassenheider kann ja bis Temeperaturen von 10 Grad eingesetzt werden, allerdings mit 85%tiger Säure. (Laut Anleitung)


    Das man Wabentürme gegen die Motte abdichten kann bezweifel ich. Hast du schon einmal mit Mehlmotten zu tun gehabt? Die kommen in die tollsten Verpackungen rein.



    Das ganze hat sicherlich auch etwas mit der Mottendichte in der Umwelt zu tun denke ich.


  • Das man Wabentürme gegen die Motte abdichten kann bezweifel ich. Hast du schon einmal mit Mehlmotten zu tun gehabt? Die kommen in die tollsten Verpackungen rein.


    Ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten. Ich hatte nie Motten in diesem Türmen aus unbebrüteten Waben.
    Ansonsten sehe ich regelmäßig Motten, im Boden der Beute, unterhalb des Bodengitters auf der Abstellfläche, und zwei Waben, die ich letztes vergessen hatte aufzuräumen, waren sofort befallen.
    So klein sind ja die Wachsmotten gar nicht; zu groß jedenfalls, um durch die Fugen zwischen sauber verarbeiteten Holzzargen zu kommen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Tja, was soll ich sonst machen.
    Ich nehme also 80%tige Essigsäure, setze die optisch befallenen Waben nach oben und verdunste mit 2 Nassenheidern.
    Vielleicht finde ich noch Maden, dann markiere ich die Stelle und lasse sie drin.