Bienen auf Sardinien

  • Hallo,


    ich war für drei Wochen auf Sardinien und hab mich dort mal mit den Bienen beschäftigt.
    ich habe im Umkreis von etwa 150Km mehrere Imker besucht und mir mal ein Bild gemacht.


    Die eigentliche Bienenhaltung geht von der klassischen Methode bis zur Haltung in Korkbäumen.


    Varoa:
    die Varoa ist dort wohl genauso bekannt und verbreitet wie in unserem Breitengrad. die Imker wollten auf Nachfrage, wie sie die Varoa bekämpfen, keine genaue Antwort geben. Armeisensäure würden sie nicht einsetzen, da die Bienen das ganze Jahr Brut haben, was ich nicht verstanden habe. Immer wieder bekam ich die gleiche Antwort " wir leben einfach damit".


    Das Klima:
    In dem Gebiet wo ich unterwegs gewesen bin liegen die Temperaturen sogar im Winter um die 18 bis 20Grad. Man könnte jetzt davon ausgehen das die Imker einen sehr hohen Ertrag haben, nur ist bei ihnen das Problem der Trockenheit. Ein Imker erzählte mir das alles schön blüht aber kein Nektar abgegeben wird.


    Bienenhaltung:
    Ich habe bei den Imkern überwiegend Eigenbauten gesehen. Ob Rähmchen oder Zargen, alles meist zusammengeschustert ohne liebe zum Detail.


    Durch die lange Trockenheit in dem Gebiet habe ich immer wieder Tränken vermisst. Die Imker sagten " die Bienen finden schon etwas und Tränken stellen wir nicht auf ".


    Faszinierend fand ich die Bienenhaltung in Korkbäumen was dem Stabilbau entgegen kommt. Dort werden die Bienen überwiegend ganz auf sich gestellt. ich habe so einen Stand oft besucht und immer wieder gesehen das sich min. 50% der Bienen auf anstand in der Behausung befunden haben.


    Die Biene:
    Mir ist immer wieder aufgefallen, das die Bienen im Gegensatz zu unseren, bis in die Dunkelheit unterwegs sind und Blüten besuchen. Ein Favorit war immer wieder "Trompetenblumen". Die Bienen waren bei den Durchsichten sehr friedlich ( abgesehen von den Wespen:evil:). Lediglich habe ich einen Stich von einer Bienen kassiert und 5Stiche von Wespen bei 6 Imker besuchen.



    Der Imker:
    Ausnahmen bestätigen die Regen aber einen Eindruck von hohem Fachwissen hat keiner auf mich gemacht. Man bekommt dort hohe Subventionen wenn man eine GmbH gründet. Mir wurde gesagt, das einige sich damit bereichern konnten und die Bienenhaltung als Vorwand genommen wurde.

  • Vielleicht noch etwas zum Honig:


    Der Honig ist Geschmacksache. Mir haben die meisten nicht zugesagt und hatten oft einen strengen Geschmack. Ich habe einen Imker auf dem Markt gesehen der seinen Honig in praller Sonne angeboten hat. Also flüssig bleibt der dabei immer!

  • Immer wieder bekam ich die gleiche Antwort " wir leben einfach damit".
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    ..bei meinen Besuchen von (Berufs)-Imkerein in Italien und auf Korsika, wurde dort Amitraz so selbstverständlich (!) eingesetzt, wie bei uns AS, OS und Thymol.
    Es wurde dort in den kurzen Trachtpausen oder bei sehr geringer Tracht, im November-Dezember-Januar, eingesetzt.
    Soll natürlich nicht bedeuten, dass das dort in Sizilien genauso ist.


    Jonas

  • ..bei meinen Besuchen von (Berufs)-Imkerein in Italien und auf Korsika, wurde dort Amitraz so selbstverständlich (!) eingesetzt, wie bei uns AS, OS und Thymol.
    Es wurde dort in den kurzen Trachtpausen oder bei sehr geringer Tracht, im November-Dezember-Januar, eingesetzt.
    Soll natürlich nicht bedeuten, dass das dort in Sizilien genauso ist.


    Jonas


    HAllo,


    ja, Amitraz wird in den vielen europäischen Ländern gegen die Varroa eingesetzt, so z.B. im gesamten südeuropäischen Raum, aber auch im Osten, von Polen und Tschechien bis einschließlich Russland, hier als brennbare Tablette Apivarol.


    Nicht zugelassen ist es in Österreich, Deutschland und in Skandinavien.


    Gruß
    KME

  • Hallo Uwe,


    interessant, danke für Deinen Beitrag!


    Hast Du zufällig etwas von einem "Schwarmfangkraut" bei den Imkern gehört?


    Der Nachbar meines Bienengartens ist Sarde, leider spricht er nur sehr schlecht deutsch, aber er hat mir erzählt, dass er mit seinem Opa früher die Beute aus Korkeichen mit einer Pflanze ausgerieben hat, weil dann die Schwärme reingehen. Das fand ich sehr spannend, leider konnte er mir nichts weiteres dazu sagen.


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Jule,
    Mir haben die erzählt, das die beste Methode Zitrone sein soll. Sie geben ein paar Spritzer Zitrone in die Schwarmkiste oder Zarge und stellen diese unmittelbar an den Bienenschwarm. Dann soll der von selber einziehen. Das wäre wohl in der Region so üblich!
    Ich werde es aus Spaß nächstes Jahr mal versuchen.



    Uwe