"Gehören" alle Bienen einem Imker?

  • Heute ist mal wieder Fragewetter, daher hier die nächste: :wink:


    Wenn in Deutschland praktisch kein Schwarm mehr Bedingungen vorfindet, um sich in der Natur einzunisten, heisst das dann im Umkehrschluß, dass jede Biene, die im Stadtpark im Klee sitzt, zu irgendeinem Imkervolk gehört?


    Viele Grüße,
    Pisolo

  • Heute ist mal wieder Fragewetter, daher hier die nächste: :wink:


    Wenn in Deutschland praktisch kein Schwarm mehr Bedingungen vorfindet, um sich in der Natur einzunisten, heisst das dann im Umkehrschluß, dass jede Biene, die im Stadtpark im Klee sitzt, zu irgendeinem Imkervolk gehört?


    Viele Grüße,
    Pisolo


    Kommt darauf an ;-


    Genaueres findest Du im BGB ab §961: http://dejure.org/gesetze/BGB/961.html


    Grüße


    Ulrich

  • .... heisst das dann im Umkehrschluß, dass jede Biene, die im Stadtpark im Klee sitzt, zu irgendeinem Imkervolk gehört?


    Viele Grüße,
    Pisolo


    natürlich heisst es das. Und damit Biene bzw. Besitzer (in der Regel "Imker") auch zuordenbar ist, muss lt. EU- Verordnung 258/12/2005 jede Biene ab dem 31. 09. 2021 mittels eines RIFD- Chips identifizierbar sein.


    Hat sie den Chip verloren, muss sie 3 Wochen Honigfrondienst im Gefängnisvolk leisten. So is des.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Ulrich,


    ich meinte das weniger im rechtlichen Sinn, als vielmehr ob jede Biene irgendwann abends wieder zu einem Imker heimfliegt, oder ob eben doch noch eine signifikante Zahl "wilder" Bienen unterwegs ist. Schliesslich trifft man Bienen zwar relativ selten, aber eben doch überall an. Sind 100% davon in Imkers zarten Händen?


    Viele Grüße,
    Pisolo

  • echt ernstgemeint also... hmmm.


    Und was nützt es, wenn Du gesagt bekommst, es seien nur 96,75% von des Imkers schwieligen Händen (vom Honigrühren) behütet?


    Ich habe z. B. schon mal einen Schwarm in einen Kamin einziehen sehen. Der flog ne Weile. Auch erreichte mich die Kunde (zu spät), ein Schwarm sei in eine hohe Giebelöffnung eingezogen, der flog lt. Besitzer (der Giebelöffnung resp. des Gebäudes) bis zum Herbst. Förster/Waldarbeiter finden auch immer wieder mal Völker/Überreste davon, Ornitologen/naturschützer auch in irgendwelchen Eulenkästen.


    Und da die Biene im eigentlichen Sinne nicht domestiziert wurde, sind dieses dann halt *wilde* Bienen -seien sie auch noch so sanft...

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Aaaaaaber: Wird jemand gestochen und man kann nachweisen welchem Volk sie entstammt und welchem Imker das Volk gehört muss er löhnen... Sehr unwahrscheinliche Situation, aber theoretisch ist es so. Also haftet zumindest jeder Imker für seine Bienen - und wenn sie noch so weit fliegen.

  • Also mir ging es weder um eine Prozentzahl noch um Haftungsfragen sondern eher um die Idee, ob alle Bienen, die wir sehen "Imkerbienen" sind, oder ob da ein signifikanter Anteil "Wildbienen" dabei ist. Hätte auch einfach fragen können: "Gibt es eigentlich noch viele Wildbienen?"

  • Aaaaaaber: Wird jemand gestochen und man kann nachweisen welchem Volk sie entstammt und welchem Imker das Volk gehört muss er löhnen... Sehr unwahrscheinliche Situation, aber theoretisch ist es so. Also haftet zumindest jeder Imker für seine Bienen - und wenn sie noch so weit fliegen.


    Das ist so Kokolores. Lies mal über die Ersatzpflichten bei landwirtschaftlichen Nutztieren nach und verbreite mal keinen Unsinn! $833 BGB. Sorgfalt reicht aus!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wenn du willst gebe ich dir die Kontaktdaten der Leute die hier den Imker Grundkurs machen, dann beschwer dich bei denen.


    Ergänzung:


    Extra für dich nachgesehen, ich zitiere:


    Zitat


    Grundsätzlich haftet der Imker aufgrund des § 833 BGB im Rahmen der Gefährdungshaftung für Schäden, die seine Tiere verursachen.

  • ... beschwer dich bei denen.

    Du schreibst solchen Blödsinn hier und hast schon den juristischen Bergiff "grundsätzlich" nicht verstanden, obwohl das BGB bereits genau die Abweichung vom Grundsatz aufführt um die es bei der Imkerei geht:


    § 833
    Haftung des Tierhalters
    Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.


    Im Grundsatz sind Bienen nicht herrenlose Nutztiere! Zu Zeiten einer Herrenlosigkeit gibt es keinen haftenden Imker. Wer es also an der Sorgfalt nicht fehlen läßt, haftet eben gerade nicht für Stiche. Das wäre auch noch schöner.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Uns wurde es anders erklärt, aber ist in Ordnung.


    Dennoch wäre es doch toll, wenn du nicht so rumblaffst sondern auch um diene sachlichen Aussagen herum sachlich bleiben würdest, meinst nicht?

  • ... meinst nicht?

    Ja.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich möchte eine kleine Anekdote beissteuern.


    Ich bin der einzige Imker in unserem schönen Dorf und auch im Umkreis von etwa 3-4km stehen keine (gemeldeten) Bienen. Der frühere Imker hier ist schwer krank und sein letztes Volk hat scheinbar den Winter nicht überlebt. Ich besuche öfter, um mir Tipps zu holen usw.


    Gestern rief seine Frau ganz aufgeregt an und sagte, daß meine Bienen seine Bienenhäuser kapern.


    Ich also hin und die Sache angesehen ...
    Die Bienen haben wohl irgendwie einen Spalt in der Tür eines Bienenhauses gefunden und dann einen morschen Wabenschrank, voll mit alten schwarzen Schwarten. Es waren sehr viiiiiele!


    Jetzt habe ich mit Ihm den Wabenschrank ausgeräumt, die Schwarten in bienendichte Stapelboxen mit Deckel gepackt und in meinen kalten, dunklen Keller gestellt.


    Nun habe ich 1.) Angst vor AFB o.ä. und 2.) keinen richtig guten Plan, was ich mit 2 Zentner Futterwaben von vor 5 Jahren machen soll.


    Puh....


    Gruß Jörg, der schon mal Feuerholz besorgen geht.