Wildbau im Brutraum

  • Hallo zusammen.


    Ich habe da mal eine Frage, naja wie soll ich sagen habe heute von einem alten Imker 6 Völker bekommen, er ist schon etwas neben der spur.... mal nett ausgedrückt. Der gute Mann hat beim aufsetzten des 2. Brutraums doch alle Rähmchen vergessen. Naja den Honigraum hat er mit Gitter und allen drum und dran aufgesetzt, das ich bei dem Standbesuch auch gesehen hatte.
    Nun zur Frage, wenn ich den Honigraum unter den ersten Brutraum gebe, ohne Gitter, kann ich dann in ein oder zwei Wochen den Wildbau rausbrechen und im Frühjahr normal weiter machen?
    Wäre echt schade um das Volk ...


    Gruß Andy

  • Hallo Andy,
    da, wenn ich das richtig verstanden habe, das Wildbauproblem nur bei einem der sechs Völker besteht, ist das Malör nicht so groß.
    Ich würde den Honigraum sofort als zweiten Brutraum aufsetzen, nicht untersetzen. Wildbau ausschneiden. Sollte im Wildbau größere Brutflächen bestehen und das Restvolk wenig Brut haben kannst Du die Wildbauwaben mit Brut in Rähmchen schneiden und mit Gummis befestigen und in die Zarge, obere Zarge, einhängen. Futterstand prüfen und füttern.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ich würde nur das Absperrgitter rausnehmen und hoffen, dass im zeitigen Frühjahr der Wildbau ohne Brut und Futter ist und rausgeschnitten werden kann. Eventuelle noch eine Zarge aufsetzen. Jedenfalls sollte der Wildbau so weit nach unten wie möglich kommen, damit er im Frühjahr leer ist.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Eisvogel,
    Den Honigraum kann ich nur nach unten geben da der Wildbau auf den Rahmen vom ersten Brutraum ist. Das mit dem Ausschneiden und in Rahmen hängen hört sich gut an, wenn das Wetter morgen mitspielt werde ich das mal genau durchdenken.
    Gruß Andy

  • Geht ganz einfach: mit dem Laubsauger/Laubpuster.



    Zarge auf die Seite auf einen Tisch stellen. Die Waben sollten möglichst hochkant stehen. Sorge dafür tragen, daß die Zarge nicht vom Tisch kippen kann. (!)
    Vor dem Tisch breitest Du eine Plane (2x4m) aus, so daß die Bienen nicht im Gras landen. So kannst Du durch einfaches Anheben die jungen Bienen auch alle wieder in die Beute bekommen.


    Die meisten Bienen werden in die Luft gewirbelt und fliegen von dort direkt los.


    Mit Gefühl lospusten und einmal um die Zarge gehen. Die ist so nach zwei Minuten komplett bienenfrei. Dann schnell die Zarge wegtragen, da sich die Bienen recht schnell wieder ansetzen.


    So kannst Du die Waben in aller Ruhe und ohne Bienengematsche verarbeiten.



    Ist sanfter als Abfegen! :u_idea_bulb02:


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo Zusammen,
    1. Wie hoch ist den der Wildbau, wenn er an den Oberträgern der unteren Zarge ist? Ich bin davon ausgegangen, dass der Wildbau am Absperrgitter hängt.
    2. Eine Brutzarge ob mit oder ohne Wildbau mit dem Laubbläser ausblasen ist aber für mich kein guter Rat. Denn vor Königinnen mache Laubbläser nicht halt.
    Die Honigzarge kann nach entfernen des Wildbaues, mit etwas Rauch lässt sich der Bereich über der unteren Zarge bienefrei machen, ohne dass die Bienen entfernt werden aufsetzen.
    3. Was soll der Wildbau den positiv für die Überwinterung bringen?
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • @ Eisvogel
    Der 2. Brutraum ist voll Ausgebaut mit Wildbau (sieht gut aus :lol:). Die sache mit dem Laubbläser ist nichts für mich, ich bekomme den Wildbau ja nicht so einfach von den Oberträgern des ersten Brutraums.
    Wird wohl etwas gematsche geben.
    Gruß Andy

  • Am Abend vorher mit einem dünnen Draht die Zargen vorsichtig trennen. Über Nacht wird das Gematsche aufgeleckt. Bei falzloser Beute. Bei Beute mit Falz dieselbe einfach auseinander hebeln, abheben, Bienen mit etwas Rauch von den Oberträgern wegtreiben und den Wildbau auf den Oberträgern der unteren Rähmchen wegkratzen. Wieder aufsetzen und trocknen lassen.


    Königin kann rausgepustet werden, kein Problem. Passiert ja nichts, sie landet auf der Plane und kann dort weggeclipst werden.


    Besser jedenfalls als sie aus den Waben auszuschneiden, da ist die Gefahr groß, daß sie zermatscht wird.


    Gruß
    Bernhard

  • Wo kommst Du denn her?


    Wenn nicht zu weit weg kann ich ja vorbeikommen. Mit Wildbau im Brutraum habe ich viel Erfahrung. :wink:


    Bernhard

  • Ich gehe davon aus, daß diese komplette Wildbauzarge das optimale Raumklima für die Bienen bietet.
    Die Wabengassen sind genauso geformt, wie es die Bienen gewollt haben.
    Aber vielleicht überschätze ich ja die Intelligenz des Biens, Elk

  • Das ist etwas zu weit weg. Gibt es da jemand aus dem Forum, der helfen will? Zu zweit geht alles ruhiger von der Hand.


    Gruß
    Bernhard

  • Die Wabengassen sind genauso geformt, wie es die Bienen gewollt haben.Aber vielleicht überschätze ich ja die Intelligenz des Biens, Elk


    Ja, in der Tat. Ich habe die Intelligenz auch überschätzt. Die Bienen machen schon das Richtige - werden aber durch die quadratische Grundform einer Kastenbeute verwirrt. Bedeutet, sie kommen damit nicht zurecht, daß es Ecken gibt. Also bauen sie erstmal in der Regel diagonal, damit die zentralen Waben möglichst viel Wabenfläche bieten - und damit Platz für Zellen. Meine Arbeitstheorie ist, daß die Bienen die längste Strecke quer durch die Beute als Achse für die ersten Waben nehmen.


    Daran entlang bauen sie die ersten Waben. In einer rechteckigen Beute kommen sie dann irgendwann mal zu den Ecken, die sie sichtlich verwirren und genau so wirr werden dann auch die Waben. Eckige Waben, Dickwaben, alles Mögliche.


    Das Problem an diesen Waben ist, daß die Waben nicht für die Aufzucht von Brut genutzt werden können. Die Zellen sind viel zu tief und oder unförmig. Arbeiterinnenbrut braucht aber wohlgeformte Zellen.


    Diese Zellen werden aber auch nicht andersweitig genutzt. Es wird zwar Honig eingelagert, der wird danach aber nicht mehr angefasst. Der bleibt da für ewig.


    Kurzum: diese Waben sind nur Füllung ungenutzter Ecken. Dadurch geht aber viel nutzbarer Raum verloren. Insbesondere bei der Warré spielt das eine Rolle, da der Durchmesser der Beute (bewußt) sehr klein gewählt ist. Das kann zu kleineren Völkern aufgrund einer Brutnesteinengung führen, zu vermehrtem Schwarmtrieb und so weiter. Das ist der Grund, warum ich zu Anfangsstreifen an den Oberträgern zurückgekehrt bin.


    Die Bienen richten sich zwar intelligent den Raum ein, die angewandte Bienenintelligenz kennt nur keine eckigen Räume, beziehungsweise füllt diese nur mit Füllwaben auf, kann den Raum aber nicht sinnvoll nutzen.


    Viele Grüße
    Bernhard

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