plötzlich und unerwartet..

  • hallo beinander,


    meine Name ist Franz, ich bin 50 Jahre alt und interssiere mich seit 3 Jahren für Bienen. Mich faszinieren diese Lebewesen und mir geht es hauptsächlich um Beobachtungen und darum mein Scherflein zum Artenerhalt beizutragen, natürlich freue ich mich aber auch über die Bestäubung meiner Obstbäume und auch zu ein paar Gläsern Honig sage ich nicht nein, allerdings kann meine Familie nicht mehr als 50 Gläser im Jahr verwerten, verkaufen möchte ich nichts. Habe mir ein Stück Streuobstwiese organsiert und 2 Trogbeuten nach Anleitung der LWG Veitshöchheim gebaut. Dann habe ich den örtlichen Imkerverein aufgesucht und für "meine" Art der einfachen Bienenhaltung nur Lächeln und Spott erhalten. Zumindest ein Kollege hat sich solidarisch erklärt und mir bei "gutem Bestand" einen Ableger versprochen. In 2010 habe ich einen Schwarm gesehen, habe mich aber nicht getraut. Mit dem Ableger war es bisher auch nichts und auch meine Lockversuche blieben erfolglos. Zumindest hatte ich genügend Zeit zum Lesen und bin immer wieder an Bernhards Artikeln und Veröffentlichungen kleben geblieben. Nicht zuletzt der fehlende Varroaboden der Trogbeuten sondern die bienenschonende Betriebsweise aus Bernhards Bienenhaltung für Alle haben mich zu Warré gebracht. Hier finde ich mich genau wieder. Schnell war ein Häuschen gebaut und aufgestellt, aber Bienen gab es auch im 3. Jahr noch nicht. Fast in Panik wieder ein Jahr zu verlieren habe ich mich im Imkermarkt umgesehen und wurde durch einen freundlichen Imker mit einem Verkäufer zusammen gebracht. Danke Hartmut :)


    Seit gestern abend habe ich auf meiner Wiese eine Hinterbehandlungsbeute DN mit geleertem Honigraum, aber voller Bienen stehen und ich kann nur sagen: " GRAU ist aller Theorie". Ich weis gar nicht wo ich anfangen soll.



    Und jetzt meine Fragen:


    Wie bekomme ich die Bienen in die Warré Beute, wie stelle ich fest ab wann ich zufüttern muß und wann, wie und mit was mache ich meine erste Varroabehandlung.


    Danke für Eure Zeit


    Grüße
    Franz

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  • Hallo Franz(iskus),
    herzlich willkommen hier.
    Mein Vorschlag ist lasse sie in der HBB, fütter sie ein und behandle gegen Varroa.
    Im nächsten Frühjahr, so Ambrosius will, wird Dir das Volk einen Schwarm liefern mit dem Du, wenn es denn sei muss eine Warré oder Trogbeute besiedeln kannst. Ganz besonders würde ich Dir empfehlen mit dem Imker der Dir diese HBB verkauft? hat in Kontakt zu bleiben und ihn um Mithilfe zu bitten.
    Ein kleiner Tadel erlaube ich mir, wer drei Jahre auf Bienen hingefiebert hat sollte eigentlich schon etwas mehr über die Imkerei und ihr Varianten kennen.
    Bitte fülle noch Dein Benutzerprofil, soweit Du möchtest aus, es diskutiert sich meist einfacher.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • na toll... genau die gleichen Spitzen wie im Imkerverein. Aussagen wie "wenn es denn sein muss" oder Tadel für die Ehrfurcht vor dem Lebeweisen als Theoretiker nicht optimal zu handeln sind genau der Grund für das Durchschnittsalter Imker 60 und den kaum vorhandenen Nachwuchs. Das musste jetzt einfach einmal los werden. Hoffe ich gelte nicht sofort als Querulant, aber ich bin in letzter Zeit zu oft mit solchen Äußerungen konfrontiert worden.


    Grüße
    Franz

  • Mein Vorschlag ist lasse sie in der HBB, fütter sie ein und behandle gegen Varroa.


    Dem kann ich nur beipflichten, da es schon sehr spät im Jahr ist. Steht die Hinterbehandlungsbeute ungeschützt im Freien?


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Hallo Franziskus,


    als Imker wirst Du Dir immer von 100 Imkern auch 100 Meinungen anhören (müssen) - so die alte Imkerweisheit meines Paten, die sich bewahrheitet hat.
    Derjenige von dem Du die Völker hast sollte Dir Auskunft geben, ob die Völker bisher nur ihres Honigs "entlastet" wurden, oder ob schon andere Massnahmen ergriffen wurden.
    Was das "Umsetzen" betrifft kann ich nicht raten.
    Ansonsten heißt es: Einfüttern ( 5KG 3:2) und dann behandeln nach der von Dir auserkorenen Methode.
    Bleib beim Verein am Ball, ich habe 2 Jahre gebraucht, bis man mich überhaupt wahr und dann ernst genommen hat.
    Ich halte es hier inzwischen so, dass ich erst mal in der Forensuche suche, was ich wissen möchte und erst, wenn ich nichts passendes finde, eine Frage stelle.
    Kritik wirst Du sicherlich immer mal wieder einfangen, aber bedenke, dass das geschriebene Wort manchmal mit einer ganz anderen Betonung gemeint wurde, als Du es vielleicht liest.
    Und daraus ergibt sich dann auf einmal ein ganz anderer Satz.
    Letzendlich wirst Du hier jedoch viel viel gute Hilfe empfangen, das wirst Du sicherlich recht schnell merken.
    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • ach.... und einen Wetterschutz bekommt die Beute natürlich noch. Ein Freund des verstorbenen Vorbesitzers meinte ich solle möglichst schnell einen Kunstschwarm bilden.


    Grüße
    Franz

  • Hallo Franz,
    die von Dir gerügte Spitze meinerseits beruht nur darauf, dass ich nicht davon überzeugt bin, dass Du es als Anfänger nicht leichter hast mit einer Varré- oder Trogbeute (ich vermute es eine TBH-Beute).
    Danke übrigens für das Bild und das schnelle ausfüllen Deines Profiles.
    Wenn ich diese (Rieder?)-Dreiraumbeute anschaue stellt sich die Frage wie hat sich der Imker das eigentlich vorgestellt wie Du jetzt weiter mit den Bienen verfahren sollst/willst.
    Habt ihr noch Kontakt? Es bedarf jetzt einer helfenden Hand vor Ort die mit Dir dieses Volk auf eine überwinterungstauglichen Zustand bringt. Wie gesagt - Futter, Varrobehandlung, Einwinterung und Winterbehandlung.
    Ich versicher Dir Deine Reaktion auf meine erste Antwort macht nicht den Eindruck eines Querulanten.
    Ich bin aber immer für deutliche und klare Worte, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • na toll... genau die gleichen Spitzen wie im Imkerverein.


    Hallo Franz, nicht so dünnhäutig. :wink: Die Bienen stechen wie die Imker, da mußt Du dir ein dickeres Fell zulegen.


    So ganz dämlich sind die anderen Imker auch nicht. Im Stabilbau sind Grenzen gesetzt, das macht vieles komplizierter und manches unmöglich. Wenn Du Bienen für die Bestäubung der Obstbäume und nur der Bienen willen halten willst, dann sind Stabilbeuten eine gute Option. Mit kleineren Anpassungen kannst Du mit jeder Art von Beute in die Honigproduktion einsteigen. Denn nicht die Beute, sondern die Biene bringt den Honig.


    Die Beute ist ein Werkzeug. Beuten wie die Warrébeuten sind eher altertümliche Werkzeuge, deren Gebrauchswissen größtenteils verschütt gegangen ist und das unter vielen Fehlern heute neu angeeignet werden muß. Da sind wir heute nach ein paar Jahren schon weiter, aber lange noch nicht am Ende.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo Franz.


    Erstmal herzlich willkommen im Forum und Glückwunsch zu den Bienchen! :-D


    Feedback bekommst Du hier öfters, das ist nie bös gemeint.


    Zitat

    ab wann ich zufüttern muß


    ab jetzt bis Ende September, damit die Bienen Winterfertig sind.


    Zitat

    wann, wie und mit was mache ich meine erste Varroabehandlung.


    Auch jetzt, aber nicht gleichzeitig mit dem Futter.
    www.imkerverein-offenbach.de/b…arroa_unter_kontrolle.pdf
    www.apis-ev.de/uploads/media/SHVarroa.pdf


    Einfüttern und Behandeln -- das sind die 2 wesentlichen Dinge im 1. Jahr.
    Dann bist Du auch nächstes Jahr ein glücklicher Imker.


    Zitat

    Hinterbehandlungsbeute DN mit geleertem Honigraum, aber voller Bienen stehen


    Leerer Raum ohne alles kann mit Wildbau enden, aber von HBBs habe ich sowieso fast keine Ahnung.
    Dazu schreibt besser jemand anders.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Glückwunsch zu den Bienen!


    Ich persönlich würde diesjahr in Sachen Warre nichts mehr unternehmen. Kunstschwarm könnte schon klappen, aber ein wenig spielt auch das Wetter mit und das Risiko ist auch so ziemlich hoch -Du hast nur ein Volk!


    Ich würde es tatsächlich wie schon ein Vorschreiber meinte, in der HBB versuchen zu überwintern.


    Du hast im nächsten Jahr bedeutend mehr Möglichkeiten (wenn es überlebt, was wir alle hoffen). Z. B.
    -Kunstschwarm aus den Bienen machen
    -Volk teilen, in jedem der drei HBB-Räume eines ziehen, dann Warre(n) über Kunstschwärme besiedeln
    -DNM- Magazine bauen, Brutableger machen, dann mit denen als Kunstschwärme mehrere Warre- Beuten besiedeln
    -Schwärmen lassen, Schwarm fangen
    -HBB verstellen, Warre an den Ort, Wabenstück(e) mit jüngster Brut einhängen oder gekaufte Kö, oder Schwarmzelle
    oder noch anderes.


    Ich würde die HBB erstmal als "Backup" behalten und parallel betreiben, ggf. auch ein DNM- Magazin, man weis am Anfang nicht wirklich, was einem zusagt. Ich bin von Warre auch ganz angetan gewesen, muss aber sagen, dass ich mit Stabilbau NICHT zurechtkomme, zurechtgekommen bin.


    Zumindest sehen meine Beuten aus wie Warre -das Dach allein ist faszinierend, einfach schick. :wink:


    Gruß
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

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  • Hallo Franz


    3-etager HBB, das ist eine prima Beute und auch für einen guten Honigertrag geeignet, also meinen Glückwunsch. Als alter HBB-Imker arbeite ich mit 4-etagern und die stehen den Magazinen kaum nach im Ertrag. Man hat aber mehr Arbeit. Ich würde das Volk auf einem BR betreiben. Deshalb mein Vorschlag, bei Gelegenheit das Volk auf die unterste Etage setzen falls es auf 2 Etagen brütet, aber die Waben nicht zu sehr durcheinander bringen und alle unbebrüteten Waben raus. Alle BW in einen Block setzen und dann auf 8-9kg einfüttern. wenn möglich nimmdir Hilfe dazu. Ich hoffe du hast auch Wärmekissen hinter die Scheiben.


    Alles Gute und willkommen im Forum.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Franz,
    wenn nicht Kunstschwarm, dann leih dir mal von einem Imker in der Nähe 4 DN Beuten.
    Beuten auskratzen und mit Lötlampe ausflammmen, bis schwarz wird.
    Rähmchen 1/1 und Warmbau umsetzen und behandeln und füttern wie vorne empfohlen.
    Dann kannst Du nächstes Jahr auf Die Schwärme warten. Hoffentlich bist Du in der Nähe wenns losgeht.
    Warre ist zu speziell, da kannst Du nicht erwarten, dass Dir jemand aus einem konventionellen Imkerverein hilft.
    Gruß
    Hartmut