Liebig Dispenser - Verdunstungsgeschwindigkeit

  • Ich hab die letzten Tage zum ersten Mal den Liebig Dispenser mit 85%iger AS in den Völkern gehabt.
    Erlanger Zander-Zargen, 2 Magazine, 90 ml (für 9 Waben/Zarge anstatt 100 ml für 10 Waben/Zarge), Dochtpapier nach Temperaturangabe 25-30°C zugeschnitten. Die tatsächliche Temperatur war auch genau in diesem Bereich.


    Trotzdem: die 90 ml waren schon nach 2 Tagen verdunstet, anstatt nach 4 - 5 Tagen.
    Tote Bienen lagen vorm Flugloch. Milben sind fast keine gefallen.


    Was lief da falsch?

  • Hallo guenter47,


    an Deiner Stelle würde ich Herrn Liebig fragen. Ich meine das im Ernst und ohne Schmäh. Wenn Du der Gebrauchsanleitung eng gefolgt bist, und die Sache trotzdem schief ging, ist ja wohl der Erfinder die beste Adresse an die man sich dann wendet. Jedenfalls hatte ich das letztes Jahr so mit dem unbrauchbaren Nassenheider Verdunster Pro. gehalten, und in der Folge ein sehr ausführliches Telefonat mit dem Erfinder Herrn Becker gehabt.


    Grüsse von Benjabien

  • Hallo Günther,


    war denn wirklich alles verdunstet?
    Zuerst fließt ja erst einmal viel aus der Flasche in den Docht.
    Wenn dann die Flasche leer ist, ist der Docht zunächst immer noch nass und es verdunstet noch Säure.
    Einigermaßen normal wären ca. 3 Tage Verdunstungszeit für die 90 ml.
    Ausserdem kommt es natürlich sehr darauf an, ob die Beute in der Sonne steht, oder den ganzen Tag im Schatten.
    Die vorbereiteten Säurefläschchen sollten auch NICHT gekühlt sein, denn sonst erwärmt sich die Luft in der Flasche und drückt zu viel Säure hinaus.


    Grüße Dietmar

    Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine grosse Lüge.

  • Dank Euch für die Antworten.


    bei Temperaturen von um die 30Grad sollte keine AS-Behandlung durchgeführt werden, und schon gar nicht mit 85%tiger AS.


    Liebig gibt in seiner Gebrauchsanweisung zum Dispenser ausdrücklich Temperaturen bis 30°C und die Verwendung der Dispenser für AS85% an (ist auf den Verdunsterflaschen sogar aufgedruckt. Die Temperaturen lagen nur zeitweise bei knapp 30°C, die meiste Zeit etwas darunter, nachts sowieso.


    war denn wirklich alles verdunstet?
    ...
    Einigermaßen normal wären ca. 3 Tage Verdunstungszeit für die 90 ml.
    Ausserdem kommt es natürlich sehr darauf an, ob die Beute in der Sonne steht, oder den ganzen Tag im Schatten.
    Die vorbereiteten Säurefläschchen sollten auch NICHT gekühlt sein, denn sonst erwärmt sich die Luft in der Flasche und drückt zu viel Säure hinaus.


    Bereits nach 24h waren 40-50 ml verdunstet (laut Liebig sollten das bei richtiger Dochtgröße nur 20-30ml sein).
    Die Beuten standen schon zeitweise in der Sonne, wie für Bienenbeuten durchaus üblich ist, aber nicht den ganzen Tag.
    Die AS war nicht gekühlt, sie hatte Umgebungstemperatur.
    Nach 48h waren die Flaschen leer. Das Dochtpapier trocknet dann relativ schnell.


    Offensichtlich sind die Angaben der Gebrauchsanleitung zum Liebig Dispenser zumindest im oberen Temperaturbereich mit großer Vorsicht zu betrachten.

  • Hallo Guenter,
     
    sind da überhaupt Milben gefallen? Bei mir nicht. Die Bienen sind wohl ausgezogen und dann wieder rein gegangen. Allerdings in die Brut hat es auch nicht gewirkt. Habe ich resistente Bienen?


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Die 40-50 ml nach 24h wären noch normal, da so ca. 20ml im Dochtpapier drin sind, somit in den ersten 24h also 20-30ml verdunstet sind.
    Was mich wundert, ist dass fast keine Milben gefallen sind.
    Hast Du das mal weiter kontrolliert?
    Hattest Du wärend der Behandlung die Windel drin? (sollte so sein, damit die AS nicht wirkungslos durch den Gitterboden entweicht)
    Welchen natürlichen Milbenfall hattest Du vor der Behandlung?
    Wieviele Milben fielen jetzt?
    Es sollte jetzt noch mind. 12 Tage ein erhöhter Milbenfall da sein, da ja die verdeckelte Brut schlüpft und mit dem Schlüpfen dort erst die toten Milben herunterfallen.

    Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine grosse Lüge.

  • Zitat

    Hast Du das mal weiter kontrolliert?
    Hattest Du wärend der Behandlung die Windel drin? (sollte so sein, damit die AS nicht wirkungslos durch den Gitterboden entweicht)
    Welchen natürlichen Milbenfall hattest Du vor der Behandlung?
    Wieviele Milben fielen jetzt?
    Es sollte jetzt noch mind. 12 Tage ein erhöhter Milbenfall da sein, da ja die verdeckelte Brut schlüpft und mit dem Schlüpfen dort erst die toten Milben herunterfallen.


    Der natürliche Fall lag bei 0,5 - 1. Bei der Behandlung fielen 4 - 5. Ein erhöhter Fall ist im Moment nicht zu verzeichnen.Gehe mal davon aus, dass ich über 25 Jahre schon Milben bekämpfe.


    An der schnellen Verdampfung könnte die Ursache sein: Die Temperatur über 30°. Die Reinigung der Öffnungen. Hat in der Vergangenheit durch Verstopfung wenige Probleme gegeben.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • sind da überhaupt Milben gefallen? Bei mir nicht. Die Bienen sind wohl ausgezogen und dann wieder rein gegangen.


    Ne, bei mir auch nicht, jedenfalls fast keine, auch 3 Tage danach nicht.


    Ein Volk (von 12 behandelten) ist massiv ausgezogen und hatte am meisten Totenfall vorm Flugloch, ausgerechnet das Volk, das am meisten im Schatten stand.
    Bei den meisten anderen Völkern haben sich nur einige Hundert (2 Handflächen) Bienen an die vordere Beutenwand gesetzt.
    Zwei bis drei Völker haben überhaupt nicht auf die Behandlung reagiert.


    Und die 'Windel' hatte ich natürlich drinnen und das Flugloch war klein (10 cm).

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  • Hallo Guenter,
    Totenfall hatte ich nicht. IN der Vergangenheit war es bei mir belanglos, ob ich einen Schieber drin hatte oder nicht. Die Bienen sitzen auf Dadant und haben darüber noch einen HR von 12 cm. Ist also vom Volumen her etwas Größer als deine Beute. Mache nächste Woche mal auf Puderzuckerprobe, obwohl ich die Sache auch sehr kritisch sehe.
    Remstalimker

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