Thymovar in der Bienenkiste

  • Hallo!


    Hier mal wieder ein naturwabenbau-begeisterter Neuling, dessen Gunst auf die Bienenkiste fiel :-D. Da ich von Anfang an Riesenprobleme mit meinem Schwarm hatte, würde ich mich heute nicht mehr für diese Beute entscheiden (TBH fürs nächste Jahr steht schon bereit). Aber jetzt ist es nun mal wie es ist und deshalb meine Frage:


    Ich hab in den letzten beiden Tagen eine Varroa-Kontrolle durchgeführt und keine Milbe gefunden (kommt mir selbst irgendwie komisch vor). Trotzdem möchte ich gern eine Varroabehandlung durchführen. Da mir meine beiden konventionellen Imkerfreunde so sehr von der sanfteren Behandlung mit Thymovar vorgeschwärmt haben, würde ich das auch gern ausprobieren. Die Frage ist nur, geht das überhaupt, da die Thymovarstreifen ja nicht oben auf die Waben gelegt werden können, sondern unter den Waben stehen müßten und quasi nach oben abgasen müßten.
    Ich persönlich meine es müßte gehen, mit der AS behandelt man ja auch von unten, oder was meinen die Experten hier? Ich habe noch niemanden gefunden, der mir die Frage beantworten wollte oder konnte.


    Danke schon mal für Eure Meinungen
    Karin

  • Ziemlich schwache Argumente gegen Thymol.


    Sicher mußt Du nicht die Erste sein, Karin, die sich in Abenteuer stürzt, aber jemand (Erhard :wink:) sollte auch mal Alternativen testen.


    Daß Thymol nicht in die Brut wirkt, ist nicht besonders wichtig, weil es ja als Langzeitbehandlung durchgeführt wird und alle schlüpfenden Varroen erwischt werden. Und nicht nur die, sondern auch die reinvasierten Milben. (:wink:)


    Thymol wirkt in der Tat langsam. Die Wirkung schlägt erst 10-14 Tage später voll durch. Aber nur bei schwer befallenen Völkern ist schnelle Wirkung gefragt. Bei Völkern mit normalen Befall hingegen ist nur der frühzeitige Beginn wichtig, also jetzt.


    Da Thymol meines Erachtens schonender für die Bienen ist, als alles andere, was ich bisher gesehen habe, wäre ein Versuch erfahrener Bienenkistler nicht verkehrt.


    Gruß
    Bernhard

  • mal ganz unabhängig von der Bienenkiste, jetzt mit Thymovar oder Apilife Var behandeln, ohne Honigraum.
    Später dann noch einmal die Honigräume für eine Spättracht aufsetzen. Hat das schon jemand gemacht? Besteht die Gefahr das der wohl lang anhaltende Geruch den Spättrachthonig beeinflußt?


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Bin zwar alles andere als ein erfahrener Bienenkistler :-)), aber ich habe mich jetzt entschieden und werde Thymovar ausprobieren.
    Ich möchte meinem kleinen Völkchen die aggressiven Ameisensäuredämpfe gerne ersparen, habe im Frühjahr selbst genug Erfahrung damit gesammelt, wie unangenehm es ist diesem Geruch länger ausgesetzt zu sein (haben ein Waldameisenvolk umgesiedelt). Und der Varroabefall scheint bei mir ja nicht sonderlich hoch zu sein.
    Danke Bernhard für die Entscheidungshilfe!


    Gruß Karin

  • Hallo,


    ich habe 4 Jahre lang ausschließlich mit ALV behandelt und es ist unmöglich, im selben Jahr die HR noch einmal aufzusezten. Die Rähmchen riechen danach und zwar recht lang.


    Bei mir war der Geruch wieder verflogen, wenn ich im Frühjahr die Völker geöffnet habe.


    Heuer hab ich wegen meiner hohen Winterverlusste 4 Völker von einem Imker gekauft, der auch mit ALV behandelt.
    Diese Völker haben enorm viel Propolis an die Oberträger gepappt, vermutlich um die Streifen einzumauern. Das Propolis hat sogar heuer noch merklich nach Thymol gerochen.


    Also keines Falls noch im selben Jahr noch irgend was aus dem Volk ernten.

  • Thymol lässt sich noch nach Jahren in dem Wachs nachweisen...steigt zudem auch beständig in den Proben an so dass ich echt darauf warte, wann der "Nicht-Thymol-Anwender" Thymolgeschmack im Honig hat nur durch die Verwendung von Mittelwänden!


    Schonend für die Bienen ist es sicherlich, schonender weiss ich nicht...die Immunantwort der Bienen ist schon heftig darauf.


    Eben nur eine Alternative aber nicht "die Lösung"...leider.


    Melanie

  • Hallo,
    das Bieneninstitut Kirchhain sagte zudem, dass die Bienen während des Thymol-Einsatzes kein Futter abnehmen. Also muss man sehen, ob man genügend Honig/Futter in den Kästen hat, bevor man Thymol einlegt.
    Die Langzeitwirkung ist natürlich gut, um Reinvasion zu dämpfen.
    Grüße
    apirita

  • Hallo,


    ich habe schon mehrmals geschrieben, das die Bienen sehr wohl Futter abnehmen, zumindest Zuckerwasser. Mit Sirup habe ich das nicht probiert. Ich habe immer parallel zur Behandlung aufgefüttert. Verwendet habe ich dabei die Methode mit dem Honigglas durch das Spundloch oder auch den Siebkübel über Spundloch.


    Ich habe keine Ahnung warum solche Angaben kursieren, entweder wurde nicht wirklich probiert oder was weis ich. War ist diese Angabe auf jeden Fall nicht.

  • Hi Melanie,


    Thymol lässt sich noch nach Jahren in dem Wachs nachweisen...


    weisst Du was über die gesundheitliche Wirkung von Thymol auf den Menschen?
    Wenn also Thymol vom Wachs in den Honig wandert etc.
    Da mein Imker das auch anwendet und wohl im Honigraum auch bereits bebrühtete Waben verwendet ist da im Honig bestimmt was drin. (Schmecken oder riechen tu' ichs aber nicht).


    Bei ApiLife steht drauf "aus natürlichen Thymolkristalle" - was auch immer das sein mag...


    Günther und Apirita:
    Der Hersteller rät dazu, vor der Behandlung zu 2/3 aufzufüttern...

  • ...die Bienen sehr wohl Futter abnehmen, zumindest Zuckerwasser. Mit Sirup habe ich das nicht probiert.


    Das kann ich bestätigen, daß die Bienen problemlos (!) Futter nebenher tanken. Da sehe ich gar keinen Unterschied zur normalen Abnahme von Futter.


    Was soll denn der Effekt auf die Immunantwort sein? Im Gegensatz zum Eintrag von Maispollen habe ich bei der Anwendung von Thymol keine negativen Effekte bei den Bienen bemerken können. Auch langfristig nicht. Worauf fußt denn diese Aussage - eigene Beobachtung? Studien?


    Der Hersteller gibt an, daß keine Rückstände zurückbleiben. Und das ist auch meine Erfahrung. Ich habe jedoch die Anleitung beachtet und die Streifen nach der Behandlung entfernt. Und nicht im Stock rumgammeln lassen.


    Des Weiteren ist wichtig, daß die Bienen nicht an die Streifen rankommen. Sonst werden die zerfetzt und finden sich im gesamten Bienenstock wieder - und können so auch nicht entfernt werden. Daher nehme ich zwei Streifen Propolisgitterreste und klemme die Streifen dazwischen.


    Daß die Streifen bienensicher einzubringen sind, steht meines Wissens auch auf der Packung.


    Weder Wachs noch Honig riechen im nächsten Frühjahr auch nur ansatzweise nach Thymol.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Ganz richtig,


    was aber ein riesiger Nachteil des Thymol ist, ist das die Bienen die in Gitter verpackten Streifen völlig mit Propolis zukleistern und auch sonst eher mehr Propolis auf die OT packen als normal. Dieses Propolis zieht den Thymolgeruch aber an wie Sau. Das riecht man auch im nächsten Jahr noch.


    Da für mich das Propolis ein nicht unerheblicher Teil meiner Ernte aus dem Bienenvolk ist, bin ich vom Thymol weg gekommen.


    Für die Bienen ist es (nach meinen Beobachtungen) eine recht schonende Methode und wie schon gesagt wurde, auch im Honig und dem Wachs konnte ich keine geschmackliche oder geruchliche Veränderung feststellen.
    Im Rähmchenholz, wo die Streifen aufgelegen sind und das sind ja einige Wochen, kann man aber schon sehr lange den Geruch feststellen.


    Ich habe die Gitter, welche ich zum einpacken der Streifen verwendet habe, neben die Beuten gelegt und dort vergessen. Sie sind vom Gras zugewuchert. Nach einem Winter bis jetzt riecht das mit Propolis verkleisterte Gitter immer noch.