Perizin im Bienenorganismus

  • Hallo Imker/innen,


    meine noch zu erstellenden Kunstschwärme möchte ich mit Perizin behandeln, weil es hier zu keiner Wachs-Kontamination kommen kann und ich damit bisher die besten Erfahrungen gemacht habe.
    Perizin ist vermutlich das wirkungsvollste, aber auch umstrittenste Mittel. Wenn ich über die Wirkungsweise richtig informiert bin, nehmen die Bienen das Zeug im Organismus auf und die Milben krepieren, sowohl bei Kontakt, als auch über die Aufnahme von Hämolymphe. Der Wirkungsgrad soll ja nahezu 100% sein.


    Könnt Ihr mich bitte beraten, ob sich nach den 3 Tagen kellerhaft das Perizin weitgehenst abgebaut hat. Ich will natürlich nicht, daß Perizin beim Wabenaufbau ins Wachs gerät und würde das Mittel auch nie in die Wabengassen kippen. Mit Oxalsäuere hab ich schon mal einen KS fast zerstört. Die richtige Dosierung ist bei einen KS nicht gaaanz so einfach und eine (geringe) Überdosierung mit Perizin ist für die Bienen nicht gleich todlich.


    Danke schon mal und viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Hallo Gerd,


    warum nimmst du denn keine Milchsäure? Absolut bienenverträglich und mit Sicherheit eine ganze Ecke billiger.
    Kunstschwarm vor der Kellerhaft damit von außen einsprühen - oder nach ein paar Tage in der Beute wenn sie auf den Waben sitzen - fertig.


    Gruß Peter

  • ob sich nach den 3 Tagen kellerhaft das Perizin weitgehenst abgebaut hat.

    Genau das kannst du knicken und genau deswegen ist es so umstritten! Perizin bzw. dessen Wirkstoff Coumafos ich chemisch gesehen eines der stabilsten Varroazide. Systemisch wirkt es übrigens auf den Organismus der Milbe,
    100%ig gibst übrigens nicht.


    LGR

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Abgebaut wird das Perizin in 3 Tagen nicht. Es ist lipophil, also bindet sich an Fett, bzw. Wachs oder eben den Fettkörpern in den Bienen. Ist es dort gebunden isses nicht mehr frei und gerät nicht an fertiges Wachs. Nur produziert ja die Bienen gerade nach der Kunstverschwarmung Wabenbau ...


    Wer also mit Perizin generell seine Probleme hat, für den ist auch die Schwarmbehandlung damit keine echte Alternative. Setzt jemand Perizin bewußt ein, dann stellt die Behandlung nackter Bienen eine sinnvolle Möglichkeit dar, Wachskontamination zu reduzieren.


    Ich habe Probleme mit OS in Schwärmen, weil ich deren schlechtere Entwicklung deutlich erlebt hab. Mit MS habe ich daher keine Erfahrung mehr gesammelt, muß das aber unbedingt nachholen. Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich Bienen schier hatte und keine Behandlung durchführte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Miteinander,
    dabei kann man Kunstschwärme doch so gut mit Wärme behandeln.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Zitat

    ... oder auch garnicht !
    Nach dem Motto: Weg von der dauerbehandelten Biene.

    Bei früheren Schwärmen/Kunstschwärmen geb ich Dir recht, einen Kunstschwarm der um die momentane Zeit oder später erstellt wurde sollte man meiner Meinung nach schon behandeln, einfach deswegen weil man sich die erste AS-Behandlung sparen kann. Ich hab bis jetzt immer Oxalsäure verwendet, werd aber in zukunft wohl auch mal einen Versuch mit Milchsäure starten, die Gründe sind die gleichen wie die hier schon genannten.
    Gruß Hermann

  • Moin, Moin aus Hamburg,
    Das hatten wir hier :http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=7403&page=2&highlight=perizin schon mal.Vielleicht ist ja was dabei .
    Beste Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Behandelt in der Schwarmkiste per Sprühzerstäuber zur sauberen Dosierung. Leider leiden die Bienen unter der Übersäuerung und zudem bauen deutlich kürzer. Da sie außerdem eher versterben ist die Entwicklungsdelle deutlich ausgeprägt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich habe in diesem Jahr alle Ableger (brutfrei), Schwärme, Kunstschwärme mit Milchsäure behandelt. Die Behandlung nach 2-3 Tagen wiederholt. Erschreckend war, dass bei allen Schwärmen nach der Behandlung etliche Milben gefallen sind!:eek: Das Gerede von milbenfreien Schwärmen hab ich für mich komplett widerlegt! Bis auf eines haben sich alle Völker sehr gut entwickelt. Einen Brutrückgang oder Entwicklungseinbruch konnte ich bei keinem feststellen. z. Zt. haben auch alle Völker einen sehr geringen oder keinen natürlichen Milbenfall. Das war im letzten Jahr, ohne Behandlung, nicht der Fall.


    Beste Grüße
    Katrin

  • Hallo und erstmal danke für die Antworten,


    ich hab natürlich keine langjährige Erfahrung mit der Behandlung von KS, aber die Übersäurung und den vergleichsweise schlechteren Start musste ich bei der OS-Behandlung ebenfalls feststellen. Irgendwie ist das auch eine Gratwanderung: Nicht zu viel wegen den Bienen, nicht zu wenig wegen den Milben und in der Schwarmkiste läßt sich die Bienenmasse auch nicht sooo eindeutig feststellen/wiegen.
    Ich möchte die Bienen schnellstmöglichst (also noch in der Schwarmkiste und bevor ich die KÖ zusetze) über die Lüftungsgitter behandeln.


    - OS-Gas geht nicht, weil ich 1. dazu einen passenden Aufsatz benötige und 2. ich den Deckel der Kiste schon gar nicht öffnen will (die sind verdammt schnell wieder draußen).
    - Mit Milchsäure hab ich keine Erfahrung, aber ich befürchte, daß hier eine Nachbehandlung erforderlich ist, weil der Wirkungsgrad nicht sooo berauschend sein wird.
    - Über eine Wärmebehandlung hab ich auch schon nachgedacht, hier soll es ja sehr gute Erfolge mit einer speziellen "Dampfkiste" geben. Aber wie kann ich eine Wäremebehandlung mit meiner Schwarmkiste realisieren?
    - Mit Perizin hatte ich die - leider geknickte Hoffnung - daß sich das Zeug irgendwie und schnell verflüchtigt.


    Momentan dreh ich mich noch im Kreis.


    viele Grüße und schönen Tag
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.